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  • 2018 Argentinien

    2018 Argentinien

    04. Jänner 2018 Donnerstag

    Noch haben wir den ganzen Tag Zeit zum packen und den brauchen wir auch, denn gestern waren wir mit Franziska in Fischamend, Gunther beim Physiotherapeuten und danach gemütlich und vorzüglich gemeinsam Abendessen im GU.

    Aber es geht sich ja ohnehin immer alles aus, sogar ein Mittagschläfchen!

    20:10 sollte unser Flieger starten, aber die Air France kommt mit Verspätung in Wien an. Das bringt uns beim Umsteigen in Paris in Stress. Wir spurten zum Gate, natürlich am anderen Ende des Terminals und sind eine der Letzten die einsteigen, last call.

    Jetzt haben wir aber 14 Stunden um Luft zu holen und uns auszuruhen. Mit Film schauen, spielen, schlafen, lesen, essen verbringen wir eine ganz passable Zeit. Das Essen ist überraschend gut und mitten in der Nacht gibt es sogar Schokoladeneis am Stiel .Die Temperatur im Flieger ziemlich kühl.

    05. Jänner 2018 Freitag

    9:30 Ortszeit landen wir in BUENOS AIRES am EZEIZA AIRPORT. Foto Fingerabdruck und schon stehen wir am Busterminal. ARBUS bringt uns ins Zentrum. Ein gewaltiger Regenguss und ein paar Donner, ähnlich einem asiatischen Gewitter, begrüßen uns. Es ist feucht, schwül, trüb.

    Nahe dem CENTRO CULTURAL KIRCHNER steigen wir aus und gehen ein Stück bergauf, entlang der AV.CORRIENTES bis zur Querstrasse MAIPU.

    NORMA, unsere Vermieterin begrüßt uns freundlich. Ob sie uns küssen darf?

    Eine kleine zarte liebe junge Frau. Sie zeigt uns das Appartement, wir sind begeistert und verlängern gleich mal um zwei Nächte (länger ist es nicht frei). 187€ kosten die fünf Nächte.

    MAIPU 325 5A, NORMA +54 911 3271 4621 und OSVALDO +54 911 3821 6967, normadelrosso@gmail.com, ozzibarreiro@gmail.com . Das Viertel heißt MICROCENTRO. Ganz zentral, besser geht es nicht!

    Duschen und knapp drei Stunden Regenerationsschlaf. Immer noch ist es hell! Daran werden wir uns schnell gewöhnen, toll.

    17°°wir drehen eine Runde in unserem Bezirk, kommen am großen OBELISCO, dem Wahrzeichen der Stadt vorbei, schlendern durch die Fußgängerzone und kaufen noch im Supermarkt ein Abendessen und guten argentinischen Rotwein, MALBEC ein.

    Im gesamten Haus ist Stromausfall, also nochmals raus um Norma zu schreiben. Sie wird sich drum kümmern. Tatsächlich funktioniert alles wieder als wir heimkommen.

    Rotwein und Oliven sind unser Abendessen.

    06. Jänner 2018 Samstag

    Gegen acht wachen wir auf, wolkenloser Himmel, ein traumhafter Tag. Wir frühstücken, fühlen uns schon zu Hause und starten in Richtung PLAZA DE MAJO. (Revolution 25.Mai 1810 Loslösung von den Spaniern).

    Wir kommen gerade zur Wachablöse in der CATEDRAL METROPOLITANA zurecht, besuchen die imposante Kirche. Von außen würde man sie nicht als Kirche erkennen, da sie keinen Kirchturm hat, nur eine relativ niedrige Kuppel und an der Eingangsseite einen Säulengang.

    Die riesigen Häuser aus der Kolonialzeit sind meist sehr gut erhalten. Eindeutig sind die Häuser um einiges höher als in Wien.

    Die Straßen, Avenidas oft sehr breit mit viel Grün dazwischen.

    Es sind wenig Leute unterwegs, Samstag? Ferienzeit?

    Wir umrunden den PLAZA DE MAJO, besichtigen das CABILDO DE BUENOS AIRES (Stadtrat).

    Stärken uns mit einem köstlichen italienischen Eis. Das erste DOLCE DE LATTE EIS!

    Den Eintritt ins CASA ROSADA (CASA DE GOBIERNO) müssen wir verschieben, den muss man vorbuchen!

    Wir gehen weiter über den PLAZA DE CORREO (KIRCHNER) zum PUERTO MADERO, dem alten Stadthafen am RIO DEL PLATA.

    Entlang der ehemaligen Speicherhäuser, die alle zu modernen Wohnungen und Restaurants umgebaut wurden, vorbei an den alten FREGATTEN, zum MUSEO COLECCION DE ARTE AMALIA LACROZE DE FORTABAT. Durchaus sehenswert! Sowohl das Gebäude als auch die ausgestellten Kunstwerke.

    Ein Kaffee gibt uns wieder Kraft für den Heimweg über die moderne PUENTE DE LA MUJER.

    Heute kochen wir Ravioli in Suppe, Bier und Wein haben wir schon eingelagert.

    07. Jänner 2018 Sonntag

    Wir entdecken die aufregende Stadt weiter. Unsere „Traumwohnung“ spiegelt sich im neuen gläsernen Bürogebäude vis a vis.

    Die Argentinier sind offensichtlich Spätaufsteher. Die Straßen sind menschenleer und sauber geputzt, viele wunderschön renovierte Fassaden aus der Jahrhundertwende, breite Avenidas, lustige Murales.

    SUBTE-die BA Verkehrsbetriebe verkaufen Scheckkarten, die man immer wieder aufladen kann und zu Mehrt verwenden kann. Eine Fahrt kostet ungefähr $1.

    Am Sonntagströdlermarkt in San Telmoist schon mehr los. In dieser Straße ist das El Zanjon de Granados, ein einstöckiges Haus aus dem Mittelalter mit zwei Kellergeschoßen, welches ganz neu renoviert ist, zu besuchen. Ein reicher adeliger Geschäftsmann mit seiner Großfamilie wohnte hier. Im Keller gibt es noch die Zisterne zu sehen.

    In der alten Markthalle ist Vollbetrieb, Obst, Trödlerläden, Blumen, Kleider, Spielzeug, Fleischereien Cafe`s. Im CAFE TOWN, soll es den besten Kaffee der Stadt geben, außerdem ist es entzückend mit seiner rosaroten Kaffeemaschine. Sandwiches, Fruchtsaft, Kaffee (zu stark für Gunther und das soll was heißen).

    So jetzt haben wir den richtigen Platz gefunden. Hier ist die FERIA DE SAN PEDRO TELMO, mit „wirklichen“ Antiquitäten, aus der Kolonialzeit- vielleicht? Reichlich Silber ist mal vorhanden und, deswegen sind wir ja da……die Tangotänzer! Na so soll das ausschauen! Dazu müsste man wohl länger in BUENOS AIRES Stunden nehmen und lange üben.

    Es ist richtig heiß geworden und wir freuen uns ins angenehm kühle MUSEUM DE ARTE MODERNE BUENOS AIRES zu kommen. Eine Sonderausstellung zeigt einen schwarzen Raum, indem unzählige Spinnen über ein halbes Jahr ihre Netze gewoben haben. Die Geflechte sind durch Spots beleuchtet. Schaut spannend aus.

    Sonst sind einheimische Künstler präsentiert.

    Wieder Essen wir zu Hause. Wozu haben wir denn so eine schöne und gemütliche Wohnung. Wir werden noch oft genug Essen gehen! Der Supermarkt ist nah und es gibt ja alles.

    Täglich legen wir über zehn Kilometer zu Fuß zurück……..und die Füaß ham uns wehdan.

    08. Jänner 2018 Montag

    Da am Wochenende auch hier viele Geschäfte geschlossen haben, ist heute unser erster Weg zu AEROLINUS ARGENTINA. Wir müssen ja nach USHUAIA!

    Wir buchen einen, zwar nicht ganz billigen Flug am 10.1. also Mittwoch früh. Da müssen wir ohnehin aus unserer Wohnung und so haben wir noch in TERRA DE FUEGO ein paar Tage. Passt perfekt.

    In der ersten U-Bahnstation kann man sich Blutdruck, Atmung und Blutzucker „öffentlich“ kontrollieren lassen! Das ist ein Service.

    Im PALACIO BAROLO gibt es erst um 13°° eine Führung, also hatschen wir zum CAPITOL. Das wird gerade renoviert und ist geschlossen. Wieder zurück zum PALACIO BAROLO.

    Erst heute fällt uns auf, dass es hier gar kein Grün bei den Fußgängerampeln gibt, sondern nur rot und weiß. Also da funktioniert unser Sprücherl gar nicht. Aber es gibt gendergleiche Ampeln.

    Die Führung durch den PALACIO BAROLO ist wirklich spannend. Es ist ein 22 stöckiges Haus, mit 100 Meter Höhe, von einem Italienischen Architekt (Mario Palanti) in der Avenida de MAYO für einen reichen Immigranten, der im Wollgeschäft sein Vermögen erwirtschaftet hatte, entworfen und erbaut. (1919-1923).

    Der Entwurf gleicht dem in DANTE ALIGHIERIS GÖTTLICHER KOMÖDIE. Der Keller und das Erdgeschoß symbolisieren die Hölle, Stock 1-14 das Fegefeuer und 15-22 dem Himmel. Die100 Meter Höhe entsprechen den 100 Gesängen. Alles ist perfekt renoviert und auch die alten Aufzüge funktionieren tadellos. Es war bei Fertigstellung das höchste Gebäude Südamerikas. Von seinem LEUCHTTURM aus sieht man über die ganze Stadt, manchmal angeblich bis MONTEVIDEO. Heut ist es zu dunstig. Ordentlich heiß ist es übrigens in dieser gläsernen Kuppel.

    Vis a vis des PALACIO DE AQUAS CORRIENTES speisen wir in einem alten Cafe, das Museo ist leider schon zu, aber alleine der Bau dieser ersten Wasserpumpstation der Stadt ist sehenswert. Ein ganzer Block groß, im französisch Renaissance Stil mit 300.000 vielfärbigen britischen Terracotta Fliesen verziert.

    Der Friedhof von RICOLETA ist unser nächstes Ziel. Er liegt in einem der teuersten und elegantesten Wohnviertel. Ähnlich der pompösen Grabmäler in Lissabon, ist dieser Friedhof teils mit richtigen Kapellen, luxurösen Häuschens, teils aber auch mit verfallenen Grabstätten ausgestattet.

    Das Mausoleum von Evita Peron 1919-1952 (Familia Duarte) ist ebenfalls hier.

    Davor im Park am PLAZA RAMON sind seltene alte Bäume gepflanzt, einer ist unheimlich dick.

    Wir kommen noch an der BASILICA DE NUESTRA SENORA DEL PILAR vorbei und an der JURIDISCHEN UNIVERSTITÄT.

    Für eine Touristentangoshow können wir uns auch heute nicht entscheiden, also bleiben wir zu Hause. Erschöpft genug sind wir schließlich.

    Jeden Tag ist es ein wenig wärmer geworden.

    09. Jänner 2018 Dienstag

    Ganz nahe unserer Wohnung ist das Einkaufszentrum, an der Kreuzung AVENIDA FLORIDA und CORRIENTES„GALERIAS PACIFICO“ und indem ist auch das CENTRO CULTURAL BORGES (JORGE LUIS 1899-1986 Schriftsteller und Bibliothekar) untergebracht. BORGES ist durch seine Zitate bekannt. Seine Liebe waren Bücher und Bibliotheken (=das Paradies).

    Mit über 150 exklusive Geschäfte, ist es eine der erfolgreichsten Shopping Malls in ganz Argentinien. Täglich kommen etwa 8000 Menschen hierher. Durch seine MURALES in der Kuppel und den Baustil (BON MARCHE PARIS) ist es seit 1989 ein NATIONAL HISTORIC MONUMENT.

    Die Kuppel ist 450m groß, sie wurde von ANTONIO BERNI (1905-1981) und fünf weiteren argentinischen Künstlern ausgemalt.

    Das Zentrum BORGES dient als Galerie, Bibliothek und Theater für Musik und Tanzaufführungen. Genau heute Abend ist aber Ruhetag. Schade wir wären gerne TANGO schauen gegangen! Aber wir wollen ja die letzten Tage wieder in Buenos Aires verbringen und da haben wir also schon ein Abendprogramm.

    Ich brauche noch Winterhandschuhe! Gar nicht so leicht bei 28°C mitten im Sommer, solche zu finden, und teuer sind sie obendrein. Aber es muss sein!

    Ein Stück weiter im Cafe FLORIDA GARDEN, ein altes gemütliches Stadtcafe, gibt es hervorragende Kuchen, guten Kaffee und freundliche Bedienung. Ich nehme Dolce de Latte Torte.

    Park, TURM, Wir erreichen den ZUG-HAUPTBAHNHOF,die alte Schalterhalle.,, CAMINITO, MUSEUM RADSKULPTUR VON WEIWEI, DRINK auf der Terrasse

    Kein Licht, kein Strom, im Haus ist es finster. Was nun? Wir haben keinen Saft im Handy, kein Netz und sollten von Norma wegen des Taxis für morgen früh erreichbar sein?

    Gunther hatscht nochmals in die GALERIA, dort gab es doch Stecker, erinnert er sich. Ich geh unter die Dusche und streck mich aus. Noch ist es relativ hell, wir sollten auch noch packen, also fang ich mal an.

    Als Gunther, schon im Dunklen heimkommt, fällt mir ein, dass es in der Küche Kerzen gibt, aber wir haben keine Zünder! Im Kasten liegt ein Notlicht! Sessel auf den Tisch, Notlicht balanciert oben und wir packen. Oh das Licht geht an. So können wir noch gemütlich alles fertig machen und Resterln-Abendessen.

    10. Jänner 2018 Mittwoch

    NORMA war eine hervorragende Gastgeberin, immer über WHAT’S UP erreichbar, wenn wir eine Frage hatten, sie hat sich sofort um Strom gekümmert, wenn am Abend Stromausfall war und hat auch für heute 7°° ein „ RADIOTAXI“ bestellt. Es kommt pünktlich, ist neu und sauber. Der ausgemachte Preis stimmt.

    9:05 Abflug nach USHUAI mit der AEROLINEAS ARGENTINA vom AEROPORTO EZEISA. Wir sind aufgeregt. Vier Stunden! Ganz schön weit!

    Dann USHUAIA und Umgebung von oben. Etwas bewölkt, kaum Schnee, viel größer als gedacht und erheblich kühler. Vom modernen Flughafen mit Holzdach nehmen wir ein Taxi zu unserem „HOSTAL LAS CALAFATES“ Es liegt ein Stück am Hügel, aber nicht wirklich weit vom Zentrum. Ein schönes altes, aber renoviertes grün weißes Holzhaus. ADA, unsere Hausherrin begrüßt uns freundlich und steckt uns in ein dunkles Vierbettzimmer (Doppelbett+ein Stockbett), na das gefällt mir gar nicht! Gunther beruhigt mich ein wenig, wir haben doch schon auch mal schlechter gewohnt! Ist doch groß, ruhig, Heizung gibt es….

    Kaum beginn ich mich einzugewöhnen klopft Ada und meint sie hätte uns ins falsche Zimmer gesteckt. Wir sollen in den ersten Stock straßenseitig übersiedeln. Na da gefällt es mir weitaus besser. Es ist zwar kleiner, aber hell und gemütlicher, wir fühlen uns gleich zu Hause.

    Der Juniorchef HERNAN, erklärt uns freundlich den Stadtplan, die Sehenswürdigkeiten und ist auch über What`s up, für Fragen jederzeit erreichbar. Das ist ja ein großartiges Service und auch hier im Haus gibt es gratis Internetzugang.

    Wir machen uns gleich auf den Weg. Geld zu wechseln und uns einen Überblick zu verschaffen, was nicht schwer ist. Zwei paralell zum Meer verlaufende Straßen und das ist es auch schon.

    In einer Restaurantküche (quasi in der Auslage) sehen wir das erste Schaf aufgespannt auf einem typischen Holzgrill.

    Ein Souvenirladen, ein Sportgeschäft, nach dem anderen, viele nette Cafe`s. Kein Wunder, fast alle Menschen die hier herkommen, kommen entweder mit einem großen Kreuzfahrtschiff oder mit dem Flieger um von USHUAIA aus in die ANTARKTIS zu starten.

    Es ist eine eigenartige Atmosphäre, aber uns gefällt es, ist irgendwie sympathisch. Wir gehen in ein neues modern eingerichtetes Cafe „BALCARCE“und essen köstlichen Lachs auf Salat und Empanadas.

    In den Gärten blühen bunte Sommerblumen, es hat so um die 10°C, also typisch Hochsommer. Ein weiters Plus, es wird erst gegen 22:30 dunkel.

    In einem Laden kaufen wir noch Wein. Der Händler hat Geldscheine von allen möglichen Nationen und sogar noch Kronen aus der Kaiserzeit aus Österreich gesammelt.

    11. Jänner 2018 Donnerstag

    Es ist bewölkt, aber relativ warm. Wir bekommen ein gutes Frühstück, mit Obstsalat und Allem was dazugehört, also frisch gewärmte MEDIALUNAS.

    Im alten Gefängnis CARCEL DEL FIN DEL MUNDO, welches sternförmig angelegt ist, ist ein MUSEUM und eine GALERIE untergebracht. Ein wenig über die Ureinwohner (SELKNAM und YAMANA) gibt es zu erfahren, sowie über die ersten Weißen, den Aufbau der Stadt, die Missionare, über Schifffahrt, Fischfang und über das Gefängnis selbst usw. Die ersten Häftlinge bauten dieses Gefängnis selbst. Ein berühmter Tango Sänger CARLOS GARDELL soll auch mal unter den Häftlingen gewesen sein, heißt es.

    Die Galerie zeigt gerade Bilder die mit Schiffen und Meer zu tun haben, Alte und Neue. Zwei Künstler malen an Ort und Stelle.

    Von Mittag bis zur Sperrstunde (19:30) sind wir im Museum und haben immer noch nicht Alles gesehen! Unsere Karten lassen wir für einen zweiten, gratis Besuchstag, abstempeln. Sogar dazu braucht man den Pass.

    Die Wolkendecke ist verschwunden und wir haben einen wunderbaren Blick auf die schroffen Gipfeln mit Sonnenuntergangbeleuchtung. Im Hafen steht ein „Expeditionsschiff“. Wir sind gleich ganz aufgeregt. Wie wird denn unseres ausschauen, wie groß? Tausend Fragen?

    12. Jänner 2018 Freitag

    Mit einem Kleinbus fahren wir zum PARQUE NACIONAL DEL FUEGO, etwa 14 Kilometer westlich von USHUAJA. Wir steigen beim CENTRO DE VISITANTES ALAKUSH aus und machen eine ??????Kilometer lange Wanderung. „SENDO HITO XXIV“ durch einen dichten „ MÄRCHEMWALD“ ( SCHEINBUCHENURWALD), entlang des Sees LAGO ACIGAMI bis an die Grenze von CHILE. Dort endet der Weg.

    Viele seltene Pflanzen lernen wir kennen und wir sehen die ersten CALAFATE (Art Heidelbeeren auf höhen Sträuchern, eine BERBERITZENART).

    Immer wieder sieht man Hinweisschilder „ LAS MALVINAS SON ARGENTINAS“. Dieses Kapitel dürfte noch nicht ganz geklärt sein! Las Malvinas sind die Falklandinseln.

    Mit unserem Bus-Taxi fahren wir die komplette Runde durch den Nationalpark bis ans Ende der RUTA NR 3 und gegen 18°°sind wir zurück in USHUAIA.

    Übrigens war heute ein wunderschöner sonniger Tag! Der beste Wandertag!

    13. Jänner 2018 Samstag

    Es ist stark bewölkt, regnet sogar ein wenig, also ist das „ GEFÄNGNIS“ mal für den Anfang das Richtige.

    Immer mehr fallen uns die alten Blech- und Holzhäuser mit schön geschnitzten Fensterrahmen und Türen auf. Leider fehlt wohl oft das Geld diese Häuser zu renovieren. Viele scheinen auch verlassen zu sein. Sie sind meist bunt, blau, gelb, rotbraun, lila gestrichen.

    Im MUSEO TERRITORIAL sehen wir die Tiere der Gegend, ausgestopft, und die Geschichte der Ureinwohner Yaganes(Yamanes). Thomas Bridges war der erste Missionar in Feuerland und gründete die erste ESTANCIA „Haberton“, die heute noch als touristische Farm in Betrieb ist.

    14. Jänner 2018 Sonntag

    Das Wetter wird täglich schlechter, es regnet. Gegen Mittag starten wir trotzdem, denn in Feuerland gibt es kein Wetter, es wechselt sowieso ständig, also unternimmt man immer was man vor hat. Wir gehen ins Zentrum, durch einen kleinen Handwerkermarkt, indem zwar nichts los ist, aber eine Liste mit den abfahrenden und ankommenden Schiffen in und aus der Antarktis hängt. Die SEA ADVENTURER, unser Schiff, soll morgen um 7°° in der Früh kommen und um 18°° in See stechen. Wir sind gespannt!

    Trotz Regen gehen wir eine weite Rund, den ganzen Hafen entlang.

    In der Bäckerei verwöhnen wir uns mit einem herrlichen Apfelkuchen, den wir im Hostal mit heißem Mate-Tee genießen.

    Duschen, packen, Malbec trinken, schlafen.

    15. Jänner 2018 Montag

    Gleich nach dem guten Frühstück, bekommen wir ein Mail von Sara Scott. Unser Tagesplan (16°° einschiffen) ist geändert, alles anders. Die OCEAN ADVENTURER ist noch nicht aus der Antarktis zurück! Grund: extrem schlechtes Wetter.

    Wir sollen um 12°°mit unserem Gepäck ins HOTEL ALBATROS um kommen. (So ein Glück, dass Gunther noch nach dem Frühstück den Computer angeworfen hat)

    Als Entschädigung lädt uns die Rederei (QUARK EXPETITION) zu einem Ausflug, mit einem Kleinbus, zum FAGANO SEE mit Mittagessen in einem typischen Grillrestaurant ein.

    Ganze Schafe werden hier flach aufgespannt und um ein offenes Holzfeuer gestellt…..und es schmeckt köstlich!

    Die Fahrt geht über den GARIBALDIPASS, mit schöner Aussicht auf den Mont OLIVA und die DREI BRÜDER. Wir sind auf der ROUTE 3, die bis Alaska durchgeht. Wir aber fahren „nur“70 km weit. Es geht durch ein großes Schigebiet, durch schöne Wälder. Die ANDEN enden, beziehungsweise beginnen hier. Die Berge sind nur mehr 1500m hoch, die Baumgrenze liegt bei etwa 600m, sind aber noch weiß.

    Pünktlich werden wir nach USHUAI zurück und direkt zum Schiff gebracht. Fluggs sind wir in Kabine 211. Unser Gepäck ist schon da.

    Wir sind von der Kabine angenehm überrascht. Groß, mit ganz modernem Bad, gute Betten, ein Schreitischlein, zwei Kästen, Fernseher alles da, alles neu renoviert. (2017). Da haben wir wohl großes Glück! So toll haben wir uns das nicht mal träumen lassen.

    Erster Rundgang, Besichtigung aller Decks und los geht es mit der Sicherheitsübung. Sieben kurze Töne, ein Langer, wir müssen über den Fluchtweg zur Musterstation B3, zu unserem Rettungsboot.

    Das Wetter meint es gut mit uns, die Sonne kommt immer wieder durch, ein letzter Blick nach USHUAIA und um 19°°Abendessen, heute in Buffett Form, auch sehr gut.

    Die Crew wird uns vorgestellt. Etwa 80 Crewmitglieder werden für uns sorgen. Dazu kommen noch die 19 Expetitionsexperten, die für unsere Ausflüge und unser Wissen zuständig sind.

    Die See wir immer rauher, aber wir haben unser SCOPODERM schon hinters Ohr geklebt und schlafen wunderbar.

    Der Weg durch die DRAKE PASSAGE ist die stürmischste Gegend der Weltmeere, sagt man. Viele nennen es „DRAKE SHAKE“

    16. Jänner 2018 Dienstag

    Das Frühstück haben wir schon mal verschlafen!

    Um 9:30 werden wasserdichte hohe Stiefel (MUCK BOOTS) und knallgelbe dicke Parkas (QUARK PARKA), die wir sogar behalten dürfen, im Restaurant ausgeteilt. Irgendwie ist alles aufregend und mit viel Spaß verbunden.

    11:30 Vortrag der Ornithologin PAOLA (PALAVECINO), einer Chilenin. „ ALBATROSS TASK FORCE-SAVING BIRDS“. Sie ist seit 2005 in der Antarktis tätig.

    Nach dem Mittagessen, das immer als Buffett serviert wird, gibt ACACIA JOHNSON aus Alaska, Tipps fürs Fotografieren. Sie ist Fotografin und hat Kunst studiert.

    16:30 DAVID (JAFFEE, GEOLOGIST/GLACIOLOGIST) unser amerikanischer Geologe hält den nächsten Vortrag ( CAPS BERGS and BITS).

    Es gibt immer wieder kurze Pausen, für ein Mittagsschläfchen zum Beispiel. Oder um uns den Wind um die Ohren pfeifen zu lassen oder um die riesigen Wellen zu beobachten, einen Tee zu trinken oder auch um ein paar wärmende Sonnenstrahlen zu genießen.

    Kein Land mehr in Sicht, nur spärlich Vögel.

    Das Expertenteam gibt noch mal Tipps, danach Abendessen. Einige Passagiere fehlen…….

    SUNRISE 4:43, SUNSET 21:57

    17. Jänner 2018 Mittwoch

    Auch heute verschlafen wir das Frühstück. Das gibt es doch nicht!

    Erst mal gibt es einen Pflichtvortrag, Tipps zum austeigen und einsteigen in die Zodiaks. Zur Kleidung, und zur Begegnung mit den Tieren.

    Die IAATA Regeln werden erklärt und wir müssen sie unterschreiben.

    Wir müssen uns, ganz willkürlich, in eine Liste für die Einteilung in die ZODIACS einschreiben, was das Eisteigen in die Zodiaks erleichtert Wir beide sind und bleiben immer die Gruppe (De) GERLACH (Belgier). Wenn also unsere Gruppe aufgerufen wird müssen wir, warm angezogen, also wasserdichte Hose, Stiefel und Parka, Haube und Handschuhe (empfehlenswert)zur Ausstiegsplattform gehen. Sie ist direkt auf unserem Gang, also ganz bequem für uns.

    Die Reihenfolge der Gruppen (SHEKLETON, AMUNDSEN, SCOTT, GERLACH, CHARCOT, NORDENKOLD )bleibt gleich aber es beginnt immer eine andere Gruppe beim Aussteigen, gleiche Bedingungen für Alle.

    Nr.2 Vortrag: PINGUINE

    Das Wetter, fast blauer Himmel, aber noch ganz schön hohe Wellen. Gunther nützt die knapp bemessene Freizeit und geht in den Fitnessraum strampeln.

    12:29 große Aufregung, der erste EISBERG schwimmt vorbei. Jeder zückt die Kamera.

    Das Wetter verschlechtert sich zusehens und am Nachmittag regnet es sogar. Wir werden also unseren Plan ändern und in den Süden durchfahren, informiert uns CHRISTIAN (GEISSLER), unser EXPEDITIONSLEITER (er ist Kanadier, lebt auf Vancouver Island, sein Großvater war aus Imst). Er hat es mit dem KAPITÄN aus der Ukraine besprochen.

    Die Geschehnisse an Bord sind immer wetterabhängig und werden kurzfristig geplant.

    Christian ist seit 2004 in der Antarktis dabei, seine „Lieblinge“ sind die Killerwale.

    Um 23:11 LAND IN SICHT, wir fahren an der ersten Insel vorbei, Raubmöwen kreisen ums Schiff.

    Bis Mitternacht sind wir an Deck, uns faszinieren die „ schwarz-weiße Landschaft“, die steil ins Meer fallenden Berge, die Schneemassen und immer größer werdenden Eisberge durch die sich unser Kapitän geschickt durchschlängelt.

    18. Jänner 2018 Donnerstag

    Bereits um 06:55 stehen wir wieder an Deck.

    Christian hat uns, wie gestern am Abend versprochen, ganz sanft geweckt.

    Wir dürfen die Enge Passage, den „LEMAIRE CHANNEL“ nicht versäumen. Von beiden Seiten kalben die Gletscher ins Meer, unglaubliche Schnee- und Eismassen! Blauschimmernde Eisberge mit bizarren Formen schwimmen vorbei, immer wieder bumpert es gewaltig, wenn wir einen kleinen Eisberg rammen. Der Weg durch dieses Gebiet ist manchmal richtig eng. Zum Glück hat unser Kapitän schon jahrelange Erfahrung.

    Die Enge ist zwischen den Bergen der BOOTH ISLAND und der PENINSULA und ist elf Kilometer lang. Sie wurde 1898 durch DE GERLACH das erste Mal durchfahren.

    Zirka zweidrittel eines Eisbergs liegt unter dem Wasser, erfahren wir.

    Da ist sie! Die erste ROBBE, 07:34, eine Minute später sind eine Gruppe ORCAS??????? zu sehen.

    So jetzt „dürfen“ wir frühstücken gehen, aber schnell, denn um 09:00 müssen wir uns für die erste ZODIAK Fahrt bereit machen. Nichts vergessen, Regenhose, Parker, Haube, Handschuhe, Schwimmweste, Stiefel, Fotoapparat. Gesicht einschmieren sonst gibt es einen Sonnenbrand!

    Eine Gruppe nach der anderen wird aufgerufen. GERLACH ist die Letzte, dafür werden wir am Nachmittag die Ersten sein.

    Das Einsteigen in die ZODIAKS geht flott voran und wir haben bald wieder festen Boden unter den Stiefeln. Wer will bekommt Wanderstöcke und man darf sich nur auf den von unserer Crew ausgesteckten Pfaden frei bewegen.

    Die ADELIE PINGUINE (gehören zu den Langschwanzpinguinen) sind entzückend, sie watscheln geschäftig herum, lassen sich durch ein paar so gelbe Eindringlinge nicht stören. Der Schnee und die Gegend um ihre Schlaf und Brutplätze zeigt deutliche rote und grüne Spuren, Pinguinscheiße, die einen strengen „Duft“ verbreitet. Eindeutig Pinguin!

    Nach dem Landbesuch fahren wir noch mit dem Zodiak in der Gegend herum und sehen viele ROBBEN ganz nah und kehren erst gegen 12:30 zum Schiff zurück.

    Mittagessen, kurze Pause.

    14:30 nächste Ausfahrt zu einer Forschungsstation auf ARGENTINE ISLAND „AKADEMIK VERNADSKI“ ist seit 1996 eine ukrainische Forschungsstation, die damals von den Briten (Faraday Station) für einen Pfund Sterling übergeben wurde.

    Es ist die älteste Forschungsstation der Antarktis die bis heute durchgehend betrieben wird.

    Seit 1947 gibt es durchgehende meteorologische Messreihen aus der Antarktis. Geologische und Meeresbiologische Forschungen sind weitere Forschungsgebiete.

    Der Chef der Station hat gebeten, dass nur „gesunde“ Leute, also keine Verschnupften an Land gehen sollen. Wegen der Ansteckungsgefahr seiner achtköpfigen Mannschaft.

    Die Insel teilen sich also UKRAINER, PINGUINE, SEEHUNDE, MÖWEN und KORMORANE.

    Vom Leiter werden wir freundlich in recht gutem Englisch begrüßt. Im Eingangsbereich müssen wir die Stiefel und Jacken ausziehen und werden durch die ebenerdig gelegenen Labore geführt.

    Es gibt auch einen kleinen Fitnessraum, da die Männer wegen der Stürme oder der Kälte oft tagelang das Haus nicht verlassen können.

    Ein Arbeits-Turnus dauert acht Monate und jedes Jahr kommt nur einmal ein großes Versorgungsschiff auf die Insel.

    Im ersten Stock des Hauses befindet sich die Küche, ein Gemeinschaftsraum und die berühmte FARADAY BAR, wo auch wir den guten VODKA probieren. Billardtisch, Gitarren und ein Souvenirshop darf nicht fehlen.

    Seit 2012 gibt es sogar auch eine kleine Kapelle.

    Mit einer Zodiakfahrt in die Buchten der Insel beschließen wir den Ausflug. Wir sehen viele Robben, Große und Kleine. Eine Kleine versucht gerade auf eine Eisscholle zu klettern, was ihr erst nach ein paar Versuchen gelingt. So süß!

    Etwa um 18°° sind wieder alle an Bord, gerade rechtzeitig für einen heißen Tee und den täglichen RECAP. Was war los? Welche sind die tollsten Fotos? Wie geht es morgen weiter.

    Wir haben noch etwa 140 Km zum ANTARCTIC CIRCLE.

    Endlich Abendessen!

    Da es ja immer hell ist spielt die Zeit nicht so eine große Rolle. Das Abendessen wird serviert, es gibt immer vier Menüs. Im Restaurant gibt es keine fixen Plätze. Das hat einen großen Vorteil. Man lernt eigentlich alle 131 Passagiere aus 19! Nationen ein wenig kennen. Hauptsächlich sind Amerikaner, Australier, Kanadier, Europäer, aus sämtlichen Ländern und Chinesen und andere Asiaten dabei. Es sind alle Kontinente vertreten.

    Wir sind die einzigen Österreicher.

    Alle Passagiere sind „Vielgereiste“ interessante Leute. (logisch, keiner macht seine erste Reise in die Antarktis) Es haben alle das gleiche Ziel, Natur, Tiere, Ruhe, Lernen, Erfahren, Spaß und Freude haben.

    Die Meisten waren auch schon mal in Wien, Salzburg oder Innsbruck und „lieben“ Österreich!

    19. Jänner 2018 Freitag

    08:30 dichter Schneefall

    Es hilft alles nichts, wir müssen an Deck, Stiefel, Parka, der CHAMPAGNER steht schon bereit. (Gekühlt ist er von selber).

    11:00 wir überqueren den ANTARCTIC CIRCLE 66°33`44´´, es wird angestoßen, DAVID ALLCORN (Experte), ein Kanadier, liest ein Gedicht und PAOLA singt ein wunderschönes Lied mit ihrer wunderbaren Stimme. Ein wunderbares Erlebnis.

