04. Jänner 2018 Donnerstag
Noch haben wir den ganzen Tag Zeit zum packen und den brauchen wir auch, denn gestern waren wir mit Franziska in Fischamend, Gunther beim Physiotherapeuten und danach gemütlich und vorzüglich gemeinsam Abendessen im GU.
Aber es geht sich ja ohnehin immer alles aus, sogar ein Mittagschläfchen!
20:10 sollte unser Flieger starten, aber die Air France kommt mit Verspätung in Wien an. Das bringt uns beim Umsteigen in Paris in Stress. Wir spurten zum Gate, natürlich am anderen Ende des Terminals und sind eine der Letzten die einsteigen, last call.
Jetzt haben wir aber 14 Stunden um Luft zu holen und uns auszuruhen. Mit Film schauen, spielen, schlafen, lesen, essen verbringen wir eine ganz passable Zeit. Das Essen ist überraschend gut und mitten in der Nacht gibt es sogar Schokoladeneis am Stiel .Die Temperatur im Flieger ziemlich kühl.
05. Jänner 2018 Freitag
9:30 Ortszeit landen wir in BUENOS AIRES am EZEIZA AIRPORT. Foto Fingerabdruck und schon stehen wir am Busterminal. ARBUS bringt uns ins Zentrum. Ein gewaltiger Regenguss und ein paar Donner, ähnlich einem asiatischen Gewitter, begrüßen uns. Es ist feucht, schwül, trüb.
Nahe dem CENTRO CULTURAL KIRCHNER steigen wir aus und gehen ein Stück bergauf, entlang der AV.CORRIENTES bis zur Querstrasse MAIPU.
NORMA, unsere Vermieterin begrüßt uns freundlich. Ob sie uns küssen darf?
Eine kleine zarte liebe junge Frau. Sie zeigt uns das Appartement, wir sind begeistert und verlängern gleich mal um zwei Nächte (länger ist es nicht frei). 187€ kosten die fünf Nächte.
MAIPU 325 5A, NORMA +54 911 3271 4621 und OSVALDO +54 911 3821 6967, normadelrosso@gmail.com, ozzibarreiro@gmail.com . Das Viertel heißt MICROCENTRO. Ganz zentral, besser geht es nicht!
Duschen und knapp drei Stunden Regenerationsschlaf. Immer noch ist es hell! Daran werden wir uns schnell gewöhnen, toll.
17°°wir drehen eine Runde in unserem Bezirk, kommen am großen OBELISCO, dem Wahrzeichen der Stadt vorbei, schlendern durch die Fußgängerzone und kaufen noch im Supermarkt ein Abendessen und guten argentinischen Rotwein, MALBEC ein.
Im gesamten Haus ist Stromausfall, also nochmals raus um Norma zu schreiben. Sie wird sich drum kümmern. Tatsächlich funktioniert alles wieder als wir heimkommen.
Rotwein und Oliven sind unser Abendessen.
06. Jänner 2018 Samstag
Gegen acht wachen wir auf, wolkenloser Himmel, ein traumhafter Tag. Wir frühstücken, fühlen uns schon zu Hause und starten in Richtung PLAZA DE MAJO. (Revolution 25.Mai 1810 Loslösung von den Spaniern).
Wir kommen gerade zur Wachablöse in der CATEDRAL METROPOLITANA zurecht, besuchen die imposante Kirche. Von außen würde man sie nicht als Kirche erkennen, da sie keinen Kirchturm hat, nur eine relativ niedrige Kuppel und an der Eingangsseite einen Säulengang.
Die riesigen Häuser aus der Kolonialzeit sind meist sehr gut erhalten. Eindeutig sind die Häuser um einiges höher als in Wien.
Die Straßen, Avenidas oft sehr breit mit viel Grün dazwischen.
Es sind wenig Leute unterwegs, Samstag? Ferienzeit?
Wir umrunden den PLAZA DE MAJO, besichtigen das CABILDO DE BUENOS AIRES (Stadtrat).
Stärken uns mit einem köstlichen italienischen Eis. Das erste DOLCE DE LATTE EIS!
Den Eintritt ins CASA ROSADA (CASA DE GOBIERNO) müssen wir verschieben, den muss man vorbuchen!
Wir gehen weiter über den PLAZA DE CORREO (KIRCHNER) zum PUERTO MADERO, dem alten Stadthafen am RIO DEL PLATA.
Entlang der ehemaligen Speicherhäuser, die alle zu modernen Wohnungen und Restaurants umgebaut wurden, vorbei an den alten FREGATTEN, zum MUSEO COLECCION DE ARTE AMALIA LACROZE DE FORTABAT. Durchaus sehenswert! Sowohl das Gebäude als auch die ausgestellten Kunstwerke.
Ein Kaffee gibt uns wieder Kraft für den Heimweg über die moderne PUENTE DE LA MUJER.
Heute kochen wir Ravioli in Suppe, Bier und Wein haben wir schon eingelagert.
07. Jänner 2018 Sonntag
Wir entdecken die aufregende Stadt weiter. Unsere „Traumwohnung“ spiegelt sich im neuen gläsernen Bürogebäude vis a vis.
Die Argentinier sind offensichtlich Spätaufsteher. Die Straßen sind menschenleer und sauber geputzt, viele wunderschön renovierte Fassaden aus der Jahrhundertwende, breite Avenidas, lustige Murales.
SUBTE-die BA Verkehrsbetriebe verkaufen Scheckkarten, die man immer wieder aufladen kann und zu Mehrt verwenden kann. Eine Fahrt kostet ungefähr $1.
Am Sonntagströdlermarkt in San Telmoist schon mehr los. In dieser Straße ist das El Zanjon de Granados, ein einstöckiges Haus aus dem Mittelalter mit zwei Kellergeschoßen, welches ganz neu renoviert ist, zu besuchen. Ein reicher adeliger Geschäftsmann mit seiner Großfamilie wohnte hier. Im Keller gibt es noch die Zisterne zu sehen.
In der alten Markthalle ist Vollbetrieb, Obst, Trödlerläden, Blumen, Kleider, Spielzeug, Fleischereien Cafe`s. Im CAFE TOWN, soll es den besten Kaffee der Stadt geben, außerdem ist es entzückend mit seiner rosaroten Kaffeemaschine. Sandwiches, Fruchtsaft, Kaffee (zu stark für Gunther und das soll was heißen).
So jetzt haben wir den richtigen Platz gefunden. Hier ist die FERIA DE SAN PEDRO TELMO, mit „wirklichen“ Antiquitäten, aus der Kolonialzeit- vielleicht? Reichlich Silber ist mal vorhanden und, deswegen sind wir ja da……die Tangotänzer! Na so soll das ausschauen! Dazu müsste man wohl länger in BUENOS AIRES Stunden nehmen und lange üben.
Es ist richtig heiß geworden und wir freuen uns ins angenehm kühle MUSEUM DE ARTE MODERNE BUENOS AIRES zu kommen. Eine Sonderausstellung zeigt einen schwarzen Raum, indem unzählige Spinnen über ein halbes Jahr ihre Netze gewoben haben. Die Geflechte sind durch Spots beleuchtet. Schaut spannend aus.
Sonst sind einheimische Künstler präsentiert.
Wieder Essen wir zu Hause. Wozu haben wir denn so eine schöne und gemütliche Wohnung. Wir werden noch oft genug Essen gehen! Der Supermarkt ist nah und es gibt ja alles.
Täglich legen wir über zehn Kilometer zu Fuß zurück……..und die Füaß ham uns wehdan.
08. Jänner 2018 Montag
Da am Wochenende auch hier viele Geschäfte geschlossen haben, ist heute unser erster Weg zu AEROLINUS ARGENTINA. Wir müssen ja nach USHUAIA!
Wir buchen einen, zwar nicht ganz billigen Flug am 10.1. also Mittwoch früh. Da müssen wir ohnehin aus unserer Wohnung und so haben wir noch in TERRA DE FUEGO ein paar Tage. Passt perfekt.
In der ersten U-Bahnstation kann man sich Blutdruck, Atmung und Blutzucker „öffentlich“ kontrollieren lassen! Das ist ein Service.
Im PALACIO BAROLO gibt es erst um 13°° eine Führung, also hatschen wir zum CAPITOL. Das wird gerade renoviert und ist geschlossen. Wieder zurück zum PALACIO BAROLO.
Erst heute fällt uns auf, dass es hier gar kein Grün bei den Fußgängerampeln gibt, sondern nur rot und weiß. Also da funktioniert unser Sprücherl gar nicht. Aber es gibt gendergleiche Ampeln.
Die Führung durch den PALACIO BAROLO ist wirklich spannend. Es ist ein 22 stöckiges Haus, mit 100 Meter Höhe, von einem Italienischen Architekt (Mario Palanti) in der Avenida de MAYO für einen reichen Immigranten, der im Wollgeschäft sein Vermögen erwirtschaftet hatte, entworfen und erbaut. (1919-1923).
Der Entwurf gleicht dem in DANTE ALIGHIERIS GÖTTLICHER KOMÖDIE. Der Keller und das Erdgeschoß symbolisieren die Hölle, Stock 1-14 das Fegefeuer und 15-22 dem Himmel. Die100 Meter Höhe entsprechen den 100 Gesängen. Alles ist perfekt renoviert und auch die alten Aufzüge funktionieren tadellos. Es war bei Fertigstellung das höchste Gebäude Südamerikas. Von seinem LEUCHTTURM aus sieht man über die ganze Stadt, manchmal angeblich bis MONTEVIDEO. Heut ist es zu dunstig. Ordentlich heiß ist es übrigens in dieser gläsernen Kuppel.
Vis a vis des PALACIO DE AQUAS CORRIENTES speisen wir in einem alten Cafe, das Museo ist leider schon zu, aber alleine der Bau dieser ersten Wasserpumpstation der Stadt ist sehenswert. Ein ganzer Block groß, im französisch Renaissance Stil mit 300.000 vielfärbigen britischen Terracotta Fliesen verziert.
Der Friedhof von RICOLETA ist unser nächstes Ziel. Er liegt in einem der teuersten und elegantesten Wohnviertel. Ähnlich der pompösen Grabmäler in Lissabon, ist dieser Friedhof teils mit richtigen Kapellen, luxurösen Häuschens, teils aber auch mit verfallenen Grabstätten ausgestattet.
Das Mausoleum von Evita Peron 1919-1952 (Familia Duarte) ist ebenfalls hier.
Davor im Park am PLAZA RAMON sind seltene alte Bäume gepflanzt, einer ist unheimlich dick.
Wir kommen noch an der BASILICA DE NUESTRA SENORA DEL PILAR vorbei und an der JURIDISCHEN UNIVERSTITÄT.
Für eine Touristentangoshow können wir uns auch heute nicht entscheiden, also bleiben wir zu Hause. Erschöpft genug sind wir schließlich.
Jeden Tag ist es ein wenig wärmer geworden.
09. Jänner 2018 Dienstag
Ganz nahe unserer Wohnung ist das Einkaufszentrum, an der Kreuzung AVENIDA FLORIDA und CORRIENTES„GALERIAS PACIFICO“ und indem ist auch das CENTRO CULTURAL BORGES (JORGE LUIS 1899-1986 Schriftsteller und Bibliothekar) untergebracht. BORGES ist durch seine Zitate bekannt. Seine Liebe waren Bücher und Bibliotheken (=das Paradies).
Mit über 150 exklusive Geschäfte, ist es eine der erfolgreichsten Shopping Malls in ganz Argentinien. Täglich kommen etwa 8000 Menschen hierher. Durch seine MURALES in der Kuppel und den Baustil (BON MARCHE PARIS) ist es seit 1989 ein NATIONAL HISTORIC MONUMENT.
Die Kuppel ist 450m groß, sie wurde von ANTONIO BERNI (1905-1981) und fünf weiteren argentinischen Künstlern ausgemalt.
Das Zentrum BORGES dient als Galerie, Bibliothek und Theater für Musik und Tanzaufführungen. Genau heute Abend ist aber Ruhetag. Schade wir wären gerne TANGO schauen gegangen! Aber wir wollen ja die letzten Tage wieder in Buenos Aires verbringen und da haben wir also schon ein Abendprogramm.
Ich brauche noch Winterhandschuhe! Gar nicht so leicht bei 28°C mitten im Sommer, solche zu finden, und teuer sind sie obendrein. Aber es muss sein!
Ein Stück weiter im Cafe FLORIDA GARDEN, ein altes gemütliches Stadtcafe, gibt es hervorragende Kuchen, guten Kaffee und freundliche Bedienung. Ich nehme Dolce de Latte Torte.
Park, TURM, Wir erreichen den ZUG-HAUPTBAHNHOF,die alte Schalterhalle.,, CAMINITO, MUSEUM RADSKULPTUR VON WEIWEI, DRINK auf der Terrasse
Kein Licht, kein Strom, im Haus ist es finster. Was nun? Wir haben keinen Saft im Handy, kein Netz und sollten von Norma wegen des Taxis für morgen früh erreichbar sein?
Gunther hatscht nochmals in die GALERIA, dort gab es doch Stecker, erinnert er sich. Ich geh unter die Dusche und streck mich aus. Noch ist es relativ hell, wir sollten auch noch packen, also fang ich mal an.
Als Gunther, schon im Dunklen heimkommt, fällt mir ein, dass es in der Küche Kerzen gibt, aber wir haben keine Zünder! Im Kasten liegt ein Notlicht! Sessel auf den Tisch, Notlicht balanciert oben und wir packen. Oh das Licht geht an. So können wir noch gemütlich alles fertig machen und Resterln-Abendessen.
10. Jänner 2018 Mittwoch
NORMA war eine hervorragende Gastgeberin, immer über WHAT’S UP erreichbar, wenn wir eine Frage hatten, sie hat sich sofort um Strom gekümmert, wenn am Abend Stromausfall war und hat auch für heute 7°° ein „ RADIOTAXI“ bestellt. Es kommt pünktlich, ist neu und sauber. Der ausgemachte Preis stimmt.
9:05 Abflug nach USHUAI mit der AEROLINEAS ARGENTINA vom AEROPORTO EZEISA. Wir sind aufgeregt. Vier Stunden! Ganz schön weit!
Dann USHUAIA und Umgebung von oben. Etwas bewölkt, kaum Schnee, viel größer als gedacht und erheblich kühler. Vom modernen Flughafen mit Holzdach nehmen wir ein Taxi zu unserem „HOSTAL LAS CALAFATES“ Es liegt ein Stück am Hügel, aber nicht wirklich weit vom Zentrum. Ein schönes altes, aber renoviertes grün weißes Holzhaus. ADA, unsere Hausherrin begrüßt uns freundlich und steckt uns in ein dunkles Vierbettzimmer (Doppelbett+ein Stockbett), na das gefällt mir gar nicht! Gunther beruhigt mich ein wenig, wir haben doch schon auch mal schlechter gewohnt! Ist doch groß, ruhig, Heizung gibt es….
Kaum beginn ich mich einzugewöhnen klopft Ada und meint sie hätte uns ins falsche Zimmer gesteckt. Wir sollen in den ersten Stock straßenseitig übersiedeln. Na da gefällt es mir weitaus besser. Es ist zwar kleiner, aber hell und gemütlicher, wir fühlen uns gleich zu Hause.
Der Juniorchef HERNAN, erklärt uns freundlich den Stadtplan, die Sehenswürdigkeiten und ist auch über What`s up, für Fragen jederzeit erreichbar. Das ist ja ein großartiges Service und auch hier im Haus gibt es gratis Internetzugang.
Wir machen uns gleich auf den Weg. Geld zu wechseln und uns einen Überblick zu verschaffen, was nicht schwer ist. Zwei paralell zum Meer verlaufende Straßen und das ist es auch schon.
In einer Restaurantküche (quasi in der Auslage) sehen wir das erste Schaf aufgespannt auf einem typischen Holzgrill.
Ein Souvenirladen, ein Sportgeschäft, nach dem anderen, viele nette Cafe`s. Kein Wunder, fast alle Menschen die hier herkommen, kommen entweder mit einem großen Kreuzfahrtschiff oder mit dem Flieger um von USHUAIA aus in die ANTARKTIS zu starten.
Es ist eine eigenartige Atmosphäre, aber uns gefällt es, ist irgendwie sympathisch. Wir gehen in ein neues modern eingerichtetes Cafe „BALCARCE“und essen köstlichen Lachs auf Salat und Empanadas.
In den Gärten blühen bunte Sommerblumen, es hat so um die 10°C, also typisch Hochsommer. Ein weiters Plus, es wird erst gegen 22:30 dunkel.
In einem Laden kaufen wir noch Wein. Der Händler hat Geldscheine von allen möglichen Nationen und sogar noch Kronen aus der Kaiserzeit aus Österreich gesammelt.
11. Jänner 2018 Donnerstag
Es ist bewölkt, aber relativ warm. Wir bekommen ein gutes Frühstück, mit Obstsalat und Allem was dazugehört, also frisch gewärmte MEDIALUNAS.
Im alten Gefängnis CARCEL DEL FIN DEL MUNDO, welches sternförmig angelegt ist, ist ein MUSEUM und eine GALERIE untergebracht. Ein wenig über die Ureinwohner (SELKNAM und YAMANA) gibt es zu erfahren, sowie über die ersten Weißen, den Aufbau der Stadt, die Missionare, über Schifffahrt, Fischfang und über das Gefängnis selbst usw. Die ersten Häftlinge bauten dieses Gefängnis selbst. Ein berühmter Tango Sänger CARLOS GARDELL soll auch mal unter den Häftlingen gewesen sein, heißt es.
Die Galerie zeigt gerade Bilder die mit Schiffen und Meer zu tun haben, Alte und Neue. Zwei Künstler malen an Ort und Stelle.
Von Mittag bis zur Sperrstunde (19:30) sind wir im Museum und haben immer noch nicht Alles gesehen! Unsere Karten lassen wir für einen zweiten, gratis Besuchstag, abstempeln. Sogar dazu braucht man den Pass.
Die Wolkendecke ist verschwunden und wir haben einen wunderbaren Blick auf die schroffen Gipfeln mit Sonnenuntergangbeleuchtung. Im Hafen steht ein „Expeditionsschiff“. Wir sind gleich ganz aufgeregt. Wie wird denn unseres ausschauen, wie groß? Tausend Fragen?
12. Jänner 2018 Freitag
Mit einem Kleinbus fahren wir zum PARQUE NACIONAL DEL FUEGO, etwa 14 Kilometer westlich von USHUAJA. Wir steigen beim CENTRO DE VISITANTES ALAKUSH aus und machen eine ??????Kilometer lange Wanderung. „SENDO HITO XXIV“ durch einen dichten „ MÄRCHEMWALD“ ( SCHEINBUCHENURWALD), entlang des Sees LAGO ACIGAMI bis an die Grenze von CHILE. Dort endet der Weg.
Viele seltene Pflanzen lernen wir kennen und wir sehen die ersten CALAFATE (Art Heidelbeeren auf höhen Sträuchern, eine BERBERITZENART).
Immer wieder sieht man Hinweisschilder „ LAS MALVINAS SON ARGENTINAS“. Dieses Kapitel dürfte noch nicht ganz geklärt sein! Las Malvinas sind die Falklandinseln.
Mit unserem Bus-Taxi fahren wir die komplette Runde durch den Nationalpark bis ans Ende der RUTA NR 3 und gegen 18°°sind wir zurück in USHUAIA.
Übrigens war heute ein wunderschöner sonniger Tag! Der beste Wandertag!
13. Jänner 2018 Samstag
Es ist stark bewölkt, regnet sogar ein wenig, also ist das „ GEFÄNGNIS“ mal für den Anfang das Richtige.
Immer mehr fallen uns die alten Blech- und Holzhäuser mit schön geschnitzten Fensterrahmen und Türen auf. Leider fehlt wohl oft das Geld diese Häuser zu renovieren. Viele scheinen auch verlassen zu sein. Sie sind meist bunt, blau, gelb, rotbraun, lila gestrichen.
Im MUSEO TERRITORIAL sehen wir die Tiere der Gegend, ausgestopft, und die Geschichte der Ureinwohner Yaganes(Yamanes). Thomas Bridges war der erste Missionar in Feuerland und gründete die erste ESTANCIA „Haberton“, die heute noch als touristische Farm in Betrieb ist.
14. Jänner 2018 Sonntag
Das Wetter wird täglich schlechter, es regnet. Gegen Mittag starten wir trotzdem, denn in Feuerland gibt es kein Wetter, es wechselt sowieso ständig, also unternimmt man immer was man vor hat. Wir gehen ins Zentrum, durch einen kleinen Handwerkermarkt, indem zwar nichts los ist, aber eine Liste mit den abfahrenden und ankommenden Schiffen in und aus der Antarktis hängt. Die SEA ADVENTURER, unser Schiff, soll morgen um 7°° in der Früh kommen und um 18°° in See stechen. Wir sind gespannt!
Trotz Regen gehen wir eine weite Rund, den ganzen Hafen entlang.
In der Bäckerei verwöhnen wir uns mit einem herrlichen Apfelkuchen, den wir im Hostal mit heißem Mate-Tee genießen.
Duschen, packen, Malbec trinken, schlafen.
15. Jänner 2018 Montag
Gleich nach dem guten Frühstück, bekommen wir ein Mail von Sara Scott. Unser Tagesplan (16°° einschiffen) ist geändert, alles anders. Die OCEAN ADVENTURER ist noch nicht aus der Antarktis zurück! Grund: extrem schlechtes Wetter.
Wir sollen um 12°°mit unserem Gepäck ins HOTEL ALBATROS um kommen. (So ein Glück, dass Gunther noch nach dem Frühstück den Computer angeworfen hat)
Als Entschädigung lädt uns die Rederei (QUARK EXPETITION) zu einem Ausflug, mit einem Kleinbus, zum FAGANO SEE mit Mittagessen in einem typischen Grillrestaurant ein.
Ganze Schafe werden hier flach aufgespannt und um ein offenes Holzfeuer gestellt…..und es schmeckt köstlich!
Die Fahrt geht über den GARIBALDIPASS, mit schöner Aussicht auf den Mont OLIVA und die DREI BRÜDER. Wir sind auf der ROUTE 3, die bis Alaska durchgeht. Wir aber fahren „nur“70 km weit. Es geht durch ein großes Schigebiet, durch schöne Wälder. Die ANDEN enden, beziehungsweise beginnen hier. Die Berge sind nur mehr 1500m hoch, die Baumgrenze liegt bei etwa 600m, sind aber noch weiß.
Pünktlich werden wir nach USHUAI zurück und direkt zum Schiff gebracht. Fluggs sind wir in Kabine 211. Unser Gepäck ist schon da.
Wir sind von der Kabine angenehm überrascht. Groß, mit ganz modernem Bad, gute Betten, ein Schreitischlein, zwei Kästen, Fernseher alles da, alles neu renoviert. (2017). Da haben wir wohl großes Glück! So toll haben wir uns das nicht mal träumen lassen.
Erster Rundgang, Besichtigung aller Decks und los geht es mit der Sicherheitsübung. Sieben kurze Töne, ein Langer, wir müssen über den Fluchtweg zur Musterstation B3, zu unserem Rettungsboot.
Das Wetter meint es gut mit uns, die Sonne kommt immer wieder durch, ein letzter Blick nach USHUAIA und um 19°°Abendessen, heute in Buffett Form, auch sehr gut.
Die Crew wird uns vorgestellt. Etwa 80 Crewmitglieder werden für uns sorgen. Dazu kommen noch die 19 Expetitionsexperten, die für unsere Ausflüge und unser Wissen zuständig sind.
Die See wir immer rauher, aber wir haben unser SCOPODERM schon hinters Ohr geklebt und schlafen wunderbar.
Der Weg durch die DRAKE PASSAGE ist die stürmischste Gegend der Weltmeere, sagt man. Viele nennen es „DRAKE SHAKE“
16. Jänner 2018 Dienstag
Das Frühstück haben wir schon mal verschlafen!
Um 9:30 werden wasserdichte hohe Stiefel (MUCK BOOTS) und knallgelbe dicke Parkas (QUARK PARKA), die wir sogar behalten dürfen, im Restaurant ausgeteilt. Irgendwie ist alles aufregend und mit viel Spaß verbunden.
11:30 Vortrag der Ornithologin PAOLA (PALAVECINO), einer Chilenin. „ ALBATROSS TASK FORCE-SAVING BIRDS“. Sie ist seit 2005 in der Antarktis tätig.
Nach dem Mittagessen, das immer als Buffett serviert wird, gibt ACACIA JOHNSON aus Alaska, Tipps fürs Fotografieren. Sie ist Fotografin und hat Kunst studiert.
16:30 DAVID (JAFFEE, GEOLOGIST/GLACIOLOGIST) unser amerikanischer Geologe hält den nächsten Vortrag ( CAPS BERGS and BITS).
Es gibt immer wieder kurze Pausen, für ein Mittagsschläfchen zum Beispiel. Oder um uns den Wind um die Ohren pfeifen zu lassen oder um die riesigen Wellen zu beobachten, einen Tee zu trinken oder auch um ein paar wärmende Sonnenstrahlen zu genießen.
Kein Land mehr in Sicht, nur spärlich Vögel.
Das Expertenteam gibt noch mal Tipps, danach Abendessen. Einige Passagiere fehlen…….
SUNRISE 4:43, SUNSET 21:57
17. Jänner 2018 Mittwoch
Auch heute verschlafen wir das Frühstück. Das gibt es doch nicht!
Erst mal gibt es einen Pflichtvortrag, Tipps zum austeigen und einsteigen in die Zodiaks. Zur Kleidung, und zur Begegnung mit den Tieren.
Die IAATA Regeln werden erklärt und wir müssen sie unterschreiben.
Wir müssen uns, ganz willkürlich, in eine Liste für die Einteilung in die ZODIACS einschreiben, was das Eisteigen in die Zodiaks erleichtert Wir beide sind und bleiben immer die Gruppe (De) GERLACH (Belgier). Wenn also unsere Gruppe aufgerufen wird müssen wir, warm angezogen, also wasserdichte Hose, Stiefel und Parka, Haube und Handschuhe (empfehlenswert)zur Ausstiegsplattform gehen. Sie ist direkt auf unserem Gang, also ganz bequem für uns.
Die Reihenfolge der Gruppen (SHEKLETON, AMUNDSEN, SCOTT, GERLACH, CHARCOT, NORDENKOLD )bleibt gleich aber es beginnt immer eine andere Gruppe beim Aussteigen, gleiche Bedingungen für Alle.
Nr.2 Vortrag: PINGUINE
Das Wetter, fast blauer Himmel, aber noch ganz schön hohe Wellen. Gunther nützt die knapp bemessene Freizeit und geht in den Fitnessraum strampeln.
12:29 große Aufregung, der erste EISBERG schwimmt vorbei. Jeder zückt die Kamera.
Das Wetter verschlechtert sich zusehens und am Nachmittag regnet es sogar. Wir werden also unseren Plan ändern und in den Süden durchfahren, informiert uns CHRISTIAN (GEISSLER), unser EXPEDITIONSLEITER (er ist Kanadier, lebt auf Vancouver Island, sein Großvater war aus Imst). Er hat es mit dem KAPITÄN aus der Ukraine besprochen.
Die Geschehnisse an Bord sind immer wetterabhängig und werden kurzfristig geplant.
Christian ist seit 2004 in der Antarktis dabei, seine „Lieblinge“ sind die Killerwale.
Um 23:11 LAND IN SICHT, wir fahren an der ersten Insel vorbei, Raubmöwen kreisen ums Schiff.
Bis Mitternacht sind wir an Deck, uns faszinieren die „ schwarz-weiße Landschaft“, die steil ins Meer fallenden Berge, die Schneemassen und immer größer werdenden Eisberge durch die sich unser Kapitän geschickt durchschlängelt.
18. Jänner 2018 Donnerstag
Bereits um 06:55 stehen wir wieder an Deck.
Christian hat uns, wie gestern am Abend versprochen, ganz sanft geweckt.
Wir dürfen die Enge Passage, den „LEMAIRE CHANNEL“ nicht versäumen. Von beiden Seiten kalben die Gletscher ins Meer, unglaubliche Schnee- und Eismassen! Blauschimmernde Eisberge mit bizarren Formen schwimmen vorbei, immer wieder bumpert es gewaltig, wenn wir einen kleinen Eisberg rammen. Der Weg durch dieses Gebiet ist manchmal richtig eng. Zum Glück hat unser Kapitän schon jahrelange Erfahrung.
Die Enge ist zwischen den Bergen der BOOTH ISLAND und der PENINSULA und ist elf Kilometer lang. Sie wurde 1898 durch DE GERLACH das erste Mal durchfahren.
Zirka zweidrittel eines Eisbergs liegt unter dem Wasser, erfahren wir.
Da ist sie! Die erste ROBBE, 07:34, eine Minute später sind eine Gruppe ORCAS??????? zu sehen.
So jetzt „dürfen“ wir frühstücken gehen, aber schnell, denn um 09:00 müssen wir uns für die erste ZODIAK Fahrt bereit machen. Nichts vergessen, Regenhose, Parker, Haube, Handschuhe, Schwimmweste, Stiefel, Fotoapparat. Gesicht einschmieren sonst gibt es einen Sonnenbrand!
Eine Gruppe nach der anderen wird aufgerufen. GERLACH ist die Letzte, dafür werden wir am Nachmittag die Ersten sein.
Das Einsteigen in die ZODIAKS geht flott voran und wir haben bald wieder festen Boden unter den Stiefeln. Wer will bekommt Wanderstöcke und man darf sich nur auf den von unserer Crew ausgesteckten Pfaden frei bewegen.
Die ADELIE PINGUINE (gehören zu den Langschwanzpinguinen) sind entzückend, sie watscheln geschäftig herum, lassen sich durch ein paar so gelbe Eindringlinge nicht stören. Der Schnee und die Gegend um ihre Schlaf und Brutplätze zeigt deutliche rote und grüne Spuren, Pinguinscheiße, die einen strengen „Duft“ verbreitet. Eindeutig Pinguin!
Nach dem Landbesuch fahren wir noch mit dem Zodiak in der Gegend herum und sehen viele ROBBEN ganz nah und kehren erst gegen 12:30 zum Schiff zurück.
Mittagessen, kurze Pause.
14:30 nächste Ausfahrt zu einer Forschungsstation auf ARGENTINE ISLAND „AKADEMIK VERNADSKI“ ist seit 1996 eine ukrainische Forschungsstation, die damals von den Briten (Faraday Station) für einen Pfund Sterling übergeben wurde.
Es ist die älteste Forschungsstation der Antarktis die bis heute durchgehend betrieben wird.
Seit 1947 gibt es durchgehende meteorologische Messreihen aus der Antarktis. Geologische und Meeresbiologische Forschungen sind weitere Forschungsgebiete.
Der Chef der Station hat gebeten, dass nur „gesunde“ Leute, also keine Verschnupften an Land gehen sollen. Wegen der Ansteckungsgefahr seiner achtköpfigen Mannschaft.
Die Insel teilen sich also UKRAINER, PINGUINE, SEEHUNDE, MÖWEN und KORMORANE.
Vom Leiter werden wir freundlich in recht gutem Englisch begrüßt. Im Eingangsbereich müssen wir die Stiefel und Jacken ausziehen und werden durch die ebenerdig gelegenen Labore geführt.
Es gibt auch einen kleinen Fitnessraum, da die Männer wegen der Stürme oder der Kälte oft tagelang das Haus nicht verlassen können.
Ein Arbeits-Turnus dauert acht Monate und jedes Jahr kommt nur einmal ein großes Versorgungsschiff auf die Insel.
Im ersten Stock des Hauses befindet sich die Küche, ein Gemeinschaftsraum und die berühmte FARADAY BAR, wo auch wir den guten VODKA probieren. Billardtisch, Gitarren und ein Souvenirshop darf nicht fehlen.
Seit 2012 gibt es sogar auch eine kleine Kapelle.
Mit einer Zodiakfahrt in die Buchten der Insel beschließen wir den Ausflug. Wir sehen viele Robben, Große und Kleine. Eine Kleine versucht gerade auf eine Eisscholle zu klettern, was ihr erst nach ein paar Versuchen gelingt. So süß!
Etwa um 18°° sind wieder alle an Bord, gerade rechtzeitig für einen heißen Tee und den täglichen RECAP. Was war los? Welche sind die tollsten Fotos? Wie geht es morgen weiter.
Wir haben noch etwa 140 Km zum ANTARCTIC CIRCLE.
Endlich Abendessen!
Da es ja immer hell ist spielt die Zeit nicht so eine große Rolle. Das Abendessen wird serviert, es gibt immer vier Menüs. Im Restaurant gibt es keine fixen Plätze. Das hat einen großen Vorteil. Man lernt eigentlich alle 131 Passagiere aus 19! Nationen ein wenig kennen. Hauptsächlich sind Amerikaner, Australier, Kanadier, Europäer, aus sämtlichen Ländern und Chinesen und andere Asiaten dabei. Es sind alle Kontinente vertreten.
Wir sind die einzigen Österreicher.
Alle Passagiere sind „Vielgereiste“ interessante Leute. (logisch, keiner macht seine erste Reise in die Antarktis) Es haben alle das gleiche Ziel, Natur, Tiere, Ruhe, Lernen, Erfahren, Spaß und Freude haben.
Die Meisten waren auch schon mal in Wien, Salzburg oder Innsbruck und „lieben“ Österreich!