    14:00 ABBY`S, (WEISBROT) etwas zu hohe Stimme ruft freundlich zum Aufbruch auf, GERLACH, SCOTT please come to the embarcation deck. Es schneit immer noch, das Wasser ist fast eisfrei und wir fahren entspannt entlang der Insel und um Eisberge herum, ROBBEN, PINGUINE lassen sich aus der Nähe beobachten, sie beachten uns kaum.

    Wir sind heute mit Ann und David aus Great Britain im Zodiak. Die Beiden haben wir gleich zu Beginn noch auf dem Landausflug kennengelernt und einige Male haben wir gemeinsam gegessen und viel gelacht.

    Ziemlich plötzlich scheint unser Schiff sehr weit weg, was ja kein Problem wäre, aber der Weg dorthin ist durchs Eis versperrt. ABBY, die zum Glück viel Erfahrung hat probiert an den verschiedensten Stellen. Keine Chance, immer wieder bleiben wir stecken. Ein zweites Boot ist noch mit uns eingeschlossen.

    Die beiden Frauen, NICKI SOUNESS (SÜDAFRIKA) und ABBY bleiben ganz ruhig und probieren unaufhörlich bis wir es doch schaffen. Alle anderen Passagiere sind schon längst an Bord.

    Der Tag ist noch nicht zu Ende! Vortrag, Recap.

    Heute gibt es BARBECUE, der große Grill ist an Deck schon hergerichtet.

    Auch SCHAMPUS steht bereit.

    Wir müssen nochmals zurück in die Kabine, wer denkt denn, dass wir im Freien auch sitzen! Alle haben ihre gelben Parkas an? Das gibt es ja nicht!

    Hell ist es allemal obwohl es schon acht ist, aber von gemütlich warm kann nicht die Rede sein. Wetter gibt es hier einfach nicht! Das Essen ist hervorragend, das Fleisch butterweich, die Zähne scheppern sowieso.

    20. Jänner 2018 Samstag

    Auch heute sind wir schon um wieder um 07:30 an Deck. Das Frühaufstehen wird noch zur Gewohnheit!

    Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, es glitzert und funkelt. Wir lassen uns zu hunderten Fotos hinreißen. Eine Landschaft wie im Bilderbuch. Die Eisberge und Eisschollen erscheinen in den seltsamsten Formen und Farben. Weiß, blau, grün, schwarz.

    09:30 austeigen, beziehungsweise einsteigen in die Zodiaks. Nicht vergessen in die Liste eintragen! Meist sind wir zu Zehnt in einem Zodiak.

    Heute scheint das Wasser dunkelblau, das Eis blendend weiß oder blitzblau. Die PINGUINE beobachten uns wie wir sie beobachten. Zahllose ROBBEN ruhen sich auf den Eisschollen aus, nehmen wohl ein gemütliches Sonnenbad. Auch die Kormorane trocknen sich ihr Federkleid auf den Eisschollen.

    Ups hoffentlich haben wir uns genug Sonnencreme ins Gesicht geschmiert!

    Wir treffen unsere Kajakfahrer, die sich natürlich auch über das ruhige Wasser freuen. Christian legt uns zwei gelbe „ TIEFSEEWÜRMER“ ins Boot.

    Über Mittag sind wir kurz an Bord, dann geht es wieder an Land. Es hat sich ein wenig eingetrübt.

    Die PINGUINE und wir watscheln durch den Schnee, hinauf auf einen Hügel, zwecks gutem Ausblick. Bergab haben`s die Pinguine leichter. Sie rutschen einfach am Bauch hinunter und steuern mit ihren Stummelflügeln.

    Die Jungtiere sind hier noch viel kleiner als weiter nördlich und lassen sich im Nest von ihren Eltern wärmen und vor den Raubmöwen beschützen.

    17:45°° sehen wir HUMPACKS, nahe PETERMANN ISLAND.

    Wir sind bis 17:30 unterwegs, danach die übliche Prozedur.

    Zum Ausruhen bleibt keine Zeit, aber dafür sind wir ja auch nicht hier!

    Nach dem Abendessen werden heute die CAMPER ausgeschifft, ohne Zelt, aber mit Schlafsäcken, die auch übers Gesicht gehen und integrierten Thermomatten.

    21. Jänner 2018 Sonntag

    08:00 WHALEWATCHING, zwei große HUMPBACKS schwimmen vorbei.

    Erst ist es noch grau und kalt, doch schon gegen zehn Uhr kommt die Sonne durch und wir genießen ein kurzes Sonnenbad, also nur das Gesicht ist frei, sonst sind wir dick eingepackt.

    Die BRÜCKE ist auf der OCEAN ADVENTURER die meiste Zeit frei besuchbar und das schauen wir uns mal heute an. Der Kapitän, aber auch unsere „Forscher“ schauen immer wieder mal mit dem Fernglas um irgendetwas zu entdecken.

    Am Nachmittag sind wir auf der nächsten Insel Cuverville Island bei den lustigen PINGUINEN: Der Geruch ist überall gleich, uns stört er nicht so. Manche haben damit so ihre Probleme.

    Hier ist mal ein Wal verendet, zwei riesengroße Brustwirbel und Rippen liegen am Strand.

    Wir stapfen wieder auf einen Hügel, sozusagen parallel zu den Pinguinen. Die Pinguine legen oft weite Strecken zurück. Sie haben hoch oben auf den schneefreien Felsen ihre Nester gebaut um die Jungen im „Trockenen“ auszubrüten und die Felsplateaus sind die ersten schneefreien Stellen im Frühling. Der Weg zum Wasser ist für die Tiere oft weit und mühsam.

    Wir finden ein paar kaputte Eier, wahrscheinlich sind diese den Raubmöwen zum Opfer gefallen.

    Die Pinguine unterhalten sich ständig lauthals und bei Sicht eines Raubvogels geht ein ordentliches Gezeter los.

    Nach knapp drei Stunden Landgang freut man sich auf die Jause, die Vorträge, das RECAP und schließlich auf das hervorragende Abendessen.

    Der Chefkoch ist Asiate, die Küche International aber mit asiatischem Einschlag, also köstlich gut gewürzt. Ausnahmslos sind alle Passagiere, wie es scheint, äußerst zufrieden. Immer Fleisch, Fisch, Vegetarisch, Huhn oder Lamm. Auch a la carte könnte man täglich ein Steak oder Lamm bestellen. Die Bedienung ist unglaublich zuvorkommend. Auch die Ober kommen aus den unterschiedlichsten Ländern, jede Hautfarbe ist vertreten, alle sprechen gutes Englisch und begrüßen einem schon mit dem Vornamen.

    22. Jänner 2018 Montag

    Heute ist es soweit, wir betreten das FESTLAND, den KONTINENT ANTARKTIS.

    Wir haben die Fahne dabei! Ein Foto damit gehört dazu.

    Hier sind die CHINSTRAP PINGUINE zu Hause. Sie sind eher klein, wiegen 3-5 Kilogramm. Ihre Jungen sind flauschig hellgrau. Sie haben einen schwarzen Streifen ums Kinn, daher der Name.

    Wir haben genügend Zeit um wieder ein Stück aufzusteigen. Das Wetter ist wunderbar, es ist nicht sehr kalt.

    Nach einiger Zeit wechseln wir vom Festland ins Zodiak, jetzt steigen die letzten drei Zodiakgruppen aus. Es dürfen immer nur maximal 100 Menschen in einer Bucht aussteigen, egal ob am Festland oder auf einer Insel.

    Penibel wird darauf geachtet, dass auch wirklich alle „Umweltschutzgesetze“ befolgt werden.

    Wir fahren mir ROSS (HOWATSON), einem TASMANIER. Ein verwegener älterer Bursche. Er fährt wie der Teufel mit uns weit hinaus, das Wasser spritzt über uns, die Wellen sind hoch. Aber er hat natürlich einen Grund dafür, WALE, HUMPACKS, denen wir ganz nahe kommen. Ein gigantischer Anblick diese riesige Schwanzflosse, nahe am Zodiak.

    Am Nachmittag sind wir mit TOM (MITCHELL), einem Australier unterwegs. Wir umrunden ein altes WRACK, ein TRANKOCHBOOT, das jetzt die Vögel in Beschlag genommen haben. Die Sonne strahlt, das Meer ist ganz klar, dunkelblau. Pinguine, Seehunde, Vögel, alle genießen den schönen Tag.

    Erst um 18°° kehren wir zum Boot zurück, in unsere Kabine 211. Sie wird 2-3 mal am Tag, von MARIA von den Philippinen, geputzt. Sie ist eine der nur vier Frauen der Besatzung.

    Es ist so herrlich, dass wir uns noch in die Sonne setzen, während im Speisesaal schon die Teller zum Abendessen klappern.

    23. Jänner 2018 Dienstag

    Schwarze schroffe, hohe Felsen ragen aus dem aufgepeitschten Meer. Dazwischen weiße Eisberge, die zwischen den Felsen hin und herschwanken und über die hohen Wellen getragen werden. Kalt, windig, aufregend, laut, nass und zeitig in der Früh, vor dem Frühstück!

    Zuerst traut sich keiner der Guides zwischen den Felsen durchfahren, zu sehr tobt das Wasser, zu schnell wechseln die Eisberge die Seite. Dann nehmen sich ABBY und ROSS ein Herz und wir sind mittendrin und schaffen es! Es wird gejubelt!

    Übrigens sitzen wir seit 6 Uhr in der Früh im Zodiak bei Ross!

    Viele ROBBEN liegen faul herum und kümmern sich gar nicht um ihre Besucher und Bewunderer.

    Auch hier schwimmen viele mächtige Eisberge herum mit interessanten Formen, man könnte ihnen Namen geben, nur schauen sie morgen vielleicht schon wieder anders aus.

    Den Nachmittagsausflug unternehmen wir mit DAVID, zuerst die Zodiakfahrt, danach den Landgang.

    Vom Zodiak aus sieht man die roten Felsen und den pechschwarzen Sand besonders gut. Ebenso die vielen Pinguine, Kormorankolonien und andere Seevögel. Die Pinguine auf dem schwarzen Sand machen sich besonders gut.

    Es ist ein vulkanisch aktives Gebiet, hoffentlich sind die Seismologen aufmerksam und warnen uns rechtzeitig!

    Die Insel ist schwarz, die Häuserreste einer ehemaligen Walverarbeitungsstation der Briten steht unter Naturschutz.

    Grabhügel sind zu sehen.

    Am Ufer steigen Nebelwolken auf, das Wasser sprudelt heiß aus dem Sand. Ich hab`s gespürt, mit der Hand probiert, ziemlich heiß sogar!

    24 Jänner 2018 Mittwoch

    Unser letzter ZODIAKTAG!

    Das Wetter ist trüb, wir werden heute von TODD (WEISBROT) durch die vulkanische Landschaft geschippert. Schwarze Felsen. Auf einem Stein in einer kleinen Bucht versteckt ruht sich ein junger SEELÖWE aus. Gemütlich hat er seinen Kopf auf einem Felsen am Ufer hingelegt und schaut uns mit seinen großen Kulleraugen an. Am Ende der großen Bucht kalbt ein riesiger Gletscher, sonst ist nur schwarzes Gestein und schwarzer Sand zu sehen.

    Nach einer Rundfahrt sind wir die zweite Partie zum an Land gehen.

    Wie immer watscheln die Pinguine geschäftig herum und ignorieren uns. Sie müssen auf ihre Jungen aufpassen, da ziemlich viele Raubmöwen sich auf Raubzug befinden. Eine knabbert sogar die Stiefel eines Mannes an.

    Vögel im Anflug bringen die Pinguine zu lautstarkem Gekreische und wenn eine in die Nähe der Nester landet, verteidigen gleich 3-4 Pinguine ihre Gruppe.

    Hier leben unheimlich viele Tiere, in großen Gruppen. Tausende sicher!

    Auch ein paar Skelette und kaputte Eier finden wir. Es kommt mir heute ziemlich kalt vor, aber wahrscheinlich weil immer wieder Nebelschwaden herumziehen, eher ungemütlich.

    14:30 noch einmal werden wir aufgerufen um in die Zodiaks zu steigen und gehen an Land.

    Hier ruht sich eine große SEELÖWEN Gruppe am schwarzen Sandstrand aus. Denen sollte man nicht zu nahe kommen, denn sie können Menschen gefährlich werden, sie schauen zwar plump aus können aber recht schnell sein.

    Verschiedene Pinguinarten leben auch hier friedlich miteinander. Manche Nester sind schon verlassen, andere oft mit Zwillingen besetzt und von den Eltern beschützt. Wieder andere versuchen noch ihre Eier auszubrüten, was aber, so meint PAOLA nicht mehr gelingen wird. Der Sommer geht zu Ende. Wahrscheinlich sind es junge unerfahrene Mütter, oder haben sie ihren ersten Wurf verloren.

    Aus, Schluss, gegen 17°°, richtig für eine gute Jause sind wir Alle an Bord und starten in Richtung DRAKE PASSAGE (manchmal auch DRAKESHAKE genannt wie schon erwähnt), die stürmischste Passage der Welt. Hier liegen zahllose Wracks.

    25. Jänner 2018 Donnerstag

    Viele Passagiere haben wieder Taps hinters Ohr geklebt, unser Schiffsärztin MEGAN DELL hat sicher wieder alle Hände voll zu tun. Viele fehlen bei den Mahlzeiten. Gunther hält ohne Pflaster durch. Es ist um einiges stürmischer als bei der Hinfahrt. Bei der Hinfahrt hatten wir etwa fünf Meter hohe Wellen, was als ruhiges Wasser gilt. Jetzt schaukelt es gewaltig.

    Der Tag vergeht rasch, Vorträge, Fotos, Schläfchen, gut essen, Vögel beobachten.

    26. Jänner 2018 Freitag

    Wir sind an Deck um Delfine zu sehen, aber außer einigen Vögeln lässt sich nichts blicken.

    Wir bekommen eine extra Einschulung wie man die dicken Parkas am praktischsten zusammenlegen kann. Abby zeigt uns die „ideale Kugel“, die ganze Jacke geht in die Kaputze!

    Unser Kapitän fahrt, da wir noch genug Zeit haben, eine Extratour ums CAP HORN. Wir können den Leuchtturm erkennen, aber die Sicht ist äußerst schlecht, schade.

    Nachmittags reißen die Wolken auf, aber richtig sonnig wird es nicht mehr, aber merklich wärmer.

    Vor dem Abschiedsdinner verabschieden sich KAPITÄN SCHW::::………….und die EXPETITIONCREW bei Champagner und Fingerfood. Jeder einzelne hat sein Bestes gegeben und erhält den gebührenden Applaus. Fast ein bisschen traurig obwohl alle lustig und gut gelaunt sind. Es war auch eine wunderbare Reise mit wunderbaren Menschen.

    Von zwei netten Amerikanern werden wir beim Dinner zum „Weinaustrinken“ eingeladen und genießen den Abend bei gutem Essen. Die Nachspeise, mit Schokoladebrunnen wird vor dem Salon serviert.

    Die Crew der Küche, Service, Zimmermädchen ziehen durch den Speisesaal und erhalten ebenso großen Applaus.

    Während all der Tage haben wir nie etwas Negatives oder auch nur eine Spur von Unzufriedenheit hören können, das erlebt man nur einmal im Leben!

    27. Jänner 2018 Samstag

    Ein letztes gemütliches Frühstück, wir haben schon im Hafen von USHUAIA angelegt. Die Ausschiffung geht rasch vor sich. Noch einmal steht das gesamte EXPEDITIONS TEAM am Hafen und winkt allen zu. Ein Bus führt uns aus dem Hafenbereich zu unserm Gepäck.

    Wir wollen gleich mal unser übriges Gepäck nach Hause schicken. So ist unser Plan. Aber auch in Argentinien ist am Samstag nicht alles geöffnet.

    Im „LAS CALAFATES“ haben wir für heute Nacht ja schon vor der Fahrt ein Zimmer reserviert und wir kämpfen uns den Hügel hinauf, duschen und ruhen uns kurz aus.

    Wir buchen einen Bus nach CHILE, PUNTA ARENAS, morgen acht Uhr. Perfekt!

    Wir gehen wieder in das nette Cafe, Lachssalat und Empanadas essen.(deja vue)

    Die Stadt ist uns vertraut.

    Hernando hat uns gebeten für Österreicher aus Zell am See, ihren liegengelassenen Fotoapparat mitzunehmen. Machen wir doch.

    28. Jänner 2018 Sonntag

    Schon wieder so früh aufstehen, ich weiß nicht mir ist gar nicht so gut, schwindelig, im Magen flau, extrem müde. Was ist denn das ? Bin ich landkrank? Es scheint so.

    Ich kämpfe mich hinunter zum Bus und döse mehr oder weniger den ganzen Tag vor mich hin. Zwölf Stunden soll die Fahrt dauern.

    Das erste Stück kennen wir schon von unserem Ausflug, es ist sehr schön, Berge, Schigebiet. Dann wird es eher langweilig, eben, trocken, ein paar Kühe, Schafe. Ganz selten lassen sich VICUNJAS (ähnlich den Alpakas, beide gehören zu den Kamelen) und NANDUS (ähnlich den Straußen) blicken. Kaum mal ein Dorf, selten eine Ranch.

    An der argentinischen Grenze, müssen wir aussteigen, Stempel holen, Gepäck durch den Scanner schicken. Ein Stück weiter an der CHILENISCHEN Grenze, SAN SEBASTIAN, reicht es einen Stempel zu holen.

    Wir überqueren die MAGELLANSTRASSE mit einer Fähre. Ich bin dankbar im Bus sitzenbleiben zu können, mir wird immer übler. Neben unserem Bus steht ein Schaftransporter. Ob das wohl ihre letzte Reise ist, frag ich mich. Das hebt meine Stimmung auch nicht gerade.

    Wir haben FEUERLAND verlassen und sind jetzt in PATAGONIEN.

    Wir kommen halbwegs pünktlich in PUNTA ARENAS an. Es sind etwa 800 Meter zu unserem Quartier. Gunther schleppt unser ganzes Gepäck, ich schlepp mich, erbärmlich!

    Mir gefällt das Dachbodenzimmer im SAMAREE HOUSE. Immerhin es hat einen schönen Ausblick und viel Schnickschnack in rosa. Wir haben zwar ein Gemeinschaftsbad, aber nur mit einem anderen Zimmer. Gunther stört das ziemlich. Ich will und kann darüber gar nicht nachdenken, ich hüpf unters Wasser und ins Bett.

    29. Jänner 2018 Montag

    Das Frühstück gibt es in der Küche des Hauses für alle an einem großen Tisch. Oh jetzt verstehen wir noch weniger als zuvor, sie sprechen ja hier portugiesisch!

    Mir tut das Frühstück gar nicht gut, ich verkrieche mich wieder ins Bett und schicke Gunther alleine los. Er schnürt das Paket, gibt es auf (140€, ob es das überhaupt wert ist?), sieht sich die Stadt an, isst in einem netten Beisl und organisiert für morgen zu Mittag eine Busfahrt nach PUERTO NATALES.

    Ich bin sehr dankbar, dass ich den ganzen Tag schlafen darf, den Ausblick in Richtung Meer hab ich vom Bett aus. Bequemer geht es gar nicht!

    Punta Arenas hat ein paar schöne Gebäude, einen neuen Stadtteil, mit Shops am Kreuzfahrthafen, wo schubweise tausende Touristen auf einmal für kurze Zeit ans Land entlassen werden und die Gegend überfluten. Danach ist wieder Ruhe in der eher ruhigen uninteressanten Industriestadt.

    30. Jänner 2018 Dienstag

    Wir packen gemütlich und spazieren langsam zur Busstation. Es geht mir schon recht gut.

    13°°Abfahrt, heute soll es nur knapp vier Stunden dauern ( etwa 250 km), das ist ja praktisch gar nichts!

    Die Landschaft ist etwas grüner, wenig Verkehr, lange gerade Straßen. Relativ viele Radfahrer sind unterwegs. Wir bewundern sie, wie sie sich durch den enorm starken Wind kämpfen. Zeitweise müssen sie auf der ebenen Straße absteigen und schieben.

    Der Wind pfeift schon mal mit 200 Stundenkilometer über die Pampas.

    Von Weitem sehen wir schon den kleinen Ort PUERTO NATALES, ist ja noch kleiner als PUNTA ARENAS! Wo sind wir denn da gelandet! Wir hatten eine ganz andere Vorstellung, also doch wieder in der PAMPAS.

    Gunther hat ein ganz neues, das HOTEL AMERICA“ vorreserviert, sehr schön, freundliche Hosts, die gut englisch sprechen. Pensionisten die sich viel Arbeit „gekauft“ haben.

    Unser erster Weg führt in die Wäscherei, 17°°, um 21°°wäre alles fertig, 6€. Ein gutes Service.

    Wir spazieren durchs Zentrum, durch die Einkaufsstraße. Viel Trekking- und Sportartikel, geführte Wanderungen und Kitschsouvenirs werden angeboten. Aber eine durchaus sympathische „Stadt“.

    In einem typisch chilenischen Restaurant essen wir typisch Chilenisch. Also Gunther zumindest, mir geht nur soweit besser, dass mir das Bier wieder schmeckt. Gunther`s „Grill-Wurst-Fleisch-Gemüse- Ei-Käse-Gurkerl, Avocado Teller“ ist eine Riesenportion und sehr gut. Ein richtig deftiges Winteressen.

    31. Jänner 2018 Mittwoch

    Der Wind pfeift uns um die Ohren, die Wolken treiben rasch vorbei, manchmal wärmen uns ein paar Sonnenstrahlen. Wir spazieren ans Meer. Auch hier leben SCHWARZHALSSCHWÄNE.

    Es gibt nur niedrige Häuser, meist aus Blech oder Holz, oft bunt gestrichen, oft verlassen.

    Puerto Natales ist übrigens die Hauptstadt der Provinz „ULTIMA ESPERANZA“. (War wohl für einige die letzte Hoffnung)

    Die wenigen Ureinwohner dieser Gegend gehören dem Stamm der AONIKENK an.

    Ein modernes Museum ist in einer alten Halle untergebracht. Der „KORMORANSTEG“ ist das Wahrzeichen der Stadt. Eine große Kolonie KINGS-KORMORANE sind hier zu Hause.

    Langsam wird uns zu kalt und wir flüchten ins „The Coffe Maker“ genießen den Ausblick auf die stürmische See und den heißen Kaffee.

    Ein zweites Mal kehren wir heute noch für eine heiße Suppe ein.

    01. Februar 2018 Donnerstag

    Mir geht es zwar schon merklich besser, aber für eine lange Wanderung doch noch zu schlecht.

    Gunther macht sich um 7°° allein auf den Weg zum Busbahnhof. Um 7:30 geht der Bus in den Nationalpark „TORRES DEL PAINE“. Es sind ungefähr 120 km bis dorthin, der Bus braucht ca. 2 Stunden. An der Kreuzung Lago AMARGO ist der Parkeingang. Gunther: dort muss ich erst einmal 21.000 Pesos Eintritt zahlen und ein Formular mit meinen Daten ausfüllen.

    Ein schon etwas in die Jahre gekommener Shuttle-Bus bringt mich dann um 12.000 Pesos (Hin/Retour) zum Hotel „LaTorre“ wo ein Einstiegspunkt in das Wanderwegenetz ist.

    Dort erwartet mich erst einmal eine Enttäuschung. Der Weg zum „MIRADOR BASE DEL TORRE“ ist heute gesperrt, weil der Wind zu stark bläst. Die Dame empfiehlt mir eine Wanderung entlang des „LAGO NORDENSKJÖLT“. Ich mache mich in die Richtung auf, sehe dann aber, dass jede Menge Wanderer doch den Weg zum „MIRADOR BASE DEL TORRE“ nehmen. Also gehe ich auch diesen Weg. Nach einem recht anstrengenden 1,5 Stunden Anstieg bis zum „REFUGIO CHILENO“ ist dann doch Schluss, weil der Wind mit so einer Wucht vom Berg herunterbläst, dass man sich kaum noch auf den Beinen halten kann. Ich kehre um fast bis zum Ausgangspunkt und wandere dann noch einige Zeit dem Seeufer entlang nach Westen.

    Ich, Ilse schlafe lange, frühstücke gemütlich und gehe zu einem Aussichtspunkt über die Stadt. Es ist nicht weit, die Sonne lacht immer wieder kurz, der Wind beutelt mich ordentlich hin und her. Trotzdem tut es mir gut und ich fühle mich wohl. Es ist nicht viel los, aber immer wieder kommen Leute vorbei und ich hab Zeit sie zu beobachten.

    Ein langer Mittagsschlaf gibt mir Kraft um nochmals in Richtung Zentrum zu spazieren. In einem kleinen Cafe gönn ich mir eine Spargelcremesuppe, ich glaub das war eine große Dose. Ich esse fast eine Stunde dran.

    Bis Gunther kommt lieg ich schon im warmen Bett.

    02. Februar 2018 Freitag

    Um 10°° räumen wir unser Zimmer und spazieren zur Christusstatue, wo ich gestern lange saß. Dort beobachten wir die wenigen Leute die über den prachtvoll angelegten Boulevard heraufkommen oder hinuntergehen. Um 12:30 holen wir unser Gepäck aus der Unterkunft. Die Hausfrau bietet uns an, dass ihr Sohn uns zur Busstation bringt. Es ist zwar nicht weit, aber wir nehmen trotzdem gerne an (weil Ilse findet, dass das „so ein schöner Bursche“ ist, noch dazu Zahnarzt in Spe).

    Um 14°° geht unser Bus (ZAAHJ Company)), nach EL CALAFATE. 5 Stunden Fahrt durch schier endlose Pampa liegen vor uns. Nach kurzer Fahrt kommen wir an eine Kreuzung, biegen nach rechts auf eine Schotterstraße, Richtung CERRO CASTILLO ab. Wir sind gleich mal an der CHILENISCHEN GRENZE. Wieder müssen wir, diesmal nur mit Pass aussteigen. Der strenge Fahrer erklärt uns, PASSAPORTE SI, CAFETERIA NO! Wir haben ja noch weit.

    Der Grenzzaun ist ein Schlagbaum, der mit einem kleinen Vorhängeschloss, das bei jedem Auto von einem Grenzgendarmen auf- und zugesperrt wird. Auch ein interessanter Job. Zugegeben viele Autos fahren nicht über die Grenze.

    Irgendwann kommt dann natürlich auch die ARGENTINISCHE STATION, aussteigen, STEMPEL in den PASS. Der Wind ist extrem stark, man kann sich kaum vorwärts bewegen!

    Während der Weiterfahrt kommen wir nur einmal an einer Tankstelle und einmal an dem verschlafenen Ort Esperanza vorbei. Die riesigen Rinderherden, die wir eigentlich hier erwartet haben gibt es nicht. Nur ganz selten gibt es irgendwo eine kleine Herde von vielleicht 100-200 Rindern oder Schafen. Wahrscheinlich leben die meisten ESTANCIAS schon mehr vom Tourismus.

    Unmerklich haben wir an Höhe gewonnen, denn plötzlich geht es in Serpentinen bergab in einen riesig breiten Canyon. Die Farben ändern sich, rot, grau, schwarze Felsen, Erinnerungen an amerikanische Canyons werden wach.

    Im Tal liegt der blau glänzende LAGO ARGENTINO.

    Um 19:30 kommen wir in CALAFATE (TIERRA DE GLACIARES) an. Wie sieht es denn da aus!

    Nur staubig, ein paar breite Straßen, die eigentlich nirgends hinführen mit enorm hoher Straßenbeleuchtung, sehr eigenartig. Einige Häuser im Nirgendwo irgendwo verstreut. Die Gegend heißt alter Flughafen, ah alles klar! Es sind die ehemaligen Pisten des alten Flughafens, den man weiter weg verlegt hat und die Pisten jetzt als Straßen verwendet

    Zu unserem Quartier, einem geräumigen Appartement haben wir nicht weit, halt über die Pisten und durch den Staub.

    Der Sohn des Hauses zeigt uns alles und empfiehlt uns zwei Lokale im Ort zum Abendessen. Diesmal gefällt es mir nicht, es ist sehr eigenartig, das Haus im Bau (Umbau?), das Appartement aber doch schon etwas abgewohnt. Der schon fast übliche Wasserschaden ist auch hier präsent, wie meistens im Bad.

    Wir entscheiden uns für das Restaurant „LA CANTINA“. Also gehen wir Richtung Zentrum, es geht steil bergab und da liegt sie, die Stadt am LAGO Wie eine „OASE“ ziemlich grün. Als wir ins Ortszentrum kommen verschlägt es uns fast die Sprache. Ilse sagt immer wieder „Das ist ja wie in Lignano“. Ein Souvenirgeschäft, Tourenveranstalter, Restaurant, Kaffee, Eisgeschäft, … reiht sich ans andere. Wir spazieren durch den halben Ort bis zum Lokal. In der kleinen „LA CANTINA“ werden wir freundlich bedient, bekommen hervorragende Steaks und gutes Bier aus der hauseigenen Brauerei. Es war ein guter Tipp, der Hatscher hat sich gelohnt. Hier, ein Stückerl oberhalb der Hauptstraße verirrt sich kaum ein Fremder her.

    Am Nachhauseweg gönnt sich Gunther noch ein Eis und gegen 23°° fallen wir ins Bett.

    03. Februar 2018 Samstag

    Um 10°° spazieren wir in den Ort. Ilse bekommt bald wieder Rückenschmerzen und wir setzen uns in ein Kaffee. Essen einen guten Reis-Thunfisch-Hühnchen-Salat mit Cola, Mineralwasser und hervorragendem Kaffee.

    Um 13°° nehmen wir einen Shuttle-Bus zum GLACIARIUM. Dieses moderne Museum über das Süd- und Nordpatagonische Eisfeld gibt einen tollen Einblick in die Entstehung und Erforschung der großen Zahl an Gletschern die es hier gibt. Das Nordpatagonische Eisfeld erstreckt sich über 100 km hauptsächlich auf chilenischem Gebiet, das Südpatagonische Eisfeld ist über 300 km lang und liegt zu einem Großteil auf argentinischem Gebiet. Auf beiden Eisfeldern gibt es eigenartigerweise Gletscher die dramatisch abschmelzen, aber auch Gletscher die schon über lange Zeit immer noch wachsen oder zumindest konstant bleiben.

    Vor dem Museum sind ein paar CALAFATES reif, die wir kosten. Wie Heidelbeeren mit einer Unmenge an größeren spitzen Kernen. Viel Fleisch ist da nicht dran und schmeckt etwas herb. Sicher ist viel Vitamin C drinnen.

    Manchmal haben viele Touristen auch einen Vorteil, im Ort gibt es köstliches Eis.

    04. Februar 2018 Sonntag

    Lange geschlafen, Frühstück in unserem Appartement.

    13°° Abfahrt vom Busbahnhof in den PARQUE NACIONAL LOS GLACIARES. Dort zuerst Kaffee getrunken und gute Brownies gegessen.

    Tolle Wanderung über die Stege immer mit Blick zum Gletscher. Der PERITO MORENO GLETSCHER fließt mit einer Geschwindigkeit von 2 Metern pro Tag in den LAGO ARGENTINO. Immer wieder kalbt er donnernd ins Wasser. Wie schon mehrmals in den vergangenen Jahrzehnten sperrt er auch jetzt gerade wieder den Abfluss des Sees BRACO RICO. In diesem Teil steigt das Wasser jetzt solange bis es einen Teil der Gletscherzunge hochhebt und sich das Wasser darunter einen Tunell bohren kann. Dieser Tunnel wird durch das darin herabfallende Eis immer größer bis sich nach Tagen ein gewaltiges Tor bildet das dann in einem beeindruckenden Naturschauspiel in sich zusammenbricht.

    ( kurz nach unserer Heimreise passiert dies Mitte März, es ist ein Artikel darüber im Standard zu lesen, samt Video)

    Wir können uns gar nicht sattsehen, ein Wunder, so ein riesiger Gletscher. Immer wieder fallen große Brocken ins Wasser, es „donnert“, Wellen breiten sich aus.

    Um 18°° Rückfahrt nach EL CALAFATE. Im Ort ausgestiegen und noch ein Eis geschleckt. SCHWEIZER BANANE! Das soll mir einmal Einer erklären. und dann haben wir Ravioli fürs Abendessen gekauft. Zu Hause gekocht und gut gegessen, mit Bier und Wein. In der Nacht hört Gunther einmal den Regen prasseln.

    05. Februar 2018 Montag

    Lange geschlafen, restliche Ravioli mit einer Tomate im Mikro gewärmt, hat ein wunderbares spätes Frühstück ergeben. Wir können bis 12°° im Zimmer bleiben und es geht sich gerade aus, dass wir bis 5 vor 12 fertig werden.

    Marschieren zum Busbahnhof und warten dort eine Stunde bis zu unserer Abfahrt nach EL CHALTEN. Die Busse sind fast immer voll. CHALTENTRAVEL COMPANIE ist es heute. Wir nehmen immer einfach was fährt ohne lange die Companies zu vergleichen und lange umher zu suchen.

    Lange Zeit ist es eben, PAMPA halt . Dann erblicken wir im Hintergrund die Anden. Wir fahren entlang des LAGO VIEDMA (80 km langer Gletschersee, PROVINZ SANTA CRUZ) auf der RUTA 40.

    Die Anden rücken näher, in EL CHALTEN am Ortsanfang ist das NATIONALPARK GEBÄUDE vor dem der Bus hält. Alle müssen raus und sich den „Vortrag“ über Wanderrouten und Verhaltens-Codices anhören! Gerade, dass man es nicht auswendig lernen muss. Aber ist schon richtig auf die Natur zu achten.

    Über eine Brücke über den RIO FITZ ROY kommen wir zum Busbahnhof, wo sich relativ viele „Bergsteiger“ tummeln. Oh vielleicht sollte wir uns auch gleich um die Weiterfahrt kümmern, bei dem Betrieb, damit wir hier nicht stecken bleiben.

    Gut, am Freitag um 9°°nach BARILOCHE buchen wir. Kaum die Tickets in der Hand kommen wir drauf, dass es ein Nachtbus um 9pm ist. Auch gut, wir haben ja genug Zeit.

    Gunther hat wie immer das absolut richtige Quartier über booking.com. vorreserviert.

    Ein geschmackvolles, ganz neues Haus „ KAU SI AIKE“. Die Zimmer eher klein, aber modern, sauber, mit Wasserkocher. Wir wohnen im ersten Stock, mit kleinem Balkon und vom Bett aus könnten wir, falls einmal die Wolken weg wären den FITZ ROY sehen. Leider kommt das aber ganz selten vor, werden wir aufgeklärt.

    Wenn wir nichtmüde sind könnten wir noch eine kurze Wanderung zu einem Wasserfall machen meint IVO, der Sohn des Hauses.