19. Jänner 2018 Freitag
08:30 dichter Schneefall
Es hilft alles nichts, wir müssen an Deck, Stiefel, Parka, der CHAMPAGNER steht schon bereit. (Gekühlt ist er von selber).
11:00 wir überqueren den ANTARCTIC CIRCLE 66°33`44´´, es wird angestoßen, DAVID ALLCORN (Experte), ein Kanadier, liest ein Gedicht und PAOLA singt ein wunderschönes Lied mit ihrer wunderbaren Stimme. Ein wunderbares Erlebnis.
14:00 ABBY`S, (WEISBROT) etwas zu hohe Stimme ruft freundlich zum Aufbruch auf, GERLACH, SCOTT please come to the embarcation deck. Es schneit immer noch, das Wasser ist fast eisfrei und wir fahren entspannt entlang der Insel und um Eisberge herum, ROBBEN, PINGUINE lassen sich aus der Nähe beobachten, sie beachten uns kaum.
Wir sind heute mit Ann und David aus Great Britain im Zodiak. Die Beiden haben wir gleich zu Beginn noch auf dem Landausflug kennengelernt und einige Male haben wir gemeinsam gegessen und viel gelacht.
Ziemlich plötzlich scheint unser Schiff sehr weit weg, was ja kein Problem wäre, aber der Weg dorthin ist durchs Eis versperrt. ABBY, die zum Glück viel Erfahrung hat probiert an den verschiedensten Stellen. Keine Chance, immer wieder bleiben wir stecken. Ein zweites Boot ist noch mit uns eingeschlossen.
Die beiden Frauen, NICKI SOUNESS (SÜDAFRIKA) und ABBY bleiben ganz ruhig und probieren unaufhörlich bis wir es doch schaffen. Alle anderen Passagiere sind schon längst an Bord.
Der Tag ist noch nicht zu Ende! Vortrag, Recap.
Heute gibt es BARBECUE, der große Grill ist an Deck schon hergerichtet.
Auch SCHAMPUS steht bereit.
Wir müssen nochmals zurück in die Kabine, wer denkt denn, dass wir im Freien auch sitzen! Alle haben ihre gelben Parkas an? Das gibt es ja nicht!
Hell ist es allemal obwohl es schon acht ist, aber von gemütlich warm kann nicht die Rede sein. Wetter gibt es hier einfach nicht! Das Essen ist hervorragend, das Fleisch butterweich, die Zähne scheppern sowieso.
20. Jänner 2018 Samstag
Auch heute sind wir schon um wieder um 07:30 an Deck. Das Frühaufstehen wird noch zur Gewohnheit!
Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, es glitzert und funkelt. Wir lassen uns zu hunderten Fotos hinreißen. Eine Landschaft wie im Bilderbuch. Die Eisberge und Eisschollen erscheinen in den seltsamsten Formen und Farben. Weiß, blau, grün, schwarz.
09:30 austeigen, beziehungsweise einsteigen in die Zodiaks. Nicht vergessen in die Liste eintragen! Meist sind wir zu Zehnt in einem Zodiak.
Heute scheint das Wasser dunkelblau, das Eis blendend weiß oder blitzblau. Die PINGUINE beobachten uns wie wir sie beobachten. Zahllose ROBBEN ruhen sich auf den Eisschollen aus, nehmen wohl ein gemütliches Sonnenbad. Auch die Kormorane trocknen sich ihr Federkleid auf den Eisschollen.
Ups hoffentlich haben wir uns genug Sonnencreme ins Gesicht geschmiert!
Wir treffen unsere Kajakfahrer, die sich natürlich auch über das ruhige Wasser freuen. Christian legt uns zwei gelbe „ TIEFSEEWÜRMER“ ins Boot.
Über Mittag sind wir kurz an Bord, dann geht es wieder an Land. Es hat sich ein wenig eingetrübt.
Die PINGUINE und wir watscheln durch den Schnee, hinauf auf einen Hügel, zwecks gutem Ausblick. Bergab haben`s die Pinguine leichter. Sie rutschen einfach am Bauch hinunter und steuern mit ihren Stummelflügeln.
Die Jungtiere sind hier noch viel kleiner als weiter nördlich und lassen sich im Nest von ihren Eltern wärmen und vor den Raubmöwen beschützen.
17:45°° sehen wir HUMPACKS, nahe PETERMANN ISLAND.
Wir sind bis 17:30 unterwegs, danach die übliche Prozedur.
Zum Ausruhen bleibt keine Zeit, aber dafür sind wir ja auch nicht hier!
Nach dem Abendessen werden heute die CAMPER ausgeschifft, ohne Zelt, aber mit Schlafsäcken, die auch übers Gesicht gehen und integrierten Thermomatten.
21. Jänner 2018 Sonntag
08:00 WHALEWATCHING, zwei große HUMPBACKS schwimmen vorbei.
Erst ist es noch grau und kalt, doch schon gegen zehn Uhr kommt die Sonne durch und wir genießen ein kurzes Sonnenbad, also nur das Gesicht ist frei, sonst sind wir dick eingepackt.
Die BRÜCKE ist auf der OCEAN ADVENTURER die meiste Zeit frei besuchbar und das schauen wir uns mal heute an. Der Kapitän, aber auch unsere „Forscher“ schauen immer wieder mal mit dem Fernglas um irgendetwas zu entdecken.
Am Nachmittag sind wir auf der nächsten Insel Cuverville Island bei den lustigen PINGUINEN: Der Geruch ist überall gleich, uns stört er nicht so. Manche haben damit so ihre Probleme.
Hier ist mal ein Wal verendet, zwei riesengroße Brustwirbel und Rippen liegen am Strand.
Wir stapfen wieder auf einen Hügel, sozusagen parallel zu den Pinguinen. Die Pinguine legen oft weite Strecken zurück. Sie haben hoch oben auf den schneefreien Felsen ihre Nester gebaut um die Jungen im „Trockenen“ auszubrüten und die Felsplateaus sind die ersten schneefreien Stellen im Frühling. Der Weg zum Wasser ist für die Tiere oft weit und mühsam.
Wir finden ein paar kaputte Eier, wahrscheinlich sind diese den Raubmöwen zum Opfer gefallen.
Die Pinguine unterhalten sich ständig lauthals und bei Sicht eines Raubvogels geht ein ordentliches Gezeter los.
Nach knapp drei Stunden Landgang freut man sich auf die Jause, die Vorträge, das RECAP und schließlich auf das hervorragende Abendessen.
Der Chefkoch ist Asiate, die Küche International aber mit asiatischem Einschlag, also köstlich gut gewürzt. Ausnahmslos sind alle Passagiere, wie es scheint, äußerst zufrieden. Immer Fleisch, Fisch, Vegetarisch, Huhn oder Lamm. Auch a la carte könnte man täglich ein Steak oder Lamm bestellen. Die Bedienung ist unglaublich zuvorkommend. Auch die Ober kommen aus den unterschiedlichsten Ländern, jede Hautfarbe ist vertreten, alle sprechen gutes Englisch und begrüßen einem schon mit dem Vornamen.
22. Jänner 2018 Montag
Heute ist es soweit, wir betreten das FESTLAND, den KONTINENT ANTARKTIS.
Wir haben die Fahne dabei! Ein Foto damit gehört dazu.
Hier sind die CHINSTRAP PINGUINE zu Hause. Sie sind eher klein, wiegen 3-5 Kilogramm. Ihre Jungen sind flauschig hellgrau. Sie haben einen schwarzen Streifen ums Kinn, daher der Name.
Wir haben genügend Zeit um wieder ein Stück aufzusteigen. Das Wetter ist wunderbar, es ist nicht sehr kalt.
Nach einiger Zeit wechseln wir vom Festland ins Zodiak, jetzt steigen die letzten drei Zodiakgruppen aus. Es dürfen immer nur maximal 100 Menschen in einer Bucht aussteigen, egal ob am Festland oder auf einer Insel.
Penibel wird darauf geachtet, dass auch wirklich alle „Umweltschutzgesetze“ befolgt werden.
Wir fahren mir ROSS (HOWATSON), einem TASMANIER. Ein verwegener älterer Bursche. Er fährt wie der Teufel mit uns weit hinaus, das Wasser spritzt über uns, die Wellen sind hoch. Aber er hat natürlich einen Grund dafür, WALE, HUMPACKS, denen wir ganz nahe kommen. Ein gigantischer Anblick diese riesige Schwanzflosse, nahe am Zodiak.
Am Nachmittag sind wir mit TOM (MITCHELL), einem Australier unterwegs. Wir umrunden ein altes WRACK, ein TRANKOCHBOOT, das jetzt die Vögel in Beschlag genommen haben. Die Sonne strahlt, das Meer ist ganz klar, dunkelblau. Pinguine, Seehunde, Vögel, alle genießen den schönen Tag.
Erst um 18°° kehren wir zum Boot zurück, in unsere Kabine 211. Sie wird 2-3 mal am Tag, von MARIA von den Philippinen, geputzt. Sie ist eine der nur vier Frauen der Besatzung.
Es ist so herrlich, dass wir uns noch in die Sonne setzen, während im Speisesaal schon die Teller zum Abendessen klappern.
23. Jänner 2018 Dienstag
Schwarze schroffe, hohe Felsen ragen aus dem aufgepeitschten Meer. Dazwischen weiße Eisberge, die zwischen den Felsen hin und herschwanken und über die hohen Wellen getragen werden. Kalt, windig, aufregend, laut, nass und zeitig in der Früh, vor dem Frühstück!
Zuerst traut sich keiner der Guides zwischen den Felsen durchfahren, zu sehr tobt das Wasser, zu schnell wechseln die Eisberge die Seite. Dann nehmen sich ABBY und ROSS ein Herz und wir sind mittendrin und schaffen es! Es wird gejubelt!
Übrigens sitzen wir seit 6 Uhr in der Früh im Zodiak bei Ross!
Viele ROBBEN liegen faul herum und kümmern sich gar nicht um ihre Besucher und Bewunderer.
Auch hier schwimmen viele mächtige Eisberge herum mit interessanten Formen, man könnte ihnen Namen geben, nur schauen sie morgen vielleicht schon wieder anders aus.
Den Nachmittagsausflug unternehmen wir mit DAVID, zuerst die Zodiakfahrt, danach den Landgang.
Vom Zodiak aus sieht man die roten Felsen und den pechschwarzen Sand besonders gut. Ebenso die vielen Pinguine, Kormorankolonien und andere Seevögel. Die Pinguine auf dem schwarzen Sand machen sich besonders gut.
Es ist ein vulkanisch aktives Gebiet, hoffentlich sind die Seismologen aufmerksam und warnen uns rechtzeitig!
Die Insel ist schwarz, die Häuserreste einer ehemaligen Walverarbeitungsstation der Briten steht unter Naturschutz.
Grabhügel sind zu sehen.
Am Ufer steigen Nebelwolken auf, das Wasser sprudelt heiß aus dem Sand. Ich hab`s gespürt, mit der Hand probiert, ziemlich heiß sogar!
24 Jänner 2018 Mittwoch
Unser letzter ZODIAKTAG!
Das Wetter ist trüb, wir werden heute von TODD (WEISBROT) durch die vulkanische Landschaft geschippert. Schwarze Felsen. Auf einem Stein in einer kleinen Bucht versteckt ruht sich ein junger SEELÖWE aus. Gemütlich hat er seinen Kopf auf einem Felsen am Ufer hingelegt und schaut uns mit seinen großen Kulleraugen an. Am Ende der großen Bucht kalbt ein riesiger Gletscher, sonst ist nur schwarzes Gestein und schwarzer Sand zu sehen.
Nach einer Rundfahrt sind wir die zweite Partie zum an Land gehen.
Wie immer watscheln die Pinguine geschäftig herum und ignorieren uns. Sie müssen auf ihre Jungen aufpassen, da ziemlich viele Raubmöwen sich auf Raubzug befinden. Eine knabbert sogar die Stiefel eines Mannes an.
Vögel im Anflug bringen die Pinguine zu lautstarkem Gekreische und wenn eine in die Nähe der Nester landet, verteidigen gleich 3-4 Pinguine ihre Gruppe.
Hier leben unheimlich viele Tiere, in großen Gruppen. Tausende sicher!
Auch ein paar Skelette und kaputte Eier finden wir. Es kommt mir heute ziemlich kalt vor, aber wahrscheinlich weil immer wieder Nebelschwaden herumziehen, eher ungemütlich.
14:30 noch einmal werden wir aufgerufen um in die Zodiaks zu steigen und gehen an Land.
Hier ruht sich eine große SEELÖWEN Gruppe am schwarzen Sandstrand aus. Denen sollte man nicht zu nahe kommen, denn sie können Menschen gefährlich werden, sie schauen zwar plump aus können aber recht schnell sein.
Verschiedene Pinguinarten leben auch hier friedlich miteinander. Manche Nester sind schon verlassen, andere oft mit Zwillingen besetzt und von den Eltern beschützt. Wieder andere versuchen noch ihre Eier auszubrüten, was aber, so meint PAOLA nicht mehr gelingen wird. Der Sommer geht zu Ende. Wahrscheinlich sind es junge unerfahrene Mütter, oder haben sie ihren ersten Wurf verloren.
Aus, Schluss, gegen 17°°, richtig für eine gute Jause sind wir Alle an Bord und starten in Richtung DRAKE PASSAGE (manchmal auch DRAKESHAKE genannt wie schon erwähnt), die stürmischste Passage der Welt. Hier liegen zahllose Wracks.
25. Jänner 2018 Donnerstag
Viele Passagiere haben wieder Taps hinters Ohr geklebt, unser Schiffsärztin MEGAN DELL hat sicher wieder alle Hände voll zu tun. Viele fehlen bei den Mahlzeiten. Gunther hält ohne Pflaster durch. Es ist um einiges stürmischer als bei der Hinfahrt. Bei der Hinfahrt hatten wir etwa fünf Meter hohe Wellen, was als ruhiges Wasser gilt. Jetzt schaukelt es gewaltig.
Der Tag vergeht rasch, Vorträge, Fotos, Schläfchen, gut essen, Vögel beobachten.
26. Jänner 2018 Freitag
Wir sind an Deck um Delfine zu sehen, aber außer einigen Vögeln lässt sich nichts blicken.
Wir bekommen eine extra Einschulung wie man die dicken Parkas am praktischsten zusammenlegen kann. Abby zeigt uns die „ideale Kugel“, die ganze Jacke geht in die Kaputze!
Unser Kapitän fahrt, da wir noch genug Zeit haben, eine Extratour ums CAP HORN. Wir können den Leuchtturm erkennen, aber die Sicht ist äußerst schlecht, schade.
Nachmittags reißen die Wolken auf, aber richtig sonnig wird es nicht mehr, aber merklich wärmer.
Vor dem Abschiedsdinner verabschieden sich KAPITÄN SCHW::::………….und die EXPETITIONCREW bei Champagner und Fingerfood. Jeder einzelne hat sein Bestes gegeben und erhält den gebührenden Applaus. Fast ein bisschen traurig obwohl alle lustig und gut gelaunt sind. Es war auch eine wunderbare Reise mit wunderbaren Menschen.
Von zwei netten Amerikanern werden wir beim Dinner zum „Weinaustrinken“ eingeladen und genießen den Abend bei gutem Essen. Die Nachspeise, mit Schokoladebrunnen wird vor dem Salon serviert.
Die Crew der Küche, Service, Zimmermädchen ziehen durch den Speisesaal und erhalten ebenso großen Applaus.
Während all der Tage haben wir nie etwas Negatives oder auch nur eine Spur von Unzufriedenheit hören können, das erlebt man nur einmal im Leben!
27. Jänner 2018 Samstag
Ein letztes gemütliches Frühstück, wir haben schon im Hafen von USHUAIA angelegt. Die Ausschiffung geht rasch vor sich. Noch einmal steht das gesamte EXPEDITIONS TEAM am Hafen und winkt allen zu. Ein Bus führt uns aus dem Hafenbereich zu unserm Gepäck.
Wir wollen gleich mal unser übriges Gepäck nach Hause schicken. So ist unser Plan. Aber auch in Argentinien ist am Samstag nicht alles geöffnet.
Im „LAS CALAFATES“ haben wir für heute Nacht ja schon vor der Fahrt ein Zimmer reserviert und wir kämpfen uns den Hügel hinauf, duschen und ruhen uns kurz aus.
Wir buchen einen Bus nach CHILE, PUNTA ARENAS, morgen acht Uhr. Perfekt!
Wir gehen wieder in das nette Cafe, Lachssalat und Empanadas essen.(deja vue)
Die Stadt ist uns vertraut.
Hernando hat uns gebeten für Österreicher aus Zell am See, ihren liegengelassenen Fotoapparat mitzunehmen. Machen wir doch.