    Na gut, dann gemma halt. Müde sind wir zwar, aber nach dem Busfahren ist Bewegung allemal gut.

    Ein ganz schöner Hatscher, wenn man bedenkt, dass es schon früher Abend ist. Aber vor 21°°bekommt man ohnehin nichts zu essen und hell ist ja noch. Wir gehen durch den langgestreckten Ort. Eigentlich eher eine Ansammlung von Hostals, Hotels, B&B, Rooms, Cafes, Restaurants, Grilllokale, Bierlokale, Touranbieter……..aber irgendwie viel sympathischer als Calafate. Hier ist alles einfacher, mehr selbstzusammengeschustert, nicht so up market.

    Der Weg zum „CHORRILLO DEL SALTO“ führt am Ende des Ortes in den PARQUE NACIOLAL GLACIARES. Entlang des „RIO LAS VUELTAS“. Der Fluss ist über die Ufer getreten, der Weg ein wenig umgeleitet.

    Lang hören wir schon das Wasser rauschen, bevor wir den Wasserfall sehen. Toll! Erstaunlich viele Leute sind noch da. Auch wir setzen uns gemütlich auf die großen Steine und genießen den Anblick und das Rauschen.

    Am Retourweg können wir einen Fuchs, der vor uns auf der Straße läuft beobachten. Er kackt mitten auf die Straße ganz schwarz, hat wohl viel Calafates gefressen?

    Sieben Kilometer zeigt unser Handy an. Für einen kurzen Spaziergang ganz schön weit. Die Wolken haben ein wenig aufgerissen und man sieht den „POINCENOT“, den wir, wie so manch andere auch zuerst für den FITZ ROY halten. Leider nein. Mir gefällt er aber trotzdem sehr gut. Mit seinem riesigen steilen Eisfeld ist er beeindruckend.

    Von einem Lastwagen im Ort werden frische große Zwetschgen verkauft. Auch wir nehmen welche mit. Köstlich!

    Ein gutes Abendessen im Grill-Lokal vis avis haben wir uns redlich verdient. Großartig, das Fleisch ist butterweich, mager, die Gemüse Grillplatte ein Gedicht, ebenso die Eis- Kuchen Nachspeise. Der Chef, ein alter Hippie, die Musik dementsprechend gut.

    06. Februar 2018 Dienstag

    Nach einem guten Frühstück mit selbstgebackenen Kuchen, brechen wir zur Wanderung auf.

    Gunther hat schon eine Route gewählt, den „SENDA A LAGUNA TORRE“. Der Weg ist gut markiert, die Sonne lacht, der Wind bläst nicht allzu wild, die Sicht auf die Berge ein Traum. Teils geht es steil bergauf, dann wieder folgt ein flacheres Stück, dann in eine Senke, also immer auf und ab, aber schon merklich mehr bergauf in Richtung Berge und Gletscher. Beim ersten MIRADOR sieht man tief hinunter in eine Schlucht, zu einem Wasserfall. Über uns kreisen zwei CONDORE, so elegante Vögel! Wie sie sich fast ohne Flügelschlag mit der Thermik bewegen.

    Je höher wir kommen desto mehr ziehen Wolken auf, gerade, dass wir noch einen schönen Blick zum GLETSCHER erhaschen, dann zieht es zu.

    Ich hab eigentlich schon genug und setze mich auf einen Stein um meinen Proviant zu verzehren und den Ausblick zu genießen.

    Gunther geht noch 1 ½ Stunden weiter zum Gletschersee mit seinen kleinen EISBERGEN.

    Als der Wind auffrischt und mir langsam kühl wird, mach ich mich auf den Retourweg. Beim vereinbarten Treffpunkt fängt es zu regnen an. Ich male einen Pfeil in den Sand mit Ilse drunter, das wird Gunther schon finden, wenn er schon mich dort nicht findet.

    Er sieht den Pfeil zwar nicht, aber holt mich schließlich doch ein.

    Ziemlich erledigt kommen wir gegen 18°°heim.

    Wir gehen wieder vis a vis essen, es ist ja sehr gut und der Hauptvorteil, es ist nicht weit, schonend für unsere müden Füße.

    07. Februar 2018 Mittwoch

    EL CHALTEN bezeichnet sich als die Hauptstadt des Trekking. Auf der Hauptstraße steht ein überdimensionaler Holzrucksack. Alles im Ort hat mit Wandern und Freizeitsport zu tun.

    Wir spazieren über den RIO FITZ ROY, zum NATIONALPARKHAUS, schauen uns die dort ausgestellten Tiere und Beschreibungen noch einmal an und gehen durch den kleinen, nicht sehr gepflegten „botanischen Garten“. Immer gibt es was zu erfahren und wir erkennen dann doch so manches Gewächs im Wald wieder. Auch die medizinische Verwendung ist beschrieben. Leider sind die meisten Blumen schon verblüht, Mitte März ist die Saison zu Ende, Sommerschluss, sozusagen!

    Gleich hinter dem INFOHAUS geht unsere heutige Wanderung zu zwei Aussichtspunkten los. Auch hier ist der erste Teil mit Beschreibungstafeln über CONDORE markiert. Tatsächlich können wir diese tollen Flieger über unseren Köpfen kreisen sehen.

    Der erste Weg führt anfangs steil, dann relativ eben über ein schönes Plateau zum MIRADOR DE LAS ÄQUILAS ,mit Blick über den LAGO VIEDMA. Das blaue Wasser passt zu den rötlich, schwarzgrauen schroffen Felsen.

    Natürlich pfeift der Wind da oben, aber wir finden ein halbwegs windstilles Plätzchen zum Picknick unter einem großen Stein, mit Ausblick über den großen See. Sogar die Eisberge in der Ferne können wir erkennen. Der VIEDMA Gletscher ist hinter einem Bergrücken versteckt.

    Am Gipfel mit Ausblick über EL CHALTEN kann man sich kaum gegen den Wind halten. Im Wind kühlt man schnell aus, aber beim Abstieg können wir uns wieder rasch an einem windgeschützten Sonnenplätzchen wärmen.

    Von Tag zu Tag wird das Wetter besser, vielleicht haben wir doch noch Glück und freie Bergsicht?

    Patricia unsere reizende Vermieterin fiebert mit uns.

    08. Februar 2018 Donnerstag

    Auch für heute hat Gunther, mein Pfadfinder einen Pfad ausgesucht. Heute wird es wieder anspruchsvoller. Durch den Ort bis zum Eingang in den Park, dann links gleich ordentlich steil bergauf zu einem Plateau mit schönen Blick ins Tal zum Fluss „RIO LAS VUELTAS“, dann in Richtung „LAGUNA DEL PATO“. Chile ist nur mehr etwa 60km weg. Am Plateau kann man sich vor lauter „Windböen“ kaum halten. (diese haben schon an die 150-200 km/h)

    Bis wir den ersten MIRADOR schaffen ändert sich das Wetter schnell, eben hatten wir einen halbwegs guten Blick zu einem Gletscher, schon ziehen Wolken auf, Nebel legt sich über die Berge und aus ist es.

    Ein Stück gehen wir noch gemeinsam weiter, dann trennen wir uns an einer Weggabelung. Gunther geht noch bis zum „CAMPING RIO BLANCO“. Ich in Richtung „wilden“ CAMPINGPLATZ. Dort wollen wir uns in etwa zwei Stunden wieder treffen.

    Erstmal leg ich eine Pause ein, unterhalte mich ein wenig mit einem jungen freundlichen „feschen‘ Brasilianer.

    Der Weg ist gut markiert, die Sonne kommt wieder durch und ich mache nochmals eine gemütliche Rast am CAMPGROUND am SEE, esse meinen Proviant auf, beobachte die Ameisen, die Vögel, das Wasser, die Enten……

    Nach dem das Wetter wieder umschlägt, treibt mich die Kälte weiter, Gunther wird mich schon finden! Nach einem Drittel vom Weg etwa holt mich Gunther wirklich ein. Ich liege gerade gemütlich auf einem umgefallenen Baum, wie in einem Bett.

    Wir entdecken zwei rotköpfige MAGELLANSPECHTE. Sie lassen sich durch uns beim Klopfen an den Bäumen nicht stören. Sie sind die größte Spechtart Südamerikas.

    Zurück im Hotel setze ich mich mit meinem Kaffee noch auf unseren Balkon, ein wenig Sonne tanken. Die Wolken geben den FITZ ROY nicht und nicht frei!

    In einem kleinen Kaffee essen wir heute fleischlos, was gar nicht so einfach zu kriegen ist.

    09. Februar 2018 Freitag

    Wir haben noch einen Wandertag mehr, da der Bus ja über Nacht fährt. Das nützen wir. Wir wollen dem FITZ ROY noch näher als bisher kommen. Das Besondere wird wahr, ein zu Beginn schon sonniger Tag wird bis am Abend wolkenlos.

    Bis 14°° dauert es, immer wieder umhüllt eine Wolke den steilen Gipfel des FITZ ROY, man kann ihn schon erahnen……, dann ist es endlich soweit!

    Wieder geht Gunther noch ein Stückerl weiter, ich lege mich ins Gras, in den Windschatten eines Strauches und genieße den Blick auf Felsen und Eis.

    Das ganze Massiv ist wolkenfrei zu sehen. Das kommt nur wenige Tage im Jahr vor. Die Gipfel haben klingende Namen, FITZ ROY (3375m), POINCENOT (3003m), SAINT EXUPERY, INNOMINATA, MERMOZ, GUILLOUMET (2500m). Zu Hause freut sich Patricia mit uns!

    Es ist unglaublich! Wir lesen im Internet die interessanten Geschichten der Erstbesteigungen. Erst in den 60igern gab es gelungene Expeditionen hierher. Manche Bergsteiger haben mehrere Versuche unternommen um diese steilen Gletscher zu bezwingen. Sogar mit Hilfe von Schlagbohrmaschinen!

    Ein letztes Foto wollen wir noch machen und warten bis die Sonne hinter einem Gipfel verschwindet. Da kommt plötzlich ein GÜRTELTIER, das wohl sein Abendessen sucht, an uns vorbei. Ich dachte, dass man die nie zu sehen bekommt. Eine echte Überraschung!

    Erschöpft stärken wir uns in „unserer“ Bar. NICO, der zweite Sohn des Hauses bietet ein „special offer“ um 120 Pesos Pizza und ½ Bier an. Es ist so warm, dass wir in der Abendsonne draußen essen!, natürlich im Windschatten und mit Anorak. Der freundliche Haushund, ein Golden Retriever, leistet uns Gesellschaft.

    So jetzt ist Zeit Abschied zu nehmen.

    21°°fährt der Bus „MARGA TAQSA“ ab. Wir sitzen im oberen Stock, erste Reihe.

    Die lange Fahrt bis BARILOCHE haben wir geteilt, da wir denken zwölf Stunden sind genug.

    10. Februar 2018 Samstag

    Halbwegs ausgeschlafen kommen wir in PERITO MORENO, eben etwa am halben Weg nach BARILOCHE an.

    Wo sind wir denn da gelandet? Ein Ort in dem absolut nichts los ist. Der Tag ist uns gerade Mal zwei Fotos wert, eines vom Straßenschild, eines von Gunthers Blase am linken großen Zeh!

    Aber das Hotel „KEELMAN“ ist relativ neu gebaut, das Zimmer, ein übliches Hotelzimmer.

    Wir gehen mal unter die Dusche, schlafen ein wenig nach.

    Ein Cafe suchen wir vergeblich, die Lagune ist ausgetrocknet, die meisten Läden sind geschlossen. Außer bei den Geldautomaten ist kaum jemand zu sehen.

    Na dann legen wir uns halt nochmal hin.

    Dem Hotel angeschlossen ist ein Restaurant und wir sind die ersten Abend-Gäste. Zum Glück, denn sonst müssten wir noch länger warten. Das Essen ist keine Sensation, trotzdem füllt sich das Lokal. Ist wohl das Einzige im Ort.

    11. Februar 2018 Sonntag

    Das Frühstück passt. Ich mache uns einen köstlichen Obstsalat, es ist alles da, natürlich auch DULCE DE LECHE und MEDIALUNES, was will man als echter Argentinier mehr.

    Durch den verschlafenen Ort gehen wir wieder zu Fuß zum Busbahnhof.

    Diesmal ist das erste Mal, dass der Bus (MARGA TAQSA) verspätet kommt. Etwa zwei Stunden verzögert geht es los, also so gegen 11°°.

    Oh nein, das auch noch! Wir sitzen getrennt.

    Ich wähle den ersten Stock, letzte Reihe. Diese teile ich mit einer sehr netten jungen Frau aus San Francisco. Gunther sitzt unten direkt hinter dem Chauffeur.

    Die Landschaft zieht vorbei, die Minidörfer sind uninteressant, aber die Landschaft wird ein wenig fruchtbarer, hügeliger und grüner.

    Im Hippiedorf „EL BOLSON“ wie im Lonley Planet steht, steigt die Amerikanerin aus, es ist schon nach 21°°, es wird gerade finster. Vom ehemaligen „Hippiedorf“ ist nichts geblieben, ein Lokal neben dem anderen, sieht eher wie Lignano oder Jesolo, halt mit Hügeln statt Strand, aus. Wir sind froh, dass wir uns nicht für hier entschieden haben.

    Ich wandere zu Gunther hinunter. Es sind schon viele leere Sitze.

    Noch ca. 140km haben wir vor uns, leider sieht man nichts mehr.

    Bei unserer Ankunft in SAN CARLOS DE BARILOCHE ist es schon nach Mitternacht, also müssen wir wohl ein Taxi nehmen, das uns zu unserem Quartier bringt. Hoffentlich schlafen die noch nicht?

    Das Haus schaut ja nicht gerade toll aus, aber es wird uns wenigstens geöffnet.

    Nein nicht auch das noch! Ein Problem mit dem Zimmer (wohl nicht mehr frei)! Aber der Chef hat, trotz später Stunde, alles im Griff.

    Er führt uns mit seinem Auto zu einer Jugendherberge, kauft uns ein großes Bier und zeigt uns das Zimmer im zweiten Stock. Was soll man sagen, ein breites Bett, ein Stockbett, ein Bad. Es wurde auch schon mal geputzt, aber es ist schon jahrelang in Verwendung. Um ein Uhr nachts zu diskutieren ist Unsinn. So ergeben wir uns dem Schicksal, trinken rasch unser Bier und schlafen schnell ein.

    12. Februar 2018 Montag

    Überraschung wir bekommen sogar ein Frühstück, müssen zwar das Geschirr selber abwaschen, aber immerhin.

    Da ist ja schon unser Vermieter, holt unser Gepäck ab und empfiehlt uns auf den Hausberg, den CERRO OTTO mit der Seilbahn zu fahren und oben herumzuwandern und den Ausblick über die Stadt und den See zu genießen. Gute Idee, es ist wunderbares Wetter.

    Wir kaufen ein Picknick, gehen ins Zentrum, zum Hauptplatz, zur Touristeninformation.

    Ein hübscher Ort, man meint in der Schweiz zu sein. Er liegt am See LAGO NAHUEL HUAPI, rundum Berge, grün. Die Stein-Holzhäuser sind sehr gepflegt. Die vielen Geschäfte auf Touristen zugeschnitten, aber irgendwie sympathisch.

    Am Hauptplatz kann man sich mit einem BERNHARDINER, mit FASS um den Hals, fotografieren lassen. Sei typisch für hier. Ich dachte das kommt aus den Schweizer Bergen?

    Der gratis Zubringerbus zur Talstation hat zwar etwas Verspätung, aber der Tag ist ja lange.

    Die Viersitzer Gondelbahn stammt aus dem Jahr 1971-1972 und erscheint uns völlig überaltert. Die Seile und Gondeln stammen aus Österreich (FA. KINAST VIENA Korneuburg).

    Der Blick ist großartig. In der Bergstation ist ein Museum. Eigenartiger Weise mit nachgemachten, originalgroßen Skulpturen von MICHEL ANGELO, wie sie ihn schreiben. Sehr komisch!

    Eine Weile beobachten wir, mit vielen anderen ,wie Paragleiter sich über eine Felskante hinabstürzen, dann gehen wir durch den Wald mit schönen Blumen und vielen Hummeln, Farnen und Baumpilzen den unheimlich staubigen Weg bis zum PIEDRA HASBURGO, einem Felsgipfel. Tapfer keuchen wir hinauf, der Blick lohnt sich. Es ist ziemlich warm geworden und wir halten unsere Mittagsrast mit Picknick im Windschatten. Windstille kennt man in Argentinien nicht!

    Im Bergrestaurant verwöhnen wir uns mit Kaffee und Lemonpie. Oh das Restaurant dreht sich und zwar schnell auch noch!

    Jetzt wird es spannend, wie wird wohl unser Zimmer aussehen?

    Eine schöne Überraschung. Im ruhigen Hinterhof steht ein neues Wohnhaus mit sechs Zimmer.

    Ganz modern, sehr geschmackvoll, schnell ist die letzte Nacht vergessen und wir fühlen uns wohl.

    Fürs Abendessen haben wir am Heimweg am Nachmittag schon ein nettes Lokal ausgesucht. „LA JIRAFA“ sperrt erst um 20:30 auf. Wir nehmen den schönsten Tisch, im ersten Stock bei offener Balkontüre. Die Forellen sind ausgezeichnet.

    Die Gäste kommen spät, auch Familien mit Kindern, wie unsere, kommen oft erst gegen 22°°ins Restaurant und das Essen dauert erfahrungsgemäß immer relativ lange. Knapp vor dem Verhungern wird aufgetischt.

    13.Februar 2018 Dienstag

    Die „Durchwanderung“ des LLAOLLAO Nationalparks steht auf unserem Plan. Mittlerweile habe ich leider Druckstellen auf meinen zarten Knöcheln, da muss ich ordentlich die Zähne zusammenbeißen, sosehr schmerzt s. Weder dicke Socken noch Pflaster helfen.

    Bei der COLONIA SWIZZA (ein ehemals Schweizer Dorf, starten wir die Runde. Das erste Stück geht der Straße entlang, aber es ist zum Glück wenig Verkehr und die Argentinier fahren an und für sich sehr rücksichtsvoll, erst recht in den Parks.

    In der größten Hitze (es ist tatsächlich heiß!) stapfen wir im CEMENTERIO DE MONTAHNES herum, wo viele Bergsteiger begraben sind. Er liegt ein wenig abseits von der Straße, an einem steilen Felsen.

    Die Natur ist einmalig, schon ein wenig wie bei uns in der Steiermark oder Tirol, aber irgendwie kräftiger, mehr urwaldmäßig. Die Seen haben ein dunkles Blau.

    Es gibt einen „BOSQUE DE ARRAJANES“. Diese Bäume sind endemisch in Argentinien und Chile zwischen dem 33°-45° Breitegrad Süd und haben eine zimtartige rötliche Rinde.

    Andere charakteristische Bäume sind noch, COLIHUE (Art Bambus), QUINTRAL und CIPRES DE LA CORDILLERA.

    Wie bisher sind auch hier die NOTOFAGUS ANTARCTICA, die Scheinbuchen am häufigsten vertreten. Sie werden trotz des starken Windes bis 35 Meter hoch und sind mächtig dick.

    Wir legen viele Kilometer zurück und zurück in der Stadt bin ich nahe am Zusammenbruch, keinen Schritt kann ich mehr……

    Wir kehren gleich im MANUSH ein. Das beste Lokal mit unzähligen selbstgebrauten Bieren. Bierbrauen dürfte hier in großer Mode sein.

    Die Scampi sind ein Gedicht.

    So gestärkt schaffe ich doch noch den Hügel, die Stiegen zu unserem Haus.

    14. Februar 2018 Mittwoch

    Geht sich heute vielleicht ein Ruhetag aus? Wäre nicht schlecht.

    Wir können das Zimmer um zwei Nächte länger behalten!

    Wir spazieren ins Zentrum, füllen unsere lokale Bus Karte auf. Praktischerweise die gleiche, die wir schon in Buenos Aires verwendet hatten (SUBE).

    BARILOCHE ist die „SCHOKOLADENHAUPTSTADT“. Schokolade mit allen möglichen Geschmäckern und Formen werden kiloweise verkauft (tatsächlich!). Blöderweise haben wir gerade gar keinen Gusto auf Süßes und für den Transport ist sie ja nicht wirklich gut geeignet.

    Dafür schlage ich einem sehr schönen KÜNSTLERHANDWERKSLADEN zu. Ein paar Kleinigkeiten will man doch mitbringen.

    Wie und wohin wollen wir weiter? Die SIEBEN SEEN? Mit einem Mietauto?, mit dem Bus? IGUAZU? URUQUAY? Das erste Mal fällt uns die Entscheidung schwer. Bisher gab es ja keine Auswahl!

    Also wir nehmen ein Mietauto. Wir gehen von einer Vermietung zur anderen. Die meisten verlangen für Einwegmieten zu viel, viele haben erst nächste Woche ein Auto frei. Es sind die letzten Ferientage. Und jetzt?

    Wir fahren mit dem Bus! Schnurstracks zum Busbahnhof, kaufen ein Ticket für Übermorgen nach VILLA LA ANGOSTURA. Passt.

    Zurück in der Stadt essen wir einen ausgezeichneten Salat und ein Sandwich bei „ GIANNI?????“ einem kleinen Italiener.

    Um 14°°gehen wir ins MUSEO DE LA PATAGONIA und lernen viel dazu, sehenswert! Kunst. Ein Bild von BERNI, Handarbeiten der indigenen Stämmen (GUARANI, MAPUCHE…..), Beschreibungen ihrer Lebensumstände, Gewohnheiten, Bräuche, Lebensstile. Über das Wachstum der Stadt, die Immigranten, die Tiere und vieles mehr.

    SAN CARLOS DE BARILOCHE war im und nach dem zweiten Weltkrieg DIE Einwanderungsstadt der Deutschen, Schweizer, Österreicher und Italiener. Vor 30 Jahren, hat man uns erzählt, konnten hier viele Einwohner noch deutsch, doch jetzt, in der dritten Generation, kann kaum mehr jemand mehr ein Wort Deutsch. Gerade mal „Guten Tag oder Dankeschön“ geht.

    Landschaft, Berge, Seen, sehr ähnlich denen ihrer Europäischen Heimat nahm sicher vielen Menschen das Heimweh.

    Heute essen wir zu Hause.

    15. Februar 2018 Donnerstag

    Mit dem SPORT und SCHICLUB BARILOCHES fahren wir entlang der RUTA 40, entlang des LAGO GUTIERREZ UND DES LAGO MASCARDI zum TRONADOR (3491m), einem erloschenen SCHICHTVULKAN, der zwischen Argentinien und Chile im NATIONALPARK NAHUEL HUAPI liegt. Er hat acht Gletscher, die aber wie fast überall zurückgehen.

    Über eine schmale kurvige Schotterstraße, die vormittags nur in den Park hinein und ab 15°° nur herauswärts befahren werden darf kommen wir zur PAMPA LINDA, dem Endpunkt der Straße. So schlimm wie die Autovermieter diese Bergstraße beschrieben haben ist sie nun wirklich nicht! Eng ja aber halt für Europäer eine normale Bergstraße. Trotzdem sind wir froh, dass wir uns für den Bus entschieden haben. Ist schon viel bequemer und weniger anstrengend für Gunther. Ordentlich durchgerüttelt werden wir allemal.

    Wieder ist so ein schöner Sonnentag, wir können es gar nicht glauben, wir hatten viel öfter Regen erwartet.

    Wir nehmen den Weg zum MIRADOR DEL VALLE, ein steiler, nicht oft begangener Weg, im dichten „Urwald“, mit schönen Blumen (Fuchsien), alten Bäumen, Calafates. Schneller als gedacht sind wir am Ziel. Wir genießen den Blick über die ganze riesige Hochebene, ebenso unser einfaches Picknick. Wir liegen gemütlich eine Weile im Gras. Es ist traumhaft!

    Nach dem Abstieg sind wir ordentlich verschwitzt, ein Bad wäre toll. Der Fluss RIO MANSO bietet sich an. Ein kleiner Abstecher, raus aus dem Gewand, rein ins Gletscherwasser, oh das tut gut! Ziemlich erfrischend, eigentlich saukalt!

    Endlich sehen wir mal Pferde aus der Nähe, jede Menge, mit vielen Fohlen. Ich hab gleich ein Lieblingsfohlen, ein richtiges Pippi Langstrumpfpferd.

    Einkehr in der PAMPA LINA HÜTTE und schon geht der Bus retour.

    Gleich nach der Ankunft gehen wir zum Abendessen wieder ins MANUSH auf ein köstliches Bier, Forelle und Steak.

    In unserm schönen Zimmer lassen wir, mit Rotwein, den Abend ausklingen, nachdem wir rasch unser Zeug zusammengepackt haben.

    16. Februar 2018 Freitag

    Pünktlich um 7:50 wartet das Taxi vorm Haus, zum Busbahnhof. Wir verabschieden uns von Gustavo und Monika.

    Mit etwas Verspätung starten wir um 8:50 nach VILLA LA ANGOSTURA. Die Busfahrt rund um den LAGO NAHUEL HUAPI führt durch eine schöne unberührte Landschaft.

    Bei der Ankunft nehmen wir gleich ein Taxi zu unserem Hotel, das ca. 3 km weiter nahe dem Parkeingang zum PARQUE NACIONAL LOS ARRAYANES liegt. Das Hotel LA ANGOSTURA ist eine altehrwürdige Angelegenheit mit ausgestopften Hirschen und Lachsforellen, Hirschgeweih-Lustern, alles aus den 30iger Jahren. Es war das erste Hotel in dieser Gegend, direkt am See.

    Unser Zimmer ist noch nicht fertig, also machen wir uns gleich auf den Weg zu einer Wanderung auf die Halbinsel in den PARQUE NACIONAL LOS ARRAYANES. Der Parkranger bei der Info empfiehlt uns, zuerst mit dem Boot zur Südspitze zu fahren und dann die 12 km zurück zu wandern was wir dann auch so machen.

    Um 12:15 fährt das Boot von der BAHIA BRAVA weg; entlang der Westseite der Halbinsel. Bei der Ankunft spazieren wir zuerst durch den kurzen Waldlehrpfad und nehmen dann die 12 km in Angriff. Der Weg ist zwar staubig und es kommen immer wieder Radler auf Mountainbikes entgegen, aber sonst ist er angenehm zum Gehen.

    Bei der Hälfte machen wir eine Pause und verspeisen unser Proviant (Salami, Käse, Brot, Avocado, Wein, ein Resterl von gestern Abend, Wasser).

    Die letzten Kilometer ziehen sich dann für Ilse. Kurz vor dem Ende sehen wir eine Radlerin, die einen spektakulären Salto über den Lenker knapp vor uns produziert.

    Im Hotel angekommen geht es zuerst einmal unter die Dusche und dann zum Ausruhen ins Bett. Am Abend drehen wir noch einmal eine Runde in der Hoffnung ein gutes Restaurant zu finden. In der Gegend gibt es aber um die Zeit gar nichts mehr, also landen wir wieder im Hotel. Ist aber eh keine schlechte Wahl. Das Essen – Lammroulade und Forelle – ist ausgezeichnet, der Wein ist auch gut. Was will man mehr.

    17. Februar 2018 Samstag

    Nach einem guten Frühstück packen wir langsam unsere Sachen und checken um 11°° aus. Gunther möchte noch 100 Pesos für den Bus wechseln. Die Dame an der Rezeption spricht nur spanisch, sie muss eine der Aufräumfrauen holen, die perfekt Englisch spricht, damit sie versteht was Gunther will. Die Rollen sind hier wohl verkehrt verteilt.

    Wir gehen langsam zu der Verkehrsinsel, wo um 11:45 ein Bus ins Zentrum vorbeikommen sollte. Ilse schaut sich noch ein kleines Freilichtmuseum an. Inzwischen kommt unerwarteterweise ein Taxi vorbei das wir gleich aufhalten.

    Am Busbahnhof schlägt Ilse vor, auf den früheren Bus umzubuchen (+130 Pesos). Wir haben jetzt noch ca. 1 Stunde Zeit und spazieren durch Villa la ANGOSTURA, das eigentlich nur aus (Sport)Geschäften, Cafés und Hostels besteht. Die eine Stunde reicht völlig für den Ort.

    In einem Eissalon kaufen wir hervorragendes Pomelo-, Maracuja- und Schokolade-Eis (Chocolate del Bosco). Beim Schlecken redet uns ein Chilene an, der mit seiner Familie in Argentinien Urlaub macht. Er empfiehlt uns Chile als schönes und viel billigeres Urlaubsland.

    Die Fahrt mit dem Bus nach SAN MARTIN DE LOS ANDES kostet 215 Pesos und führt durch wunderbare Landschaft (Seen, Wälder, Berge). Immer wieder steigen Leute bei Campingplätzen aus oder ein. Es scheint hier wirklich ein viel genütztes Wander- und Urlaubsgebiet zu sein.

    In SAN MARTIN DE LOS ANDES buchen wir zuerst einmal gleich unsere Weiterfahrt, was nicht so einfach ist, weil das was wir uns vorstellen und das was es wirklich gibt nicht ganz zusammenpasst. Schließlich wird es eine Busfahrt SAN MARTIN DE LOS ANDES – CIPOLLETTI – CORDOBA. (6 Stunden, 1 Stunde Pause, 16 Stunden).

    Danach geht es zum Appartement wo das nächste Problem auftaucht. Wir haben uns für ca. 19°°-20°° angemeldet, sind aber jetzt schon um 16°° da und wir können unseren Vermieter nicht erreichen.

    Eine hervorragende Panaderia gleich daneben entschädigt uns mit köstlichen Süßigkeiten und gutem Kaffee. Ilse geht in der Zwischenzeit ins Touristenbüro. Hauptattraktion scheint eine 7-stündige Bootsfahrt auf dem LAGO LACAR zu sein, die uns nicht wirklich interessiert. Wird wohl ein ruhiger Tag morgen.

    Kurz vor 20°° erscheint endlich unser Vermieter. Das Appartement ist ganz modern und geschmackvoll eingerichtet. Wir essen noch eine Kleinigkeit und gehen bald ins Bett.

    18. Februar 2018 Sonntag

    Haben heute lange geschlafen. Ilse plant für heute Kajakfahren, Strand liegen, … Kommt alles anders. Wir spazieren zuerst die Avenida San Martin stadtauswärts, Ilse schaut immer wieder wegen einer Trekking-Hose für den Regenwald in IGUAZU, findet aber nichts.

    Die Stadt ist noch sehr jung, es gibt sehr viele Sportgeschäfte, da hier auch ein beliebtes Wintersportzentrum in der Nähe ist. Am Rückweg schaut sich Ilse eine Kirche an. Gunther hat im Moment von Kirchen wieder einmal genug, nachdem er gelesen hat wie die katholische Kirche vielen Nazis die Flucht nach Argentinien (mit)organisiert hat.

    Wir kaufen im Supermarkt La Anonyma einen frischen panierten Merluza, Melanzanisalat, Reisknödel, Obst und Wein und gehen dann wieder in unser Appartement zum Mittagessen und einem guten Mittagsschlaf.

    Knapp vor 17°° gibt es einen Kaffee und herrliche kleine Süßigkeiten in der Panaderia gleich neben uns. Dann geht es wirklich zum Strand, wo allerdings inzwischen so der Wind pfeift, dass Ilse das Schwimmen vergangen ist.

    Mit drohenden Regenwolken im Rücken spazieren wir zurück zum Hauptplatz, machen eine Runde durch den Handwerks-Kunstmarkt und kaufen ein paar Armbänder.

    Da die Regenwolken immer bedrohlicher ausschauen gehen wir in unsere Unterkunft zurück. Gunther bekommt endlich seine Schokolade, die seit Bariloche überall handgefertigt und angeboten wird.

    Im Appartement buchen wir zuerst eine Unterkunft in Cordoba. Wir essen einen guten grünen Salat, den Melanzanisalat mit Bier, Wein und Käse.

    Ilse geht bald ins Bett, Gunther schreibt noch Tagebuch.

    19. Februar 2018 Montag

    Chilenische Peso wechseln, die werden wir wohl nicht mehr brauchen.

    12°° auschecken

    13:15 Bus nach CIPOLLITO, sehr bequem, kommt mit 30 Minuten Verspätung an.

    Nächster Bus nach Cordoba hat aber auch 50 Minuten Verspätung. Ist leider nicht so bequem wie der erste und hat offensichtlich ein Problem da wir noch in Cipollita in eine Werkstatt fahren wo ca. eine halbe Stunde herumgewerkelt wird (Keilriemen?).

    20. Februar 2018 Dienstag

    Mit 3 Stunden Verspätung kommen wir in CORDOBA an. Kaufen am Busbahnhof gleich ein Ticket nach IGUAZU und nehmen dann ein Taxi zu unserer Unterkunft. Das „HOSTEL LA TERRAZA DEL CENTRO “ liegt sehr zentral gleich in der Nähe der Plaza San Martin.

    Wir bekommen ein sehr nett eingerichtetes sauberes Zweibettzimmer, sonst gibt es offenbar nur 4- und 6-Bett Zimmer. Die jungen Leute am Empfang sind alle sehr freundlich.

    Cordoba ist mit 1,3 Millionen die zweitgrößte Stadt Argentiniens, Universitätsstadt.(Kulturhauptstadt Amerikas 2006)

    Nach eine Dusche legen wir uns hin und ruhen einige Zeit. Um ca. 18°° gehen wir eine große Runde zum PLAZA SAN MARTIN, zur CATHEDRAL, vorbei an der MANZANA JESUITICA und steuern dann das Lokal „Betos“ an, das sie uns in der Unterkunft empfohlen haben. Wir sind für argentinische Verhältnisse viel zu früh dran (20°°) und das noch leere Lokal spricht uns nicht wirklich an. Die Suche nach einem anderen Lokal endet ohne Erfolg, es gibt zwar viele Bars und Bierkneipen in der Gegend, aber kein vernünftiges Speiselokal. Um 21°° geben wir uns dann geschlagen, kaufen noch ein paar Gebäck, Tomaten, eine Dose Thunfisch und einen Rotwein und essen „zu Hause“ auf der Dachterrasse. Mit einer Neu-Kaledonierin tauschen wir ein paar Reiseeindrücke aus und gehen relativ früh ins Bett.

    21. Februar 2018 Mittwoch

    Um 9°° stehen wir auf und frühstücken in der Gemeinschaftsküche. Plaudern ein wenig mit einer Deutschen, die in 2 Wochen bei einem Hörgerätehersteller in Innsbruck zu arbeiten beginnt und machen uns dann auf den Weg. Heute ist ein Museumstag geplant (nicht nur weil am Mittwoch immer freier Eintritt in den Museen ist, aber ein günstiger Zufall).