28. Jänner 2018 Sonntag
Schon wieder so früh aufstehen, ich weiß nicht mir ist gar nicht so gut, schwindelig, im Magen flau, extrem müde. Was ist denn das ? Bin ich landkrank? Es scheint so.
Ich kämpfe mich hinunter zum Bus und döse mehr oder weniger den ganzen Tag vor mich hin. Zwölf Stunden soll die Fahrt dauern.
Das erste Stück kennen wir schon von unserem Ausflug, es ist sehr schön, Berge, Schigebiet. Dann wird es eher langweilig, eben, trocken, ein paar Kühe, Schafe. Ganz selten lassen sich VICUNJAS (ähnlich den Alpakas, beide gehören zu den Kamelen) und NANDUS (ähnlich den Straußen) blicken. Kaum mal ein Dorf, selten eine Ranch.
An der argentinischen Grenze, müssen wir aussteigen, Stempel holen, Gepäck durch den Scanner schicken. Ein Stück weiter an der CHILENISCHEN Grenze, SAN SEBASTIAN, reicht es einen Stempel zu holen.
Wir überqueren die MAGELLANSTRASSE mit einer Fähre. Ich bin dankbar im Bus sitzenbleiben zu können, mir wird immer übler. Neben unserem Bus steht ein Schaftransporter. Ob das wohl ihre letzte Reise ist, frag ich mich. Das hebt meine Stimmung auch nicht gerade.
Wir haben FEUERLAND verlassen und sind jetzt in PATAGONIEN.
Wir kommen halbwegs pünktlich in PUNTA ARENAS an. Es sind etwa 800 Meter zu unserem Quartier. Gunther schleppt unser ganzes Gepäck, ich schlepp mich, erbärmlich!
Mir gefällt das Dachbodenzimmer im SAMAREE HOUSE. Immerhin es hat einen schönen Ausblick und viel Schnickschnack in rosa. Wir haben zwar ein Gemeinschaftsbad, aber nur mit einem anderen Zimmer. Gunther stört das ziemlich. Ich will und kann darüber gar nicht nachdenken, ich hüpf unters Wasser und ins Bett.
29. Jänner 2018 Montag
Das Frühstück gibt es in der Küche des Hauses für alle an einem großen Tisch. Oh jetzt verstehen wir noch weniger als zuvor, sie sprechen ja hier portugiesisch!
Mir tut das Frühstück gar nicht gut, ich verkrieche mich wieder ins Bett und schicke Gunther alleine los. Er schnürt das Paket, gibt es auf (140€, ob es das überhaupt wert ist?), sieht sich die Stadt an, isst in einem netten Beisl und organisiert für morgen zu Mittag eine Busfahrt nach PUERTO NATALES.
Ich bin sehr dankbar, dass ich den ganzen Tag schlafen darf, den Ausblick in Richtung Meer hab ich vom Bett aus. Bequemer geht es gar nicht!
Punta Arenas hat ein paar schöne Gebäude, einen neuen Stadtteil, mit Shops am Kreuzfahrthafen, wo schubweise tausende Touristen auf einmal für kurze Zeit ans Land entlassen werden und die Gegend überfluten. Danach ist wieder Ruhe in der eher ruhigen uninteressanten Industriestadt.
30. Jänner 2018 Dienstag
Wir packen gemütlich und spazieren langsam zur Busstation. Es geht mir schon recht gut.
13°°Abfahrt, heute soll es nur knapp vier Stunden dauern ( etwa 250 km), das ist ja praktisch gar nichts!
Die Landschaft ist etwas grüner, wenig Verkehr, lange gerade Straßen. Relativ viele Radfahrer sind unterwegs. Wir bewundern sie, wie sie sich durch den enorm starken Wind kämpfen. Zeitweise müssen sie auf der ebenen Straße absteigen und schieben.
Der Wind pfeift schon mal mit 200 Stundenkilometer über die Pampas.
Von Weitem sehen wir schon den kleinen Ort PUERTO NATALES, ist ja noch kleiner als PUNTA ARENAS! Wo sind wir denn da gelandet! Wir hatten eine ganz andere Vorstellung, also doch wieder in der PAMPAS.
Gunther hat ein ganz neues, das HOTEL AMERICA“ vorreserviert, sehr schön, freundliche Hosts, die gut englisch sprechen. Pensionisten die sich viel Arbeit „gekauft“ haben.
Unser erster Weg führt in die Wäscherei, 17°°, um 21°°wäre alles fertig, 6€. Ein gutes Service.
Wir spazieren durchs Zentrum, durch die Einkaufsstraße. Viel Trekking- und Sportartikel, geführte Wanderungen und Kitschsouvenirs werden angeboten. Aber eine durchaus sympathische „Stadt“.
In einem typisch chilenischen Restaurant essen wir typisch Chilenisch. Also Gunther zumindest, mir geht nur soweit besser, dass mir das Bier wieder schmeckt. Gunther`s „Grill-Wurst-Fleisch-Gemüse- Ei-Käse-Gurkerl, Avocado Teller“ ist eine Riesenportion und sehr gut. Ein richtig deftiges Winteressen.
31. Jänner 2018 Mittwoch
Der Wind pfeift uns um die Ohren, die Wolken treiben rasch vorbei, manchmal wärmen uns ein paar Sonnenstrahlen. Wir spazieren ans Meer. Auch hier leben SCHWARZHALSSCHWÄNE.
Es gibt nur niedrige Häuser, meist aus Blech oder Holz, oft bunt gestrichen, oft verlassen.
Puerto Natales ist übrigens die Hauptstadt der Provinz „ULTIMA ESPERANZA“. (War wohl für einige die letzte Hoffnung)
Die wenigen Ureinwohner dieser Gegend gehören dem Stamm der AONIKENK an.
Ein modernes Museum ist in einer alten Halle untergebracht. Der „KORMORANSTEG“ ist das Wahrzeichen der Stadt. Eine große Kolonie KINGS-KORMORANE sind hier zu Hause.
Langsam wird uns zu kalt und wir flüchten ins „The Coffe Maker“ genießen den Ausblick auf die stürmische See und den heißen Kaffee.
Ein zweites Mal kehren wir heute noch für eine heiße Suppe ein.
01. Februar 2018 Donnerstag
Mir geht es zwar schon merklich besser, aber für eine lange Wanderung doch noch zu schlecht.
Gunther macht sich um 7°° allein auf den Weg zum Busbahnhof. Um 7:30 geht der Bus in den Nationalpark „TORRES DEL PAINE“. Es sind ungefähr 120 km bis dorthin, der Bus braucht ca. 2 Stunden. An der Kreuzung Lago AMARGO ist der Parkeingang. Gunther: dort muss ich erst einmal 21.000 Pesos Eintritt zahlen und ein Formular mit meinen Daten ausfüllen.
Ein schon etwas in die Jahre gekommener Shuttle-Bus bringt mich dann um 12.000 Pesos (Hin/Retour) zum Hotel „LaTorre“ wo ein Einstiegspunkt in das Wanderwegenetz ist.
Dort erwartet mich erst einmal eine Enttäuschung. Der Weg zum „MIRADOR BASE DEL TORRE“ ist heute gesperrt, weil der Wind zu stark bläst. Die Dame empfiehlt mir eine Wanderung entlang des „LAGO NORDENSKJÖLT“. Ich mache mich in die Richtung auf, sehe dann aber, dass jede Menge Wanderer doch den Weg zum „MIRADOR BASE DEL TORRE“ nehmen. Also gehe ich auch diesen Weg. Nach einem recht anstrengenden 1,5 Stunden Anstieg bis zum „REFUGIO CHILENO“ ist dann doch Schluss, weil der Wind mit so einer Wucht vom Berg herunterbläst, dass man sich kaum noch auf den Beinen halten kann. Ich kehre um fast bis zum Ausgangspunkt und wandere dann noch einige Zeit dem Seeufer entlang nach Westen.
Ich, Ilse schlafe lange, frühstücke gemütlich und gehe zu einem Aussichtspunkt über die Stadt. Es ist nicht weit, die Sonne lacht immer wieder kurz, der Wind beutelt mich ordentlich hin und her. Trotzdem tut es mir gut und ich fühle mich wohl. Es ist nicht viel los, aber immer wieder kommen Leute vorbei und ich hab Zeit sie zu beobachten.
Ein langer Mittagsschlaf gibt mir Kraft um nochmals in Richtung Zentrum zu spazieren. In einem kleinen Cafe gönn ich mir eine Spargelcremesuppe, ich glaub das war eine große Dose. Ich esse fast eine Stunde dran.
Bis Gunther kommt lieg ich schon im warmen Bett.
02. Februar 2018 Freitag
Um 10°° räumen wir unser Zimmer und spazieren zur Christusstatue, wo ich gestern lange saß. Dort beobachten wir die wenigen Leute die über den prachtvoll angelegten Boulevard heraufkommen oder hinuntergehen. Um 12:30 holen wir unser Gepäck aus der Unterkunft. Die Hausfrau bietet uns an, dass ihr Sohn uns zur Busstation bringt. Es ist zwar nicht weit, aber wir nehmen trotzdem gerne an (weil Ilse findet, dass das „so ein schöner Bursche“ ist, noch dazu Zahnarzt in Spe).
Um 14°° geht unser Bus (ZAAHJ Company)), nach EL CALAFATE. 5 Stunden Fahrt durch schier endlose Pampa liegen vor uns. Nach kurzer Fahrt kommen wir an eine Kreuzung, biegen nach rechts auf eine Schotterstraße, Richtung CERRO CASTILLO ab. Wir sind gleich mal an der CHILENISCHEN GRENZE. Wieder müssen wir, diesmal nur mit Pass aussteigen. Der strenge Fahrer erklärt uns, PASSAPORTE SI, CAFETERIA NO! Wir haben ja noch weit.
Der Grenzzaun ist ein Schlagbaum, der mit einem kleinen Vorhängeschloss, das bei jedem Auto von einem Grenzgendarmen auf- und zugesperrt wird. Auch ein interessanter Job. Zugegeben viele Autos fahren nicht über die Grenze.
Irgendwann kommt dann natürlich auch die ARGENTINISCHE STATION, aussteigen, STEMPEL in den PASS. Der Wind ist extrem stark, man kann sich kaum vorwärts bewegen!
Während der Weiterfahrt kommen wir nur einmal an einer Tankstelle und einmal an dem verschlafenen Ort Esperanza vorbei. Die riesigen Rinderherden, die wir eigentlich hier erwartet haben gibt es nicht. Nur ganz selten gibt es irgendwo eine kleine Herde von vielleicht 100-200 Rindern oder Schafen. Wahrscheinlich leben die meisten ESTANCIAS schon mehr vom Tourismus.
Unmerklich haben wir an Höhe gewonnen, denn plötzlich geht es in Serpentinen bergab in einen riesig breiten Canyon. Die Farben ändern sich, rot, grau, schwarze Felsen, Erinnerungen an amerikanische Canyons werden wach.
Im Tal liegt der blau glänzende LAGO ARGENTINO.
Um 19:30 kommen wir in CALAFATE (TIERRA DE GLACIARES) an. Wie sieht es denn da aus!
Nur staubig, ein paar breite Straßen, die eigentlich nirgends hinführen mit enorm hoher Straßenbeleuchtung, sehr eigenartig. Einige Häuser im Nirgendwo irgendwo verstreut. Die Gegend heißt alter Flughafen, ah alles klar! Es sind die ehemaligen Pisten des alten Flughafens, den man weiter weg verlegt hat und die Pisten jetzt als Straßen verwendet
Zu unserem Quartier, einem geräumigen Appartement haben wir nicht weit, halt über die Pisten und durch den Staub.
Der Sohn des Hauses zeigt uns alles und empfiehlt uns zwei Lokale im Ort zum Abendessen. Diesmal gefällt es mir nicht, es ist sehr eigenartig, das Haus im Bau (Umbau?), das Appartement aber doch schon etwas abgewohnt. Der schon fast übliche Wasserschaden ist auch hier präsent, wie meistens im Bad.
Wir entscheiden uns für das Restaurant „LA CANTINA“. Also gehen wir Richtung Zentrum, es geht steil bergab und da liegt sie, die Stadt am LAGO Wie eine „OASE“ ziemlich grün. Als wir ins Ortszentrum kommen verschlägt es uns fast die Sprache. Ilse sagt immer wieder „Das ist ja wie in Lignano“. Ein Souvenirgeschäft, Tourenveranstalter, Restaurant, Kaffee, Eisgeschäft, … reiht sich ans andere. Wir spazieren durch den halben Ort bis zum Lokal. In der kleinen „LA CANTINA“ werden wir freundlich bedient, bekommen hervorragende Steaks und gutes Bier aus der hauseigenen Brauerei. Es war ein guter Tipp, der Hatscher hat sich gelohnt. Hier, ein Stückerl oberhalb der Hauptstraße verirrt sich kaum ein Fremder her.
Am Nachhauseweg gönnt sich Gunther noch ein Eis und gegen 23°° fallen wir ins Bett.
03. Februar 2018 Samstag
Um 10°° spazieren wir in den Ort. Ilse bekommt bald wieder Rückenschmerzen und wir setzen uns in ein Kaffee. Essen einen guten Reis-Thunfisch-Hühnchen-Salat mit Cola, Mineralwasser und hervorragendem Kaffee.
Um 13°° nehmen wir einen Shuttle-Bus zum GLACIARIUM. Dieses moderne Museum über das Süd- und Nordpatagonische Eisfeld gibt einen tollen Einblick in die Entstehung und Erforschung der großen Zahl an Gletschern die es hier gibt. Das Nordpatagonische Eisfeld erstreckt sich über 100 km hauptsächlich auf chilenischem Gebiet, das Südpatagonische Eisfeld ist über 300 km lang und liegt zu einem Großteil auf argentinischem Gebiet. Auf beiden Eisfeldern gibt es eigenartigerweise Gletscher die dramatisch abschmelzen, aber auch Gletscher die schon über lange Zeit immer noch wachsen oder zumindest konstant bleiben.
Vor dem Museum sind ein paar CALAFATES reif, die wir kosten. Wie Heidelbeeren mit einer Unmenge an größeren spitzen Kernen. Viel Fleisch ist da nicht dran und schmeckt etwas herb. Sicher ist viel Vitamin C drinnen.
Manchmal haben viele Touristen auch einen Vorteil, im Ort gibt es köstliches Eis.
04. Februar 2018 Sonntag
Lange geschlafen, Frühstück in unserem Appartement.
13°° Abfahrt vom Busbahnhof in den PARQUE NACIONAL LOS GLACIARES. Dort zuerst Kaffee getrunken und gute Brownies gegessen.
Tolle Wanderung über die Stege immer mit Blick zum Gletscher. Der PERITO MORENO GLETSCHER fließt mit einer Geschwindigkeit von 2 Metern pro Tag in den LAGO ARGENTINO. Immer wieder kalbt er donnernd ins Wasser. Wie schon mehrmals in den vergangenen Jahrzehnten sperrt er auch jetzt gerade wieder den Abfluss des Sees BRACO RICO. In diesem Teil steigt das Wasser jetzt solange bis es einen Teil der Gletscherzunge hochhebt und sich das Wasser darunter einen Tunell bohren kann. Dieser Tunnel wird durch das darin herabfallende Eis immer größer bis sich nach Tagen ein gewaltiges Tor bildet das dann in einem beeindruckenden Naturschauspiel in sich zusammenbricht.
( kurz nach unserer Heimreise passiert dies Mitte März, es ist ein Artikel darüber im Standard zu lesen, samt Video)
Wir können uns gar nicht sattsehen, ein Wunder, so ein riesiger Gletscher. Immer wieder fallen große Brocken ins Wasser, es „donnert“, Wellen breiten sich aus.
Um 18°° Rückfahrt nach EL CALAFATE. Im Ort ausgestiegen und noch ein Eis geschleckt. SCHWEIZER BANANE! Das soll mir einmal Einer erklären. und dann haben wir Ravioli fürs Abendessen gekauft. Zu Hause gekocht und gut gegessen, mit Bier und Wein. In der Nacht hört Gunther einmal den Regen prasseln.
05. Februar 2018 Montag
Lange geschlafen, restliche Ravioli mit einer Tomate im Mikro gewärmt, hat ein wunderbares spätes Frühstück ergeben. Wir können bis 12°° im Zimmer bleiben und es geht sich gerade aus, dass wir bis 5 vor 12 fertig werden.
Marschieren zum Busbahnhof und warten dort eine Stunde bis zu unserer Abfahrt nach EL CHALTEN. Die Busse sind fast immer voll. CHALTENTRAVEL COMPANIE ist es heute. Wir nehmen immer einfach was fährt ohne lange die Companies zu vergleichen und lange umher zu suchen.