    Eine beeindruckende KOLONIALSTADT, schöne alte Gebäude, moderne Bauten sowie gelungene Kombinationen aus Alt und Neu Wir sind recht begeistert.

    PASEO DEL BUEN PASTOR eine aufgelassene Kirche, als Ausstellungs- und Konzertraum, Kulturzentrum genützt, mit Cafe`s

    Gleich daneben steht die bunteste Kirche IGLESIA DEL SAGRADO CORAZON, von den Kapuzinern errichtet.

    PALACIA FERREYRA MUSEO SUPERIOR DE BELLAS ARTES EVITA, war einst ein Privathaus und wurde kurz nach 1900 von einem französischen Architekten erbaut und ist seit 2017 ein Kunstmuseum.

    Mittagessen im „IL PANINO“ mit der schleissigsten Bedienung im Land, aber gut war es trotzdem.

    MUSEUM EMILIO CARAFFA ( FINE ARTS MUSEUM), allein der Bau, alt und neu sind sehenswert

    ARCHIVO HISTORICO PROVINCIAL, ein interessanter Bau, wird gerade umgebaut

    Kaffee im „JAM & CHISS“

    MUSEO BANCO DE CORDOBA

    Duschen, Ausruhen, ein anstrengender Tag!

    20°° Lokal Suche, wir landen schließlich im „LA TASCA del PASEO“ nahe unserem Hostal. Die Ober sind so alt wie das Lokal, stecken in roten Anzugjacken, aber wir sind zufrieden, sie sind freundlich.

    22. Februar 2018 Donnerstag

    Der Abschied aus CORDOBA fällt uns gar nicht leicht. Eine Stadt zum Wohlfühlen finden wir zumindest. Unser Hostal „ LA TERRAZA“ von einem Brüderpaar geführt, war mal deren Elternhaus, dass sie kürzlich selber renoviert haben und noch dran sind. Alles „handgefertigt“ mit einfachen Mitteln äußerst geschmackvoll. Wir haben im Zimmer „FRANZISCO“ gewohnt. Es war mal Franzisco`s Kinderzimmer. Frühstück ist in der Gemeinschaftsküche vorbereitet. Das Gebäude ist ein niedriger Kolonialbau mit Dachterrasse, mitten im alten Zentrum. Der einzige Nachteil ist der enorme Straßenlärm. Sogar einen O-Bus gibt es hier noch!

    Wir haben noch bis Mittag Zeit und drehen eine Runde durch die Fußgängerzone. Die Kirchenkuppeln sind mit Mosaiksteinsteinchen besetzt und glitzern in der Sonne, die Geschäfte sind voll, Ausverkauf, Sommerschlussverkauf wohl. Auch Gunther schlägt zu, zwei Jeans zum Preis von Einer. Am Plaza SAN MARTIN ist viel los, ein Supergitarrist spielt auf.

    Wir nehmen ein Taxi zum riesigen neuen Busbahnhof, trinken noch Kaffee und pünktlich um 13°°starten wir unsere lange weite Fahrt über gut 22 Stunden bis IGUAZU. Wir haben die ersten Plätze vorne im ersten Stock des SUPERCAMA Busses gewählt, nicht ganz billig aber superbequem. Betten zum voll ausstrecken, Vorhänge zwischen den Sitzen, gut gekühlt sowieso.

    Kaum aus der Stadt, stoppen wir auch schon wieder. Ratloses Schweigen, alle Passagiere sitzen scheinbar völlig desinteressiert und warten. Am Straßenrand wird gerade ein Bagger aufgeladen, aber das kann ja wohl nicht der Grund sein. Fast eine Stunde dauert es bis zur Lösung des Rätsels, wir haben einen Mitreisenden vergessen und der wurde mit einem Auto nachgebracht! Das ist ein Service.

    Die Landschaft bleibt brettleben, die Straße ist vierspurig ausgebaut, an den Gebietsgrenzen gibt es Polizeikontrollen, aber die Busse werden nie aufgehalten. Hie und da sind Mautgebühren zu zahlen.

    Über SAN FRANZISCO (Bundesstraße 19), kommen wir nach SANTA FE einer großen Universitätsstadt am RIO PARANA. Der Stopp ist grad mal eine Lulupause lang, die Stadt schaut irgendwie recht nett aus.

    Durch ein Tunnel unter dem breiten RIO PARANA kommen wir nach PARANA, wo wir gegen 21°°ein warmes Abendessen mit Vor- und Nachspeise geliefert bekommen. Endlich, wir haben schon Hunger!

    Danach herrscht Ruhe, der Bus fährt über CONCORDIA an der Grenze zu URUGUAY entlang.

    23. Februar 2018 Freitag

    Wir haben in unseren Liegebetten ausgestreckt sehr bequem geschlafen. Die Landschaft hat sich ein wenig verändert. Na nach so vielen Kilometern darf das wohl sein. Es ist leicht hügelig. Intensiv grüner und mehr Bäume werfen ihre Schatten. Um acht wird das Frühstück serviert. Wir halten nun in mehreren Orten mit klingenden Namen, wie PUERTO RICO, MONTECARLO, ELDORADO, PUERTO ESRERANZA, allesamt winzige Nester mit roten Sandstraßen und kleinen gepflegten Häusern. Wir strecken uns nochmals aus und dösen so dahin.

    Das erste Straßenschild mit „ACHTUNG NASENBÄREN“ zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich und gegen Mittag haben wir den Busbahnhof von IGUAZU erreicht.

    Unser Quartier liegt, leicht zu Fuß erreichbar, in einer netten Gegend. Wie immer hat Gunther, der „gute Pfadfinder“ das Beste für mich ausgesucht😊. POSADA DEL AGNU, ein neues Haus mit kleinem Garten, tolles großes Zimmer mit vier Betten, funktionierendem Bad, Klimaanlage, Microwelle, Eiskasten, elegant, wie zu Hause.

    Lisi, die Chefin, eine junge Frau hat Englisch studiert und ist eine perfekte Informationsquelle und erklärt uns die ganze Gegend ausführlich, bis das Zimmer fertig ist. Sie serviert uns noch Orangenjuice und wir halten Siesta.

    Jetzt machen wir uns auf den Weg ins Zentrum. Die Stadt liegt an der TRIPLE FRONTERA, zwischen ARGENTINIEN, BRASILIEN und PARAGUAY, im Bezirk MISIONES. Es sind fast drei Kilometer durch das grüne Dörfchen, mit ein paar schönen MURALES, Souvenirgeschäften und großen Hotels, bis zum RIO IGUAZU.(1320 km lang, der Name kommt aus dem GUARANI-Wort YGAZU, was „großes Wasser“ heißt. Hier mündet der IGUAZU in den RIO PARANA und fließt als RIO DE LA PLATA ins Meer.

    Die Bewunderung des Sonnenuntergangs, in PARAGUAY ist Pflicht für alle, Fremde und Einheimische. Ein buntes Riesenrad dreht sich in BRASILIEN und ein MUSIK WASSERSPIEL ist bei „uns“ in Argentinien zu sehen.

    Den Abend beenden wir im wunderbaren Restaurant DAMA JUANA mit Steak al punto, Bier, Malbec, einer köstlichen Nachspeise und das ganze bei HARFENMUSIK auf der Restaurantterrasse. Uns geht es soooooooo gut!

    24. Februar 2018 Samstag

    Lisi unsere Gastgeberin hat uns empfohlen mit einem der ersten Busse zum PARQUE NATIONAL DE IGUAZU zu fahren um den Tag noch vor den Touristenbussen zu nützen. Also frühstücken wir schon kurz nach sieben und los geht es. Es ist viel heißer als bisher und vor allem schwül, aber Nichts gegen asiatische Schwüle. An der Kasse geht’s flink, nach einigen Hin und her finden wir den Schalter für die Bootstouren. Nur eine Möglichkeit gibt es um 9 Uhr, sonst alles ausgebucht. Außerdem machen sie Probleme wegen meiner Wirbelsäule. Herz, Kreislauf, Osteoporose und Wirbelsäulen Patienten können nicht mit. Würd mich mal interessieren wie sie Herzpatienten und Osteoporose von außen erkennen? Der Boss bietet uns eine gratis Dschungel- Zodiak Tour an. Eigentlich will ich das gar nicht und bin fuchsteufelswild. Die ganzen Wasserfälle interessieren mich eigentlich nicht mehr.

    Ich beruhige mich dann doch, aber die Freude an diesem Naturerlebnis ist weg. Die Fälle sind zwar hoch, aber so besonders auch wieder nicht, find ich wenigstens. Der Lärm der Hubschrauber überragt das Tosen des Wassers bei weitem und stört enorm.

    Wir nehmen den unteren Rundweg, eine Empfehlung von Lisi, da sind vormittags weniger Leute. Ganz so ist es auch wieder nicht. Eine Prozession wie man so schön sagt. Wenigstens kreisen einige Albatrosse im blauen Himmel und ein paar freche Nasenbären schauen ob sie den Leuten was klauen können. Das sind trollige flinke Tiere. Ganze Großfamilien „jagen“ gemeinsam.

    Nach einer Mittagsrast nehmen wir den Pendelzug von der Mittelstation zur Endstation und gehen in der brütenden Hitze, fast ohne Schatten den Stegweg zum DEVILS GORGE. Da wird man mal ordentlich nass, oh ist das angenehm! Dieser Teil des Wasserfalls ist wirklich erstaunlich!

    Am Weg sehen wir ein paar große Welse im trüben Wasser, einige Schildkröten und Eidechsen.

    Für 14:45 ist unsere Zodiakfahrt ausgemacht. Dicke Schwimmwesten anziehen und zu zwölft lassen wir uns mit einem Guide ein Stück auf einem der Arme des „IGUAZU“ treiben. Der Guide erklärt die Natur und findet tatsächlich einen großen Waran, eine Schildkröte und zwei Affen hoch in den Bäumen.

    Abends gönnen wir uns Steaks, nicht ganz so hervorragend wie sonst, dafür mit schöner Live-Gitarrenmusik

    25. Februar 2018 Sonntag

    Frühstück gibt es früh, da wir wieder einen der ersten Busse in den NATIONALPARK erwischen wollen. Zum Glück sind es zum Busbahnhof nur einige Minuten. Um 8:30 geht es los, es ist schon jetzt ziemlich heiß und schwül. Wir zahlen heute nur den halben Eintritt (2.Tag Rabatt) und starten zum Wanderweg „ SENDERO MACUCO in den „Dschungel“. Anfangs ist der Weg ein kurzes Stück gepflastert, aber dann erdig und angenehm zu gehen. Es sind etwa 7 Kilometer ida & vuelta. Ein dicker „Raupenwurm“ aus hunderten kleinen pechschwarzen Raupen kriecht übern Weg. Zwei AFFEN mit ihren langen Schwänzen turnen hoch oben auf den Bäumen herum, sind aber schwer zu beobachten. Immer wieder haben riesige Spinnen ihre Netzt über den Weg gespannt, aber so hoch, dass man gut unten durch kommt ohne gefangen zu werden. Schmetterlingen in allen Farben und Größen fliegen herum. Nur einige wenige Vögel sind zu hören und zu sehen. Aber außer den lästigen Hubschrauberlärm hie und da ist es wenigstens angenehm ruhig und wir begegnen nur wenigen Touristen. Rasch kommen wir ins schwitzen.

    Den „SALTO ARRECHEA“ erreichen wir schneller als gedacht, ein Bankerl im Schatten! Da bleib ich doch gleich mal sitzen! Gunther geht noch die neuen Stiegen zum unteren Ende des Wasserfalls und winkt herauf.

    Condore ziehen ihre Kreise, ein schöner grüner Heuschreck und eine Eidechse leisten mir Gesellschaft, bis Gunther wieder heroben ist und wir den Rückweg antreten.

    Bei der Mittelstation des Zugs machen wir Mittagspause, genau wie gestern. Nur heute sind die Nasenbären, die eifrig nach Fressbaren in Scharen unterwegs schneller und stehlen uns aus dem fast geschlossenen Rucksack unser Brot! Solche Schlingel.

    Wir begeben uns, von den Resteln gestärkt auf den „Oberen Rundweg“. Gleich zu Beginn liegt ein großer Waran unter einer Brücke. Auf gut angelegten Stegen und Wegen kommt man von einem Wasserfall zum nächsten, das Wasser stürzt mit Getöse über die steilen Felswände. Wie bei einem Volkswandertag zieht die Menschenschlange über den Rundweg. Ununterbrochen klicken die Kameras, auch unsere. Jeder Regenbogen muss aufs Bild.

    Bei den MAPUCHE, den stark dezimierten Ureinwohnern kaufen wir noch ein paar aus Holz geschnitzte kleine Nasenbären.

    26. Februar 2018 Montag BRASILIEN

    Schon früh steht unser Frühstück bereit, denn heute wollen wir nach BRASILIEN. Tatsächlich erwischen wir den Bus in Richtung FOZ DO IGUAZU kurz nach acht. Zu früh gefreut, schon nach einem Kilometer haben wir eine Panne, doch die Organisation ist perfekt und in einer viertel Stunde ist ein Neuer da. An der Grenze wartet der Bus bis wir sowohl an der argentinischen Seite als auch an der brasilianischen unsere Stempel haben. Manchmal fahren die Chauffeure einfach weiter und man muss auf nächsten Bus in einer Stunde warte. Unserer war sehr nett! Vielleicht weil es auch noch so zeitig war.

    Zu den CATARATAS sind es noch etwa 20 Kilometer. Wow da schaut es ja ordentlich touristisch aus. Der Eingang in den Nationalpark, eine Riesenhalle. Seit 1939 werden hier Touristen her gekarrt!

    Man wird in einen Doppeldecker gesetzt und hört in drei Sprachen die Anweisungen für den Nationalpark. Beim Hotel das Cataratas, einem rosaroten Märchenschloss mit altem rosaroten VW Bus davor (der Peserl hätte seine Freude dran) steigen alle aus und der ganze Tross geht auf die Aussichtsterrasse, die wir gestern ja schon von der vis a vis Seite gesehen haben. Schon ziemlich überwältigend. Ein gepflegter aber relativ schmaler Rundweg führt auf der Schattenseite etwa zwei Kilometer hinunter zu den mächtigen Fällen. Die Regenbögen sind fantastisch, das Wasser spritzt und am Weg sind die Nasenbären ebenso frech wie auf der anderen Seite. Heute erwischen sie, aber nicht von uns, eine Tafel Schokolade uns so schnell kann man gar nicht schauen, ist sie auch schon aufgefressen.

    Es gibt hier auch noch eine zweite Sehenswürdigkeit, nämlich einen Vogelpark PARQUE DES AVES. Hier werden südamerikanische kranke Vögel aufgepeppelt und bedrohte Vögel gezüchtet und zum Teil wieder ausgesetzt. Wir sehen ROTE IBISE, FLAMINGOS, CANARIS, MUTUM, JABUTI, CARDEALS, PAPAGEIEN, TUCANE uvm. Wie immer brauchen wir länger zur Beobachtung und nehmen uns keine Zeit zum Essen und Ausruhen. Man kann in einige riesige Volieren hineingehen und kommt oft nahe an die Tiere heran. Der Park ist wunderbar angelegt und auch die Pflanzen und Blüten sind teilweise beschrieben.

    Die gleiche Prozedur wie in der Früh an den Grenzen beim Heimfahren, aber es geht wieder flott.

    Erst zu Hause gönnen wir uns eine kleine Jause..

    Den Abend genießen wir, wie gestern im gleichen Lokal mit Salat, Hamburgers und Bier. Promotion Zwei Hamburger, ein Liter Bier ( 180 PESOS).

    27. Februar 2018 Dienstag

    Heut ist endlich mal ein Ruhetag angesagt. Wir haben unser Frühstück für etwa 9°° bestellt, packen unsere Sachen gemütlich zusammen. In der Nacht gab es ein Gewitter mit ordentlichen Regenguss von dem ich nicht viel mitbekommen habe außer einem Donner und ein wenig plätschern. Auch jetzt regnet es ein wenig. Es ist heiß und asiatisch schwül wie noch nie. Wir sind echt froh nichts vor zu haben. Erst gegen Mittag drehen wir eine Runde durch IGUAZU, die Souvenirs scheinen wenig erstrebenswert, außer ein Pinguinleibchen für Gunther( und das hier!!). Also das gute Cafe „EL ARBOL REAL“ am Eck ist das einzig Richtige für uns.

    Von 14°°-16°° knotzen wir im gemütlichen Wohnzimmer unseres Hostals „AGNU“ herum. Dann gehen wir wieder auf die große Reise, 17°°, retour in Richtung Süden. Der SEMI CAMA Bus fährt über PUERTO ESPERANZA, ELDORADO, MONNTE CARLO, CAPIOVI der 12er entlang bis POSADAS. Als wir nach Mitternacht gar keine Hoffnung mehr auf ein Abendessen haben, wird hier Eines eingeladen und serviert! Ein warmes Nudelgericht, welches wir schnell verschlingen. An der uruguayischen Grenze geht`s entlang.

    28. Februar 2018 Mittwoch

    Um etwa 7:20 ist unser erstes Etappenziel erreicht. CONCORDIA. Nun haben wir bis elf Uhr Zeit um das nette Städtchen zu erkunden. Schön gepflegter Park, nette Häuser, schöne Murales sind zu bewundern. Schüler in ihren weißblauen Uniformen spazieren herum, MALFALDA sitzt auf einer Bank. Am Busbahnhof spazieren noch zwei „ echte Gauchos“ in toller Kleidung herum. Ein TANGOTÄNZERPAAR aus Stein steht vor dem Busbahnhof.

    Und weiter geht es ohne Probleme über die Grenze nach SALTO in URUGUAY. Hier steigen wir nochmals in einen Fernbus um. Wieder SEMICAMA, diesmal sitzen wir unten. Irgendwie sieht es in URUGUAY etwas gepflegter aus. Auf den Plantagen stehen die Bäume in Reih und Glied, die Häuser mit ihren Gärten sind schön hergerichtet. Die Landschaft ist aber auch hier großteils eben, teilweise ein wenig hügelig, wie etwa im Weinviertel. Die Landwirtschaft floriert, Getreide, Mais, Soja Matesträucher, Obstplantagen und Holzwirtschaft. Die Holztransporter sind oft mit zwei Anhängern unterwegs. Dazwischen sehen wir große Rinder und Schafherden, ebenso viele Pferde. Wir kommen durch ein Seengebiet bei ANDRESITO. Danach fahren wir ein Stück dem RIO DEL PLATA entlang und gegen 20°° schon in der Dämmerung erreichen wir MONTEVIDEO. Mit dem Taxi sind wir rasch bei unserem eleganten Hotel „ Hotel PUERTO MERCADO“.

    Eine heiße Dusche bewirkt Wunder und gleich ums Eck finden wir ein sehr nettes Lokal, sitzen im Freien und genießen ein Riesensteaksandwich und eine große Flasche Bier. Im Rekordtempo schlafen wir „ausgestreckt!“ ein.

    01 März 2018 Donnerstag

    Eine wunderbare Nacht, voll ausgestreckt in einem kleinen aber feinen Zimmer im Hotel „PUERTO MERCADO“ in der Altstadt von MONTEVIDEO. Gestärkt durch ein gutes Frühstück treibt uns die Neugierde auf die Straße und wir sind, wie schon öfters in diesem Urlaub total erstaunt. Ein schön renoviertes Kolonial und Art-deco-Gebäude nach dem Anderen. Erst jetzt lesen wir, dass MONTEVIDO mit seinen 1,3,Millionen Einwohnern das „BRÜSSEL“ Südamerikas ist. Die CATHEDRAL SAN FRANCISCO mit schönen Mosaikboden, CABILDO mit dem NATIONALMUSEUM. Am Weg zur PUERTA DE LA CIUDADELA gehen wir in das wohl schönste und eleganteste Buchgeschäft das es irgendwo auf diesem Planeten gibt.

    Am PLAZA INDEPENDENCIA, mit seinen 33 Palmen steht ein großes Denkmal des Nationalhelden JOSE GERVASIUS ARTIGAS, dem „Vater der Unabhängigkeit Uruguays“. Fast hätten wir das riesige Mausoleum unter dem Denkmal übersehen. Eine nette Frau hat uns die Stiegen hinunter gezeigt.

    Auch der Prachtbau PALACIO SALVO und zahllose kleine Museen wären Wert sie genauer anzuschauen.

    Nun wir sind mal hungrig und essen im italienischen Restaurant. Da ist was los!

    Das Museum JOAQUIN TORRES GARCIA (1874-1949), einer der bekanntesten Künstler Uruguays hält uns in Bann.

    Am Weg in Richtung Hotel kommen wir am Theater SOLIS und der Nationalbank vorbei, mit „Geheimpolizei“ im Auto vor dem Eingang. Elegant mit je zwei Ohrstöpseln und Handys ausgerüstet, völlig unauffällig……..

    Nach dem Mittagschlaf sind wir immer noch müde und nicht hungrig. Gunther erbarmt sich und holt aus dem nahen Supermarkt noch ein wenig Brot, Oliven und einen Malbec, genug für heute.

    02. März 2018 Freitag

    Der Bus bringt uns zum MODERN ART Museum, oh die Südamerikaner sind Spätaufsteher, es sperrt erst um 13°°auf. Na dann fahren wir halt wieder zurück bis zum PALACIO MUNICIPAL mit seiner Dachterrasse . Der Rundblick ist wunderbar, wenn auch die Sonne mit aller Kraft herunterbrennt. In Montevideo kennen wir uns jetzt aus! Ein kräftiger Kaffee und ein Donut im Schatten gibt uns wieder Kraft. Wir entdecken den Panoramalift, mit dem wieder hinunterfahren.

    Ein Blick in die alte Markt- und Tanzhalle „MERCADO DEL INMIGRANTE/JOVENTANGO“ macht uns auf eine Milonga neugierig, jetzt aber sind nur die Restaurants offen.

    Im „MUSEO NACIONAL DE ARTES VISUALES“ sind einige sehr interessante Bilder zu sehen. Es läuft gerade eine Sonderausstellung eines Künstlers „LAVIEL RAUL CABRERA“, der über 30 Jahre in der Psychiatrischen Abteilung leben musste. Eine neue Ausstellung wird gerade aufgebaut und wir können ein wenig vom ersten Stock aus zuschauen wie das vor sich geht.

    Durch Zufall entdecken wir, dass der Fasching in URUGUAY länger als anderswo auf der ganzen Welt dauert, nämlich bis nach dem diesem Wochenende. Da er bisher spurlos an uns vorbeiging nützen wir diese Chance.

    Um 20:30 stehen wir in der Schlage hinter dem Parlament, wo auf einer riesigen Fläche, dem „PLAZA PRIMERO DE MAYO“ eine Freilichtbühne aufgebaut ist. Es treten fünf verschiedene Gruppen auf („MURGAS“). Der Ablauf einer Show läuft immer nach dem gleichen Schema ab. Zuerst Musik und akrobatischer Tanz, dann eine humorvolle satirische Einlage, die sich auf das letzte Jahr bezieht und von der wir reichlich wenig, eigentlich gar nichts verstehen. Eine schwungvolle musikalisch und tänzerische Darbietung beendet die MURGA. Anscheinend werden die „besten“ aus mehreren Faschingskategorien ausgewählt und am Ende geehrt.

    Nach Mitternacht machen wir uns auf dem Heimweg, erwischen gerade noch einen Bus, obwohl noch zwei Gruppen am Programm stehen.

    03. März 2018 Samstag

    Unser erstes Ziel heute ist die alte Markthalle beim Hafen. Der reinste Fresstempel für Touristen, die für einen Tagesausflug, meist aus Buenos Aires, in die Stadt kommen. Ein alter Künstler malt Aquarelle vorm Eingang, wir kaufen ein kleines Bild mit einem Tangotanzpaar (25 U$).

    Gunther hebt mal wieder Geld ab und bekommt einen 2000 Pesos Schein (60 €). Eine Unmöglichkeit, dass sich jemand erbarmt den zu wechseln!

    Also machen wir uns mit dem Bus auf den Weg zum Leuchtturm von MONTEVIDEO. Der Aufstieg auf den „FARO DE PUNTA CARRETAS“ ist uns verwehrt, kein Kleingeld. Aber auch vom kleinen Hügel hat man einen guten Ausblick auf die Stadt und die „BAHÍA DE MONTEVIDEO“. Ich bade meine Füße im braunen RIO DEL PLATA, er ist überraschend warm.

    Der Bus bringt uns wieder heim. Im Supermarkt, kaufen wir köstliche Zucchini und Melanzanisalate ein und können endlich die 200 Pesos wechseln. Der Tag ist gerettet. Siesta.

    Der Abend verläuft ein wenig unrund. Im ABUNTANTIA, einer alten Markt-und Tanzhalle ist zwar gerade eine Tanzstunde offensichtlich für blutige „ausländische“ Anfänger im Gange, also wenig spannend. Zweite Station, „PLAZA JUAN PEDRO FABINI“ der sonntägliche Tangotanztreff auf der Straße. Schon viel interessanter. Die Leute kommen aus allen Richtungen mit ihren Campingstühlen, setzen sich in einem großen Kreis auf und es wird eifrig getanzt. Die Musik scheppert aus einer Box. Ganz unterschiedliche Tanzkenntnisse sind vorhanden, aber dennoch wird voll Konzentration und mit Begeisterung und Freude der Tango zelebriert.

    Wir liebäugeln noch mit einem weiteren Lokal, die Busfahrt dorthin gelingt uns nicht ganz, also leisten wir uns ein Taxi. Der Schuppen ist eine Nobeltouristenfalle. So hab ich mir das nicht vorgestellt. Gunther wäre dennoch dafür, bevor wir gar Nichts sehen und heimfliegen. Die Zeit läuft ja. Als ich nachgeben will, will Gunther nicht mehr. Wir haben ja noch ein Ziel, eine Milonga um 23°°. Zu Fuß erreichen wir zwar das Ziel, essen in einem kleinen Beisl vis a vis (CHIVITO esse ich, Gunther ein Steak Neapolitano). Aber auch nach elf ist das alte Eisentor noch zu. Also aus und Schluss für heute. Mit dem wahrscheinlich letzten Bus um Mitternacht kommen wir rasch heim.

    04. März 2018 Sonntag

    Vom Hotel erreichen wir zu Fuß bequem das BUQUEBUS Schiffsterminal und der Riesenkatamaran FRANCISCO bringt uns in gut zwei Stunden (11- 13:15) von MONTEVIDEO,URUGAY zurück nach BUENOS AIRES. Mit dem Bus wären wir 800 km weit gefahren!

    Auch hier erreichen wir das Hotel „FACON GRANDE“ zu Fuß, gar nicht weit von unserer ersten Unterkunft. Fabelhaft, Zimmer 703, klein aber ganz neu renoviert und in der Gegend sind wir ja schon wie zu Hause!

    Es ist sehr heiß (30°C) und wir halten erstmal Siesta bis etwa 17°°. Sonntag um diese Zeit ist sogar eine 14 Millionenstadt ausgestorben.

    Die Flughafen Busstation wird gerade umgebaut, wir entschließen uns morgen ein Taxi zu nehmen.

    Mit der Metro geht es zu einer Tanzschule in der heute ab 22°° eine MILONGA stattfinden soll, mal sehen. Ecke Av. Corrientes und Riobamba ist das „EL BESO – LA MILONGA PERMANENTE“ sieht gut aus, sperrt tatsächlich um 20 °° für einen Tanzkurs auf. Wir gehen noch gemütlich ins CAFE OPERA ein letztes Steak essen. Unsere Jahresration an Fleisch haben wir heuer schon verdrückt!

    150 Pesos (6€) kostet der Eintritt zur MILONGA, wir sind schon sehr neugierig. Die CHEFIN eine sehr aparte Frau weist jedem einen Sitz zu. Es kommen fast nur Einzelpersonen. Männer und Frauen werden getrennt der Reihe nach in ein Quadrat gesetzt. Männer Männern und Frauen Frauen gegenüber. Paare, wie wir, kommen an kleine Tische in der zweiten Reihe.

    Kaum erklingt der erste Tangotakt springen alle auf und tanzen Durch einen kurzen Blick wird der Partner ausgesucht, freundlich, meist mit einem Busserl begrüßt und schon wird konzentriert eng umschlungen getanzt. Nach drei bis vier Tangos wechselt für ein paar Takte die Musik auf Disco und jeder setzt sich auf seinen Platz zurück. Kaum sitzen alle brav ertönt der nächste Tango und das ganze beginnt von vorne. Die Tanzpartner wechseln ständig, kaum, dass ein Paar zwei Mal am Abend miteinander tanzt. Zwischen den Tangos unterhalten sie sich freundlich. Unglaublich, eine so freundliche Atmosphäre und alle können tolll tanzen!

    Wir genießen ein Fläschchen MALBEC und sind begeistert. Gegen Mitternacht gibt es noch eine TANGO EINLAGE von einem jungen PROFIPAAR. Danach gehen wir langsam nach Hause, entlang der CORRIENTES, vorbei an vielen Theater, am hellerleuchteten OBELISK bis in unser Hotel. Es sind noch viele Lokale offen und viele Menschen auf den Straßen.

    Die Milonga dauert noch bis vier Uhr früh, und das am Sonntag!

    05. März 2018 Montag

    Nach einem gemütlichen Frühstück hebt Gunther „Taxigeld“ ab und kauft noch ein großes Küberl DOLCE DE LATTE. Das musste sein!

    Pünktlich um 11°° steht unser Taxi vorm Hotel. Pünktlichkeit war eine, von uns ganz und gar nicht erwartete Eigenschaft in allen drei Ländern.

    Auch die AIR FRANCE hebt pünktlich ab, wir sitzen in der ersten Economy Reihe mit viel Beinfreiheit, sehr angenehm. Essen, spielen, Filme schauen, dösen…. Die Zeit vergeht „wie im Flug“.

    06. März 2018 Dienstag

    Pünktliche Ankunft in Paris, diesmal ist mehr Zeit zum Umsteigen und wir erwischen einen Shuttlebus zum richtigen Gate. Die eine Stunde Wartezeit vergeht rasch und mit der AUA sind wir in knapp zwei Stunden in Wien, ca. 12°°. Starker Schneefall, 2°C sind angesagt.

    Großartige Überraschung und Riesenfreude, alle Kinder, außer Niko sind da!!!!!! Ich bin den Tränen nahe, so toll. Die Sehnsucht nach zwei Monaten war schon groß.

    Gemeinsam geht es in die Piaristengasse, die Kinder haben für ein gutes Frühstück und Anfangsproviant reichlich eingekauft. Auch Paul hat uns noch erkannt, war anfangs etwas schüchtern, aber hat uns schnell akzeptiert. Kann sich nun schon durch Gesten deutlich ausdrücken und seine ersten Worte sind Mama und NEIN.

    Um 15:30 gehen wir schlafen, bis 22°° sind dann eine Zeit lang munter und schlafen gut bis Mittwoch um neun. Perfekt!

  • 2018 Südtirol, Vorarlberg, Rust

    FREITAG 30.06.2018

    Wir bringen Katharina, Niko, Luis, Nora und Paul spätabends zum Flughafen auf ihre weite Reise nach Australien. Neun Wochen werden sie dort herumfahren.

    FREITAG 06.07.2018

    Heute ist Franziska abflugbereit, für fünf Wochen nach KOS und LEROS, tauchen, schwimmen, Rad fahren, Katamaran segeln mit den „Australiern“.

    Nun beginnt auch für uns das Reisen, erstmal nach RUST.

    DIENSTAG 10.07.2018

    Wir fahren nach Klagenfurt zu Eva und Hermann, der leider schwer erkrankt ist.

    DONNERSTAG 12.07.2018

    Durch das wunderschöne enge, steile LESACHTAL kommen wir nach BRUNECK und übernachten am Parkplatz am Furkelpass

    FREITAG 13.07.2018

    Die Sonne lacht, wir sind früh aufgewacht und wandern zu Fuß bis zur „Spitze“ am KRONSPLATZ die eigentlich eine große Ebene ist, auf der sechs Lifte ankommen. Eigentlich scheußlich!

    Das Tolle aber ist das wunderbar in den Berg eingefügte MESSNER MOUNTAIN MUSEUM Corones. Es ist heuer erst eröffnet worden und ein absolutes Muss.

    Ein guter Kaffee und es geht wieder abwärts. Wunderschön!

    Wir fahren noch durch bis ins GRÖDNERTAL, bis aufs Joch, wo wir am Parkplatz beim Einstieg zum Klettersteig einen ruhigen Schlafplatz finden. Natürlich sind wir nicht allein.

    SAMSTAG 14.07.2018

    Wieder stapfen wir schon um acht Uhr los, einen steilen Weg, zwischen mächtig hohen Felswänden in Richtung Rifugio Al Pisciadù. Bald wird es zu steil für Nichtkletterer und wir nehmen den Rundweg über das Joch zurück zum Auto. Kurze Mittagsrast und wir fahren bis zu einem netten kleinen Campingplatz in TAFUN. Es hat ein bisschen zu regnen begonnen, wir genießen die heiße Dusche. Rundum die hohen Berge und Gletscher. Sogar ein Steinbock lässt sich blicken.

    SONNTAG 15.07.2018

    Nicht gerade der ideale Tag um die 50 Kehren auf das STILFSERJOCH zu nehmen. Hunderte Radler und Motorradfahrer sind über diese engen Kurven unterwegs zur Passhöhe. Von wegen „guter Bergluft“, wenn man das Fenster öffnet erstickt man von den Abgasen beinahe! Trotz allem beeindruckend.

    Knapp vor der Grenze zur Schweiz am Umbrailpass halten wir für unsere heutige Wanderung Richtung Piz Umbrail.

    Es zieht zu und da wir auch müde sind bleiben wir gleich über Nacht stehen. Es beginnt sogar zu regnen, Nebelschwaden ziehen herum und die meisten Menschen sind weggefahren. Draußen kalt, zwei Grad, im Bus einfach gemütlich.

    MONTAG 16.07.2018

    Am Berg gibt es sogar in die SCHWEIZ keine Grenze. Über den OFENPASS durchs ENGADIN über den Flüelapass nach DAVOS, Landquart, Bad Ragaz, durch LIECHTENSTEIN über den LUZISTEIG kommen wir nach TSCHAGGUNS, wo uns Angela schon erwartet.

    Am Abend sind wir bei Isabel und Julian eingeladen. Wir freuen uns sehr Jonathan und Linus wieder zu sehen. Stolz zeigen sie uns ihre neue Wohnung in Rankweil, die sie zu Jahresbeginn bezogen haben. Gute Spinatknödel hat Isabel für uns gekocht. Ein herzlicher Empfang, endlich wieder einmal „zu Hause“.

    DIENSTAG 17.07.2018

    Arbeitstag im Garten, Äpfel entsaften, Rasen mähen, ….

    MITTWOCH 18.07.2018

    Apfelgelee kochen, Kuchen backen, …. Gegen 21 Uhr kommen Angelika und Gerhard an.

    DONNERSTAG 19.07.2018

    Mit der Gondel auf den Golm, herrlicher Sonnenschein, viele Wanderer. Wir gehen über den Golm bis zur Oberen SPORAALPE, nahe der Lindauer Hütte, wo wir uns stärken, mit guter Käseplatte, aber weniger guter Buttermilch.

    Bergab geht es durchs GAUERTAL bis zur alten SÄGE. Genau rechtzeitig zur Führung von Hubert Loretz sind wir dort. Er wirft das Werkel an, das eine der letzten wasserbetriebenen Sägemühlen ist. Sie sägt seit 1750.

    Entlang des RASAFEIBACHS, indem wir noch ein kaltes Fußbad nehmen, vorbei am Pfadiheim und der Schule kommen wir zurück zum Parkplatz. Angelika und Gerhard freuen sich sehr das alles kennenzulernen und wir waren ja auch schon ewig nicht da.

    Am Abend spielen wir Trivial Pursuit, Angela macht mit, wir haben viel Spaß.

    FREITAG 20.07 2018

    Für heute ist nochmals Schönwetter angesagt, also nichts wie los nach GASCHURN zum NATURBADETEICH. Einmal hüpfen wir ins erfrischende Nass, dann ziehen auch schon die Wolken auf und es beginnt ganz leicht zu nieseln. Wir fahren noch nach PARTENEN und drehen noch eine Runde in Schruns, stärken uns im Cafe und fahren heim.

    19°° Clemens kommt aus Südtirol übers Wochenende

    SAMSTAG 21.07.2018

    VORARLBERGRUNDFAHRT, durchs Walsertal, Resi ist leider nicht da, Spaziergang zum Bad Rothenbrunnen wo wir köstlich Mittagessen. Weiter geht es über den Arlberg, Zug, Lech und retour.

    Zum Abendessen hat Gerhard alle in den LÖWEN eingeladen. Ein ausgezeichnetes Essen wird serviert, ein lustiger Abend mit Angela und Clemens.

    SONNTAG 22.07.2018

    Angela fliegt wieder nach Sibiu, Gunther und ich bringen sie nach Memmingen. Angelika, Gerhard und Clemens treffen wir gegen 13°° in Bregenz bei einem guten Italiener am Eck in die Fußgängerzone. Danach verlässt uns Clemens wieder in Richtung Brixen, wo er seit letztem Oktober in einer großen Tischlerei arbeitet.

    Wir spazieren zum MARTINSTURM, schauen uns die wirklich interessante, gut gemachte Ausstellung an.

    Auch die Festspielbühne am See ist es wert anzuschauen. Karten gibt es für heute keine mehr, also fahren wir heim, es ist ohnehin schon fast acht.

    MONTAG 23.07.2018

    Ruhetag, doch gegen zwei kommt die Sonne hervor und wir spazieren eine Runde, vom Haus weg, Grabs, Bitschweil (Kaffee und Kuchen), Tschagguns, heim. Waren auch wieder 13 Kilometer.

    DIENSTAG 24.07.2018

    LÜNERSEE das gibt es ja nicht, so viele Leute waren da noch nie. Keine Parkplätze, eine enorm lange Schlange bei der Gondel, aber es ist halt auch wieder wolkenfrei, kein Wunder. Eine ganze Stunde stehen wir an!

    Aber es hat sich ausgezahlt, die Almröserln blühen hier noch, den Rundgang gehen wir nach links weg. Bei der Almhütte gibt es gute Brote, über die Buttermilch trauen wir uns nicht mehr. Junge Ziegen, die sich streicheln lassen spazieren um die Tische.

    Heute ist unser letzter gemeinsamer Abend. Isabel, Julian, Jonathan und Linus kommen zum Knöpfle essen.

    MITTWOCH 25.07.2018

    Angelika und Gerhard fahren in Richtung Osten, wir bleiben noch, es ist ja so schön. Ich backe nochmals einen Kuchen und mit dem Äpfel verwerten haben wir auch wieder angefangen, aber wir nehmen es gemütlich.

    DONNERSTAG 26.07.2018

    Nochmals ein Ruhetag, Sonnenbaden am Balkon, ein Genuss. Dazwischen entsaften, einkochen, Garten spritzen, lesen, genießen.

    FREITAG 27.07.2018

    So jetzt tun wir wieder was. Wir gehen über den KRISTAKOPF zum Stausee, hinunter RODUND nach Tschagguns einkaufen und wieder heim.

    SAMSTAG 28.07.2018

    Heute bleiben wir wieder daheim.

    SONNTAG 29.07.2018

    11°° Treffpunkt FONTANELLA mit Rudi und den Rankweiler Kings. Zu Fuß spazieren Rudi und wir bis zum Seewaldsee. Isabel, Julian, Jonathan und Linus nehmen das Zügle.

    Im Gasthaus stärken wir uns und danach geht es zum Schwimmen. Es ist unheimlich warm, doch das Wasser schon erfrischend.

    Vor der Nase ist uns jetzt das Zügle abgefahren, also gehen wir alle zu Fuß zurück.

    Rudi hat uns zur Jause im Garten eingeladen. Wir nehmen gerne an. So sehen wir wenigstens auch noch Hannelore, die Bereitschaftsdienst hat. Auch Heike ist noch kurz da. Die Torte ist köstlich.

    Wohin gehen wir denn Abendessen? Hannelore schlägt vor ein paar Nudeln zu kochen und hier im Garten zu bleiben. Eine fantastische Idee und sie zaubert ein großartiges Abendessen für uns vier. Gegen 22 Uhr fahren wir wieder heimwärts, es war ein wunderbarer Tag und ganz zufällig hat Rudi für die Herbstwoche für uns ein Haus auf Mallorca reserviert. An der Ostküste bei Manacor hat Rudis Freund Erwin (und Maria) ein Haus, das sie vermieten. Rudi, Hannelore und Leon haben es auch für die letzte Augustwoche gemietet. Klingt doch gut, oder?

    MONTAG 30.07.2018

    Wie lange wollen wir denn noch bleiben. Extreme Temperaturen geben keinen Anreiz nach Wien zu fahren. Morgen soll es losgehen.

    Also putzen wir mal den Camper, räumen unsere Sachen zusammen, verwerten noch Äpfel, wässern den Garten ordentlich, beginnen mit dem Hausputz.

    DIENSTAG 31.07.2018

    Gegen 13°° sind wir mit Allem fertig, alles sauber, alles eingekauft (Käse, Spätzlemehl) und wir fahren über den Arlberg nach BAD HÄRING, bei Kufstein.

    Kurze Aufregung, wo sind unsere Pässe? Oh noch in Angelas Auto. Zum Glück werden wir an der D Grenze nicht kontrolliert!

    Ricki kommt uns schon entgegen, zeigt uns „unseren“ Schlafplatz, beim Fußballplatz. Mittlerweile ist auch Armin mit seiner Therapie fertig und wir fahren gleich zum HINTERSTEINERSEE und gehen schwimmen.

    Im Seegasthaus hat Armin schon einen Tisch mit Ausblick übers Wasser reserviert. Ein schöner lustiger Abend. Die Beiden müssen um 22°° im Zimmer sein, sonst droht Kurende!

    Trotzdem gehen wir noch verbotenerweise für ein Genussflascherl auf ihr Zimmer mit und schleich uns gegen 23°° über die Hintertreppe, durch die Garage zu unserm Bus.

    MITTWOCH 01.08.2018

    7:30 sind wir reisefertig, kommen gerade zum Mittagessen zu den Peseks. Ich habe schon ein schlechtes Gewissen, doch ihre Gastfreundschaft ist einmalig. Heute können wir uns ein wenig revanchieren. Klemens bricht am Fußballplatz wegen Überhitzung zusammen, krampft fürchterlich und ich kann helfen ihm eine Infusion anzuhängen, ihn massieren und ein wenig betreuen.

    Am Heimweg halten wir gleich noch in der BSCH Gasse, Blumen gießen.

    Bei uns in der Wohnung hat es 38°C. Unser Entschluss ist gleich gefasst….

    DONNERSTAG 02.08.2018

    Wir fahren nach Rust. Vorher einen Sprung in die Kaiserstraße, auch dort ist alles OK.

    Es hat 33°, meist windstill, das Wasser schwindet, aber es ist hier gut auszuhalten, doch die Gelsen sind schon ziemlich lästig.

    FR, SA, SO, MO, DI

    MITTWOCH 08.08.2018

    Heute kommt Franziska aus KOS zurück.

    17°° sind wir am Flughafen, bringen sie nach Hause und gehen noch gemeinsam ins TERRONI essen. Sie hatte eine wunderbare Zeit, wenn auch teilweise anstrengend. Zehn bis zwanzig Individualisten sind nicht immer leicht unter einen Hut zu bringen.

    DONNERSTAG 09.08.2018

    Wientag

    FREITAG 10.08.2018

    Wir machen uns wieder auf den Weg, zuerst Blumen gießen in der BSCH Gasse, dann Stopp in OED. Auto Kauf, silberfarbener Opel Corsa, 66.000 km, 2500 €. Kurze Proberunde, passt.

    Ein gemütlicher Abend, auch Klemens und ein Fußballfreund sind mit uns.

    SAMSTAG 11.08.2018

    11°° Abfahrt nach Maria Kirchenthal bei Lofer, ein schönes Fest steht an.

    15°° HOCHZEIT von Klein Armin mit Mesi

    Bis vier Uhr Früh wird gefeiert, wir haben es gut, wir schlafen am Parkplatz.

    SONNTAG 12.08.2018

    Heimfahrt, wir sind müde und fahren nur bis an den WAAGINGERSEE, gehen schwimmen und übernachten gleich dort.

    MONTAG 13.08.2018

    In OED holen wir unser neues Auto, bringen es auf unseren Stellplatz in Obergänserndorf und fahren direkt nach Rust.

    Bis

    DONNERSTAG 30.08.2018

    bleiben wir in Rust, mit kurzen Unterbrechungen, einmal Eisenstadt, Pickerl für den Camper machen lassen, einmal zu Mutti mit Hannerl, danach zu Ricki und Armin, Heurigenbesuch in Göttlesbrunn.

    Endlich nach vielen Jahren kommen Eva und Hermann für zwei Nächte zu uns.

    Einige Male gehen wir segeln, aber meist ist zu wenig Wind. Immer sonnig, das Wasser warm aber trotzdem angenehm zum Erfrischen.

    Einmal genießen wir ein Gospelkonzert in der evangelischen Kirche.

    Auch Ula und Markus besuchen uns.

    FREITAG 31.08.2018

    Franziska, Gunther und ich holen die „AUSTRALIER“ vom Flughafen ab, wir jausnen noch alle gemeinsam in der BSCH Gasse.

    Franziska und Gunther arbeiten in den folgenden Tagen fleißig an der Homepage weiter.

    MONTAG 03.09.2018

    Luis erster Tag im Gymnasium, Nora ist nun allein in der FSH, Paul versucht sich im Kindergarten und Katharina wird am 15. mit der Arbeit wieder anfangen.

    Es war ein wunderschöner Sommer für Alle, ein Jahrhundertsommer, nahezu täglich Sonnenschein.

  • 2018 Mallorca

    27. 10. SAMSTAG

    Sehr früh am Morgen 4:30 holt uns Niko ab und bringt uns zum Flughafen. Wir fliegen mit LAUDAMOTION nach Palma. Ein angenehmer kurzer Flug, alle schlafen.

    Unser Auto von RECORDGO, ein Nissan Siebensitzer steht bereit.

    Um 10:00 haben wir unser Ziel CALA MURADA, CASA BARCA, Calle Lisboa 16, an der Ostküste erreicht. Knapp 60 Kilometer.

    Erwin, Rudis Freund erwartet uns schon, noch scheint die Sonne! Wir sind begeistert, die Kinder sofort „Zu Hause“ -urtoll- ist die einstimmige Meinung.

    Erwin ist ein netter Kerl, irgendwie dem Rudi ähnlich, der „Draht“ gleich hergestellt. Er zeigt uns auch gleich sein zweites Haus und bietet uns an, auch diese Schlüssel zu nehmen, falls wir was brauchen. Er fliegt zu Mittag nach Wien.

    Wir richten uns ein, Wolken ziehen auf, wir fahren in den Nachbarort PORTO COLOM, ein altes Fischerdorf, um einkaufen zu gehen, Käse, Wurst, Obst, Flakes, Grillfleisch, Salat, Brot,……alles was man in einem guten Haushalt braucht. Mittlerweile schüttet es bereits.

    Stört nicht wir sind eh für ein Mittagsschläfchen zu haben. Alle außer Nora, Luis und ich, wir spielen das „Spiel des Urlaubs“, 1000km Rennen.

    So jetzt ist genug, Luis, Nora und ich ziehen uns regendicht an und spazieren den „steilen Weg“ zum Strand, platteln mit den Steinen, gehen der Bucht entlang. Danach den weiten Weg der Straße entlang bis wieder zum Haus.

    Die Drei sind nun auch schon ausgeschlafen, es wird auch bereits finster. Grillzeit, ein hervorragendes Abendessen wird gekocht, beste Schweins-und Lammkoteletts. Gegrillte Zwiebel, Erdäpfel, Salat. Zum Glück ist die Terrasse riesig und wasserdicht 🙂

    28.10. SONNTAG

    Es regnet am Morgen immer noch, in der Küche steht das Wasser. Doch nach dem gemütlichen Frühstück schaut die Sonne immer wieder kurz vorbei. Wir wollen zum SAFARIPARK, nahe SA COMA, wo wir letztes Jahr im ALLSUN Hotel waren.

    Diese Fahrt durch den SAFARIPARK wird zum ULTRAERLEBNIS. Vor den Affen wird gewarnt, Fenster müssen geschlossen bleiben. Und was passiert? Ein richtig großer Pavian schleicht sich von hinten an und schon sitzt er auf unserem Autodach. Noch dazu haben wir ein Glasdach fast übers ganze Auto.

    Die Kinder kreischen vor Vergnügen und Aufregung. Er springt von einer Seite zur anderen, sitzt mal auf dem rechten, mal auf dem linken Spiegel, dann wieder am Dach. Er versucht an der Tür zu knabbern! Er lässt sich nicht abschütteln. Den Apfel, den Paul gerade isst hätte er wohl auch gerne. Die Antilopen, Springböcke, Zebras kreuzen unseren Weg ganz nahe vor dem Auto. Ein tolles Erlebnis!

    29.10. MONTAG

    Vorschlag: TROPFSTEINHÖHLEN. Bis wir beim Türl draußen sind dauert es immer. Die passende Führungszeiten sind schon ausgebucht, also besorgen wir Karten für morgen 12°°. Es ist sogar kurz sonnig. So schauen wir uns halt den Ort an. PORTO CRISTO. Supernette Bucht mit engen Hafen.

    Im MAJORICA Laden können wir zuschauen wir die „Perlen“ gemacht werden. Sie sind aus Glas gefertigt und werden bis zu dreißig mal in einen Perlmutt Brei getaucht. Dieser besteht aus Fischschuppen und Muschelsand.

    Guten Kaffee, dicke heiße Schokolade (fast wie Pudding) und gute Kuchen gibt‘s auch dort. Mittlerweile regnet es und die Sonne scheint und ein wunderbarer Regenbogen spannt sich über die ganze Bucht. Wunderschön!

    Der Spaziergang durch den Ort, der Bucht entlang ist auch schön und wieder trocken.

    Wir grillen wieder, heute DORADE. Hervorragend!

    30.10. DIENSTAG

    Die Sonne scheint! In der Nacht hat es aber wieder ordentlich geschüttet. Noch vor dem Frühstück sind die Kinder im Garten. Doch es dauert keine zehn Minuten und Nora hat sich verletzt. Sie hat sich beim Sprung in Nachbars Garten am linken Auge, mit einem Zweig die Hornhaut zerkratzt. Professionell verbindet Kathi das Auge.

    Nora bekommt gegen Mittag mehr Schmerzen und so tauschen wir die Höhlenkarten von 12°° auf 14°° und fahren zum Krankenhaus. Augensalbe, Verband und morgen 18°° Kontrolle. Paul schläft während der Zeit und um 14°° gehen wir alle vergnügt und gut gelaunt durch diese wirklich sehenswerte TROPFSTEINHÖHLE mit kurzem klassischen KONZERT und kurzer RUDERBOOTFAHRT. (CUEVAS del DRACH)

    Am Fluss in PORTO CRISTO fischen Nora und Luis, Gunther und ich gehen Henderl kaufen. Nora gelingt es zwei Fische zu fangen!

    Opa „Geld“ ruft Paul, jawohl für ein Eis!

    31.10. MITTWOCH

    NIKO KOMMT!

    Heute ist es grau in grau, wir treffen Niko in PALMA, in der Altstadt. Unser Plan vorher eine Burg zu besuchen gelingt uns nicht wirklich, wir drehen zwar eine Runde etwas oberhalb von Palma, finden aber trotz Navi nicht den richtigen Weg.

    Große Freude NIKO DA! Kaffee und Kuchen, Regen, kalt, Sturmböen. Eine lange Schlange vor der Kathedrale verhindert unseren Besuch, wir haben ja im Krankenhaus einen Termin um 17:30

    Alles in Ordnung, Auge OB. Glück gehabt!

    Natürlich grillen wir wieder, Koteletts und Steaks, Erdäpfel, Zwiebel. Ein Vergnügen.

    01.11. DONNERSTAG

    wir packen die Badehosen ein, etwas gewagt. Aber es regnet ja nicht!

    Wir spazieren von einer Bucht zur nächsten auf einem teils felsigen, teils schön ausgebauten Strandweg entlang.

    Nach „unserer“ Bucht kommen zwei feine Sandstrandbuchten und man kann es nicht glauben mit Badenden!

    Da sind Luis, Nora, Paul und zwangsläufig Niko nicht mehr zu bremsen. Sie genießen die hohen Wellen in vollen Zügen, sind begeistert. Geschätzte 19-20° hat das Wasser.

    Wir wandern noch ein weites Stück und am Retourweg gehen Nora und Luis ein weiteres Mal Wellenhüpfen. Sie halten es extrem lang aus!

    Und jetzt, heimgehen….nein bleiben wir doch gleich im Ort und gehen essen? Es ist eh schon 17:30.

    Im DON PEDRO, dem einzigen heute offenen Lokal gibt es ab 18:30 Abendessen. Ein richtiges Beisl, Katharina und ich haben anfangs Bedenken, aber umsonst. Hervorragende Küche, bester Wein, da nehmen wir uns sogar eine Flasche mit (um € 2,90!). Lamm, Tintenfisch, Dorade, Kotelett, Gemüseplatte gegrillt, eingelegte Champignon, Eis, Creme Caramel- was will man mehr!

    Im Finstern tasten wir uns über den steilen Aufgang zum Haus. Wieder ein gelungener Tag!

    02.11. FREITAG

    Früh am Morgen geht Niko laufen, bis PORTO COLOM. Er bringt frisches Brot und köstliche Croissants mit!

    Heute sollte laut Plan ein Badetag sein. Dem ist nicht so!

    Wir fahren nach SA COMA, wo wir letztes Jahr waren, graue Wolken, Wind. Mieten wir uns halt ein „ Dacherl“. Alles geschlossen!

    Egal Katharina, Nora und Luis sind tapfer und stürzen sich in die Wellen und haben mächtig Spaß. Paul hält seinen Mittagsschlaf, Niko geht mit ihm entlang der Promenade spazieren.

    An den „Krebsenplätzen“ vom Vorjahr finden wir keine Tiere.

    Gunther, Luis und ich wandern bis zur „Festung“ PUNTA de n‘AMER und trinken dort guten Kaffee. Wieder beim Auto zurück, holt jetzt auch Gunther seine Badehose hervor. Nora und Luis sind dabei! Auch Niko war schon in den Wellen!

    Nochmals wird Fisch gegrillt, DORADE und SARDINEN. Ein schöner letzter Abend.

    03.11. SAMSTAG

    Heute ist es sonnig, aber wir müssen alles zusammenpacken, alle Fensterläden schließen, Auto zurückgeben. Unser Flieger geht um 14:20. Alles klappt bestens. Wir sind um 18:10 zu Hause

    04.11. SONNTAG

    Auch hier ist alles grau, Franziska kommt zu uns zum Frühstück, wir sind sehr glücklich. Sie ist fleißig am Diplomarbeit schreiben.

  • 2019 Pyrenäen

    Sonntag 2019-08-11

    Nach einem Besuch bei Mutti, holen wir unseren Camper nach Wien, beginnen mit dem Packen.

    43311 km zeigt der Kilometerzähler an.

    Montag 2019-08-12

    Abfahrt 9°°, 43342 km,Treffpunkt Tristachersee. Campertreff mit Karin, Erich, Heidi und Arnold.

    Das „ Noldomobil“ ist ganz neu, hat gerade mal 500 km drauf. Die Ebners waren mit ihrem Camper dafür schon in ganz Amerika und ein Jahr in Australien unterwegs.

    Irgendwo sind unsere Campingsessel verschwunden, also halten wir beim Obi, ergattern die letzten zwei Sesseln, in rosa und hellblau, dafür aber im Sonderangebot.

    Am Weg kaufen wir noch Proviant und ziemlich genau um 15°° kommen wir am Campingplatz Seewiese an. Ein Platz für uns ist schon reserviert.

    Noldo hat auch schon seinen Griller angeworfen, wir werden mit Prosecco und Broscetti verwöhnt.

    Es ist bewölkt und es wird rasch kühl.

    Heidi und Noldo haben uns zum Essen eingeladen, köstliche Salate, Fleisch und Würstel am Grill.

    Ich habe gestern noch am Abend einen Heidelbeerkuchen mit den selbstgepflückten Beeren aus Königsleiten gebacken. Ein willkommener Abschluss. Bier, Wein, Kaffee, ein Schnapserl gehört natürlich auch dazu. Wir haben einen lustigen Abend, gespickt mit Reiseerinnerungen. (443km)

    Dienstag 2019-08-13

    Da heute das Wetter nicht halten soll, beschließen wir den Tag in Lienz zu verbringen. Ein gratis Shuttlebus, bringt uns um 10:30 in die Stadt, Haltestelle Bahnhof. Von dort sind es nur ein paar Schritte in die reizende Innenstadt. Unser „Reiseführer“ Erich liest brav die Sehenswürdigkeiten vor. Zu Fuß kommen wir bis zum Schloss Bruck. Ganz toll renoviert, interessante Ausstellung über die Freskenmalerei (Kapelle), sowie über den Maler Albin Egger Lienz. Viele seiner Werke sind zu sehen. Ebenso sind Künstler des 20.ten Jahrhunderts vertreten. Für einen Tag eigentlich zu viel!

    Doch auf den hohen Turm müssen wir noch hinauf, der schönen Aussicht halber.

    Müde und hungrig geht es noch ein Stück bergauf zum Gasthaus Griebelehof, wo wir sehr gut Essen.

    Es folgt noch ein Besuch mehrerer Kirchen, dem Grab von Egger Lienz bis es Kaffee in der Innenstadt gibt. Um 17:15 nehmen wir den Shuttlebus retour. Das Wetter hat gut gehalten.

    Erst beim kalten Abendessen werden wir vom Regen überrascht, sitzen jedoch unter Ebner`s neuer Plane und Noldos Markiese gut geschützt, wenn auch ziemlich kalt.

    Mittwoch 2019-08-14

    Für heute ist der große Wandertag geplant.

    Pünktlich um 8:00 fahren wir alle sechs mit unserem Camper, der gestern von Noldo den Namen „ Griesi“ von grau bekommen hat (nach Froschi, von grün), über eine Mautstraße (6km) zum Parkplatz nahe der „Dolomittenhütte“.

    8:30 der Aufstieg beginnt, gleich mal geht es steil bergauf, es folgt ein Klettersteig, zwar gut gesichert, aber doch sehr anstrengend, zumal ich ja erst drei Wochen krank war. Wir erreichen unser Ziel die „Karlsbader Hütte“. Ein gutes Mittagessen ist eine willkommene Belohnung. Der Abstieg ist auch recht anspruchsvoll, viel Geröll.

    Ein Kaffee noch in der Dolomittenhütte, die neu umgebaut wurde und Erich meint da müsse man die Besitzer unterstützen.

    10km und 600 Höhenmeter haben wir geschafft.

    Um 17°°schwimmen wir bereits wieder im See, der recht erfrischend ist.

    Heidi und Arnold bekochen uns wieder, Thunfischnudeln.

    Es pritschelt heftig, Donner grollen.

    Was machen wir morgen? (12km)

    Donnerstag 2019-08-15

    Das Noldomobil reist ab. Toll war es und wir werden das Campertreffen jährlich wiederholen, alle sind fest entschlossen!

    Da es bei uns wieder ordentlich hereingeregnet hat, planen wir noch zu bleiben, mit Ebners einen Ruhetag einzulegen, dann das Wochenende mit Erich und Karin bei Matrei zu verbringen. Nach dem Wochenende über Villach, dort beim Falle Reparaturkit besorgen und unsere lange Reise in die Pyrenäen zu beginnen.

    Um die Mittagszeit spazieren wir gemütlich um den Tristachersee, essen Topfenstrudel (Miniportion, lang nicht so gut wie auf der Karlsbader Hütte) und trinken Kaffee im Nobel-Spa Hotel am gegenüberliegenden Seeufer.

    Es ist schön warm und heute lässt sich sogar Gunther zum Schwimmen überreden.

    Da es am Abend gewittert sitzen wir im Griesi, es gibt Ravioli in Suppe. Wein haben wir auch genug. Es ist echt gemütlich.

    Freitag 2019-08-16

    Alle Vorbereitungen für unsere gemeinsame Weiterreise werden getroffen, Wasser ausgelassen, Wasser nachgefüllt, Km 43788, 8:40 für die Abreise bereit. Erich und Gunther bezahlen und dann kommt alles ganz anders als geplant!

    Karin möchte noch ein Foto vom See machen, stürzt und muss mit der Rettung ins Lienzer Krankenhaus. Nach kurzem Warten, steht fest der Oberarm ist gebrochen, komplizierter Bruch muss operiert werden. So ein Pech. Gemeinsam fahren wir in Richtung Spittal. Dann trennen sich unsere Wege. Erich und Karin fahren nach Klagenfurt, wir zum Falle nach Villach.

    Karin wird heute noch im UKH Klagenfurt aufgenommen, aber erst am Dienstag operiert!

    Es ist schrecklich wie schnell so was passieren kann!

    Betrübt erledigen wir unsere Einkäufe, Obi, Falle, Hofer, tanken noch voll und etwa um 15:00 geht es über Tarvis, Osoppo, Venzone. Um 17:30 im ausgetrockneten Flußbett des Fiume Meduna, nahe Vivaro finden wir ein ruhiges geschütztes Schlafplätzchen.

    Eine kleine Kapelle ist nur ein paar Meter entfernt.

    294 km sind wir gefahren.

    Samstag 2019-08-17

    Abfahrt 8:40, 23°, 44081 km zeigt der Kilometerzähler.

    Wir nehmen die Route, die uns Erich empfohlen hat, nicht über die Autobahn, sondern durch das Prosecco-Gebiet und sind begeistert von der Landschaft, den sanften Bergen, den riesigen Weingärten, Obstplantagen und den teils gepflegten winzigen Orten. Wir kommen durch Aviano, Coltura, Vitorio Veneto, Guia und knapp vor Valdoddiabene, in Santo Stefano trinken wir auf einer Terrasse ( oberhalb der Weingärten mit wunderbaren Blick ins Tal, Kaffee (Osteria Alla Terrazza). Für Prosecco ist es um 10:30 wahrlich noch zu früh.

    Langsam geht es wieder in die Ebene und wir entschließen uns doch ein Stück Autobahn zu nehmen. So kommen wir zwar schneller, aber auch viel kostspieliger, 30€ Gebühr, an unser heutiges Ziel Turin.

    16:30 Campingplatz in Moncalieri ,“Grinto Eco Village“. Grinto heißt Eichkätzchen. Der Platz liegt am Po und wir machen noch einen länger als geplanten Spaziergang durch den „Urwald“, da wir uns bei der Parkrunde im Parco „Le Vallere“ verirren und uns quer durch ein Maisfeld zurückkämpfen müssen. (514km)

    Sonntag 2019-08-18

    Wir nützen die Gunst des Sonntags und fahren um 9:40 (Km 44595) mit dem Camper in die Innenstadt von Turin und finden tatsächlich einen guten gebührenfreien Parkplatz. Turin, die „Automobilstadt“ ist viel schöner als gedacht! Eine völlig im Karo angelegte Stadt, erinnert zwar an amerikanische Städte, hat aber wunderbare Bauten, Kirchen, breite Einkaufsstraßen mit einer schicken “Galleria“, riesige Plätze und nicht zuletzt das Königsschloss „Palazzo Real“ mit der ganz eindrucksvollen „Chiesa di San Lorenzo“. Das Flussufer des Po`s ist leider sehr vernachlässigt. 7,3 Km war unser Stadtrundgang.

    Mit guten Foccacio`s (Schinken, Oliven, Erdäpfel) und Espressi gestärkt, verlassen wir gegen 13:00 Turin, fahren über die Autobahn bis Bra (eigentlich die falsche Abfahrt), dann gondeln wir durch die Gegend bis Cuneo, wo wir in einem Coop unseren Proviant auffüllen und halbwegs billig tanken. Tanken ist in Italien, wie immer schon teuer.

    Entlang der SS21 fahren wir Richtung Vinadio und, nehmen in Pratolungo-Roviera die Abzweigung auf die SP 255 (gelbe Str.) zum Col de la Lombarde (Col Tete de l‘Adrech d‘en Barns) (2474m). Die Straße ist sehr eng und viel Gegenverkehr.

    Wir finden einen wunderschönen Schlafplatz bei einer alten Hütte, mit Brunnen und einem Minikraftwerk an einem kleinen Bach.

    Wir pflücken noch eine ganze Schüssel Himbeeren am anderen Bachufer. Über Nacht sind wir ganz alleine. (156km)

    Montag 2019-08-19

    Die ersten Wanderer sind schon da, wir fahren um 7:35 (Km 44752), bei 16° und Sonnenschein nach St. Anna di Vinadio. Ein Wallfahrtsort auf 2000m, mit einer Kirche in „Schräglage“, einem Refugio und einem Shrine der Heiligen Anna, Beschützerin der Kinder. Auch Leute mit unerfülltem Kinderwunsch kommen hierher. Ein 700m langer Spazierweg führt uns zu einer Hl. Anna Statue mit Kind. Zurück beim Refugio gibt es Kaffee und Croissants.

    Ein kleines Museum zeigt alte Postkarten der Gegend.

    10:00 Abfahrt, auf den Paso di Lombarde (2350 m), der mit einer großen Steinbockfigur markiert ist. Es ist die Grenze Italien/Frankreich. An vielen Hügeln sind Häuserruinen aus dem ersten Weltkrieg zu sehen, kaum vorstellbar, was in dieser einsamen Gegend einmal passierte.

    Am Pass sind zahlreiche Schilifte und unten im Tal das erste hässliche Skidorf Frankreichs Isola 2000, es folgen Isola, St. Etienne de Tinee (recht nett).

    Nun geht es wieder bergauf zum Cime de la Bonette (=Mütze). Es ist die höchste Passstraße Europas mit 2802 m. Das letzte Stück auf den Gipfel muss man zu Fuß gehen, aber es lohnt sich! Die Luft ist zwar schon etwas dünn und kühl ist es natürlich auch da oben. Wir sehen die ersten zwei Gemsen durch das Fernglas einer Nationalparkmitarbeiterin. Unser Fernglas liegt leider in Wien.

    Beim der Fahrt hinunter halten wir auf einer großen Wiese und jausnen. Es ist einfach traumhaft, wir sind überglücklich.

    Jausiers, Richtung Gap, fahren hier durch ein riesiges Obst- und Weinanbaugebiet, Le Poet, auf der D942 Chateaunef de Chabre, kommen durch den Gorge de la Meouge, ein tolle sehr enge Angelegenheit. An Parkplatz ist gar nicht zu denken. Aber es wird wieder weiter und da es schon spät ist halten wir beim Müllplatz von Barret sur Meouge (44.262997, 5.743489), ganz ok. Kein Mensch stört uns, Autos fahren auch bald keine mehr und der Ort hat auch kaum Beleuchtung. (211km)

    Dienstag 2019-08-20

    8:10, 18°, Km 44963, D942, Lachau, D542 Col de Macuegne, Montbrun-les-Bains, eine fruchtbare Gegend. Leider sind die Lavendelfelder schon alle abgeerntet und vom strahlenden Blau ist nichts mehr übrig.

    Sault, D942 Carpentras, Avignon. Diese Stadt muss man doch anschauen. Parkplatz auf der Ile de Piot, Gratisbus ins Zentrum.

    Papstpalast besichtigt, lange Warteschlange aber trotzdem sehenswert, vor allem durch die guten Erklärungen mit dem zur Verfügung gestellten „Histopad“. Stadtbummel, Brücke von Avignon (besser gesagt die Reste davon) dann zurück zum Camper und weiter über die N100 Richtung Remoulins und zum Pont du Gard, einem sehenswerten römischen Bauwerk (Brücke+Aquädukt). Im Sonnenuntergang ist das Licht besonders schön und beeindruckend.

    Auch hier drehen wir wieder eine große Runde, hinauf auf dem rechten Uferberg.

    Wir fahren noch ein kurzes Stück weiter und schlafen auf einem verlassenen Parkplatz eines Obstfrächters. Es ist schon stockfinster und spät. Trotzdem grillen wir noch Fleischspießchen. Hm die schmecken gut! (145km)

    Mittwoch 2019-08-21

    8:00, Km 45118. Nachdem ich ein paar Äpfel und Mandeln am Parkplatz geerntet habe fahren wir los, es ist leicht bewölkt bei 18°.

    Wir kommen durch Nimes und halten nur kurz um ein Foto vom zweistöckigen römischen Amphietheater aus 70 N. Chr. zu machen. Gut erhalten, wird es für Konzerte und Stierkämpfe genützt.

    Gleich daneben ist noch ein interessanter Bau, das Musee D´Romanite.

    Weiter geht unsere Fahrt entlang des Canal du Midi, der von Toulouse über Carcassonne, Beziers ins Mittelmeer führt. Er wurde 1681 fertiggestellt. In Homps halten wir direkt am Kanalufer um zu frühstücken und können einigen Hausbooturlaubern zuwinken.

    Wir naschen vom Feigenbaum, spazieren zum Hafenbecken und beobachten An- und Abfahrten.

    Vorbei an Carcasonne, wo wir nur die vielen Türmchen, der mittelalterlichen Stadt aus der Ferne sehen, kommen wir zu einem „Pfadfinder Lager,“ mitten in einem Eichenwald, am Col de la Malpere, einem idealen Schlafplatz. Die Abendsonne scheint noch ins Auto, angenehm warm, aber nicht zu heiß. (230km)

    Donnerstag 2019-08-22

    Eine absolut ruhige Nacht, die Sonne lacht, 19°, um 9:40 fahren wir los durch das fruchtbare Land. Riesige Sonnenblumenfelder, Amaranth, Lavendelfelder beidseits. D 18- über Chalabre zum Lac Montbel, wo wir unser Frühstück genießen. Gunther hält ein Mittagsschläfchen, während ich im blauen See schwimmen gehe. Ziemlich erfrischend!

    Über kleine Dorfstraßen kommen wir nach Foix, eine mittelalterliche Stadt mit Burg,”Chateau de Foix”, absolut sehenswert. Das Museum, etwas kindlich erklärt, das genau Richtige für uns. Steinschleudern, Hebekran mit Laufrad, Steinbearbeitung, Schmiede, Armbrust schießen, alles ist zu sehen. Wir erklimmen beide Türme über steile Wendeltreppen. Herrliche Aussicht. Gunther steht der Ritterhelm recht gut und so ein Kettenhemd ist enorm schwer.

    Erst um 19°° verlassen wir die Stadt, übernachten an einem Parkplatz an der Straße D 117, vor St. Lizier. Anfangs ist noch viel Verkehr, aber der beruhigt sich rasch. Das Tabuleh und der Selleriesalat schmecken uns.(132km)

    Freitag 2019-08-23

    Um 8:30, es ist noch ziemlich frisch (11°), starten wir ohne Frühstück.

    In Montrejeau kaufen wir Obst für unsere Fahrt in die Berge.

    In La Barthe de Neste biegen wir auf die D 929 in Richtung Aragnouet ab. Ein winziges Nest. Wir drehen um und gönnen uns einen Kaffee mit Croisant an der Kreuzung in Fabian im Relais Neouvielle. Weiter geht es über eine schmale, kurvenreiche Straße zum Lac de Cap-de-Long.

    Ein Mittagsschlaf muss sein, am herrlichen Stehplatz am Stausee. Die Seen wurden von 1950-53 gebaut.

    Am späteren Nachmittag machen wir einen Spaziergang über die Staumauer, beobachten einen Hubschrauber, trinken ein Glas Bier im Le Garlitz und genießen die letzten wärmenden Sonnenstrahlen. Mit einem köstlichen Linseneintopf und einem “Barbera del Monferrato 2016” beenden wir diesen herrlichen, gemütlichen Tag.(142km)

    Samstag 2019-08-24

    Heute hat Paul seinen 3. Geburtstag! Die Kinder sind auf Sardinien. Franziska noch in Albanien.

    Wir stehen relativ früh auf, die Sonne ist hinter der Staumauer aufgegangen und taucht die Berge für kurze Zeit in tiefes Rot. Ohne Frühstück, dafür mit ausreichend Proviant gehen wir etwa um acht Uhr in Richtung Pic Neouvielle los. Der Weg ist nicht leicht zu finden, eigentlich immer nur durch Steinmännchen gekennzeichnet. Oft geht es über große Steinplatten, Geröllhalden und steil bergauf. Es ist anfangs noch eiskalt, 10°C. Am Ende des Stausees sehen wir das erste Murmeltier, einen hohen Wasserfall und die Bergspitze. Nach zwei Stunden ist es für mich genug, Gunther geht weiter.

    Nach kurzer Rast und einem Müsliriegel kehre ich um. Noch immer kommt die Sonne nicht über den Bergkamm, es ist richtig eisig.

    Am Rückweg kann ich Gemsen beobachten, zuerst vier, dann nochmals zwei, wie sie friedlich grasen. Am ausgemachten Treffpunkt, bei den einzigen Föhren warte ich auf Gunther.

    Um 13°° kommt er und sagt, dass ich genau am richtigen Punkt umgedreht habe. Anfangs ging es sehr steil über riesige „Stufen“ dem Wasserfall entlang, danach zwar etwas leichter einem Grat entlang und dann hat sogar Gunther, nicht weit vom Gipfel umgedreht, zu steinig, zu rutschig.

    Gemeinsam, jetzt in der wärmenden Sonne bezwingen wir den Abstieg. 12,2 km und 1200 m war Gunther unterwegs, ich genau die Hälfte. Die Begeisterung noch in den See zu hüpfen schwindet schnell. Es ist einfach zu kalt. Wir jausnen Kaffee und Flantorte, nennen sie Pauls Geburtstagstorte und denken fest an die Kinder, schicken ein Geburtstagskuchenfoto.

    Tournedos mit Paradeis-Maissalat sind unser heutiges, hervorragendes Abendessen.(0km)

    Sonntag 2019-08-25

    Heute ist es ruhiger wie gestern in der Früh, wir frühstücken zur Abwechslung mal. Schafe kommen vorbei.

    Abfahrt, 8:30. Der Gegenverkehr auf der engen Bergstraße ist nicht so schlimm wie wir eigentlich erwartet haben. Halte und Parkverbote entlang der Straßen haben eher informativen Charakter, Nationalpark ( Reserve Naturelle Neouvielle) hin oder her.

    Von Fabian müssen wir zurück bis Arreau, wo wir kurz danach die Straße über den Col de`Aspin nehmen. Ein Radrennen ist im Gange, die Teilnehmer quälen sich über die 10 km steile kurvige Straße hinauf. Für uns ist es spannend, wir kommen aber nur langsam weiter. Nicht nur die Sportler sondern auch die Kühe blockieren uns. Am Gipfel halten wir und schauen ein wenig zu.

    Die meisten Sportler nehmen nur Trinkflaschen entgegen und strampeln weiter zum Col du Tourmalet. Es ist seit 1910 die Strecke der Tour de France!

    Auch wir nehmen in St.-Marie de Campan zwar die Richtung, bleiben aber am Campingcaravagning Municipal d`Artigues (20€ ) stehen und ruhen uns aus. Also so ist es wieder auch nicht, aber das Klo ist voll, Wäsche gehört gewaschen und sämtliche Geräte werden geladen, Computer, Kindles, Fotoapparat, Handys. Es ist ein ruhiger Platz, kaum Leute, nur der Bach plätschert.

    Mit Fusili, Pesto mit Paradeiser, Parmesan füllen wir unseren Bauch.

    Von Franziska hören wir, dass sie wieder gut in Wien gelandet ist, eine schöne Zeit in Albanien mit einem Superteam hatte. (Tom….). In Wien hat es noch 30°.

    65 km haben wir zurückgelegt. Am Abend ist es wieder frisch, 21:00, 16°.

    Heute gehen wir erst um 23:00 schlafen, da ich so lange Tagebuch nachgeschrieben habe. (65,2km)

    Montag 2019-08 26

    auch ohne Wecker werden wir um 7:00 wach und machen alles reisefertig, wie immer, Klo ausleeren, Wasser leeren, Wasser füllen. Perfekt für die kommenden Tage gerüstet starten wir um 8:00. Es sind nur wenige Kilometer bis zum Seilbahnparklatz vor der Seilbahn zum Pic du Midi in La Mongie.

    Noch sind wenige Autos da. Wir frühstücken im Bus und erreichen sogar die erste Gondel um 9:30. Leider ist es heute, zum ersten Mal seit Tagen nicht ganz so klar, wie wir uns es eigentlich vorgestellt hatten. Die Gondelfahrt ist nicht ganz billig € 44 (incl. Museum). Einmal muss man umsteigen. Der zweite Teil ist schon recht beeindruckend, ohne Zwischenstützen, hoch schwebend und recht flott-45km/h. Wir kommen auf 2877m an, es hat 9°.

    Beim Empfang bekommt man einen Audioguide mit guten Beschreibungen.

    1876 war hier das erste Observatorium entstanden. Jetzt sind zehn „Dome“ acht davon im ständigen Einsatz.

    Obwohl, wie schon erwähnt, die Sicht nicht besonders ist, können wir die Gipfel der letzten Tage in der Ferne ausmachen.

    Besonders beeindruckend sind die enorm vielen Geier, die ihre morgendlichen Rundflüge machen und sehr nahe kommen. Natürlich gehen wir auf die Pont du Ciel, eine kleine Attraktion. (Steig ins Freie…)

    Lange verweilen wir anschließend im Museum, bevor wir einen Infofilm im Observatorium über die Entstehung der Welt, kindlich erklärt sehen (+6€). Ich bin schon etwas enttäuscht, dass man nicht einmal ein Teleskop zu sehen bekommt.

    Nach dem Film geht es wieder hinunter. Gegen 15:20 steigen wir in den total verstaubten Camper, da neben dem Parkplatz ein Großbaustelle ist.

    Die Straße windet sich auf den Col de Tourmalet (2115m). Auch das ist die klassische Tour de France Route seit Beginn 1910. Auf der Passhöhe ist eine überlebensgroße Radfahrerstatue, die mir nicht gefällt. Die Straße ist noch von der diesjährigen Tour de France mit Namen und Anfeuerungsworten bemalt.

    Abwärts geht es wieder in eine grünere Region, in Luz Saint Sauveur biegen wir ins nächste Sacktal in Richtung Gavarnie ein. Es geht wieder steil bergauf, es ist ein schmales Tal, in der Schlucht fließt der Gave de Gavarnie, der für die Elektrizitätsgewinnung genützt wird.

    Da am Ende des Tales ist der Col du Tentes (2208 m), der wieder zum Nationalpark gehört, wo campieren verboten ist. Also fahren wir nur wenige km zurück bis kurz nach der Nationalparkgrenze und übernachten, etwas ab von der Straße, mitten unter Schafen,Kühen und Murmeltieren.

    Unser Hunger ist riesig, es gibt, passend zur Gegend, Bauerneierspeise (Zwiebel, Erdäpfel, Karotten, ein Speckresterl, Dank Ebners, Oliven-alles klein geschnitten und sechs Eier drüber) echt gut.

    Wir sind beide müde, die Höhe zehrt an den Kräften. (61,2km)

    Dienstag 2019-08-27

    Heute schlafen wir uns aus, es ist bewölkt und in der Nacht hat es öfters kurz geregnet und stark gestürmt behauptet Gunther. Das Pritscheln hab ich gehört, das Wackeln nicht gespürt.

    Um etwa 9:45 fahren wir die zwei Kilometer wieder zum Parkplatz am Col du Tentes am „Ende der Welt“ und los geht es ohne Frühstück zum Pic de Tentes, 2322m erklimmen wir und es geht noch weiter, Hügel ab, Hügel auf bis zum Pic de la Pahule 2292m. Damit haben wir nicht gerechnet, aber einen Müsliriegel und Wasser haben wir zum Glück dabei.

    Wir haben einen wunderschönen Blick zum großen Wasserfall „La Grande Cascade“, einem der höchsten Europas und in den Talkessel, den „Cirque de Gavarnie“. Kühe,Schafe und Dohlen begleiten uns. Regenwolken ebenso, die immer wieder etwas Wasser lassen. Die Sonne lässt sich nur minutenweise blicken.

    Um 13:00 sind wir zurück zum Frühstück im Bus und genießen es sehr. Ebenso den darauffolgenden Mittagsschlaf. Nach dem Kaffee kommt die zweite Etappe, zuerst zum Puerto de Bujaruelo, hier kreisen mindestens fünf Geier über uns, sowie viele Dohlen. Es ein beeindruckendes Schauspiel diese Lac des Especieres. Mittlerweile im strömenden Regen. Dementsprechend nass kommen wir zurück. Tiere zu beobachten. Am Rückweg kommt der Regen von zwei Seiten, dennoch gehen wir noch zum Insgesamt haben wir wieder über 10 km zurückgelegt!

    Die Nacht verbringen wir am selben Platz wie gestern. Was gibt es zum Essen? Erstmal als Aperitif einen wärmenden Gin. Gunther stellt sich an den Herd, Bratwürstel mit Sauerkraut, genau das Richtige in der Kälte. Die Wolken sind tief, der Nebel hüllt die Berge ein, wir lesen, der Alkohol zeigt Wirkung, es ist sehr gemütlich. (6 km)

    Mittwoch 2019-8-28

    Blauer Himmel wieder, wir frühstücken gemütlich und fahren die etwa 15 Km in den Ort Gavarnie, wo man einen 24 Stunden Parkplatz zu 8€ bekommt.

    Am Weg halten wir noch, eine Schafherde haben die Hirten mit ihren schönen Hunden zusammengetrieben. Dichtgedrängt stehen sie unruhig im Gatter. Etwa 50-100 Meter weiter, streuen die Hirten Salz auf große Steine. Die Gattertür wird geöffnet und etwa 200 Schafe galoppieren zu den Steinen und schlecken.

    Sack und Pack sind schon für den „Wandertag“ gerichtet. Der Weg führt durch den kleinen Ort, gespickt mit Cafes und Souvenierläden, trotzdem ist das der erste Touristen- und Skiort der nicht durch die riesigen hässlichen Hotels und Chalets verschandelt ist. Die letzten Skiorte waren allesamt eine Katastrophe, riesige Klötze und eher vernachlässigt.

    Entlang des Gave de Gavarnie geht es anfangs gemütlich, dann immer mehr bergauf in den Cirque de Gavarnie, steile Felswände, ein „Amphietheater aus Kalkstein“ 1500m vertikale Wände. Im Zentrum kommt La Grande Cascade heruntergestürzt. 423 m Fallhöhe. In der Nähe des Wassers ist es eiskalt. Sehr beeindruckend.

    Auch hier ist man immer von Schafen umgeben und natürlich von wunderbaren Blumen, besonders das strahlende Blau der Lilien sticht ins Auge.

    Am Rückweg, der jetzt fast ganz in der Sonne liegt, sind wir schnell wieder gewärmt, knapp vor Gavarnie stärken wir uns mit Kaffee und Kuchen in der Bar le Pailha. Statt zwei Kuchen, wird zwar nur einer serviert, aber dafür ein Bier. Ein wunderbares Missverständnis.

    12,5 Km sind wir gehatscht. Bravo!

    2km außerhalb vom Ort ist ein Camperparkplatz, wo wir mit unserer Parkkarte bis morgen 10:00 halten dürfen. Wasser und Entsorgungsmöglichkeit gibt es sogar auch.

    Wir finden direkt an der Kuhweide einen schönen Platz, hungrig wie wir sind gibt es schon um 18:00 Kärntner Kasnudeln in Suppe, hm gut.

    Wolken ziehen wieder auf. Auch heute sind wir wieder kaum gefahren, nur 15,5 km

    Donnerstag 2019-08-29

    Wasser tanken, usw. alles wieder auf den neuesten Stand bringen, los geht es.

    9:30, 12°, 45768 km, Sonnenschein. Retour aus dem „ Sacktal“ bis knapp vor Gedre, hier geht es rechts ab, wieder in zwei schmale Endtäler. Wir nehmen den Weg nach Heas, weiter zum Cirque de Troumouse. Beim Plateu du Maillet ist Ende der Zufahrt. Großer gratis Parkplatz, kleines „Hotel“.

    Bei der Fahrt konnten wir lange einen an einer Felskante gelandeten Geier beobachten, dass Kühe und Schafe die Straße mit uns teilen ist wohl klar.

    Erstmals frühstücken wir schnell, denn zu jeder vollen Stunde geht ein Minizug, der von einem großen Traktor gezogen wird, zur Hochebene und den will ich um 11:00 erwischen. Gunther geht etwa zur gleichen Zeit weg, erklimmt den Weg zu Fuß. Ich muss nicht lange warten. Die Sonne brennt ganz schön runter und schon ist Gunther auch heroben angekommen.

    Es sind unheimlich viele Schafe und Kühe rundum, daher unzählige Trampelwege und Spuren. Wunderschön! Kleine Restlacken, ein Bächlein, die steilen, schroffen Felswände, traumhaft. Der Lac des Aires ist leider fast ausgetrocknet.

    Gunther geht noch bis zu einer Schutzhütte, der Cabane des Aires, ich warte, zuerst im Schatten, dann aber doch in der Sonne. Es ziehen einige Wolken auf und wenn sie die Sonne verdecken ist es gleich kühl.

    Gemeinsam spazieren wir zurück zur Madonna auf einem Felsen. „Virge de Troumouse“. Am Weg sind ein paar winzige Kälber, sicher erst ein paar Tage alt. Sogar Drillinge? gibt es das überhaupt? (nachgelesen, extrem selten)

    Mittlerweile hört man schon Donner grollen und wir gehen zügig zum Züglein. Dort steht schon eine Schlange an. Ich habe Glück, ich bin die Letzte die mitkommt!

    Gunther geht wieder zu Fuß hinunter wartet schon auf mich.

    Eigentlich wollten wir in der kleinen Gaststätte Lammkoteletts speisen gehen, doch am Abend wird dort nur für Schlafgäste gekocht und es gibt Eintopf. Den können wir selber auch kochen!

    Wir entschließen uns daher noch zum nächsten Cirque zu fahren.

    An der Kreuzung haben Bauern eine Absperrung gemacht, ein großer Viehtransporter steht da. Wir warten eine zeitlang, bis endlich die Glocken schellen, etwa 30 Kühe kommen die steile Passtrasse herunter, werden in eine Abzäunung getrieben, die Auffahrt wäre jetzt wieder frei.

    Doch wir bleiben noch und schauen zu, welche Tiere ausgewählt werden und wie sie ins Auto verstaut werden.

    Gibt es Fleisch? Kalbfleisch? Oder kommen sie wieder in die Ställe zurück? Das wollen wir gar nicht so genau wissen.

    Los geht es wir erklimmen den Weg Richtung Cirque d‘Estaube, finden einen wunderschönen Schlafplatz am Stausee „Lac des Gloriettes“ und kochen asiatischen Nudel-Gemüseeintopf. Vorher drehen wir noch eine Runde auf der Staumauer. (28,5 Km).

    Die Nacht ist sternenklar, die Milchstraße quer über uns und Millionen von anderen Sternen.

    Freitag 2019-08-30

    Sonnenschein, 9:30 spazieren wir los, links entlang des Sees, im Gegensatz zur „vorgeschlagenen“ Richtung, da haben wir noch Schatten und keine Menschen. Die erste Begegnung ist mit einem gut 10 cm großen Frosch, der für das Foto hüpfen soll, doch als ich versuche ihn dazu zu bringen, verfällt er in Totenstarre und macht sich ganz dick.

    Überall läuten die Schellen, die Tiere sind erstaunlich hoch oben, auch die Kühe! Ein angenehmer Weg, knapp oberhalb der Baumgrenze, mit Holundersträuchern und Kuhfladen ohne Ende, bringt uns ans Seeende. Wir gehen weiter ins hinterste Tal, bis zur Cabane d‘Estaube, einer alten Steinhütte. Das ganze Tal ist voll mit Tieren.

    Im Sommer sind hier etwa 400 Kühe und 1200 Schafe. Es sind Fleischkühe, die fast wie Pferde muskulös durchtrainiert sind, enorm beweglich und „leichtfüßig“. Die Murmeltiere geben Alarm, schöne Schmetterlinge begleiten uns. Es ist ein „Zoo“ Tag.

    Gleich hinter der Hütte schlecken 25 Gämsen Salz von den Steinen, das die Hirten wohl für die Schafe gestreut haben. Sie kommen von hoch oben elegant heruntergesprungen und, obwohl sie sonst so scheu sind, lassen sie sich nicht stören. Hinter ein paar Steinen haben wir uns hingekniet und sie lange beobachtet.

    Noch eine Kuppe, noch eine Kuppe…..bis ich mal raste. Gunther geht noch ein Stück weiter, wird am Talende mit einem Wasserfall belohnt. Ich liege auf einem flachen Stein, genieße meine Jause (Frühstück!), die wärmenden Sonnenstrahlen, sehe dem Geier zu, einem Vogelschwarm, der über mir kreist, dem Weidevieh, tunke auch mal kurz weg und erschrecke als ein riesiger weißer Vogel mit pechschwarzen Flügeln „knapp“ über mich fliegt.

    Aber wir sehen auch zwei tote Tiere, eine Kuh und ein Schaf, kahl abgenagt von den Geiern?

    Am Rückweg, sehen wir noch zwei Wiesel, Ziegen und Murmele.

    An dem rechten Seeufer entlang ist der Weg nicht mehr so gut und es ist extrem heiß. Oh auch noch drei Esel und beim Bus, zurück finden wir auch noch die Raupe Nimmersatt. Riesenexemplar. Ich will sie zum fotografieren „richten“, da rollt sie sich blitzschnell zusammen wie ein Gummiringerl und verharrt so für die nächsten drei Stunden!

    Eigentlich war ja nur eine kurze Wanderung vorgesehen, schließlich sind wir 13 km gewandert.

    Wir bleiben hier über Nacht, das Fertig-Steinpilzrisotto ist eher ein Reinfall. Der Abend schön, die Sterne funkeln. (0km).

    Samstag 2019-08-31

    9:50 Abfahrt, sonnig, 22°, 45797 km

    Unser Weg führt über Luz-Saint- Sauveur, in dem wir unseren Proviant, erstmals in einem nicht besonders bestückten Supermarkt, füllen, wieder in ein Sacktal. (D921-D920), entlang des Gave de Cauterets in den Wintersport-und Thermalort Cauterets, bis zum Parkplatz der „Pont d` Espagne“.

    Wir entscheiden uns doch erst morgen wieder wandern zu gehen, kehren um und halten vor der ehemaligen Kuranstalt „ La Raillere“ etwa zwei Kilometer vor Cauterets. Einst gab es hier einen Zug vom Bahnhof „Gare des Oeufs“ (wegen der Schwefelquellen so genannt) in Cauterets zum Thermalhotel, das auf 1053 m liegt. Es wurde in den 90igern, nach 100 jährigen Betrieb geschlossen. Seither ist die Anlage dem Verfall preisgegeben.

    Zum Übernachten ideal, mit Ausblick auf eine Forellenzucht.

    Wir stärken uns, machen ein Schläfchen und spazieren am späten Nachmittag, die gut zwei Kilometer über einen gepflegten Wanderweg (Chemin Demontzey) in den Ort.

    Cauterets spiegelt den Charm eines uralten Badeorts wider, macht aber eher einen etwas verlassenen Eindruck. Schöne alte Häuser mit Eisenbalkonen, großer Platz mit ehemals einem Casino, den alten Bahnhof, Trinkhallen…aber nichts ist mehr in Betrieb.

    Ich kaufe neue Laufschuhe (Geschäftsauflösung), weil meine Alten sich auflösen.

    Wir kommen gerade zum Beginn der Samstag Abendmesse in die Kirche, ein Schwarzer in seinem strahlend grünen Messgewand unter einem dunklen Holzbaldachin beeindruckt uns.

    Im Halbdunklen wandern wir zurück.

    (54,8km)

    Sonntag 2019-09-01

    Es ist nebelig, 14°,45852 km

    10:10 verlassen wir den ruhigen Parkplatz vor der alten Schwefel-Therme.

    Wir wollen die alte Pont d‘Espagne besichtigen, doch der dicke Nebel lässt uns umdrehen. Die Wetteraussichten sind für heute schlecht.

    Soloum D 920, in Richtung Lourdes, biegen ab nach Argeles-Gazost und fahren auf der D 918 nach Aucun-Arras en Lavetan (wo wir wieder mal frisches Baguette und Schokoladecroissants erstehen) und über die D103 nach Bun und weiter zum kleinen See Lac d‘Estaing.

    Endlich gibt es Frühstück und auch einen erquickenden Mittagsschlaf. Es ist regnerisch, nebelig, wir steigen gar nicht aus.

    Über die D603, den Col du Borderes (1156m) kommen wir nach Arrenes wo wir tanken. Diesel in Frankreich ist auch teuer. Gazole-1,520/ Liter.

    Skigebiete und „Urlaub am Bauernhof“-Gegend wechseln sich ab.

    Über den Col de Soulor (1474) fahren wir wieder auf der Tour de France Strecke. Spektakulär, aber leider sehr neblig. Über 1700m hoch kommen wir am den Col d`Aubisque. Hier, oberhalb der Baumgrenze begegnen wir viel Weidevieh.

    Cretes Blanches- Gourette, ein scheußlicher Wintersportort folgt. „Pyrenees atlantiques“ heißt diese Gegend.

    Im Thermalort Eaux-Bonnes halten wir für einen Rundgang. Schlimmer als jede Geisterstadt. Fünf alte Menschen spielen Boule, sonst ist niemand zu sehen. Die Kirche hat wunderschöne Glasfenster, wenigstens ein Highlight.

    Alle Hotels verfallen, das alte Kurhaus, das Casino, alles total verludert, dem Zusammenbrechen nahe und wahrscheinlich schon seit vielen Jahren geschlossen.

    Laruns schaut etwas lebendiger aus. In Arudy biegen wir auf die D918 ab und finden gleich neben der Straße den kleinen Fischteich Lac Ducrest an dem wir stehen bleiben und übernachten. (112,4km)

    Statt Fernsehen haben wir heute ein Liebespaar zur Beobachtung, eher unglückliche Liebe und Streit.

    Montag 2019-09-02

    Heute wachen wir erst um 9:30 auf. Drei Fischer versuchen sich und einer hat bereits zwei Forellen gefangen. Er präsentiert sie mir stolz für ein Foto.

    Wir verlassen den Mini Lac Ducrest um 10:35, leicht bewölkt, 15° bei 45965 km.

    Es geht teils durch waldige, teils durch landwirtschaftliche Gegend.

    St. Christau-Lurbe, St. Christau-Asasp, links abgebogen auf die Route d`Isssor nach Arette. Der Ort macht einen ganz lebendigen Eindruck, also halten wir. Bei der Info holen wir Prospekte, sonst ist nichts los, gerade dass wir Baguette und Croissants bekommen.

    Aber es gibt eine gratis Wasser-Nachfüll-Station und Entsorgungsmöglichkeit für Camper, das nützen wir doch gleich.

    Am Col de Labays erreichen wir Kilometerstand 46.000. Der nächste „Höhepunkt“ ist der Col de St. Martin 1760m auf der D132.

    Aber kurz davor halten wir mit schönem Ausblick ins Tal und auf die Schiregion zum Spätstück. Pferde kommen zu Besuch und nun werden wir auch unser altes Brot los. Baguettes schmecken zwar köstlich, aber werden innerhalb eines halben Tages steinhart. Den Pferden macht das kein Problem! Das Fohlen ist so neugierig, es schleckt am Auto und will unseren Scheibenwischer herunterknabbern!

    9°, frisch. Am Pass, ist eine Grenze nach Spanien, wir drehen aber um, wir wollen noch nicht nach Spanien, sondern nach Ste. Engrace.

    Am Col Suscousse (1216m) fahren wir links ab, D113 über das Plateau Irazordokki. Schließlich erreichen wir unser heutiges Ziel, die Grotte de la Verna. Aber es gibt erst morgen um 10:00 eine Besichtigungstour.

    Gut, wir melden uns dazu an.

    So nützen wir die Zeit, fahren ein paar Km weiter zum Gorges de Kakuetta und machen eine tolle Wanderung in die Schlucht, mit Wasserfällen und einer Tropfsteinhöhle am Ende. 6 km ist die Wanderung, sehr eindrucksvoll. Wie im Urwald!

    Wir übernachten gleich am Parkplatz, der für Camper für 24 Stunden frei ist.

    Gestärkt mit Ruccolaravioli und einer guten Flasche Bordeaux vom Chateau La Paz, fallen wir müde ins Bett. (66km)

    Dienstag 2019-09-03

    9:45 sollen wir beim Ticketshop sein, sehen einen Kurzfilm über die erste Expedition 1951 in die Höhle. Ein Kleinbus mit Besuchern fährt vor, mehrere Autos mit weiteren Besuchern, wie wir folgen ihm. Eine enge kurvenreiche Straße führt gute 4 Km hoch in die Berge zum Eingang.

    Helme auf und los geht es. Bis Ende August gab es jede Stunde Führungen, jetzt nur eine täglich und wir sind nur ca. 15 Besucher. Ein bequemer „Stollen“ bringt uns zur Attraktion. Dem größten unterirdischen Dom der Welt, der öffentlich zugängig ist. Es ist überwältigend, dass es so große Hohlräume unter einem Berg gibt. Es ist kalt, 5°, Sommer wie Winter. Man hat ja schon was dazugelernt im Leben, wir haben Hauben dabei!

    An manchen Stellen sind lebensgroße Puppen von Höhlenforschern positioniert, sodass man erst das Ausmaß diese Raumes erkennen kann. In dieser Entfernung wirken sie wie Spielzeugfiguren.

    Am Weg zurück halten wir im kleinen Örtchen San Enragce/ Sainte Engrace/ Santa Grazi mit der Kirche aus dem 11. Jahrhundert „Eglise de Gorge de Engrace. Sehenswerte Glasfenster, komplett schiefe Mauern und der alte Friedhof rundum sind einen Besuch wert.

    Vis a vis trinken wir Kaffee und essen einen Baskischen Kuchen in der Auberge Elichalt/Merkhatuko Bidea, so der baskische Name. Baskisch ist offensichtlich eine für Fremde unaussprechliche Sprache.

    Danach fahren wir über die D113-D26 weiter nach Larau. Ein kleiner Spaziergang durch den ruhigen Ort gefällt uns sehr. Der Ort hat auch etwas von „ausgestorben sein“. Die Abwanderung in die Stadt ist wohl in jedem Land üblich und offensichtlich notwendig.

    D19-in Richtung Iraty über die nächsten Pässe, den Col de Bargorgui (1327m), den Col D`Orgambideska. Da halten wir, haben einen wunderbaren Ausblick in Richtung der höheren Pyrenäen ostwärts. Viele Geier, ziehen ihre Kreise über unsere Köpfe. Die Landschaft ist unbeschreiblich, grüne steile Wiesen, dann wieder Eichenwälder, Erikas und gelbe Blüten strahlen in der Sonne. Weidevieh lässt uns immer wieder warten, Pferde, Kühe, Schafe.

    D19 bis zur D18, dort biegen wir gleich wieder auf die D301 ab. Eine schmale Angelegenheit. Die Berghänge strahlen in Lila und Gelb, Erika und Ginster?

    Auf einer Hochebene finden wir endlich den “richtigen“ Käsemacher. Ossau-Iraty, am Pass Irau.

    Ein freundlicher Bauer lässt uns mal kosten. 1Kg Käse kostet 19 € egal wie alt der Käse ist.

    Wir fragen ihn über alles Mögliche aus. Die Tiere sind bis Ende Oktober hier oben, etwa 300 Schafe gehören ihm. Wir erstehen einen Heurigen und einen Leib vom letzten Jahr.

    Wir setzten unsere Fahrt bis zu einem wunderschönen „Nachtplatz“ fort, am Berg Arthaburu.

    Den frühen Abend nützen wir noch um herumzustapfen, die letzten Sonnenstrahlen und den herrlichen Rundblick zu genießen.

    Gunther kocht heute, Erdäpfel Rösti mit Spiegeleier und Salat. Die 6 Eier waren ein Geschenk des netten Bauern, er meinte er kann sie doch nicht alle selber essen.

    Bier, ein Fläschchen Weißwein, ein sensationeller Sonnenuntergang um 20:30, wieder ein ereignisreicher Tag, der zu Ende geht. (63,9 km)

    Mittwoch 2019-09-04

    Eine wunderbare mäuschenstille Nacht. Als ich aufwache ist der Himmel zartrosa, die Sonne kommt langsam hinterm Berg hervor. Die ersten Tiere, heute Pferde ziehen an unserem Schlafplatz vorbei.

    Um 8:50, 20°, sonnig, bei 46095 Kilometerstand fahren wir gemütlich los, weiter auf der D301-Ezterenzubi/ Esterencuby- nach Saint Jean Pied de Port.

    Ein uralter Pilgerort. Sämtliche „Jacobswege“ kreuzen sich hier. Es ist ein sehr altes Städtchen, die Innenstadt von einer Stadtmauer umgeben. Wir haben Glück, beginnen mit unserem Rundgang schon um 9:30. Dementsprechend ist die Stadt noch leer.

    Sehr gepflegte Häuser, schöne Geschäfte, Blumenschmuck und Zunftzeichen zieren die Häuser. Am Fluss (Nive de Beherobie) sind alte Häuser mit Holzbalkonen zum Wasser.

    Über der Brücke ist der noch ältere Teil der Stadt mir der Kirche „ Notre Dame L‘Eglise de l‘Asumption de la Vierge“, sehr schlicht, großartige Glasfenster. Eine stimmige Atmosphäre.

    Die Rue de la de Citadelle (=Zitadelako Karrika) steigt an zur Citadelle, welche lange für militärische Zwecke verwendet wurde, ist jetzt eine Schule.

    Gegen Mittag ist die Stadt mit Pilgern und Autobustouristen voll, Zeit für uns, noch schnell einen Kaffee genießen und weiterziehen.

    Auf die D15 Route Ascarat. Die Häuser haben ihr Aussehen verändert, bisher in den Bergen waren sie eher weiß-gelblich und schwarz gedeckt, jetzt sind die Meisten weiß, haben rote Fensterläden und rote Dachziegel.

    Ireulegy-St. Etienne de Baigorry, Einkauf, Tank füllen und Autowäsche, denn wir stinken schon wie ein Mistwagen, da wir so oft der Scheiße nicht ausweichen konnten und die Pferde auch unsere Fenster angesabbert haben.

    D 948 Col de Ispeguy. Uh die Straße wird von 13:30 bis 16:30 für ein Radrennen gesperrt. Macht ja nichts, dann schauen wir halt zu.

    Es ist nicht zu glauben, aber die gesamte Auffahrt ist schon mit Zuschauern zugepflastert! Oben keine Chance zum Halten, also nehmen wir am abwärts führenden Teil einen Stellplatz. Gar nicht so schlecht, mit zwei Paaren und drei Reportern teilen wir ihn.