Lange Zeit ist es eben, PAMPA halt . Dann erblicken wir im Hintergrund die Anden. Wir fahren entlang des LAGO VIEDMA (80 km langer Gletschersee, PROVINZ SANTA CRUZ) auf der RUTA 40.
Die Anden rücken näher, in EL CHALTEN am Ortsanfang ist das NATIONALPARK GEBÄUDE vor dem der Bus hält. Alle müssen raus und sich den „Vortrag“ über Wanderrouten und Verhaltens-Codices anhören! Gerade, dass man es nicht auswendig lernen muss. Aber ist schon richtig auf die Natur zu achten.
Über eine Brücke über den RIO FITZ ROY kommen wir zum Busbahnhof, wo sich relativ viele „Bergsteiger“ tummeln. Oh vielleicht sollte wir uns auch gleich um die Weiterfahrt kümmern, bei dem Betrieb, damit wir hier nicht stecken bleiben.
Gut, am Freitag um 9°°nach BARILOCHE buchen wir. Kaum die Tickets in der Hand kommen wir drauf, dass es ein Nachtbus um 9pm ist. Auch gut, wir haben ja genug Zeit.
Gunther hat wie immer das absolut richtige Quartier über booking.com. vorreserviert.
Ein geschmackvolles, ganz neues Haus „ KAU SI AIKE“. Die Zimmer eher klein, aber modern, sauber, mit Wasserkocher. Wir wohnen im ersten Stock, mit kleinem Balkon und vom Bett aus könnten wir, falls einmal die Wolken weg wären den FITZ ROY sehen. Leider kommt das aber ganz selten vor, werden wir aufgeklärt.
Wenn wir nichtmüde sind könnten wir noch eine kurze Wanderung zu einem Wasserfall machen meint IVO, der Sohn des Hauses.
Na gut, dann gemma halt. Müde sind wir zwar, aber nach dem Busfahren ist Bewegung allemal gut.
Ein ganz schöner Hatscher, wenn man bedenkt, dass es schon früher Abend ist. Aber vor 21°°bekommt man ohnehin nichts zu essen und hell ist ja noch. Wir gehen durch den langgestreckten Ort. Eigentlich eher eine Ansammlung von Hostals, Hotels, B&B, Rooms, Cafes, Restaurants, Grilllokale, Bierlokale, Touranbieter……..aber irgendwie viel sympathischer als Calafate. Hier ist alles einfacher, mehr selbstzusammengeschustert, nicht so up market.
Der Weg zum „CHORRILLO DEL SALTO“ führt am Ende des Ortes in den PARQUE NACIOLAL GLACIARES. Entlang des „RIO LAS VUELTAS“. Der Fluss ist über die Ufer getreten, der Weg ein wenig umgeleitet.
Lang hören wir schon das Wasser rauschen, bevor wir den Wasserfall sehen. Toll! Erstaunlich viele Leute sind noch da. Auch wir setzen uns gemütlich auf die großen Steine und genießen den Anblick und das Rauschen.
Am Retourweg können wir einen Fuchs, der vor uns auf der Straße läuft beobachten. Er kackt mitten auf die Straße ganz schwarz, hat wohl viel Calafates gefressen?
Sieben Kilometer zeigt unser Handy an. Für einen kurzen Spaziergang ganz schön weit. Die Wolken haben ein wenig aufgerissen und man sieht den „POINCENOT“, den wir, wie so manch andere auch zuerst für den FITZ ROY halten. Leider nein. Mir gefällt er aber trotzdem sehr gut. Mit seinem riesigen steilen Eisfeld ist er beeindruckend.
Von einem Lastwagen im Ort werden frische große Zwetschgen verkauft. Auch wir nehmen welche mit. Köstlich!
Ein gutes Abendessen im Grill-Lokal vis avis haben wir uns redlich verdient. Großartig, das Fleisch ist butterweich, mager, die Gemüse Grillplatte ein Gedicht, ebenso die Eis- Kuchen Nachspeise. Der Chef, ein alter Hippie, die Musik dementsprechend gut.
06. Februar 2018 Dienstag
Nach einem guten Frühstück mit selbstgebackenen Kuchen, brechen wir zur Wanderung auf.
Gunther hat schon eine Route gewählt, den „SENDA A LAGUNA TORRE“. Der Weg ist gut markiert, die Sonne lacht, der Wind bläst nicht allzu wild, die Sicht auf die Berge ein Traum. Teils geht es steil bergauf, dann wieder folgt ein flacheres Stück, dann in eine Senke, also immer auf und ab, aber schon merklich mehr bergauf in Richtung Berge und Gletscher. Beim ersten MIRADOR sieht man tief hinunter in eine Schlucht, zu einem Wasserfall. Über uns kreisen zwei CONDORE, so elegante Vögel! Wie sie sich fast ohne Flügelschlag mit der Thermik bewegen.
Je höher wir kommen desto mehr ziehen Wolken auf, gerade, dass wir noch einen schönen Blick zum GLETSCHER erhaschen, dann zieht es zu.
Ich hab eigentlich schon genug und setze mich auf einen Stein um meinen Proviant zu verzehren und den Ausblick zu genießen.
Gunther geht noch 1 ½ Stunden weiter zum Gletschersee mit seinen kleinen EISBERGEN.
Als der Wind auffrischt und mir langsam kühl wird, mach ich mich auf den Retourweg. Beim vereinbarten Treffpunkt fängt es zu regnen an. Ich male einen Pfeil in den Sand mit Ilse drunter, das wird Gunther schon finden, wenn er schon mich dort nicht findet.
Er sieht den Pfeil zwar nicht, aber holt mich schließlich doch ein.
Ziemlich erledigt kommen wir gegen 18°°heim.
Wir gehen wieder vis a vis essen, es ist ja sehr gut und der Hauptvorteil, es ist nicht weit, schonend für unsere müden Füße.
07. Februar 2018 Mittwoch
EL CHALTEN bezeichnet sich als die Hauptstadt des Trekking. Auf der Hauptstraße steht ein überdimensionaler Holzrucksack. Alles im Ort hat mit Wandern und Freizeitsport zu tun.
Wir spazieren über den RIO FITZ ROY, zum NATIONALPARKHAUS, schauen uns die dort ausgestellten Tiere und Beschreibungen noch einmal an und gehen durch den kleinen, nicht sehr gepflegten „botanischen Garten“. Immer gibt es was zu erfahren und wir erkennen dann doch so manches Gewächs im Wald wieder. Auch die medizinische Verwendung ist beschrieben. Leider sind die meisten Blumen schon verblüht, Mitte März ist die Saison zu Ende, Sommerschluss, sozusagen!
Gleich hinter dem INFOHAUS geht unsere heutige Wanderung zu zwei Aussichtspunkten los. Auch hier ist der erste Teil mit Beschreibungstafeln über CONDORE markiert. Tatsächlich können wir diese tollen Flieger über unseren Köpfen kreisen sehen.
Der erste Weg führt anfangs steil, dann relativ eben über ein schönes Plateau zum MIRADOR DE LAS ÄQUILAS ,mit Blick über den LAGO VIEDMA. Das blaue Wasser passt zu den rötlich, schwarzgrauen schroffen Felsen.
Natürlich pfeift der Wind da oben, aber wir finden ein halbwegs windstilles Plätzchen zum Picknick unter einem großen Stein, mit Ausblick über den großen See. Sogar die Eisberge in der Ferne können wir erkennen. Der VIEDMA Gletscher ist hinter einem Bergrücken versteckt.
Am Gipfel mit Ausblick über EL CHALTEN kann man sich kaum gegen den Wind halten. Im Wind kühlt man schnell aus, aber beim Abstieg können wir uns wieder rasch an einem windgeschützten Sonnenplätzchen wärmen.
Von Tag zu Tag wird das Wetter besser, vielleicht haben wir doch noch Glück und freie Bergsicht?
Patricia unsere reizende Vermieterin fiebert mit uns.
08. Februar 2018 Donnerstag
Auch für heute hat Gunther, mein Pfadfinder einen Pfad ausgesucht. Heute wird es wieder anspruchsvoller. Durch den Ort bis zum Eingang in den Park, dann links gleich ordentlich steil bergauf zu einem Plateau mit schönen Blick ins Tal zum Fluss „RIO LAS VUELTAS“, dann in Richtung „LAGUNA DEL PATO“. Chile ist nur mehr etwa 60km weg. Am Plateau kann man sich vor lauter „Windböen“ kaum halten. (diese haben schon an die 150-200 km/h)
Bis wir den ersten MIRADOR schaffen ändert sich das Wetter schnell, eben hatten wir einen halbwegs guten Blick zu einem Gletscher, schon ziehen Wolken auf, Nebel legt sich über die Berge und aus ist es.
Ein Stück gehen wir noch gemeinsam weiter, dann trennen wir uns an einer Weggabelung. Gunther geht noch bis zum „CAMPING RIO BLANCO“. Ich in Richtung „wilden“ CAMPINGPLATZ. Dort wollen wir uns in etwa zwei Stunden wieder treffen.
Erstmal leg ich eine Pause ein, unterhalte mich ein wenig mit einem jungen freundlichen „feschen‘ Brasilianer.
Der Weg ist gut markiert, die Sonne kommt wieder durch und ich mache nochmals eine gemütliche Rast am CAMPGROUND am SEE, esse meinen Proviant auf, beobachte die Ameisen, die Vögel, das Wasser, die Enten……
Nach dem das Wetter wieder umschlägt, treibt mich die Kälte weiter, Gunther wird mich schon finden! Nach einem Drittel vom Weg etwa holt mich Gunther wirklich ein. Ich liege gerade gemütlich auf einem umgefallenen Baum, wie in einem Bett.
Wir entdecken zwei rotköpfige MAGELLANSPECHTE. Sie lassen sich durch uns beim Klopfen an den Bäumen nicht stören. Sie sind die größte Spechtart Südamerikas.
Zurück im Hotel setze ich mich mit meinem Kaffee noch auf unseren Balkon, ein wenig Sonne tanken. Die Wolken geben den FITZ ROY nicht und nicht frei!
In einem kleinen Kaffee essen wir heute fleischlos, was gar nicht so einfach zu kriegen ist.
09. Februar 2018 Freitag
Wir haben noch einen Wandertag mehr, da der Bus ja über Nacht fährt. Das nützen wir. Wir wollen dem FITZ ROY noch näher als bisher kommen. Das Besondere wird wahr, ein zu Beginn schon sonniger Tag wird bis am Abend wolkenlos.
Bis 14°° dauert es, immer wieder umhüllt eine Wolke den steilen Gipfel des FITZ ROY, man kann ihn schon erahnen……, dann ist es endlich soweit!
Wieder geht Gunther noch ein Stückerl weiter, ich lege mich ins Gras, in den Windschatten eines Strauches und genieße den Blick auf Felsen und Eis.
Das ganze Massiv ist wolkenfrei zu sehen. Das kommt nur wenige Tage im Jahr vor. Die Gipfel haben klingende Namen, FITZ ROY (3375m), POINCENOT (3003m), SAINT EXUPERY, INNOMINATA, MERMOZ, GUILLOUMET (2500m). Zu Hause freut sich Patricia mit uns!
Es ist unglaublich! Wir lesen im Internet die interessanten Geschichten der Erstbesteigungen. Erst in den 60igern gab es gelungene Expeditionen hierher. Manche Bergsteiger haben mehrere Versuche unternommen um diese steilen Gletscher zu bezwingen. Sogar mit Hilfe von Schlagbohrmaschinen!
Ein letztes Foto wollen wir noch machen und warten bis die Sonne hinter einem Gipfel verschwindet. Da kommt plötzlich ein GÜRTELTIER, das wohl sein Abendessen sucht, an uns vorbei. Ich dachte, dass man die nie zu sehen bekommt. Eine echte Überraschung!
Erschöpft stärken wir uns in „unserer“ Bar. NICO, der zweite Sohn des Hauses bietet ein „special offer“ um 120 Pesos Pizza und ½ Bier an. Es ist so warm, dass wir in der Abendsonne draußen essen!, natürlich im Windschatten und mit Anorak. Der freundliche Haushund, ein Golden Retriever, leistet uns Gesellschaft.
So jetzt ist Zeit Abschied zu nehmen.
21°°fährt der Bus „MARGA TAQSA“ ab. Wir sitzen im oberen Stock, erste Reihe.
Die lange Fahrt bis BARILOCHE haben wir geteilt, da wir denken zwölf Stunden sind genug.
10. Februar 2018 Samstag
Halbwegs ausgeschlafen kommen wir in PERITO MORENO, eben etwa am halben Weg nach BARILOCHE an.
Wo sind wir denn da gelandet? Ein Ort in dem absolut nichts los ist. Der Tag ist uns gerade Mal zwei Fotos wert, eines vom Straßenschild, eines von Gunthers Blase am linken großen Zeh!
Aber das Hotel „KEELMAN“ ist relativ neu gebaut, das Zimmer, ein übliches Hotelzimmer.
Wir gehen mal unter die Dusche, schlafen ein wenig nach.
Ein Cafe suchen wir vergeblich, die Lagune ist ausgetrocknet, die meisten Läden sind geschlossen. Außer bei den Geldautomaten ist kaum jemand zu sehen.
Na dann legen wir uns halt nochmal hin.
Dem Hotel angeschlossen ist ein Restaurant und wir sind die ersten Abend-Gäste. Zum Glück, denn sonst müssten wir noch länger warten. Das Essen ist keine Sensation, trotzdem füllt sich das Lokal. Ist wohl das Einzige im Ort.
11. Februar 2018 Sonntag
Das Frühstück passt. Ich mache uns einen köstlichen Obstsalat, es ist alles da, natürlich auch DULCE DE LECHE und MEDIALUNES, was will man als echter Argentinier mehr.
Durch den verschlafenen Ort gehen wir wieder zu Fuß zum Busbahnhof.
Diesmal ist das erste Mal, dass der Bus (MARGA TAQSA) verspätet kommt. Etwa zwei Stunden verzögert geht es los, also so gegen 11°°.
Oh nein, das auch noch! Wir sitzen getrennt.
Ich wähle den ersten Stock, letzte Reihe. Diese teile ich mit einer sehr netten jungen Frau aus San Francisco. Gunther sitzt unten direkt hinter dem Chauffeur.
Die Landschaft zieht vorbei, die Minidörfer sind uninteressant, aber die Landschaft wird ein wenig fruchtbarer, hügeliger und grüner.
Im Hippiedorf „EL BOLSON“ wie im Lonley Planet steht, steigt die Amerikanerin aus, es ist schon nach 21°°, es wird gerade finster. Vom ehemaligen „Hippiedorf“ ist nichts geblieben, ein Lokal neben dem anderen, sieht eher wie Lignano oder Jesolo, halt mit Hügeln statt Strand, aus. Wir sind froh, dass wir uns nicht für hier entschieden haben.
Ich wandere zu Gunther hinunter. Es sind schon viele leere Sitze.
Noch ca. 140km haben wir vor uns, leider sieht man nichts mehr.
Bei unserer Ankunft in SAN CARLOS DE BARILOCHE ist es schon nach Mitternacht, also müssen wir wohl ein Taxi nehmen, das uns zu unserem Quartier bringt. Hoffentlich schlafen die noch nicht?
Das Haus schaut ja nicht gerade toll aus, aber es wird uns wenigstens geöffnet.
Nein nicht auch das noch! Ein Problem mit dem Zimmer (wohl nicht mehr frei)! Aber der Chef hat, trotz später Stunde, alles im Griff.
Er führt uns mit seinem Auto zu einer Jugendherberge, kauft uns ein großes Bier und zeigt uns das Zimmer im zweiten Stock. Was soll man sagen, ein breites Bett, ein Stockbett, ein Bad. Es wurde auch schon mal geputzt, aber es ist schon jahrelang in Verwendung. Um ein Uhr nachts zu diskutieren ist Unsinn. So ergeben wir uns dem Schicksal, trinken rasch unser Bier und schlafen schnell ein.
12. Februar 2018 Montag
Überraschung wir bekommen sogar ein Frühstück, müssen zwar das Geschirr selber abwaschen, aber immerhin.
Da ist ja schon unser Vermieter, holt unser Gepäck ab und empfiehlt uns auf den Hausberg, den CERRO OTTO mit der Seilbahn zu fahren und oben herumzuwandern und den Ausblick über die Stadt und den See zu genießen. Gute Idee, es ist wunderbares Wetter.
Wir kaufen ein Picknick, gehen ins Zentrum, zum Hauptplatz, zur Touristeninformation.
Ein hübscher Ort, man meint in der Schweiz zu sein. Er liegt am See LAGO NAHUEL HUAPI, rundum Berge, grün. Die Stein-Holzhäuser sind sehr gepflegt. Die vielen Geschäfte auf Touristen zugeschnitten, aber irgendwie sympathisch.
Am Hauptplatz kann man sich mit einem BERNHARDINER, mit FASS um den Hals, fotografieren lassen. Sei typisch für hier. Ich dachte das kommt aus den Schweizer Bergen?
Der gratis Zubringerbus zur Talstation hat zwar etwas Verspätung, aber der Tag ist ja lange.
Die Viersitzer Gondelbahn stammt aus dem Jahr 1971-1972 und erscheint uns völlig überaltert. Die Seile und Gondeln stammen aus Österreich (FA. KINAST VIENA Korneuburg).
Der Blick ist großartig. In der Bergstation ist ein Museum. Eigenartiger Weise mit nachgemachten, originalgroßen Skulpturen von MICHEL ANGELO, wie sie ihn schreiben. Sehr komisch!
Eine Weile beobachten wir, mit vielen anderen ,wie Paragleiter sich über eine Felskante hinabstürzen, dann gehen wir durch den Wald mit schönen Blumen und vielen Hummeln, Farnen und Baumpilzen den unheimlich staubigen Weg bis zum PIEDRA HASBURGO, einem Felsgipfel. Tapfer keuchen wir hinauf, der Blick lohnt sich. Es ist ziemlich warm geworden und wir halten unsere Mittagsrast mit Picknick im Windschatten. Windstille kennt man in Argentinien nicht!
Im Bergrestaurant verwöhnen wir uns mit Kaffee und Lemonpie. Oh das Restaurant dreht sich und zwar schnell auch noch!
Jetzt wird es spannend, wie wird wohl unser Zimmer aussehen?
Eine schöne Überraschung. Im ruhigen Hinterhof steht ein neues Wohnhaus mit sechs Zimmer.
Ganz modern, sehr geschmackvoll, schnell ist die letzte Nacht vergessen und wir fühlen uns wohl.
Fürs Abendessen haben wir am Heimweg am Nachmittag schon ein nettes Lokal ausgesucht. „LA JIRAFA“ sperrt erst um 20:30 auf. Wir nehmen den schönsten Tisch, im ersten Stock bei offener Balkontüre. Die Forellen sind ausgezeichnet.
Die Gäste kommen spät, auch Familien mit Kindern, wie unsere, kommen oft erst gegen 22°°ins Restaurant und das Essen dauert erfahrungsgemäß immer relativ lange. Knapp vor dem Verhungern wird aufgetischt.
13.Februar 2018 Dienstag
Die „Durchwanderung“ des LLAOLLAO Nationalparks steht auf unserem Plan. Mittlerweile habe ich leider Druckstellen auf meinen zarten Knöcheln, da muss ich ordentlich die Zähne zusammenbeißen, sosehr schmerzt s. Weder dicke Socken noch Pflaster helfen.
Bei der COLONIA SWIZZA (ein ehemals Schweizer Dorf, starten wir die Runde. Das erste Stück geht der Straße entlang, aber es ist zum Glück wenig Verkehr und die Argentinier fahren an und für sich sehr rücksichtsvoll, erst recht in den Parks.
In der größten Hitze (es ist tatsächlich heiß!) stapfen wir im CEMENTERIO DE MONTAHNES herum, wo viele Bergsteiger begraben sind. Er liegt ein wenig abseits von der Straße, an einem steilen Felsen.
Die Natur ist einmalig, schon ein wenig wie bei uns in der Steiermark oder Tirol, aber irgendwie kräftiger, mehr urwaldmäßig. Die Seen haben ein dunkles Blau.
Es gibt einen „BOSQUE DE ARRAJANES“. Diese Bäume sind endemisch in Argentinien und Chile zwischen dem 33°-45° Breitegrad Süd und haben eine zimtartige rötliche Rinde.
Andere charakteristische Bäume sind noch, COLIHUE (Art Bambus), QUINTRAL und CIPRES DE LA CORDILLERA.
Wie bisher sind auch hier die NOTOFAGUS ANTARCTICA, die Scheinbuchen am häufigsten vertreten. Sie werden trotz des starken Windes bis 35 Meter hoch und sind mächtig dick.
Wir legen viele Kilometer zurück und zurück in der Stadt bin ich nahe am Zusammenbruch, keinen Schritt kann ich mehr……
Wir kehren gleich im MANUSH ein. Das beste Lokal mit unzähligen selbstgebrauten Bieren. Bierbrauen dürfte hier in großer Mode sein.
Die Scampi sind ein Gedicht.
So gestärkt schaffe ich doch noch den Hügel, die Stiegen zu unserem Haus.
14. Februar 2018 Mittwoch
Geht sich heute vielleicht ein Ruhetag aus? Wäre nicht schlecht.
Wir können das Zimmer um zwei Nächte länger behalten!
Wir spazieren ins Zentrum, füllen unsere lokale Bus Karte auf. Praktischerweise die gleiche, die wir schon in Buenos Aires verwendet hatten (SUBE).
BARILOCHE ist die „SCHOKOLADENHAUPTSTADT“. Schokolade mit allen möglichen Geschmäckern und Formen werden kiloweise verkauft (tatsächlich!). Blöderweise haben wir gerade gar keinen Gusto auf Süßes und für den Transport ist sie ja nicht wirklich gut geeignet.
Dafür schlage ich einem sehr schönen KÜNSTLERHANDWERKSLADEN zu. Ein paar Kleinigkeiten will man doch mitbringen.
Wie und wohin wollen wir weiter? Die SIEBEN SEEN? Mit einem Mietauto?, mit dem Bus? IGUAZU? URUQUAY? Das erste Mal fällt uns die Entscheidung schwer. Bisher gab es ja keine Auswahl!
Also wir nehmen ein Mietauto. Wir gehen von einer Vermietung zur anderen. Die meisten verlangen für Einwegmieten zu viel, viele haben erst nächste Woche ein Auto frei. Es sind die letzten Ferientage. Und jetzt?
Wir fahren mit dem Bus! Schnurstracks zum Busbahnhof, kaufen ein Ticket für Übermorgen nach VILLA LA ANGOSTURA. Passt.
Zurück in der Stadt essen wir einen ausgezeichneten Salat und ein Sandwich bei „ GIANNI?????“ einem kleinen Italiener.
Um 14°°gehen wir ins MUSEO DE LA PATAGONIA und lernen viel dazu, sehenswert! Kunst. Ein Bild von BERNI, Handarbeiten der indigenen Stämmen (GUARANI, MAPUCHE…..), Beschreibungen ihrer Lebensumstände, Gewohnheiten, Bräuche, Lebensstile. Über das Wachstum der Stadt, die Immigranten, die Tiere und vieles mehr.
SAN CARLOS DE BARILOCHE war im und nach dem zweiten Weltkrieg DIE Einwanderungsstadt der Deutschen, Schweizer, Österreicher und Italiener. Vor 30 Jahren, hat man uns erzählt, konnten hier viele Einwohner noch deutsch, doch jetzt, in der dritten Generation, kann kaum mehr jemand mehr ein Wort Deutsch. Gerade mal „Guten Tag oder Dankeschön“ geht.
Landschaft, Berge, Seen, sehr ähnlich denen ihrer Europäischen Heimat nahm sicher vielen Menschen das Heimweh.
Heute essen wir zu Hause.
15. Februar 2018 Donnerstag
Mit dem SPORT und SCHICLUB BARILOCHES fahren wir entlang der RUTA 40, entlang des LAGO GUTIERREZ UND DES LAGO MASCARDI zum TRONADOR (3491m), einem erloschenen SCHICHTVULKAN, der zwischen Argentinien und Chile im NATIONALPARK NAHUEL HUAPI liegt. Er hat acht Gletscher, die aber wie fast überall zurückgehen.
Über eine schmale kurvige Schotterstraße, die vormittags nur in den Park hinein und ab 15°° nur herauswärts befahren werden darf kommen wir zur PAMPA LINDA, dem Endpunkt der Straße. So schlimm wie die Autovermieter diese Bergstraße beschrieben haben ist sie nun wirklich nicht! Eng ja aber halt für Europäer eine normale Bergstraße. Trotzdem sind wir froh, dass wir uns für den Bus entschieden haben. Ist schon viel bequemer und weniger anstrengend für Gunther. Ordentlich durchgerüttelt werden wir allemal.
Wieder ist so ein schöner Sonnentag, wir können es gar nicht glauben, wir hatten viel öfter Regen erwartet.
Wir nehmen den Weg zum MIRADOR DEL VALLE, ein steiler, nicht oft begangener Weg, im dichten „Urwald“, mit schönen Blumen (Fuchsien), alten Bäumen, Calafates. Schneller als gedacht sind wir am Ziel. Wir genießen den Blick über die ganze riesige Hochebene, ebenso unser einfaches Picknick. Wir liegen gemütlich eine Weile im Gras. Es ist traumhaft!
Nach dem Abstieg sind wir ordentlich verschwitzt, ein Bad wäre toll. Der Fluss RIO MANSO bietet sich an. Ein kleiner Abstecher, raus aus dem Gewand, rein ins Gletscherwasser, oh das tut gut! Ziemlich erfrischend, eigentlich saukalt!
Endlich sehen wir mal Pferde aus der Nähe, jede Menge, mit vielen Fohlen. Ich hab gleich ein Lieblingsfohlen, ein richtiges Pippi Langstrumpfpferd.
Einkehr in der PAMPA LINA HÜTTE und schon geht der Bus retour.
Gleich nach der Ankunft gehen wir zum Abendessen wieder ins MANUSH auf ein köstliches Bier, Forelle und Steak.
In unserm schönen Zimmer lassen wir, mit Rotwein, den Abend ausklingen, nachdem wir rasch unser Zeug zusammengepackt haben.
16. Februar 2018 Freitag
Pünktlich um 7:50 wartet das Taxi vorm Haus, zum Busbahnhof. Wir verabschieden uns von Gustavo und Monika.
Mit etwas Verspätung starten wir um 8:50 nach VILLA LA ANGOSTURA. Die Busfahrt rund um den LAGO NAHUEL HUAPI führt durch eine schöne unberührte Landschaft.
Bei der Ankunft nehmen wir gleich ein Taxi zu unserem Hotel, das ca. 3 km weiter nahe dem Parkeingang zum PARQUE NACIONAL LOS ARRAYANES liegt. Das Hotel LA ANGOSTURA ist eine altehrwürdige Angelegenheit mit ausgestopften Hirschen und Lachsforellen, Hirschgeweih-Lustern, alles aus den 30iger Jahren. Es war das erste Hotel in dieser Gegend, direkt am See.
Unser Zimmer ist noch nicht fertig, also machen wir uns gleich auf den Weg zu einer Wanderung auf die Halbinsel in den PARQUE NACIONAL LOS ARRAYANES. Der Parkranger bei der Info empfiehlt uns, zuerst mit dem Boot zur Südspitze zu fahren und dann die 12 km zurück zu wandern was wir dann auch so machen.
Um 12:15 fährt das Boot von der BAHIA BRAVA weg; entlang der Westseite der Halbinsel. Bei der Ankunft spazieren wir zuerst durch den kurzen Waldlehrpfad und nehmen dann die 12 km in Angriff. Der Weg ist zwar staubig und es kommen immer wieder Radler auf Mountainbikes entgegen, aber sonst ist er angenehm zum Gehen.
Bei der Hälfte machen wir eine Pause und verspeisen unser Proviant (Salami, Käse, Brot, Avocado, Wein, ein Resterl von gestern Abend, Wasser).
Die letzten Kilometer ziehen sich dann für Ilse. Kurz vor dem Ende sehen wir eine Radlerin, die einen spektakulären Salto über den Lenker knapp vor uns produziert.
Im Hotel angekommen geht es zuerst einmal unter die Dusche und dann zum Ausruhen ins Bett. Am Abend drehen wir noch einmal eine Runde in der Hoffnung ein gutes Restaurant zu finden. In der Gegend gibt es aber um die Zeit gar nichts mehr, also landen wir wieder im Hotel. Ist aber eh keine schlechte Wahl. Das Essen – Lammroulade und Forelle – ist ausgezeichnet, der Wein ist auch gut. Was will man mehr.
17. Februar 2018 Samstag
Nach einem guten Frühstück packen wir langsam unsere Sachen und checken um 11°° aus. Gunther möchte noch 100 Pesos für den Bus wechseln. Die Dame an der Rezeption spricht nur spanisch, sie muss eine der Aufräumfrauen holen, die perfekt Englisch spricht, damit sie versteht was Gunther will. Die Rollen sind hier wohl verkehrt verteilt.
Wir gehen langsam zu der Verkehrsinsel, wo um 11:45 ein Bus ins Zentrum vorbeikommen sollte. Ilse schaut sich noch ein kleines Freilichtmuseum an. Inzwischen kommt unerwarteterweise ein Taxi vorbei das wir gleich aufhalten.
Am Busbahnhof schlägt Ilse vor, auf den früheren Bus umzubuchen (+130 Pesos). Wir haben jetzt noch ca. 1 Stunde Zeit und spazieren durch Villa la ANGOSTURA, das eigentlich nur aus (Sport)Geschäften, Cafés und Hostels besteht. Die eine Stunde reicht völlig für den Ort.
In einem Eissalon kaufen wir hervorragendes Pomelo-, Maracuja- und Schokolade-Eis (Chocolate del Bosco). Beim Schlecken redet uns ein Chilene an, der mit seiner Familie in Argentinien Urlaub macht. Er empfiehlt uns Chile als schönes und viel billigeres Urlaubsland.
Die Fahrt mit dem Bus nach SAN MARTIN DE LOS ANDES kostet 215 Pesos und führt durch wunderbare Landschaft (Seen, Wälder, Berge). Immer wieder steigen Leute bei Campingplätzen aus oder ein. Es scheint hier wirklich ein viel genütztes Wander- und Urlaubsgebiet zu sein.
In SAN MARTIN DE LOS ANDES buchen wir zuerst einmal gleich unsere Weiterfahrt, was nicht so einfach ist, weil das was wir uns vorstellen und das was es wirklich gibt nicht ganz zusammenpasst. Schließlich wird es eine Busfahrt SAN MARTIN DE LOS ANDES – CIPOLLETTI – CORDOBA. (6 Stunden, 1 Stunde Pause, 16 Stunden).
Danach geht es zum Appartement wo das nächste Problem auftaucht. Wir haben uns für ca. 19°°-20°° angemeldet, sind aber jetzt schon um 16°° da und wir können unseren Vermieter nicht erreichen.
Eine hervorragende Panaderia gleich daneben entschädigt uns mit köstlichen Süßigkeiten und gutem Kaffee. Ilse geht in der Zwischenzeit ins Touristenbüro. Hauptattraktion scheint eine 7-stündige Bootsfahrt auf dem LAGO LACAR zu sein, die uns nicht wirklich interessiert. Wird wohl ein ruhiger Tag morgen.
Kurz vor 20°° erscheint endlich unser Vermieter. Das Appartement ist ganz modern und geschmackvoll eingerichtet. Wir essen noch eine Kleinigkeit und gehen bald ins Bett.
18. Februar 2018 Sonntag
Haben heute lange geschlafen. Ilse plant für heute Kajakfahren, Strand liegen, … Kommt alles anders. Wir spazieren zuerst die Avenida San Martin stadtauswärts, Ilse schaut immer wieder wegen einer Trekking-Hose für den Regenwald in IGUAZU, findet aber nichts.
Die Stadt ist noch sehr jung, es gibt sehr viele Sportgeschäfte, da hier auch ein beliebtes Wintersportzentrum in der Nähe ist. Am Rückweg schaut sich Ilse eine Kirche an. Gunther hat im Moment von Kirchen wieder einmal genug, nachdem er gelesen hat wie die katholische Kirche vielen Nazis die Flucht nach Argentinien (mit)organisiert hat.
Wir kaufen im Supermarkt La Anonyma einen frischen panierten Merluza, Melanzanisalat, Reisknödel, Obst und Wein und gehen dann wieder in unser Appartement zum Mittagessen und einem guten Mittagsschlaf.
Knapp vor 17°° gibt es einen Kaffee und herrliche kleine Süßigkeiten in der Panaderia gleich neben uns. Dann geht es wirklich zum Strand, wo allerdings inzwischen so der Wind pfeift, dass Ilse das Schwimmen vergangen ist.
Mit drohenden Regenwolken im Rücken spazieren wir zurück zum Hauptplatz, machen eine Runde durch den Handwerks-Kunstmarkt und kaufen ein paar Armbänder.
Da die Regenwolken immer bedrohlicher ausschauen gehen wir in unsere Unterkunft zurück. Gunther bekommt endlich seine Schokolade, die seit Bariloche überall handgefertigt und angeboten wird.
Im Appartement buchen wir zuerst eine Unterkunft in Cordoba. Wir essen einen guten grünen Salat, den Melanzanisalat mit Bier, Wein und Käse.
Ilse geht bald ins Bett, Gunther schreibt noch Tagebuch.