    Wir haben noch Zeit für ein gemütliches Picknick, ab 15:00 setzen wir uns in Startposition, es dauert eine halbe Ewigkeit, dann kommen mal Werbeautos, die „milde Gaben“ auswerfen. Kulis, Carefourkappen, Duftbäumchen fürs Auto…..die wir gleich weiter schenken. Unsere Mitzuschauer freuen sich!

    Die Reporter gehen in Startposition, wir auch, endlich kommen zwei Profis, gefolgt von wenigen anderen und dann dauert es wieder einige Zeit, geschätzt eine halbe Stunde bis das „große Feld“ fast in geschlossener Gruppe mit unheimlicher Geschwindigkeit um die Kurven saust. So eng, ich krieg alle Zustände! Ich schätze es sind an die 100 Radprofis. Unglaublich aufregend!

    Am Abend lesen wir erst nach. Also es war heute die elfte Etappe der „La Vuelta“. Sie war 180 km von Saint Palais nach Urdax. Gewonnen hat heute der Spanier Mikel Iturria, mit sechs Sekunden Vorsprung vor Jonathan Lastra. Mit einer, unglaublich halben Stunde Vorsprung in einem kleinen Vorfeld. (Wie wir gemerkt haben!). Primoz Roglic (Slowene, ehemaliger Schispringer) hat das rote Trikot trotzdem noch behalten.

    „La Vuelta“ hat 21 Etappen, sie dauert noch bis 15.09. (24.8.-15.9. 19) und es ist die 74. Vuelta a Espana,

    Sie geht insgesamt über 3290,7km und 53.025 Höhenmeter bergauf, 45.885 bergab, also insgesamt werden 7140 Höhenmeter zurückgelegt!

    Wohl noch alles offen. Die zwei heutigen „Pässe“ galten nur als Hügel, laut Berichten. Morgen geht es von Circuito de Navarra nach Bilbao.

    Kurz nach den Profis lassen sich die Amateure hinunter, sogar viele Kinder sind dabei, so im Alter von Luis und Nora.

    So jetzt gibt es Kaffee (17:00), dann fahren auch wir wieder weiter. Wir sind ja inzwischen, wohl auf dem Pass, ohne es zu merken in Spanien eingereist. Komisch, wenn man an früher denkt. Immer den Paß zücken und jetzt merkt man einen „ Grenzübertritt“ nicht einmal mehr, kein Geldwechsel, alles einfach.

    Arizcum-NA 2601-NA 170 Leitza-Ituren-Ezkurra, die Straße ist kurvig und eng, kaum Gelegenheiten zum halten. Endlich finden wir einen Schlafplatz, direkt an der Straße. Kurz nach Arkiskil. Die Orte sind sehr klein, aber recht gepflegt.

    Der Verkehr hört gegen 21:00 fast völlig auf, ein Gemüserisotto und ein Wein aus der „heutigen Gegend“ Irouleguy (Comte de Leispars) schmeckt hervorragend und sorgt für die nötige Bettschwere.

    Die Namen im Baskenland sind unlesbar und unaussprechlich für uns, geschweige denn, dass man sich auch nur einen merken kann! Uns erinnert das sehr an Island, die reinsten Zungenbrecher (93,8 km).

    Donnerstag 2019-09-05

    In der Nacht hat es zwei mal ordentlich geschüttet, aber sonst war es ruhig.

    Abfahrt 9:10, 12°, bewölkt, 46188 km. Wir folgen der NA 170-NR 1320-GI 2130-Benestegi, Richtung Tolosa, GI 2634. Es geht bergab, bergauf, landwirtschaftlich genutzte Gegend, saftig grün. Bidensa, liegt auf etwa 500m-Bidania- Goiatz-Ituburro-Errezil. Die Orte haben alte Kirchen, meist im Zentrum.

    Azpeitia- Loyola, hier fällt die runde Kathedrale von der Straße aus auf und wir halten. Glück gehabt, oder war es Eingebung?

    Ignatius von Loyola (*1791), war der Gründer der Jesuiten und ist im Haus neben der Kathedrale zur Welt gekommen.

    Die Kirche ist eindrucksvoll (hohe Kuppel, Orgel, Marmor soweit das Auge reicht, Rundbau), auch das Museum, im Geburtshaus untergebracht, sollte man nicht versäumen.

    12:30, jetzt plagt uns aber der Frühstückhunger und wir bleiben gleich am Parkplatz stehen.

    13:35 fahren wir weiter GI 631 nach Elgoibar. Gunther hat ein „Industriemuseum“ herausgefunden.

    Noch ist Mittagspause, es geht sich gerade ein Kaffee aus, dann sind wir die einzigen Besucher und haben eine Einzelführung.

    Allein das Hineingehen in das Museum ist ein Highlight. Alles dreht sich und bewegt sich, durch eine alte Dampfmaschine werden sämtliche Maschinen angetrieben, laut ist es auch. Mit großem Engagement werden uns alle Maschinen erklärt, einfach toll!

    „Museo de la Maquina-Herramienta“. Die ganze Gegend ist, bis Bilbao, mit Industriefirmen vollgestopft.

    N634-Iuretta-Bilbao. Dort wollen wir zum Camperstellplatz „Parque de Autocaravanas Korbeta“.

    Doch was ist denn da los? Straßensperren? oh stimmt die „La Vuelta“ soll ja heute hier in Bilbao ankommen! Und sie kommt genau mit uns!

    Mit zweimal etwas Geduld schaffen wir den Stellplatz doch noch (15€ incl. Wasser und Strom auf jedem Platz, dafür keine Duschen und nur ein WC, aber mit dem Camper ist das ja egal-alles dabei!).

    Herrlicher Blick über Bilbao.

    Nun duschen wir , genießen in aller Ruhe den Abend. Gekocht werden Entensteaks mit Salat, echt köstlich.

    Heute hat die zwölfte Etappe der Belgier Phillip Gilbert gewonnen, das rote Trikot bleibt dem Slowenen, aber nur mehr mit 1:50 Minuten Vorsprung und das Rennen dauert noch bis 15.09., mit Ende in Madrid. Auch drei Österreicher sind dabei!

    (Am Ende siegt der ehemalige Schispringer aus Slowenien)

    Wie ein Lichtermeer liegt Bilbao (Provinz Bizkaia), am Ria de Bilbao unter uns. (128,5km)

    Freitag 2019-09-06

    10:30 mit dem öffentlichen Bus geht es in die Innenstadt, dort beginnt die große Stadttour.

    Das Einkaufszentrum „Azkuna Zentroa“ sensationell, altes Gebäude außen, innen komplett modern, Geschäfte, Restaurants, Kino, Schwimmbad, Kunst…., durch die Einkaufsstraßen zum Fluss Bilbao. Man sieht schon die Brücke und das faszinierende, vieleckige, glänzende Gebäude, das Guggenheim-Museum, samt die modern ausgebaute Gegend rundum.

    Auf die Brücke, mit dem Lift hinunter, am Ufer entlang Richtung Hängebrücke. Am Weg, uns plagt schon der Hunger, gehen wir in eine kleine Bar, ganz nahe dem „Schrägaufzug“ an der Plaza del Funicular. Typisches Mittagessen, 6 Pintxos, zwei Getränke, zwei Kaffee und zwei Milchreis mit Zimt zur Nachspeise.(14,60 €). Ausgezeichnet, fast zu viel.

    Pitnxos sind pikant belegte Brötchen oder kleine Semmerln. Zum Unterschied zu Tapas sind die Zutaten oft mit Zahnstochern draufgespießt, daher kommt auch der Name.

    Über die Hängebrücke Zubizuri muss man unbedingt drüber gehen! Sieht von der Ferne gar nicht so toll aus.

    Auch um das Museum, ein Kunstwerk neben dem anderen, die Spinne „Maman“ von Louise Bourgeois, die Nebelinstallation von Fujiko Nakaya, der Kugelturm, die „Tulips“.

    So jetzt ist es halb drei, ins Museum hinein, ein Muss!

    Geplant wurde es übrigens vom Amerikaner, Frank O. Gehry und ist aus Glas, Titan und Kalkstein.

    Es gibt eine kleine Sonderausstellung von Wasserbildern von Gerhard Richter, Bilder von Warhol, Rauschenberg, ein Stock ist Jenny Holzer gewidmet, und und und- Filme, Installationen….und alleine der Bau!

    Gegen 20:00 kommen wir erst wieder heraus!

    Hier sitzt endlich Puppy (1997) von Jeff Koons.

    Wir spazieren noch durch die Altstadt, da ist was los! Sämtliche Bars sind zum Bersten voll, die Menschen unterhalten sich lautstark, eine stimmungsvolle Atmosphäre.

    Wir kaufen noch Brot und Schinken und eine Flasche Rotwein. Oh Flaschenöffner gibt es keinen, unserer ist kaputt. Der freundliche Mitarbeiter gibt uns einen vom Geschäft um den Korken mal halb herauszuziehen, den Rest schaffen wir dann sicher zu Hause, meint er. Und recht hat er!

    Mit dem Bus sind wir schließlich, ziemlich erschöpft „ zu Hause“. (0km)

    Samstag 2019-09-07

    Wir schlafen uns aus und erst um 11:10, bei 19° 46316 km beginnen wir unsere Weiterreise, Richtung Puente de Viscaya, (Bizkaiko Zubia-auf baskisch) die älteste Schwebefähre der Welt (Unesco WKE) zwischen Getxo und Portugalete über die Ria de Bilbao. Die Ria ist für Seeschiffe befahrbar, es ist die Mündung des Nervion in den Golf von Biskaya.

    In Portugalete sehe ich gerade noch einen Bungeejumper baumeln, kappiere aber nicht, dass die Fähre auch für Autos ist und so kehren wir um und machen einen Umweg über die Straße nach Getxo. Hier gibt es wenigstens Parkplätze.

    Telefonat mit Franziska, sie ist guter Dinge, fliegt ja auch zu ihrem Liebsten am Donnerstag.

    Auf zur Brücke, der Aufzug auf dieser Seite streikt, also mit der Schwebefähre nach Portugalete, 6 € kostet Fähre, öfter benutzbar und Aufzug auf die Brücke. Die Fähre fährt ununterbrochen und rasch (90sec) und ist ein lustiges Erlebnis.

    Mit dem Lift auf die Brücke. 45m hoch, 160m lang. Ein Schüler Eifels, Alberto Palacio hat diese Stahlkonstruktion entworfen, 1893 wurde sie eröffnet. In Europa, Afrika und Amerika wurden solche Fähren nachgebaut, zwanzig sind weltweit noch in Betrieb.

    Oben pfeift der Wind ziemlich frisch! Aber man hat einen wunderbaren Blick in Richtung Meer und ins Landesinnere. Durch Tafeln ist der ganze „Werdegang“gut erklärt.

    Wieder am Boden gehen wir der Promenade entlang, es ist ein Fest im Gange, wir finden nicht heraus welches, es wird in bestimmt fünfzig kleinen Zelten gekocht und gegessen, kaufen kann man nichts, wir hätten nämlich auch schon großen Hunger 🙁

    Mit der Fähre geht es zurück, wir kaufen frische Baguettes und endlich gibt es was zum futtern.

    16:40, es geht weiter BI 637, BI 2120, BI3117 in Richtung Goieta. Ein ziemlich verbautes Gebiet, Steilküste, kaum Parkplätze. In der Nähe von St. Juan de Gaztelgatxe sind, glaub ich, alle Basken versammelt. Jede Lücke ist besetzt, aber wir finden schließlich das „schönste“ Plätzchen bei einem Picknickplatz. Mit Ausblick auf die kleine Insel, herrlichem Sonnenuntergang und noch dazu dem köstlichsten Essen. Riesengarnelen, so gut gelungen! (77 km)

    Sonntag 2019-09-08

    Heute in der Nacht hat es wieder geregnet um 6:00 nieselt es noch ganz leicht, also drehen wir uns um und schlafen genüsslich bis 9:10. Schüchtern blinzelt die Sonne immer wieder durch die grauen Wolken.

    Um 10:20 machen wir uns für eine „Wanderung“ auf den Weg. Von unserem Nachtplatz zur Kirche von San Juan de Gaztelgatxe, ursprünglich auf einer Insel, jetzt auf einer Halbinseln gelegen. Es ist ein angenehmer Weg, solange wir den Hauptweg nicht treffen. Aber es geht trotz der vielen Leute gut voran. Mir kommt der Weg gegen Ende wie ein Miniformat der chinesischen Mauer vor.

    Über 271 Stufen kommt man zum Ziel. Mittlerweile scheint die Sonne, alle Wolken sind verschwunden.

    Die Kirche ist recht schlicht, jährlich gibt es drei besondere Feste hier. Zum Beispiel vor der Thunfischfangsaison kommen die Fischer her um für ihr Glück und Gesundheit zu beten. Viele Modellschiffe hängen von der Decke. Auf der Insel Roeme in Dänemark haben wir das auch gesehen.

    Auch die Hl. Anna wird hier sehr verehrt.

    Eine Glocke muss man drei Mal läuten, wenn man oben ankommt. Ich auch. Ein ununterbrochenes gebimmel so zu sagen ist weithin zu hören.

    Der Blick ins Meer, die Brandung, ein Schauspiel. Wasser, Wellen, Sonne, blauer Himmel, herrlich.

    Außerdem haben wir sagenhaftes Glück, die Kirche ist im September nur am Wochenende, von 11:00-14:00 geöffnet!

    Zurück beim Camper mach ich Pause, Gunther geht noch die 1,8 Km zu den beiden Leuchttürmen weiter und kommt um etwa 14:30 zurück. Jetzt plagt uns schon der Hunger.

    Nachdem Gunther auch ein Nickerchen gemacht hat fahren wir um 16:30, 46393 km über die BI 3101- BI 2235 nach Gernika (wurde ganz schlimm von den Deutschen bombardiert, von Picasso gibt es ein berühmtes Bild davon). BI 2237 zum Strand von Laga.

    Ein wunderbarer Sandstrand, für die Steilküste sehr groß und heute sehr gut besucht. Vor allem von Wellenreitern, die ihre Kunst hier präsentieren. Ganz ehrlich gibt es nur ganz wenige Könner, die Meisten liegen ständig auf ihren Brettern und rudern fleißig mit den Armen.

    Das Wasser ist gar nicht so kalt, trotzdem gehen wir zwei nur dem Strand entlang, sehen den Wellen zu und baden die Füße.

    An der Straße halten wir für die Nacht, die Küstenstraße ist relativ schmal.

    Wir erreichen die Kinder und es ist alles in bester Ordnung.

    Heute kommt auch endlich Nachricht von Heidi und Noldo, die beiden sind noch zu Hause im kalten Eggen und fürchten sich vor ihrer ersten „großen“ Reise mit dem Noldomobil- aber völlig unnötig, wie wir die Lage bisher einschätzen. Enge Straßen, ja, viele Kurven, ja, viele Tiere auf den Straßen, ja aber bisher haben wir nur freundliche Leute getroffen. Heidi hat zu viel im Internet über Diebe, Einbrüche…gelesen.

    Couscous mit Schafkäse Tomaten und Oliven-Eintopf mit gutem Rotwein gibt uns die nötige Bettschwere. (42,9km)

    Montag 2019-09-09

    Ich stehe heute schon gegen acht auf, Gunther schläft bis 9:30, obwohl wir fast mitten auf der Straße stehen. Enorm viele Womos haben jedes Plätzchen ausgenützt und als wir losfahren, sind schon wieder jede Menge Wellenreiter im Wasser. „Eher die Brustfahrer“. In der Früh ist das Wasser für den Atlantik relativ ruhig.

    Wir fahren in Richtung Santa Katalina, BI-3238, Ea. An der Küstenstraße halten wir um Mittag zu essen, genießen den Ausblick über den Ozean- GI 3230-Muttriku-N 634, Deba und kommen über eine kleine Straße, links ab in den Geopark der baskischen Küste (Unesco). Die Zone ist ist durch die Steilküste, die den Flysch (geologische Besonderheit, Faltengebirge) bilden beeindruckend.

    Dort ist Ende auf einem Parkplatz, die Herberge scheint geschlossen zu sein. Auf auf wir wandern zur Küste. Zur Flyschküste, wieder eine große Attraktion! Es sind eindrucksvolle Ablagerungen, im Meer entstanden, die sich vor langer Zeit an der Küste aufgeworfen haben. Sehenswert, wir sind dankbar für diese großartige Überraschung, dass wir das gefunden haben. Noch dazu bei Sonnenuntergang!

    Wir genießen den Abend mit butterweichen Steaks,…..bis ein Mann kommt und uns erklärt, dass wir hier nur bis 22°° stehen dürfen. Kein Problem , wir haben uns vorher schon einen großen Parkplatz , etwa 2km von hier ausgesucht. Wir schlafen dort wunderbar, wenn auch so mancher Regenguss die Nachtruhe etwas stört. (67,5km)

    Dienstag 2019-09-10

    12°, 46504 km, noch stark bewölkt, kurze Regenschauer, rascher Wechsel zu blauem Himmel, 9:50 Start nach San Sebastian – Donastia (N634), wo wir den Stellplatz hinter der Uni. „Autokarabanak Paseo de Berio“ leicht finden. Da wir früh dran sind, sind auch noch viele Plätze frei.

    Erstmals frühstücken wir, gefolgt von einem angenehmen Mittagsschlaf.

    Nach dem Kaffee starten wir unseren Stadtbesuch um 13:30. Zu Fuß zum Strand, La Concha, durch den neuen Fußgängertunnel (Pico del Loro), entworfen vom Künstler Victor Goikoetxea (Baske) für die Kulturhauptstadt 2016.

    Es ist ein Fußgängertunnel der die beiden Strände La Concha und Ondaretta verbindet. Die Sonne scheint zwar und einige Schwimmer tummeln sich im Wasser, aber uns reicht das Zuschauen.

    San Sebastian hat seien Ruf verdient, drei lange Sandstrände, viel Grün, das Hinterland hügelig, zwei kleine Inseln vorgelagert und dadurch geschützt. Toll, sehr gepflegt. Es macht richtig Spaß hier zu spazieren.

    Am Hafen, nahe dem Aquarium essen wir endlich ein Eis, ich hab schon seit Tagen Gusto drauf! Bei „Arnoldo“. Das müssen wir sofort an Arnold weiterleiten!

    Wir können es nicht lassen, wir gehen und gehen weiter an der Meeresstraße, das Meer ist stürmisch die Wellen peitschen über den Kai bis auf die Straße, so manche werden nass!

    Wir bestaunen die Eisenplastik „ Leere Konstruktion“ des Künstlers Jorge Oteiza am Fuße des Monte Urgull. Weiter….

    Schließlich erreichen wir die Christusstatue am Monte Urgull, mit einem wunderbaren Ausblick, nun auch auf den dritten Strand La Zurriola.

    Zurück in der Altstadt, spazieren wir durch diese, das Leben sprudelt nur so, alle Bars sind voll.

    Wein, Cidre und Bier fließt in Strömen, dazu werden jede Menge Pintxos (baskische Art der Tapas und Donastia ist so was wie die Hauptstadt dieser Happen) verzehrt.

    Wir sind noch nicht hungrig, aber müde. So nehmen wir den Bus (Nr. 25), der uns rasch zum Camperstellplatz (7,60/ für 24h) bringt.

    Mittlerweile ist der Platz komplett voll, immer wieder kommen noch Suchende. (40,7km)

    Mittwoch 2019-09-11

    Zu Fuß gehen wir heute die Uferseite linkerhand an. Zum „Comb of the Winds“ einem Kunstwerk des bekannten Bildhauers Eduardo Chillida, am Ende der Bucht. Ziemlich gut das Ganze.

    Mit dem „uralten“ , über 100 Jahre alten Schrägaufzug, ziemlich dem alten in Latschau ähnlich, geht es auf den Monte Igueldo. Herrlicher Ausblick. Seit 1912 ist hier ein Vergnügungsviertel mit der ebenso alten „Bootfahrt“ (€2), wobei das Wasser mit einem hölzernen Wasserrad betrieben wird. Wir zwei alten Deppen fahren natürlich damit, und es macht Spaß!

    Wir spazieren rundum, retour mit dem Schrägaufzug und mit dem Bus fahren wir bis in die Nähe der Puente Maria Cristina (zubia-auf baskisch), die gerade renoviert wird. Die Neobarocke Brücke führt über den Urumea, die Altstadt und Innenstadt verbindet.

    Ein wunderschönes Jugendstilhaus fällt uns ins Auge, daneben ein entzückendes Lokal. „Botanika“. Wir bekommen gerade noch ein Tischchen. Plate de Jour, Pilzsuppe, gefüllte Zuchini, mit oder ohne Fleisch, auf Erdäpfel-Karottenpüree, Braterdapferl weiß und rot dazu, Schokokuchen oder Obstmus, dazu zwei Bier.

    Der „botanische“ Garten ist ein Hit, zig verschiedene Pflanzen aus allen Herren Ländern, die Spatzen warten ob ein Bröserl abfällt. Eine angenehme Atmosphäre! Und köstlich auch noch.

    Ausgeruht und satt spazieren wir nun über die Brücke zur modern ausgebauten alten Tabakfabrik „Tabakalera“ jetzt ein Kunst-und Kulturtreffpunkt mit verschiedensten Veranstaltungen und einer riesigen Bibliothek.

    Morgen Abend ist die Eröffnung einer Ausstellung eines asiatischen Künstlers, der ein Comic über „fremde Rabenvögel“ in Singapur gezeichnet hat. Wir können sie schon sehen. Großartig, eine Geschichte über Migration.

    Auch das Gebäude ist sehenswert umgestaltet, mit vielen architektonischen Feinheiten. Aussichtsterrasse, alter Eingang, Stiege…

    Wir gehen zum Palacio de Congresos y Auditorio Kursaal, ein Bau ganz aus gerilltem Glas und an den „Zurrilola“ (3.Strand), schauen noch den Wellenreitern zu und gehen weiter über die Puente Del Kursaal ( Zurrioako Zubia) in die Altstadt.

    Hunger stellt sich leider keiner ein, also nix mit Pintxos.

    Mit dem Bus zurück in unsere „Wohnung“ (0km)

    Donnerstag 2019-09-12

    Nachdem wir hier etwas länger beim Wasser holen und entleeren brauchen, kommen wir erst um 11°°, bei Sonnenschein, 46544 km,weg, doch unser Ziel ist nahe. Chillida- Leku- Museum in Hernani.

    Na das ist erst eine Überraschung! Ein Muss! Ein riesiges Gelände, 12 Hektar!

    Wiesen, Wald, ehemaliges Wohnhaus Chillidas, überall seine Werke aus Eisen und aus Granit verteilt. Eine wunderbare Atmosphäre.

    Es wurde seit 2010 renoviert und erst heuer im April wieder eröffnet.

    Noch steht die Sonne für die Beleuchtung der Kunstwerke günstig!

    Chillidas Wohnhaus, jetzt als Museum umgebaut, hat den Grundriss eines typisch baskischen Landhauses.

    Das ganze Areal ist äußerst gepflegt, sehr modern, auch Cafe und Shop.

    Nicht weit entfernt liegt das Sagardotegi (Cidre-House- Museum), es sperrt um 16°° auf. Pünktlich sind wir da. Wir sind die einzigen Besucher und bekommen eine exzellente Privat-Führung einer jungen Frau, deren Eltern Sagardoabauern und eingefleischte Basken sind.

    Zu Beginn dürfen wir mal verschiedene Äpfel kosten. Hier im Museumsgarten wachsen 18 verschiedene Sorten, im Baskenland sind es über 230. Mit einem umgebogenen Nagel, der an einem etwa 70 cm langen Stock eingeschlagen ist werden die Äpfel geklaubt. Wir dürfen mal probieren.

    Die Äpfel wurden früher mit Holzstößel zerstampft, dazu wurde ein Lied gesungen um den Rhythmus zu halten. Auch das dürfen wir probieren.

    Ein Kurzfilm zeigt und noch die verschiedenen Bräuche der Basken.

    So jetzt ist es soweit, Verkostung!

    Baskisch (=Euskara), die älteste Sprache Europas ist mit keiner anderen Sprache verwandt (isolierte Sprache). Jetzt verstehen wir erst, dass wir uns absolut kein Wort, keinen Namen bisher merken konnten!

    Aufgefallen sind uns natürlich schon die vielen x,t,z,r,p, alles Buchstaben die bei uns weniger oft vorkommen.

    Heute müssen wir uns drei Worte merken, lautet die Aufgabe unserer jungen Betreuerin, Sagardoa (appelwine), Txotx ( Zahnstocher), damit wird das Anstechen des Cidrefasses bezeichnet.

    Txakoli (junger, eher herber Weißwein aus dem Baskenland).

    Wir lernen das ganze Ritual des Sagardoetxea trinkens und dürfen es nachmachen.

    Wenn die Frau Txotx ruft zieht sie gleichzeitig den Zahnstocher aus dem Fass und in einem gewissen Abstand vom Fass und einem gewissen Winkel hält man sein Glas drunter, etwa 2-3 cm sollten drinnen landen, dann abdrehen und der nächste füllt sein Glas. Nichts daneben! Hat man das Glas in der rechten Hand, muss man nach links abgehen und umgekehrt.

    Wir haben großen Spaß dran, verkosten verschiedene Sorten, ebenfalls neuere Kreationen, wie einen Cidre aus Dörräpfel, aus Äpfel mit Anis, Schnäpse sowie Liköre und einen „Eiswein“. Acht bis zehn Proben waren es sicher.

    12 Flaschen wandern in unser Auto.

    Weit sollten wir wohl nicht mehr fahren! Über die GI-2132 kommen wir nach Pasaia und finden einen Schlafplatz am Hafen, inmitten großer Firmen.

    Pasaia-San Juan-San Pedro, Donibane. Unsere Cidre Fachfrau hat uns dieses Hafenstädtchen empfohlen. Danke, ein toller Tipp.

    Wir drehen noch eine Runde, am Hafen entlang kommen wir schnell in dieses entzückende alte Fischerstädtchen direkt an einer ziemlich engen Hafeneinfahrt. Schmale bunte Häuser mit kleinen Balkonen, zahlreiche kleine Cafes, ein buntes Treiben. Ins Victor Hugo Museum kommen wir zwar nicht mehr hinein, aber im dritten Stock des Hauses, indem Victor Hugo eine Zeitlang lebte ist eine Sonderausstellung eines baskischen Malers und Karikaturists, die wir besichtigen.

    Weiter an der Promenade, ein schöner Spaziergang, übrigens ein Stück des französisch-baskischen Jakobswegs! Wir sind schon zu richtigen Pilgern geworden.

    In der schmalen Hafeneinfahrt trainieren die „Langbootruderer“, denn demnächst ist wieder Wettkampf.

    Der Hunger und die abendliche Frische lässt uns umdrehen und nahe unseres Parkplatzes finden wir für uns das richtige „Gasthaus“, nette Bedienung, urige Einrichtung, köstliches Essen.

    Wir nehmen zwei mal Tages Menue. Suppe/ Salaat, zwei ganze Fische, Griespudding mit Zimt, Apfeltorte, Brot, ein Bier, eine Flasche Wein, ein Kaffee und zahlen sage und schreibe € 25!

    Der Weg ins Bett ist nicht weit. (30km)

    Freitag 2019-09-13

    Überraschenderweise war es in der Früh gar nicht so laut, wie wir dachten, so direkt beim Hafen.

    Kurzes Frühstück, mit der Minifähre, etwa um die 15 Personen nimmt der freundliche schwarze Fährmann mit ans andere Ufer, dem vom ursprünglichen „Fischerstädtchen“ Pasaia – San Pedro ( Provinz Gipuzkoa).

    Die „Unesco“ Attraktion ALBAOLA, „La Factoria Maritima Vasca“ interessiert uns.

    1985 wurde in Neufundland das Wrack des baskischen Walfänger Bootes „San Juan“ aus Pasaia entdeckt und geborgen. Jetzt wird hier das Schiff seit 2015 nachgebaut.

    Hochinteressant, praktisch „lebendes Museum“. Auch die Geschichte des baskischen Schiffbaus, des Walfangs an der Küste von Neufundland, sowie der Codfischfang (Bacalao) sind gut beschrieben.

    Danach spazieren wir durch den Ort. Wir haben Glück und können zwei Riesenfrachtschiffe beobachten, wie sie mit Hilfe eines Lotsenbootes die enorm Enge Hafeneinfahrt meistern. Die Fischerhäuser am anderen Ufer schauen wie Spielzeughäuser aus.

    Mit Kaffee und Pintxos gestärkt nehmen wir die Fähre zurück und fahren etwa um 14°°, 46573 km, Sonnenschein, über die GI 3440 zu unserm heutigen Schlafplatz in den Bergen, naja auf ca. 350m Seehöhe, oberhalb von der Grenzstadt Irun.

    Mirador Jaizkibel, heißt der Platz, direkt am Jakobsweg gelegen. (wieder mal, dem kommt man hier nicht aus)

    Erstmal füllen wir unsere Bäuche, ich leg eine Ruhepause ein, Gunther schaut sich die Umgebung an.

    Danach gibt es Kaffee und wir starten zu einer kleiner Wanderung entlang des Hügelkammes. Irun liegt linkerhand, rechterhand der offene Atlantik. Es ist jetzt ziemlich warm, trotz der Nebelschwaden die herumziehen. Auf unserem Weg zu den Ruinen eines „Castell“ begleiten uns Schafe, Kühe und Pferde. Esskastanien, Eichen, sind vereinzelt zu sehen.

    Immerhin haben wir wieder 3,5 km zurückgelegt, nachdem es am Vormittag 6,5 km waren.

    Alles unter 5km sind bei uns „Spaziergänge“, was drüber ist ist eine „Wanderung“! Diese Nomenklatur hat sich bei uns so eingebürgert.

    Wir essen Salat, scharfe Sardinen, Käse, wir leerer den letzten Pastis und eine Flasche Chablis.

    Uns geht es wirklich gut. Franziska ist seit gestern wieder in Paris, in Wien ist auch alles Ok, Katharina hat uns länger als bis zum Vienna Night Run (Dienstag in einer Woche) freigegeben!

    Da sie ohnehin nicht laufen kann, wegen Knieschmerzen bleibt sie bei Paul. Nora lauft mit Fabia und Luis mit einem Schulfreund, Niko ist in ja beruflich in Australien.

    Am späteren Abend kommen noch viele andere Camper dazu. (45,5km)

    Samstag 2019-09-14

    Ausgeschlafen nehmen wir unsere Weiterreise um 9:15, 46590 km, sonnig, vom Nachtplatz beim Mirador Jaizkibel, in der Nähe des Torre Sante Barbara auf.

    Noch vor der Grenze halten wir bei einem kleinen Supermarkt in Irun um „ Spanische Köstlichkeiten“ einzukaufen, dann, es geht es schnell sind wir auch schon über der Grenze, wieder im Französischen Baskenland, in Hendaye.

    Wir versuchen eine schönes Plätzchen am Strand oder ev. auf einer Klippe zu finden. Eine Unmöglichkeit, es ist Samstag, herrlicher Badetag und Massen von Menschen unterwegs.

    Eine Autoschlange zieht sich über die Küstenstraße, „Grande Corniche“ D 912. Uns plagt der Hunger.

    Fahren wir doch gleich nach Biarritz, da gibt es knapp vor der Stadt (2 km) einen Camperstellplatz.

    Glück gehabt, drei freie Plätze gibt es zu diesem Zeitpunkt noch. (Wasser, Strom, Entsorgung, 12€)

    Frühstück, ein Kurzschlaf, Kaffee und mein schon tagelanger Wunsch geht (fast) in Erfüllung. Der schöne Sandstrand Milady ist nur ein paar Schritte weit weg. 15°° Sonne, Wellen, ein Genuss!

    Unglaublich was sich da abspielt, Lignano würde vor Neid platzen, trotzdem finden wir noch ein schönes Plätzchen.

    Vier Rettungsschwimmer bewachen die Schwimmer genauestens. Rechts und links davon versuchen sich zahllose Wellenreiter, wobei es auch hier nur einige wenige Könner gibt.

    Ein buntes Treiben.

    Jetzt gehen wir auch…aber es sind so hohe Wellen, dass ich mich nicht hinein traue, ausgeschlossen!

    Es zieht mir die Füße schon weg, wenn ich kaum bis zu den Knien drinnen bin.

    Gunther stürzt sich wagemutig in die Wellen, durchtaucht sie immer wieder und hat riesigen Spaß dran.

    Das Wasser hat 21°, die Luft 28°, es ist Flut, das Meer kommt schnell herein und alle Badenden müssen aus dem Wasser, die Securityzone wird ein Stück verlegt und es geht wieder los.

    Um 17°° ist Ebbe-Beginn um 18°° Security Schluss.

    Die übergroßen Wellen haben vielleicht auch etwas mit dem heutigen Vollmond zu tun.

    Wir genießen den Strand noch eine Zeit lang, immer gibt es etwas zu beobachten, Kinder, Schwimmer, Surfer, Sonnenanbeter, Läufer…..

    Eine warme Dusche vor dem Abendessen,

    Wurstnudeln mit Gurkerln und Senf verfeinert. Zum trinken gibt es einen Txakoli, die baskische Spezialität. Ein Weißwein, der leicht musiert und oft als Apperitiv am späten Vormittag getrunken wird. (47,1km)

    Sonntag 2019-09-15

    Gunther ist heute aber fleißig! Schon um 7:30 läuft er 8 km, eine Runde durch Parks, Wald, an kleinen Seen entlang und wieder zurück, gehen wir gleich an den Strand.

    Diesmal, juchu! sind die Wellen zwar schon hoch, aber auch für mich geeignet.

    Wir sind die ersten Badenden!, obwohl es schon sicher neun Uhr ist. Es wird eigentlich relativ spät hell hier und scheinbar sind die Menschen Spätaufsteher.

    Ein gutes Frühstück und heißer Tee eine dringende Notwendigkeit.

    Telefonat mit den Kindern, wir haben schon Sehnsucht.

    Paul ist tüchtig im Kindergarten, ist ja jetzt in der großen Gruppe!

    Nora ist nun auch bei den Ältesten und hat sich ein neues, eigenes Zimmer im obersten Stock eingerichtet.

    Luis hat seinen Zeugniswunsch schon erfüllt bekommen, ein Aquarium. Noch sind nur ein paar Pflanzen und Krebse drinnen, die Fische kommen erst in ein paar Wochen.

    Alle sind guter Dinge.

    Wir nehmen den Autobus Nr. 38, direkt neben dem Stellplatz in Richtung Biarritz/ Bayonne um 12°°. Er fährt eine ganze Stunde bis Bayonne. Dadurch kommen wir in den Genuss einer Rundfahrt durch Biarritz, vorbei an den modänen Hotels und Geschäften, dem Strand, entlang dem Flusshafen, vorbei an schönen Villen, Golfplätzen sowie durch ein riesiges Industrieviertel.

    Bayonne, alles aussteigen. Wo sind wir den da gelandet? Nach ein paar Schritten sind wir an der Stadtmauer, durch das Stadttor und die Überraschung könnte nicht größer sein.

    Entzückende schmale Häuser mit bunten (grün, dunkelrot, braun, blau) Fensterläden, kleinen Balkonen, windschiefen Fachwerkhäusern, gepflegten Geschäften (heute leider, oder Gott sei Dank, zu).

    Mitten drinnen die riesige Kathedrale Notre-Dame de Bayonne (13. und 14. Jahrhundert) mit wunderschönen Glasfenstern. Der sehenswerte Kreuzgang ist einer der größten Frankreichs, aus dem 14. Jhdt.

    Die Kathedrale war immer schon Treffpunkt der Pilger am französischen Jakobsweg.

    Jedes Gässchen in der Innenstadt ist einen Blick wert.

    Langsam sind wir hungrig und essen an der Nive, gleich neben dem „ Musee Basque“ im Cafe Eklat, einem ganz modernen sympathisches Cafe.

    Gestärkt gehen wir ins Museum. Obwohl wir nun schon viel über das Baskenland gehört haben und einiges wissen ist es sehr spannend und umfassend. Gut erklärt, schöne Exponate und alle Themen sind angesprochen.

    Landwirtschaft, Fischfang, Sport (Pelota), Musik, Tanz,Traditionen, Bekleidung (Espandrillos), Cidre, Bauweisen, Einrichtungsgegenstände uvm.

    Da das „neue“ Bonnat-Helleu Kunst Museum erst 2020 wiedereröffnet wird, gibt es viele Werke aus dieser Sammlung in einer Sonderausstellung hier zu sehen. Ganz großartig.

    Ups schon 18°°, der Himmel sieht nach Regen aus!

    Wir nehmen den nächsten Bus retour und sind um etwa 20°° zu Hause.

    Heute gibt es gekochte Erdäpfel mit Butter und Käse, dazu einen großen Salat.

    Erst gegen Mitternacht fallen wir ins Bett. (0km)

    Montag 2019-09-16

    Gunther geht wieder laufen, danach holt er mich zum schwimmen ab. Noch ist es wolkenverhangen, aber wir springen ins Nass, wieder sind wir die ersten im Wasser, herrlich und auch für mich nicht allzu hoch. Zwei Mal wurschtelt es mich trotz durchtauchen hinein. Das Wasser hat eine unheimliche Kraft!

    Es hat so um die 20°.

    Beim Frühstück beutelt es uns noch ein wenig.

    Abfahrt vom Milady Caravanstellplatz (12€/ 24 Stunden) ist um 11:05, 46637 km, sonnig.

    D 810- Bayonne-Lebennea ?-D 615-D 79-D 652-Route de Lacs. Eine etwas eintönige flache Gegend, Landwirtschaft, Obstbau, Pinien, viel Industrie, viel Verkehr.

    Hungrig halten wir an der Straße bei Hucet, St. Giront. Essen, Mittagsschlaf, Kaffee. Ein Pilger kommt vorbei und rät uns unbedingt die „Düne“ anzuschauen. Ist registriert.

    Einen Stellplatz, Parkplatz, Übernachtungsplatz, was auch immer außer ****Campingplätze ist in dieser Gegend schwer zu finden. Meist gibt es Balken die Camper, wegen der Höhe nicht hineinlassen, also nicht zum Strand lassen.

    Nach einigen Enttäuschungen finden wir am Strand „Little Nice“ einen wunderbarer Stellplatz, unter Pinien. Kein Service, keine Gebühr. Passt, wir haben ja alles.

    Schnell in das Badezeug und los über eine kleine Düne zum Strand. Es ist noch sehr heiß, obwohl schon gegen 18:00. Wir spazieren ein Stück Richtung Norden dem Strand entlang. Die Düne ist durch Stecken gesichert.

    Erst später lesen wir nach, dass das der Ausläufer der Grande Pilar ist und durch diesen Schutz zum Aufbau angeregt ist und zur Zeit in die Höhe wächst, aber nichts vom Parkplatz wegnimmt, die große Düne aber an Höhe verliert.

    Der Atlantik kommt uns kälter vor als etwas südlicher, stimmt aber nicht, nur uns ist einfach viel wärmer. Das Schwimmen ist hier einfach, da kaum Wellen sind, aber die Strömung, jetzt nordwärts ist enorm. Es macht Spaß!

    Unsere sechs Eier kommen in die Pfanne, ein guter Paradeissalat, Bier und Wein, das muss sein.

    Am Tag hat es jetzt immer um die 30°. (166km)

    Dienstag 2019-09-17

    Es ist sowieso immer erst spät hell, hier unter den Pinien dauert es noch länger.

    Gunther meint, jetzt auf zur Düne! Rasch bin ich fertig und Gunther startet unseren Grisie.

    Oh ich dachte an die Düne an „unserem“ Strand. Missverständnis und das war gut so!

    Abfahrt 9:05, 46803 km, die Sonne lacht. Es sind nur wenige Kilometer bis zum Parkplatz der größten Wanderdüne Europas „ Dune du Pilat“ bei Arcachon.

    Sie ist bis zu 110-115 m hoch, 500 m breit, 2,7 km lang , N-S ausgerichtet am Atlantik. An der Meeresseite etwas flacher (5-20°), an der Waldseite steiler (30-40°). Pro Jahr nimmt die Düne, je nach Wind 1 bis 5 Meter vom dahinterliegenden Wald weg.

    Um 9:30 sind wir, nicht ganz alleine, aber doch mit nur einigen Wenigen am Weg über eine Treppe zum „Gipfel“.

    Oh, von da sehen wir ja den Badestrand „Little Nice“, wo wir gestern schwimmen waren!

    Das Gehen im extrem feinen Sand ist ganz schön mühsam, aber wir spazieren noch ein Stück bis zu einem für uns idealen Pick Nick Platz. Unser Frühstück, Müsliriegel und Apfelsaft mit traumhaftem Ausblick. Vor allem wenige Leute, noch und die Sonne ist noch richtig angenehm am Rücken. Der Sand noch kühl. Wie in der Sahara sind Tierspuren von Käfern, Wieseln?, Möwen….zu finden.

    Gunther geht noch fast bis zum Ende, ich noch ein Stück, dann warte ich im weichen Sand.

    Eine große Sandinsel, die „Banc du Arguin“, liegt vor der Düne, innerhalb dürften Austern gezüchtet werden. Der Atlantik ist hier total ruhig, dahinter, in der Ferne sieht man die weißen Wellen. Es ist ein Naturschutzgebiet und für Brutvögel ein idealer Platz, da es kaum Feinde gibt.

    Beim Abstieg stürmen schon die Massen das Gelände, es ist sehr heiß geworden, Luft und Sand.

    Ein zweites kleines Frühstück gibt es zu Hause.

    12:45 fahren wir über die N250- Autobahn Richtung Bordeaux. (1h ca.) nach Gradignan.

    Am Campingplatz „Beausoleil“ (Autobahnabfahrt A…….) finden wir ein halbwegs schattiges Plätzchen.

    Wir nützen die Gunst der Stunde und Waschen erst mal unsere gesamte Wäsche, inclusive Bettwäsche (war schon an der Zeit). Zuerst muss ich wieder wechseln gehen. Ein Euro fehlt…eine nette Engländerin borgt (schenkt) uns die Münze.

    Super, alles sauber, die Luft ist so trocken, dass tatsächlich auch das Bettzeug noch heute trocken wird.

    Kaffee trinken, Seele baumeln lassen, ruhen und rasten.

    Gunther geht noch shoppen, der nächste Laden ist über einem Km weg. Was wird es denn geben?

    Garnelen und Steak steht zur Auswahl. Ein Bordeaux, eh klar!

    Gunther ist heute Chefkoch, die Steaks sind butterweich. (62km)

    Mittwoch 2019-09-18

    Erstes Aufwachen ist so um sechs, noch stockfinster, aber es ist uns kalt weil wir alle Fenster offen haben und großzügig die Decken weggelassen haben. Wir schlafen wieder weiter bis nach 9°°, frühstücken gemütlich und verlassen unser zu Hause gegen 10:30.

    Mit der Buslinie 10 und der Tram B ,die praktisch gleichzeitig eine Stadtrundfahrt ist, brauchen wir etwa eine Stunde zur Cite du Vin. Ein faszinierendes Gebäude.

    Kaum zu glauben, aber wir verbringen den ganzen Tag in diesem Weinmuseum! Vom Ursprung bis zur Jetztzeit, in der ganzen Welt, Wein, Wein, Wein….., Geschichte, Probleme,…. umfassender geht es nicht mehr, toll aufbereitet, interaktiv mit allen Sinnen fassbar.

    Interessant ist auch die Weinbibliothek und die zahllosen Comicbücher über die französichen Weine aus den verschiedensten Anbaugebieten. Oft sind es Fortsetzungsromane. Ein Comic kommt natürlich mit.

    Einige Tage bräuchte man hier um alles zu erfassen.

    In die Sonderausstellung über Argentinien schauen wir nicht mal hinein. Alleine im Shop, der ja in keinem Museum mehr fehlt, könnte man einige Stunden verweilen.

    Ein Glas Wein im obersten Stock ist im nicht ganz billigen Eintrittsticket, € 20 ist inkludiert.

    Nach all der Anstrengung auch schwer verdient!

    Wir kosten natürlich Wein aus Bordeaux, weiß und rot. Hervorragend.

    Man konnte Weine aus vielen Länder probieren, darunter auch einen aus Österreich, Weinbau Herist aus Rechnitz im Burgenland. Noch nie gehört!

    Sperrstunde! Mit Tram und Bus treten wir gleich mal die Heimfahrt an, total erschöpft beschließen wir erst morgen die Stadt anzuschauen.

    Gegen 19°°, entspannt im Camper, stürzen wir einen Sagardoa vom Weingut Zapiain hinunter, dazu ein Päckchen Tacos. Unser erstes Futter seit dem Frühstück.

    Lachs soll es heute noch geben, aber wer wird kochen?

    Bin wohl ich, Gunther hat ja in ein paar Stunden Geburtstag!

    Der Lachs schmeckt fein, Reis dazu und Knoblauch-Oliven-Kräuteröl. Ein guter Weißer begleitet den Fisch. (0km)

    Donnerstag 2019-09-19

    Gratulation zum Geburtstag!

    Dusche, Frühstück, Bus und Tram bis zum Place de Victoire mit seinem Tor „La porte dÀquitaine und dem Obelisque (roter Marmor und Bronce). Er ist eine gewundene Säule unter der Schildkröten aus Bronze seit 2005 sitzen. So wie einige Sandler.

    Es ist ein schön angelegter, kreisrunder Platz mit vielen Cafes und der Medizinisch-Pharmakologischen Universität.

    Schnell sind wir beim Marche des Capucins. Ein richtig südländisch-afrikanisches Treiben, mit wunderbaren Ständen, Fleisch, Fisch, Gemüse, Gewürze, Kräuter. Käse usw.

    Doch wir haben noch keinen Hunger, also spazieren wir Richtung Altstadt weiter, kommen zur Basilika Saint Michel, mit ihrem eigenständigen Turm.

    Am Vorplatz ist gerade Flohmarkt, na Klumpert gibt es mehr als genug!

    Gunther friert also suchen wir die sonnigen Straßenseiten und kommen bald an die Pont de Pierre, die über die Garonne führt. Sie ist die älteste Brücke von Bordeaux, eine, die Napoleon Bonaparte in Auftrag gegeben hatte (1810), aber wegen den starken Strömungen erst 1819-1821 realisiert wurde (Claude Deschamps)

    Ein Stück gehen wir über die Brücke, von hier aus kann man die wunderbare Häuserfront am Quai de Richelieu entlang der Garonne sehen und natürlich das große „Eingangstor“ La Porte de Bourgogne zur Innenstadt.

    Durch eine großartige Verkehrsberuhigung und der Wiederherstellung der 1966 eingestellten Straßenbahn, ist Bordeaux eine ruhige angenehme Stadt.

    Was nun? Museum oder zurück zum Austern essen. Wir wählen zurück zum Markt. Eine super Entscheidung, denn der Markt schließt um 14°°.

    Wir kommen gerade rechtzeitig um noch gemütlich im „Bistro de Huitre Jean-Mi“ im Markt hervorragende Austern und Crevettes zu essen. Ein guter weißer Bordeaux und Weißbrot dazu. Gunthers Geburtstagswunsch ist in Erfüllung gegangen!

    Etwas ganz Außergewöhnliches ist passiert, mir hat eine Auster richtig gut geschmeckt!!!

    Gestärkt, machen wir uns auf den Weg durch die Einkaufsstraße Avenue de Catherine, über den Place des Quincones, zum CAPC Musee d`Art Contemporain. Ein altes Lagerhaus wurde hier „verwendet“.

    Es sind zur Zeit vier Sonderausstellungen, „It rains, it rains, it rains“ von Ruth Ewan, einer Schottin. Eine von der Japanerin Takako Saito, Eine von verschiedensten Künstlern „Histoire de l`art cherche personnage“ und eine von Thorp Brown, die wir zeitlich nicht mehr schaffen.

    Dazwischen gönnen wir uns im Museumscafe auf der Terrasse im obersten Stock einen guten Kaffee und die verdiente Pause.

    Um 18°° werden wir „hinausgeworfen“. Wir genießen die Abendstimmung am Ufer der Garonne. Jetzt können wir die starke Wirkung der Gezeiten erkennen. Es ist Ebbe und am vis a vis Ufer liegt ein altes Wrack. Gegen 19°° treten wir unseren Heimweg an.

    Beim umsteigen von Tram zum Bus gehen wir noch rasch einkaufen, Entenfillet, Wein, Caneles.

    Caneles sind eine alte Bordeaux Spezialität. Mini Gugelhupf, nur mit Eidottern hergestellt, da man früher das Eiweiß für die Weinproduktion gebrauchte.

    Nun, wir sind gar nicht so hungrig, also bleibt die Küche kalt.

    Köstlichen Ziegenkäse haben wir ja auch eingekauft. Dazu passt der Chateau La Vallee (Montagne Saint- Emilion) sehr gut. (0km)

    Freitag 2019-09-20

    Wir duschen noch, füllen Wasser nach, leeren das Klo, frühstücken und verlassen den Campingplatz „Beausoleil“ (20 €/ Nacht) in Gradignan um 11°°, 21°, sonnig, 46865 Km.

    Nachdem wir unseren Reiseproviant bei einem Auchan Supermarkt auffüllen, nehmen wir die Autobahn, etwa um 12:30 in Richtung Clermont Ferrand.

    Die Autobahnmaut ist nicht billig, nach 100km zahlen wir mal 16€. An einem Rastplatz halten wir „Place du Manuire“ für Rast und Ruh, Essen und Kaffee.

    Wir haben um 13:53 47.000 km am Tacho!

    Nach nochmals 12,40€ Maut und 21,10€ biegen wir in Bromont-Lamothe auf die D 941von der Autobahn ab und finden auf einem Parkplatz kurz vor dem örtlichen Golfplatz (Golf des Volcans) eine ruhige Übernachtungsgelegenheit.

    Es sind ein paar Autos da, doch über Nacht sind wir alleine.

    Noch ist es früh genug für einen schönen Spaziergang, wir drehen eine lange Runde durch den Wald, Mischwald, Wiesen, Golfplatz, ziemlich staubig. Leider purzel ich und schlage mir mein linkes Knie auf, aber zum Glück nicht schlimm.

    Thunfischsteaks gibt es zum Abendessen, hervorragend! (370,2km)

    Samstag 2019-09-21

    Gunther geht schon früh, 7:30 laufen, kommt leider auch ganz zerschunden zurück.

    Er hat kurz nach dem starten eine Wurzel übersehen und ist mit einem vollen Bauchfleck gelandet. Beide Handflächen, das rechte Knie, rechten Ellbogen , ein wenig rechten Brustkorb hat es erwischt.

    Er geht gleich mal unter die Dusche, dann schaut er schon besser aus!

    9:30, 47236 Kilometerstand, fahren wir nur 3,7 km zum Parkplatz Puy du Dome.

    Puy de Dome ist mit 1465m der höchste erloschene Vulkankegel der ganzen Kette (80 Stück). Seit 1956 gibt es am Gipfel eine Sendeanlage für UKW und Fernsehen.

    Von Parkplatz aus geht eine Zahnradbahn, die „Panoramique“, seit 2012 auf den Gipfel. Die bringt uns, die etwa 5 km, rasch in die Höhe.

    Schon in der Antike gab es hier oben ein keltisches Heiligtum, in römischer Zeit einen Merkurtempel und im Mittelalter eine Wallfahrtskapelle. Durch Ausgrabungen wurden diese Heiligtümer freigelegt und so hergerichtet, dass man sich gut den Tempel vorstellen kann. Museum…

    Hier oben machte 1648, der Physiker Blaise Pascal das Experiment „vide dans le vide“ und wies mit einem Quecksilberbarometer nach, dass der Luftdruck auf dem Gewicht der Luft über dem Standort beruht.

    Wir drehen eine große Runde am Gipfel und lernen wieder viel dazu.

    Zurück am Parkplatz entschließen wir uns gleich hier zu übernachten und nützen die Spätnachmittagssonne aus.

    Oh, da sind ja wunderschöne Hollerbüsche mit großen blauschwarzen Beeren. Wir haben alles für ein Hollerkompott (Zitrone, Birnen, Zucker) dabei und ich mach mich an die Arbeit. Es wird hervorragend!!!

    Für Abend haben wir Muscheln vorgesehen, wir leben nicht schlecht. (3,7 km)

    Sonntag 2019-09-22

    Wanderung auf den nahe gelegenen Vulkan „Puy de Pariou“ (1209m).

    Das letzte Stück geht über 525 Stufen zum Gipfel . Von dort kann man hinunter in den Krater gehen. Uns genügt der Blick hinunter.

    Vom schroffen Vulkangestein müssen wir ein paar Steine mitnehmen, obwohl wir ohnehin schon genug Steine auf der Terrasse herumkugeln haben.

    Wir gehen einen Runde, treffen auf den Rundwanderweg um den Puy de Dome und kommen im leichten Nieselregen wieder zu unserem Camper. 9,5 km sind wir gehatscht, viel weiter als geplant! (wie immer)

    Wir jausnen gemütlich, der Regen nimmt stark zu. Entschließen uns zur Abfahrt (15:15).

    Am Parkplatz kann man Wasser nachfüllen und das Klo entleeren, Gunther wird dabei patschnass, aber es ist zum Glück nicht kalt.

    Wir kommen über die D 942 durch Clermont Ferrand (Michelin, gäb einiges zum besichtigen), über die D 69 geht es in Richtung Lyon.

    In Limonest, im Einzugsgebiet und Industriegebiet von Lyon, finden wir vor Audi, Rover und anderen Autofirmen genügend Parkplätze und wir bleiben einfach auf der Straße stehen, kochen ein gutes Abendessen. Niemand stört uns. (164,7 km)

    Montag 2019-09-23

    Ups, das ist eine Überraschung, alle Parkplätze rundum sind voll. Wir frühstücken gemütlich und nehmen den Bus in die Innenstadt, erst mal in die falsche Richtung, also fahren wir eine ganze Runde durch ein höchst modernes Industrieviertel bis zum Gare de Vaise, wo wir in die Metro umsteigen und im Zentrum direkt die alte Standseilbahn zur Basilika Notre Dame de Fourviere steigen.

    Es ist eine berühmte Wallfahrtskirche, die tatsächlich sehr beeindruckt, der Bau, die Malerei, wie auch die Glasfenster.

    Zu Fuß, durch den Parc des Hauteurs, kommen wir direkt in die Innenstadt. Lyon ist nach Paris und Marseille die drittgrößte Stadt Frankreichs mit nur 515.000 Einwohnern.

    In der Boulangerie du Palais stärken wir uns, lauter „ausgezeichnete Michelins-Lokale“ gibt es hier und der Name des berühmten Kochs Paul Bocuse, dem Wegbereiter der Nouvelle Cuisine, ist allgegenwärtig. „Nichts am Teller, alles auf der Rechnung“ damit kritisierte er die Auswüchse seiner Grundidee – frisch, gesund zubereitet, biologisch, aus der Region.

    Die Cathedrale Saint-Jean- Baptiste, erbaut ab 1165 ist unser nächstes Ziel. Danach spazieren wir zum Saone Ufer und überqueren die Pont Bonaparte und kommen auf die „Insel“ zwischen Saone und Rhone.

    Die Ufer sind modern gestaltet, mit Schwimmbädern, Plätzen zum relaxen, Fahrradwegen….

    Schließlich landen wir, wie könnte es auch anders sein, im Musee des Beaux-Arts de Lyon.

    Das Kunstmuseum wurde 1801 eröffnet und ist in einer alten Benediktiner Abtei, mit klösterlichem Innenhof, mit Skulpturen von August Rodin untergebracht.

    Dem entsprechend die Vielzahl der ausgestellten Sammlungen. Wir begnügen uns mit der Modernen bis zur Sperrstunde.

    Ein Blick noch aufs Rathaus, dann über die Pont de la Feuillee in die Altstadt zur Metrostation „Vieux Lyon“ zum Gare de Vaise. Auch diesmal erwischen wir den falschen Bus, aber schließlich finden wir doch unsere „Wohnung“. Es ist schon finster, die Parkplätze sind wieder frei.

    Dienstag 2019-09-24

    Wir schlafen lange und beim rausschauen trifft mich fast der Schlag, ein Abschleppwagen steht in zweiter Spur vor unserer Tür. Ach nein, es ist nur ein Autotransporter der Autos aufladet. Erleichterung.

    Nach dem Frühstück nehmen wir wieder Bus, Metro und wieder Bus zum Musee de Confluence, einem Naturwissenschaftsmuseum, entworfen von unseren Freunden aus Wien „Coop Himmelblau “ (Helmut Swicinsky).

    Es liegt auf der Halbinsel (Presqu`ile) am Zusammenfluss von Saone und Rhone und wurde 12/2014 eröffnet, nachdem die Planung schon 2001 begann.

    Es symbolisiert eine Kristallwolke, aus Glas, Beton und Stahl, die über dem Wasser schwebt.

    Ein typisch Coop Himmelblaubau, mit all seinen Winkeln, Kurven und Fantasien. Die Baukosten ursprünglich 60 Mio. wurden mit 300 Mio. gewaltig überschritten!

    Die Umgebung ist toll mitgestaltet.

    11°° ist Einlass und auch Innen ein Kunstwerk.

    Sonderausstellungen sind zur Zeit über Insekten (mini monstres, les invisibles), Hüte und Kopfschmuck aus aller Welt (ein Geschenk von Antoine de Galbert), sowie über das letzte autake Urvolk die „Kalash“ am Himalaya.

    Die permanente Ausstellung widmet sich den Fragen: Wo kommen wir her ? Wer sind wir? Was machen wir? Was ist danach?

    Wir gönnen uns nur eine kurze Kaffeepause und verlassen tatsächlich als Letzte das Museum um 18:30!

    Zu regnen hat es mittlerweile aufgehört und die untergehende Sonne taucht das Gebäude in wunderbares Licht.

    Erledigt kommen wir zu unserem Auto und wieder ist es schon finster, also schlafen wir eine dritte Nacht auf der Straße. (0km)

    Mittwoch 2019-09-25

    Abfahrt 8:15, 47406 km, leicht bewölkt, 10° Richtung Alberville.

    Bei einem Autobahn Rastplatz leeren wir den Abwassertank und müssen mit Flaschen, Wasser auffüllen, da es keinen passenden Anschluss gibt. Aber wir haben ja Geduld.

    Über die Autobahn A43 kommen wir rasch weiter.

    Ein gutes Frühstück genießen wir am Aire de Lovaret mit Ausblick auf den grünen See Lac Aigubelette. Langsam kommt die Sonne durch, es ist aber frisch. Chambery, D 1090, durch Albertville, wo Gunther mit Elmar .und Ivette mal im Sommer war.

    Von hier müssen wir wegen einer Straßensperre einen Umweg über ganz enge Passstraßen nehmen, ehe wir in Chamonix-Mont- Blanc landen. Etwa 12 km nach Chamonix in Richtung Schweizer Grenze finden wir einen großen verlassenen Parkplatz, wo wir unser Nachtlager aufschlagen.

    Wie soll es weitergehen, das Wetter macht sich nicht besonders, sollen wir auf den Aiguille du Midi morgen?, sollen wir durchs Tunnel ins Aostatal? Sollen wir die Autobahn durch die Schweiz nehmen? Dazu brauchen wir aber ein Jahrespickerl. Auch in Italien ist die Autobahn ja nicht gerade billig?

    Fragen über Fragen beschäftigen uns den ganzen Abend.

    Also das Mont-Blanc Tunnel kostet € 62, CH Pickerl 40 Franken…..heutiger Entschluss, wir schauen mal wie das Wetter ist und fahren vielleicht doch auf der Landstraße durch die Schweiz. (251,7 km)

    Donnerstag 2019-09-26

    Oh je, Regen,dichter Nebel, keine Berge in Sicht, gestern waren doch noch welche rund um uns!

    Laut gestrigen Wetterbericht soll es bis Mittag schön(er) werden! Schlafen wir halt noch ein bisserl.

    Gegen Mittag wird es leicht heller, wir fahren zurück nach Chamonix und nehmen die, nicht ganz billige Gondel um 13°° (53,60 für uns, 63 für Erwachsene) auf den Aiguille du Midi.

    Es ist die zweithöchste Seilbahn Europas, nach dem Klein Matterhorn in Zermatt und wurde 1955 eröffnet.

    Wir waren vor genau 34 Jahren mit Katharina und Franziska hier und können uns sehr gut erinnern. Für Franziska mussten wir wegen der Höhe einen Revers unterschreiben, da sie noch nicht 6 Jahre alt war.

    Nebel, Wolken, nur selten sieht man eine freie Bergspitze, eher kann man sie erahnen.

    Es ist kalt, die Bergstation verschneit, mit Eis überzogen, wie ein Märchenschloss.

    Die Gletscher Minigondeln, mit denen man nach Italien kommt sind wegen des Windes heute eingestellt. Nur eine handvoll Bergsteiger traut sich in die Kälte. Wir schauen uns sämtliche Beschreibungen, Fotos, das Museum, jeden Ausblick an und warten hoffnungsvoll auf schöne Sicht. Immer öfter kommen ein paar Sonnenstrahlen durch, Wolken ziehen vorbei.

    Wir fahren noch mit dem Lift zur „Glasterrasse“ zum „Pas dans le vide“ zum „Schritt ins Leere“ auf 3800m, die neue Attraktion. Nun schon sehr spannend, aber wir haben schon Übung und es macht uns nichts aus.

    Ein kleines Wunder geschieht, wie auf Knopfdruck verschwinden Nebel und Wolken, es ist strahlend blau, ein unvergessliches Panorama! Phantastisch, unbeschreiblich. Es hat sich gelohnt!!!

    Zufrieden übernachten wir an der selben Stelle wie gestern.

    (25 km)

    Freitag 2019-09-27

    heute waren noch zwei Autos über Nacht auf „unserem“ Parkplatz.

    Nach dem Frühstück, um 10:30, bei 8°, geht es weiter, 47684 km, die Sonne lacht. Die Berge „glühen“ in der Morgensonne. Herrlich!

    Es sind nur mehr wenige Kilometer, über den Col du Montets in die Schweiz, ohne Kontrolle kommen wir über die Grenze, und erklimmen den nächsten Pass, Col du Forclaz. (1550m)

    Bald haben wir einen wunderschönen Blick auf Martigny (Kanton Wallis) und durch das ganze Rhonetal.

    Rhone, Autobahn, Straße, Zug, fast parallele Streifen durchs ganze Tal. Rechts und links bis hoch hinauf alles Weingärten und Apfelplantagen. Beeindruckend.

    Unser Weg ist durch Martiny, Sitten, Brig, Obergoms, dort rechts ab Straße 19 Richtung Furkerpass.

    Entlang der Zahnrad- Schmalspurbahn (Gletscher-Alpin-Bahn) kommen wir durch ein landschaftlich wunderschönes Gebiet mit schön renovierten Holzhäusern, „sanften Tourismus“, vor allem in der Winterzeit.

    Wir halten für ein kurzes Mittagsschläfchen, das Kuh- Schellengeläute wiegt uns in den Schlaf. Kaffeegeruch weckt auch Gunther endlich!

    Zufällig kommen wir gerade zurecht, als die Furka Dampfbahn, ein liebevoll restaurierter Nostalgiezug die Straße kreuzt, ein Foto für Peserl ist Pflicht.

    Gegen 17°° sind wir beim Ursprungsgletscher der Rhone, der drei Kilometer vor der Passhöhe des Furkapasses ist, auf 2300m Seehöhe.

    Gunther erinnert sich, dass er hier schon einmal als Jugendlicher mit seinem französischen Brieffreund Jean war.

    Die „Eisgrotte“ ist noch bis 19°° begehbar, na los.

    Neun Franken kostet der Eintritt, ein schönes Erlebnis. Seit einigen Jahren ist der Gletscher im untersten Teil mit einem hellen Flies abgedeckt, um den raschen Schwund etwas zu bremsen.

    In der Eisgrotte, finde ich es etwas unheimlich, aber interessant. Schon seit 1870 wird sie jedes Jahr neu in den Gletscher geschlagen und ist etwa 100m lang. Die Gletscherbewegung ist etwa 10 cm/Tag. Ganz schön viel! Es leben dort „Gletscherflöhe“, millimetergroße Springschwänze im Eis.

    Der Weg ist ein „Gletscherlehrpfad“ mit guten Erklärungen der Glaziologen. Erst seit 2005 hat sich an der Gletscherzunge ein See gebildet, der rasch an Größe zunimmt. Mittlerweile ist die tiefste Stelle schon 38 m.

    Vorhergesagt wird, dass durch die Gletscherschmelze eine Vielzahl an neuen Seen in der Schweiz entstehen werden.

    Auf der Passhöhe haben sich schon viele Camper eingefunden, also fahren wir ein Stück weiter und finden einen ruhigen Platz, kurz nach dem Hotel Furkablick. Wir vermuten, dass es schon jahrelang geschlossen ist, doch nachts ist ein schwaches Licht zu sehen.

    Es wird empfindlich kalt, wir kochen Erdäpfel, gebratenen Chicoree, gegrillte Paradeiser. (171,9 km)

    Samstag 2019-09-28

    Die Nacht war ziemlich kalt, 1-2°? In der Früh heizen wir kurz und tatsächlich geht das Gas aus. Damit hatte ich schon seit drei Wochen gerechnet! Rasch wechselt Gunther die Flasche und rasch gibt es heißen Tee.

    Übrigens das Hotel hat schon zum Frühstück geöffnet!

    47855 km, 9:40, 4°, begleitet von Nebelschwaden, kommen wir nach Andermatt (scheußlicher Schiort), über den Oberalppass (2048m), wo viele Touristen den schönen Herbsttag und die Bergbahnen nützen.

    Bei der „Abfahrt“ halten wir an einem sonnigen Plätzchen und genießen ein gutes Frühstück.

    Gegen 11:30 fahren wir weiter über Chur, Landquart,Marienfeld, wo wir noch unsere letzten Zitronentarteletts verdrücken.

    Es geht weiter durch Liechtenstein nach Feldkirch und nach Hause nach Tschagguns, wo wir von Angela, wie immer herzlich aufgenommen werden. (195,1 km)

    So nun hatten wir eine landschaftlich sehr schöne Fahrt und haben uns den Mont Blanc Tunnel (60€) und auch die Schweizer Autobahngebühr erspart (40€). Auch nicht schlecht!

    Natürlich gibt es viel zu erzählen, von beiden Seiten, denn wir haben uns über ein Jahr nicht gesehen!

    Sonntag 2019-09-29

    ein wunderbarer Herbsttag, Angela und wir, treffen uns mit Isabel, Julian, Jonathan, Linus und Pauline vor der Mautstelle in Partenen. Julian hat noch zwei Gutscheine für die Silvrettastraße. Endlich wieder Kurven, diesmal mit Angelas Auto.

    Ein kurzer Spaziergang bis zum Ende der Staumauer, da gibt es „Jause“.

    Die Kinder sind zum Laufen nicht motivierbar und als Isabel und Julian den neuen Klettersteig auf die Staumauer gehen, sind sie auch nicht begeistert.

    Pauline ist zufrieden und schläft in der Trage auf Gunther.

    In Tschagguns gibt es eine ausgezeichnete Apfeltorte, die Angela mit den Äpfeln aus dem Garten gebacken hat.

    Wir feiern alle Geburtstage der nächsten Zeit. (Gunthers, knapp vorbei, Jonathan, Linus, Julian, Pauline, lauter Herbstkinder).

    Montag 2019-09-30

    10:45, 16°, 48051 km, beladen mit einer großen Steige Äpfel.

    Wir bringen Angela zum Flughafen nach Friedrichshafen (106 km). Sie fliegt zurück nach Sibiu.

    Gegen 18°° kommen wir, nachdem wir in Priem am Chiemsee Gas gekauft haben (22,95€) an den Tüttensee. Müde und verspannt, brauchen wir lange für die Entscheidung Essen zu gehen.

    Eine Superentscheidung! Im „Grabenstätter Hof“ in Grabenstätt lassen wir uns verwöhnen! Chimseerenke und Reh, Bioeis.

    Wir sind auf „unserem“ Parkplatz heute das erste Mal nicht alleine, zwei Camper sind noch da. (402,7km)

    Dienstag 2019-10-01

    Die letzte Etappe beginnen wir um 9:50, 11°, 48462 km, sonnig. Gunther hat probiert, der See ist gar nicht so kalt, aber übertreiben wollen wir es auch nicht.

    Es trifft sich, dass wir genau um 12°° in Öd sind und wie immer, die private Raststation für uns auch was zum essen hat. Danke dem Hause Pesek!

    Nach zwei Stunden fahren wir um 14:10, bei 23°die letzten Kilometer und kommen um 15:45 zwar gut in Wien an, doch suchen fast eine Stunde lang Parkplatz!

    (342 km). Unbeschreiblich toll war`s. Wir sind dankbar für diese Zeit.

    5523 km

    50 Nächte