19. Februar 2018 Montag
Chilenische Peso wechseln, die werden wir wohl nicht mehr brauchen.
12°° auschecken
13:15 Bus nach CIPOLLITO, sehr bequem, kommt mit 30 Minuten Verspätung an.
Nächster Bus nach Cordoba hat aber auch 50 Minuten Verspätung. Ist leider nicht so bequem wie der erste und hat offensichtlich ein Problem da wir noch in Cipollita in eine Werkstatt fahren wo ca. eine halbe Stunde herumgewerkelt wird (Keilriemen?).
20. Februar 2018 Dienstag
Mit 3 Stunden Verspätung kommen wir in CORDOBA an. Kaufen am Busbahnhof gleich ein Ticket nach IGUAZU und nehmen dann ein Taxi zu unserer Unterkunft. Das „HOSTEL LA TERRAZA DEL CENTRO “ liegt sehr zentral gleich in der Nähe der Plaza San Martin.
Wir bekommen ein sehr nett eingerichtetes sauberes Zweibettzimmer, sonst gibt es offenbar nur 4- und 6-Bett Zimmer. Die jungen Leute am Empfang sind alle sehr freundlich.
Cordoba ist mit 1,3 Millionen die zweitgrößte Stadt Argentiniens, Universitätsstadt.(Kulturhauptstadt Amerikas 2006)
Nach eine Dusche legen wir uns hin und ruhen einige Zeit. Um ca. 18°° gehen wir eine große Runde zum PLAZA SAN MARTIN, zur CATHEDRAL, vorbei an der MANZANA JESUITICA und steuern dann das Lokal „Betos“ an, das sie uns in der Unterkunft empfohlen haben. Wir sind für argentinische Verhältnisse viel zu früh dran (20°°) und das noch leere Lokal spricht uns nicht wirklich an. Die Suche nach einem anderen Lokal endet ohne Erfolg, es gibt zwar viele Bars und Bierkneipen in der Gegend, aber kein vernünftiges Speiselokal. Um 21°° geben wir uns dann geschlagen, kaufen noch ein paar Gebäck, Tomaten, eine Dose Thunfisch und einen Rotwein und essen „zu Hause“ auf der Dachterrasse. Mit einer Neu-Kaledonierin tauschen wir ein paar Reiseeindrücke aus und gehen relativ früh ins Bett.
21. Februar 2018 Mittwoch
Um 9°° stehen wir auf und frühstücken in der Gemeinschaftsküche. Plaudern ein wenig mit einer Deutschen, die in 2 Wochen bei einem Hörgerätehersteller in Innsbruck zu arbeiten beginnt und machen uns dann auf den Weg. Heute ist ein Museumstag geplant (nicht nur weil am Mittwoch immer freier Eintritt in den Museen ist, aber ein günstiger Zufall).
Eine beeindruckende KOLONIALSTADT, schöne alte Gebäude, moderne Bauten sowie gelungene Kombinationen aus Alt und Neu Wir sind recht begeistert.
PASEO DEL BUEN PASTOR eine aufgelassene Kirche, als Ausstellungs- und Konzertraum, Kulturzentrum genützt, mit Cafe`s
Gleich daneben steht die bunteste Kirche IGLESIA DEL SAGRADO CORAZON, von den Kapuzinern errichtet.
PALACIA FERREYRA MUSEO SUPERIOR DE BELLAS ARTES EVITA, war einst ein Privathaus und wurde kurz nach 1900 von einem französischen Architekten erbaut und ist seit 2017 ein Kunstmuseum.
Mittagessen im „IL PANINO“ mit der schleissigsten Bedienung im Land, aber gut war es trotzdem.
MUSEUM EMILIO CARAFFA ( FINE ARTS MUSEUM), allein der Bau, alt und neu sind sehenswert
ARCHIVO HISTORICO PROVINCIAL, ein interessanter Bau, wird gerade umgebaut
Kaffee im „JAM & CHISS“
MUSEO BANCO DE CORDOBA
Duschen, Ausruhen, ein anstrengender Tag!
20°° Lokal Suche, wir landen schließlich im „LA TASCA del PASEO“ nahe unserem Hostal. Die Ober sind so alt wie das Lokal, stecken in roten Anzugjacken, aber wir sind zufrieden, sie sind freundlich.
22. Februar 2018 Donnerstag
Der Abschied aus CORDOBA fällt uns gar nicht leicht. Eine Stadt zum Wohlfühlen finden wir zumindest. Unser Hostal „ LA TERRAZA“ von einem Brüderpaar geführt, war mal deren Elternhaus, dass sie kürzlich selber renoviert haben und noch dran sind. Alles „handgefertigt“ mit einfachen Mitteln äußerst geschmackvoll. Wir haben im Zimmer „FRANZISCO“ gewohnt. Es war mal Franzisco`s Kinderzimmer. Frühstück ist in der Gemeinschaftsküche vorbereitet. Das Gebäude ist ein niedriger Kolonialbau mit Dachterrasse, mitten im alten Zentrum. Der einzige Nachteil ist der enorme Straßenlärm. Sogar einen O-Bus gibt es hier noch!
Wir haben noch bis Mittag Zeit und drehen eine Runde durch die Fußgängerzone. Die Kirchenkuppeln sind mit Mosaiksteinsteinchen besetzt und glitzern in der Sonne, die Geschäfte sind voll, Ausverkauf, Sommerschlussverkauf wohl. Auch Gunther schlägt zu, zwei Jeans zum Preis von Einer. Am Plaza SAN MARTIN ist viel los, ein Supergitarrist spielt auf.
Wir nehmen ein Taxi zum riesigen neuen Busbahnhof, trinken noch Kaffee und pünktlich um 13°°starten wir unsere lange weite Fahrt über gut 22 Stunden bis IGUAZU. Wir haben die ersten Plätze vorne im ersten Stock des SUPERCAMA Busses gewählt, nicht ganz billig aber superbequem. Betten zum voll ausstrecken, Vorhänge zwischen den Sitzen, gut gekühlt sowieso.
Kaum aus der Stadt, stoppen wir auch schon wieder. Ratloses Schweigen, alle Passagiere sitzen scheinbar völlig desinteressiert und warten. Am Straßenrand wird gerade ein Bagger aufgeladen, aber das kann ja wohl nicht der Grund sein. Fast eine Stunde dauert es bis zur Lösung des Rätsels, wir haben einen Mitreisenden vergessen und der wurde mit einem Auto nachgebracht! Das ist ein Service.
Die Landschaft bleibt brettleben, die Straße ist vierspurig ausgebaut, an den Gebietsgrenzen gibt es Polizeikontrollen, aber die Busse werden nie aufgehalten. Hie und da sind Mautgebühren zu zahlen.
Über SAN FRANZISCO (Bundesstraße 19), kommen wir nach SANTA FE einer großen Universitätsstadt am RIO PARANA. Der Stopp ist grad mal eine Lulupause lang, die Stadt schaut irgendwie recht nett aus.
Durch ein Tunnel unter dem breiten RIO PARANA kommen wir nach PARANA, wo wir gegen 21°°ein warmes Abendessen mit Vor- und Nachspeise geliefert bekommen. Endlich, wir haben schon Hunger!
Danach herrscht Ruhe, der Bus fährt über CONCORDIA an der Grenze zu URUGUAY entlang.
23. Februar 2018 Freitag
Wir haben in unseren Liegebetten ausgestreckt sehr bequem geschlafen. Die Landschaft hat sich ein wenig verändert. Na nach so vielen Kilometern darf das wohl sein. Es ist leicht hügelig. Intensiv grüner und mehr Bäume werfen ihre Schatten. Um acht wird das Frühstück serviert. Wir halten nun in mehreren Orten mit klingenden Namen, wie PUERTO RICO, MONTECARLO, ELDORADO, PUERTO ESRERANZA, allesamt winzige Nester mit roten Sandstraßen und kleinen gepflegten Häusern. Wir strecken uns nochmals aus und dösen so dahin.
Das erste Straßenschild mit „ACHTUNG NASENBÄREN“ zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich und gegen Mittag haben wir den Busbahnhof von IGUAZU erreicht.
Unser Quartier liegt, leicht zu Fuß erreichbar, in einer netten Gegend. Wie immer hat Gunther, der „gute Pfadfinder“ das Beste für mich ausgesucht😊. POSADA DEL AGNU, ein neues Haus mit kleinem Garten, tolles großes Zimmer mit vier Betten, funktionierendem Bad, Klimaanlage, Microwelle, Eiskasten, elegant, wie zu Hause.
Lisi, die Chefin, eine junge Frau hat Englisch studiert und ist eine perfekte Informationsquelle und erklärt uns die ganze Gegend ausführlich, bis das Zimmer fertig ist. Sie serviert uns noch Orangenjuice und wir halten Siesta.
Jetzt machen wir uns auf den Weg ins Zentrum. Die Stadt liegt an der TRIPLE FRONTERA, zwischen ARGENTINIEN, BRASILIEN und PARAGUAY, im Bezirk MISIONES. Es sind fast drei Kilometer durch das grüne Dörfchen, mit ein paar schönen MURALES, Souvenirgeschäften und großen Hotels, bis zum RIO IGUAZU.(1320 km lang, der Name kommt aus dem GUARANI-Wort YGAZU, was „großes Wasser“ heißt. Hier mündet der IGUAZU in den RIO PARANA und fließt als RIO DE LA PLATA ins Meer.
Die Bewunderung des Sonnenuntergangs, in PARAGUAY ist Pflicht für alle, Fremde und Einheimische. Ein buntes Riesenrad dreht sich in BRASILIEN und ein MUSIK WASSERSPIEL ist bei „uns“ in Argentinien zu sehen.
Den Abend beenden wir im wunderbaren Restaurant DAMA JUANA mit Steak al punto, Bier, Malbec, einer köstlichen Nachspeise und das ganze bei HARFENMUSIK auf der Restaurantterrasse. Uns geht es soooooooo gut!
24. Februar 2018 Samstag
Lisi unsere Gastgeberin hat uns empfohlen mit einem der ersten Busse zum PARQUE NATIONAL DE IGUAZU zu fahren um den Tag noch vor den Touristenbussen zu nützen. Also frühstücken wir schon kurz nach sieben und los geht es. Es ist viel heißer als bisher und vor allem schwül, aber Nichts gegen asiatische Schwüle. An der Kasse geht’s flink, nach einigen Hin und her finden wir den Schalter für die Bootstouren. Nur eine Möglichkeit gibt es um 9 Uhr, sonst alles ausgebucht. Außerdem machen sie Probleme wegen meiner Wirbelsäule. Herz, Kreislauf, Osteoporose und Wirbelsäulen Patienten können nicht mit. Würd mich mal interessieren wie sie Herzpatienten und Osteoporose von außen erkennen? Der Boss bietet uns eine gratis Dschungel- Zodiak Tour an. Eigentlich will ich das gar nicht und bin fuchsteufelswild. Die ganzen Wasserfälle interessieren mich eigentlich nicht mehr.
Ich beruhige mich dann doch, aber die Freude an diesem Naturerlebnis ist weg. Die Fälle sind zwar hoch, aber so besonders auch wieder nicht, find ich wenigstens. Der Lärm der Hubschrauber überragt das Tosen des Wassers bei weitem und stört enorm.
Wir nehmen den unteren Rundweg, eine Empfehlung von Lisi, da sind vormittags weniger Leute. Ganz so ist es auch wieder nicht. Eine Prozession wie man so schön sagt. Wenigstens kreisen einige Albatrosse im blauen Himmel und ein paar freche Nasenbären schauen ob sie den Leuten was klauen können. Das sind trollige flinke Tiere. Ganze Großfamilien „jagen“ gemeinsam.
Nach einer Mittagsrast nehmen wir den Pendelzug von der Mittelstation zur Endstation und gehen in der brütenden Hitze, fast ohne Schatten den Stegweg zum DEVILS GORGE. Da wird man mal ordentlich nass, oh ist das angenehm! Dieser Teil des Wasserfalls ist wirklich erstaunlich!
Am Weg sehen wir ein paar große Welse im trüben Wasser, einige Schildkröten und Eidechsen.
Für 14:45 ist unsere Zodiakfahrt ausgemacht. Dicke Schwimmwesten anziehen und zu zwölft lassen wir uns mit einem Guide ein Stück auf einem der Arme des „IGUAZU“ treiben. Der Guide erklärt die Natur und findet tatsächlich einen großen Waran, eine Schildkröte und zwei Affen hoch in den Bäumen.
Abends gönnen wir uns Steaks, nicht ganz so hervorragend wie sonst, dafür mit schöner Live-Gitarrenmusik
25. Februar 2018 Sonntag
Frühstück gibt es früh, da wir wieder einen der ersten Busse in den NATIONALPARK erwischen wollen. Zum Glück sind es zum Busbahnhof nur einige Minuten. Um 8:30 geht es los, es ist schon jetzt ziemlich heiß und schwül. Wir zahlen heute nur den halben Eintritt (2.Tag Rabatt) und starten zum Wanderweg „ SENDERO MACUCO in den „Dschungel“. Anfangs ist der Weg ein kurzes Stück gepflastert, aber dann erdig und angenehm zu gehen. Es sind etwa 7 Kilometer ida & vuelta. Ein dicker „Raupenwurm“ aus hunderten kleinen pechschwarzen Raupen kriecht übern Weg. Zwei AFFEN mit ihren langen Schwänzen turnen hoch oben auf den Bäumen herum, sind aber schwer zu beobachten. Immer wieder haben riesige Spinnen ihre Netzt über den Weg gespannt, aber so hoch, dass man gut unten durch kommt ohne gefangen zu werden. Schmetterlingen in allen Farben und Größen fliegen herum. Nur einige wenige Vögel sind zu hören und zu sehen. Aber außer den lästigen Hubschrauberlärm hie und da ist es wenigstens angenehm ruhig und wir begegnen nur wenigen Touristen. Rasch kommen wir ins schwitzen.
Den „SALTO ARRECHEA“ erreichen wir schneller als gedacht, ein Bankerl im Schatten! Da bleib ich doch gleich mal sitzen! Gunther geht noch die neuen Stiegen zum unteren Ende des Wasserfalls und winkt herauf.
Condore ziehen ihre Kreise, ein schöner grüner Heuschreck und eine Eidechse leisten mir Gesellschaft, bis Gunther wieder heroben ist und wir den Rückweg antreten.
Bei der Mittelstation des Zugs machen wir Mittagspause, genau wie gestern. Nur heute sind die Nasenbären, die eifrig nach Fressbaren in Scharen unterwegs schneller und stehlen uns aus dem fast geschlossenen Rucksack unser Brot! Solche Schlingel.
Wir begeben uns, von den Resteln gestärkt auf den „Oberen Rundweg“. Gleich zu Beginn liegt ein großer Waran unter einer Brücke. Auf gut angelegten Stegen und Wegen kommt man von einem Wasserfall zum nächsten, das Wasser stürzt mit Getöse über die steilen Felswände. Wie bei einem Volkswandertag zieht die Menschenschlange über den Rundweg. Ununterbrochen klicken die Kameras, auch unsere. Jeder Regenbogen muss aufs Bild.
Bei den MAPUCHE, den stark dezimierten Ureinwohnern kaufen wir noch ein paar aus Holz geschnitzte kleine Nasenbären.
26. Februar 2018 Montag BRASILIEN
Schon früh steht unser Frühstück bereit, denn heute wollen wir nach BRASILIEN. Tatsächlich erwischen wir den Bus in Richtung FOZ DO IGUAZU kurz nach acht. Zu früh gefreut, schon nach einem Kilometer haben wir eine Panne, doch die Organisation ist perfekt und in einer viertel Stunde ist ein Neuer da. An der Grenze wartet der Bus bis wir sowohl an der argentinischen Seite als auch an der brasilianischen unsere Stempel haben. Manchmal fahren die Chauffeure einfach weiter und man muss auf nächsten Bus in einer Stunde warte. Unserer war sehr nett! Vielleicht weil es auch noch so zeitig war.
Zu den CATARATAS sind es noch etwa 20 Kilometer. Wow da schaut es ja ordentlich touristisch aus. Der Eingang in den Nationalpark, eine Riesenhalle. Seit 1939 werden hier Touristen her gekarrt!
Man wird in einen Doppeldecker gesetzt und hört in drei Sprachen die Anweisungen für den Nationalpark. Beim Hotel das Cataratas, einem rosaroten Märchenschloss mit altem rosaroten VW Bus davor (der Peserl hätte seine Freude dran) steigen alle aus und der ganze Tross geht auf die Aussichtsterrasse, die wir gestern ja schon von der vis a vis Seite gesehen haben. Schon ziemlich überwältigend. Ein gepflegter aber relativ schmaler Rundweg führt auf der Schattenseite etwa zwei Kilometer hinunter zu den mächtigen Fällen. Die Regenbögen sind fantastisch, das Wasser spritzt und am Weg sind die Nasenbären ebenso frech wie auf der anderen Seite. Heute erwischen sie, aber nicht von uns, eine Tafel Schokolade uns so schnell kann man gar nicht schauen, ist sie auch schon aufgefressen.
Es gibt hier auch noch eine zweite Sehenswürdigkeit, nämlich einen Vogelpark PARQUE DES AVES. Hier werden südamerikanische kranke Vögel aufgepeppelt und bedrohte Vögel gezüchtet und zum Teil wieder ausgesetzt. Wir sehen ROTE IBISE, FLAMINGOS, CANARIS, MUTUM, JABUTI, CARDEALS, PAPAGEIEN, TUCANE uvm. Wie immer brauchen wir länger zur Beobachtung und nehmen uns keine Zeit zum Essen und Ausruhen. Man kann in einige riesige Volieren hineingehen und kommt oft nahe an die Tiere heran. Der Park ist wunderbar angelegt und auch die Pflanzen und Blüten sind teilweise beschrieben.
Die gleiche Prozedur wie in der Früh an den Grenzen beim Heimfahren, aber es geht wieder flott.
Erst zu Hause gönnen wir uns eine kleine Jause..
Den Abend genießen wir, wie gestern im gleichen Lokal mit Salat, Hamburgers und Bier. Promotion Zwei Hamburger, ein Liter Bier ( 180 PESOS).
27. Februar 2018 Dienstag
Heut ist endlich mal ein Ruhetag angesagt. Wir haben unser Frühstück für etwa 9°° bestellt, packen unsere Sachen gemütlich zusammen. In der Nacht gab es ein Gewitter mit ordentlichen Regenguss von dem ich nicht viel mitbekommen habe außer einem Donner und ein wenig plätschern. Auch jetzt regnet es ein wenig. Es ist heiß und asiatisch schwül wie noch nie. Wir sind echt froh nichts vor zu haben. Erst gegen Mittag drehen wir eine Runde durch IGUAZU, die Souvenirs scheinen wenig erstrebenswert, außer ein Pinguinleibchen für Gunther( und das hier!!). Also das gute Cafe „EL ARBOL REAL“ am Eck ist das einzig Richtige für uns.
Von 14°°-16°° knotzen wir im gemütlichen Wohnzimmer unseres Hostals „AGNU“ herum. Dann gehen wir wieder auf die große Reise, 17°°, retour in Richtung Süden. Der SEMI CAMA Bus fährt über PUERTO ESPERANZA, ELDORADO, MONNTE CARLO, CAPIOVI der 12er entlang bis POSADAS. Als wir nach Mitternacht gar keine Hoffnung mehr auf ein Abendessen haben, wird hier Eines eingeladen und serviert! Ein warmes Nudelgericht, welches wir schnell verschlingen. An der uruguayischen Grenze geht`s entlang.
28. Februar 2018 Mittwoch
Um etwa 7:20 ist unser erstes Etappenziel erreicht. CONCORDIA. Nun haben wir bis elf Uhr Zeit um das nette Städtchen zu erkunden. Schön gepflegter Park, nette Häuser, schöne Murales sind zu bewundern. Schüler in ihren weißblauen Uniformen spazieren herum, MALFALDA sitzt auf einer Bank. Am Busbahnhof spazieren noch zwei „ echte Gauchos“ in toller Kleidung herum. Ein TANGOTÄNZERPAAR aus Stein steht vor dem Busbahnhof.
Und weiter geht es ohne Probleme über die Grenze nach SALTO in URUGUAY. Hier steigen wir nochmals in einen Fernbus um. Wieder SEMICAMA, diesmal sitzen wir unten. Irgendwie sieht es in URUGUAY etwas gepflegter aus. Auf den Plantagen stehen die Bäume in Reih und Glied, die Häuser mit ihren Gärten sind schön hergerichtet. Die Landschaft ist aber auch hier großteils eben, teilweise ein wenig hügelig, wie etwa im Weinviertel. Die Landwirtschaft floriert, Getreide, Mais, Soja Matesträucher, Obstplantagen und Holzwirtschaft. Die Holztransporter sind oft mit zwei Anhängern unterwegs. Dazwischen sehen wir große Rinder und Schafherden, ebenso viele Pferde. Wir kommen durch ein Seengebiet bei ANDRESITO. Danach fahren wir ein Stück dem RIO DEL PLATA entlang und gegen 20°° schon in der Dämmerung erreichen wir MONTEVIDEO. Mit dem Taxi sind wir rasch bei unserem eleganten Hotel „ Hotel PUERTO MERCADO“.
Eine heiße Dusche bewirkt Wunder und gleich ums Eck finden wir ein sehr nettes Lokal, sitzen im Freien und genießen ein Riesensteaksandwich und eine große Flasche Bier. Im Rekordtempo schlafen wir „ausgestreckt!“ ein.
01 März 2018 Donnerstag
Eine wunderbare Nacht, voll ausgestreckt in einem kleinen aber feinen Zimmer im Hotel „PUERTO MERCADO“ in der Altstadt von MONTEVIDEO. Gestärkt durch ein gutes Frühstück treibt uns die Neugierde auf die Straße und wir sind, wie schon öfters in diesem Urlaub total erstaunt. Ein schön renoviertes Kolonial und Art-deco-Gebäude nach dem Anderen. Erst jetzt lesen wir, dass MONTEVIDO mit seinen 1,3,Millionen Einwohnern das „BRÜSSEL“ Südamerikas ist. Die CATHEDRAL SAN FRANCISCO mit schönen Mosaikboden, CABILDO mit dem NATIONALMUSEUM. Am Weg zur PUERTA DE LA CIUDADELA gehen wir in das wohl schönste und eleganteste Buchgeschäft das es irgendwo auf diesem Planeten gibt.
Am PLAZA INDEPENDENCIA, mit seinen 33 Palmen steht ein großes Denkmal des Nationalhelden JOSE GERVASIUS ARTIGAS, dem „Vater der Unabhängigkeit Uruguays“. Fast hätten wir das riesige Mausoleum unter dem Denkmal übersehen. Eine nette Frau hat uns die Stiegen hinunter gezeigt.
Auch der Prachtbau PALACIO SALVO und zahllose kleine Museen wären Wert sie genauer anzuschauen.
Nun wir sind mal hungrig und essen im italienischen Restaurant. Da ist was los!
Das Museum JOAQUIN TORRES GARCIA (1874-1949), einer der bekanntesten Künstler Uruguays hält uns in Bann.
Am Weg in Richtung Hotel kommen wir am Theater SOLIS und der Nationalbank vorbei, mit „Geheimpolizei“ im Auto vor dem Eingang. Elegant mit je zwei Ohrstöpseln und Handys ausgerüstet, völlig unauffällig……..
Nach dem Mittagschlaf sind wir immer noch müde und nicht hungrig. Gunther erbarmt sich und holt aus dem nahen Supermarkt noch ein wenig Brot, Oliven und einen Malbec, genug für heute.
02. März 2018 Freitag
Der Bus bringt uns zum MODERN ART Museum, oh die Südamerikaner sind Spätaufsteher, es sperrt erst um 13°°auf. Na dann fahren wir halt wieder zurück bis zum PALACIO MUNICIPAL mit seiner Dachterrasse . Der Rundblick ist wunderbar, wenn auch die Sonne mit aller Kraft herunterbrennt. In Montevideo kennen wir uns jetzt aus! Ein kräftiger Kaffee und ein Donut im Schatten gibt uns wieder Kraft. Wir entdecken den Panoramalift, mit dem wieder hinunterfahren.
Ein Blick in die alte Markt- und Tanzhalle „MERCADO DEL INMIGRANTE/JOVENTANGO“ macht uns auf eine Milonga neugierig, jetzt aber sind nur die Restaurants offen.
Im „MUSEO NACIONAL DE ARTES VISUALES“ sind einige sehr interessante Bilder zu sehen. Es läuft gerade eine Sonderausstellung eines Künstlers „LAVIEL RAUL CABRERA“, der über 30 Jahre in der Psychiatrischen Abteilung leben musste. Eine neue Ausstellung wird gerade aufgebaut und wir können ein wenig vom ersten Stock aus zuschauen wie das vor sich geht.
Durch Zufall entdecken wir, dass der Fasching in URUGUAY länger als anderswo auf der ganzen Welt dauert, nämlich bis nach dem diesem Wochenende. Da er bisher spurlos an uns vorbeiging nützen wir diese Chance.
Um 20:30 stehen wir in der Schlage hinter dem Parlament, wo auf einer riesigen Fläche, dem „PLAZA PRIMERO DE MAYO“ eine Freilichtbühne aufgebaut ist. Es treten fünf verschiedene Gruppen auf („MURGAS“). Der Ablauf einer Show läuft immer nach dem gleichen Schema ab. Zuerst Musik und akrobatischer Tanz, dann eine humorvolle satirische Einlage, die sich auf das letzte Jahr bezieht und von der wir reichlich wenig, eigentlich gar nichts verstehen. Eine schwungvolle musikalisch und tänzerische Darbietung beendet die MURGA. Anscheinend werden die „besten“ aus mehreren Faschingskategorien ausgewählt und am Ende geehrt.
Nach Mitternacht machen wir uns auf dem Heimweg, erwischen gerade noch einen Bus, obwohl noch zwei Gruppen am Programm stehen.
03. März 2018 Samstag
Unser erstes Ziel heute ist die alte Markthalle beim Hafen. Der reinste Fresstempel für Touristen, die für einen Tagesausflug, meist aus Buenos Aires, in die Stadt kommen. Ein alter Künstler malt Aquarelle vorm Eingang, wir kaufen ein kleines Bild mit einem Tangotanzpaar (25 U$).
Gunther hebt mal wieder Geld ab und bekommt einen 2000 Pesos Schein (60 €). Eine Unmöglichkeit, dass sich jemand erbarmt den zu wechseln!
Also machen wir uns mit dem Bus auf den Weg zum Leuchtturm von MONTEVIDEO. Der Aufstieg auf den „FARO DE PUNTA CARRETAS“ ist uns verwehrt, kein Kleingeld. Aber auch vom kleinen Hügel hat man einen guten Ausblick auf die Stadt und die „BAHÍA DE MONTEVIDEO“. Ich bade meine Füße im braunen RIO DEL PLATA, er ist überraschend warm.
Der Bus bringt uns wieder heim. Im Supermarkt, kaufen wir köstliche Zucchini und Melanzanisalate ein und können endlich die 200 Pesos wechseln. Der Tag ist gerettet. Siesta.
Der Abend verläuft ein wenig unrund. Im ABUNTANTIA, einer alten Markt-und Tanzhalle ist zwar gerade eine Tanzstunde offensichtlich für blutige „ausländische“ Anfänger im Gange, also wenig spannend. Zweite Station, „PLAZA JUAN PEDRO FABINI“ der sonntägliche Tangotanztreff auf der Straße. Schon viel interessanter. Die Leute kommen aus allen Richtungen mit ihren Campingstühlen, setzen sich in einem großen Kreis auf und es wird eifrig getanzt. Die Musik scheppert aus einer Box. Ganz unterschiedliche Tanzkenntnisse sind vorhanden, aber dennoch wird voll Konzentration und mit Begeisterung und Freude der Tango zelebriert.
Wir liebäugeln noch mit einem weiteren Lokal, die Busfahrt dorthin gelingt uns nicht ganz, also leisten wir uns ein Taxi. Der Schuppen ist eine Nobeltouristenfalle. So hab ich mir das nicht vorgestellt. Gunther wäre dennoch dafür, bevor wir gar Nichts sehen und heimfliegen. Die Zeit läuft ja. Als ich nachgeben will, will Gunther nicht mehr. Wir haben ja noch ein Ziel, eine Milonga um 23°°. Zu Fuß erreichen wir zwar das Ziel, essen in einem kleinen Beisl vis a vis (CHIVITO esse ich, Gunther ein Steak Neapolitano). Aber auch nach elf ist das alte Eisentor noch zu. Also aus und Schluss für heute. Mit dem wahrscheinlich letzten Bus um Mitternacht kommen wir rasch heim.
04. März 2018 Sonntag
Vom Hotel erreichen wir zu Fuß bequem das BUQUEBUS Schiffsterminal und der Riesenkatamaran FRANCISCO bringt uns in gut zwei Stunden (11- 13:15) von MONTEVIDEO,URUGAY zurück nach BUENOS AIRES. Mit dem Bus wären wir 800 km weit gefahren!
Auch hier erreichen wir das Hotel „FACON GRANDE“ zu Fuß, gar nicht weit von unserer ersten Unterkunft. Fabelhaft, Zimmer 703, klein aber ganz neu renoviert und in der Gegend sind wir ja schon wie zu Hause!
Es ist sehr heiß (30°C) und wir halten erstmal Siesta bis etwa 17°°. Sonntag um diese Zeit ist sogar eine 14 Millionenstadt ausgestorben.
Die Flughafen Busstation wird gerade umgebaut, wir entschließen uns morgen ein Taxi zu nehmen.
Mit der Metro geht es zu einer Tanzschule in der heute ab 22°° eine MILONGA stattfinden soll, mal sehen. Ecke Av. Corrientes und Riobamba ist das „EL BESO – LA MILONGA PERMANENTE“ sieht gut aus, sperrt tatsächlich um 20 °° für einen Tanzkurs auf. Wir gehen noch gemütlich ins CAFE OPERA ein letztes Steak essen. Unsere Jahresration an Fleisch haben wir heuer schon verdrückt!
150 Pesos (6€) kostet der Eintritt zur MILONGA, wir sind schon sehr neugierig. Die CHEFIN eine sehr aparte Frau weist jedem einen Sitz zu. Es kommen fast nur Einzelpersonen. Männer und Frauen werden getrennt der Reihe nach in ein Quadrat gesetzt. Männer Männern und Frauen Frauen gegenüber. Paare, wie wir, kommen an kleine Tische in der zweiten Reihe.
Kaum erklingt der erste Tangotakt springen alle auf und tanzen Durch einen kurzen Blick wird der Partner ausgesucht, freundlich, meist mit einem Busserl begrüßt und schon wird konzentriert eng umschlungen getanzt. Nach drei bis vier Tangos wechselt für ein paar Takte die Musik auf Disco und jeder setzt sich auf seinen Platz zurück. Kaum sitzen alle brav ertönt der nächste Tango und das ganze beginnt von vorne. Die Tanzpartner wechseln ständig, kaum, dass ein Paar zwei Mal am Abend miteinander tanzt. Zwischen den Tangos unterhalten sie sich freundlich. Unglaublich, eine so freundliche Atmosphäre und alle können tolll tanzen!
Wir genießen ein Fläschchen MALBEC und sind begeistert. Gegen Mitternacht gibt es noch eine TANGO EINLAGE von einem jungen PROFIPAAR. Danach gehen wir langsam nach Hause, entlang der CORRIENTES, vorbei an vielen Theater, am hellerleuchteten OBELISK bis in unser Hotel. Es sind noch viele Lokale offen und viele Menschen auf den Straßen.
Die Milonga dauert noch bis vier Uhr früh, und das am Sonntag!
05. März 2018 Montag
Nach einem gemütlichen Frühstück hebt Gunther „Taxigeld“ ab und kauft noch ein großes Küberl DOLCE DE LATTE. Das musste sein!
Pünktlich um 11°° steht unser Taxi vorm Hotel. Pünktlichkeit war eine, von uns ganz und gar nicht erwartete Eigenschaft in allen drei Ländern.
Auch die AIR FRANCE hebt pünktlich ab, wir sitzen in der ersten Economy Reihe mit viel Beinfreiheit, sehr angenehm. Essen, spielen, Filme schauen, dösen…. Die Zeit vergeht „wie im Flug“.
06. März 2018 Dienstag
Pünktliche Ankunft in Paris, diesmal ist mehr Zeit zum Umsteigen und wir erwischen einen Shuttlebus zum richtigen Gate. Die eine Stunde Wartezeit vergeht rasch und mit der AUA sind wir in knapp zwei Stunden in Wien, ca. 12°°. Starker Schneefall, 2°C sind angesagt.
Großartige Überraschung und Riesenfreude, alle Kinder, außer Niko sind da!!!!!! Ich bin den Tränen nahe, so toll. Die Sehnsucht nach zwei Monaten war schon groß.
Gemeinsam geht es in die Piaristengasse, die Kinder haben für ein gutes Frühstück und Anfangsproviant reichlich eingekauft. Auch Paul hat uns noch erkannt, war anfangs etwas schüchtern, aber hat uns schnell akzeptiert. Kann sich nun schon durch Gesten deutlich ausdrücken und seine ersten Worte sind Mama und NEIN.
Um 15:30 gehen wir schlafen, bis 22°° sind dann eine Zeit lang munter und schlafen gut bis Mittwoch um neun. Perfekt!
