2019 Pyrenäen

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Sonntag 2019-08-11

Nach einem Besuch bei Mutti, holen wir unseren Camper nach Wien, beginnen mit dem Packen.

43311 km zeigt der Kilometerzähler an.

Montag 2019-08-12

Abfahrt 9°°, 43342 km,Treffpunkt Tristachersee. Campertreff mit Karin, Erich, Heidi und Arnold.

Das „ Noldomobil“ ist ganz neu, hat gerade mal 500 km drauf. Die Ebners waren mit ihrem Camper dafür schon in ganz Amerika und ein Jahr in Australien unterwegs.

Irgendwo sind unsere Campingsessel verschwunden, also halten wir beim Obi, ergattern die letzten zwei Sesseln, in rosa und hellblau, dafür aber im Sonderangebot.

Am Weg kaufen wir noch Proviant und ziemlich genau um 15°° kommen wir am Campingplatz Seewiese an. Ein Platz für uns ist schon reserviert.

Noldo hat auch schon seinen Griller angeworfen, wir werden mit Prosecco und Broscetti verwöhnt.

Es ist bewölkt und es wird rasch kühl.

Heidi und Noldo haben uns zum Essen eingeladen, köstliche Salate, Fleisch und Würstel am Grill.

Ich habe gestern noch am Abend einen Heidelbeerkuchen mit den selbstgepflückten Beeren aus Königsleiten gebacken. Ein willkommener Abschluss. Bier, Wein, Kaffee, ein Schnapserl gehört natürlich auch dazu. Wir haben einen lustigen Abend, gespickt mit Reiseerinnerungen. (443km)

Dienstag 2019-08-13

Da heute das Wetter nicht halten soll, beschließen wir den Tag in Lienz zu verbringen. Ein gratis Shuttlebus, bringt uns um 10:30 in die Stadt, Haltestelle Bahnhof. Von dort sind es nur ein paar Schritte in die reizende Innenstadt. Unser „Reiseführer“ Erich liest brav die Sehenswürdigkeiten vor. Zu Fuß kommen wir bis zum Schloss Bruck. Ganz toll renoviert, interessante Ausstellung über die Freskenmalerei (Kapelle), sowie über den Maler Albin Egger Lienz. Viele seiner Werke sind zu sehen. Ebenso sind Künstler des 20.ten Jahrhunderts vertreten. Für einen Tag eigentlich zu viel!

Doch auf den hohen Turm müssen wir noch hinauf, der schönen Aussicht halber.

Müde und hungrig geht es noch ein Stück bergauf zum Gasthaus Griebelehof, wo wir sehr gut Essen.

Es folgt noch ein Besuch mehrerer Kirchen, dem Grab von Egger Lienz bis es Kaffee in der Innenstadt gibt. Um 17:15 nehmen wir den Shuttlebus retour. Das Wetter hat gut gehalten.

Erst beim kalten Abendessen werden wir vom Regen überrascht, sitzen jedoch unter Ebner`s neuer Plane und Noldos Markiese gut geschützt, wenn auch ziemlich kalt.

Mittwoch 2019-08-14

Für heute ist der große Wandertag geplant.

Pünktlich um 8:00 fahren wir alle sechs mit unserem Camper, der gestern von Noldo den Namen „ Griesi“ von grau bekommen hat (nach Froschi, von grün), über eine Mautstraße (6km) zum Parkplatz nahe der „Dolomittenhütte“.

8:30 der Aufstieg beginnt, gleich mal geht es steil bergauf, es folgt ein Klettersteig, zwar gut gesichert, aber doch sehr anstrengend, zumal ich ja erst drei Wochen krank war. Wir erreichen unser Ziel die „Karlsbader Hütte“. Ein gutes Mittagessen ist eine willkommene Belohnung. Der Abstieg ist auch recht anspruchsvoll, viel Geröll.

Ein Kaffee noch in der Dolomittenhütte, die neu umgebaut wurde und Erich meint da müsse man die Besitzer unterstützen.

10km und 600 Höhenmeter haben wir geschafft.

Um 17°°schwimmen wir bereits wieder im See, der recht erfrischend ist.

Heidi und Arnold bekochen uns wieder, Thunfischnudeln.

Es pritschelt heftig, Donner grollen.

Was machen wir morgen? (12km)

Donnerstag 2019-08-15

Das Noldomobil reist ab. Toll war es und wir werden das Campertreffen jährlich wiederholen, alle sind fest entschlossen!

Da es bei uns wieder ordentlich hereingeregnet hat, planen wir noch zu bleiben, mit Ebners einen Ruhetag einzulegen, dann das Wochenende mit Erich und Karin bei Matrei zu verbringen. Nach dem Wochenende über Villach, dort beim Falle Reparaturkit besorgen und unsere lange Reise in die Pyrenäen zu beginnen.

Um die Mittagszeit spazieren wir gemütlich um den Tristachersee, essen Topfenstrudel (Miniportion, lang nicht so gut wie auf der Karlsbader Hütte) und trinken Kaffee im Nobel-Spa Hotel am gegenüberliegenden Seeufer.

Es ist schön warm und heute lässt sich sogar Gunther zum Schwimmen überreden.

Da es am Abend gewittert sitzen wir im Griesi, es gibt Ravioli in Suppe. Wein haben wir auch genug. Es ist echt gemütlich.

Freitag 2019-08-16

Alle Vorbereitungen für unsere gemeinsame Weiterreise werden getroffen, Wasser ausgelassen, Wasser nachgefüllt, Km 43788, 8:40 für die Abreise bereit. Erich und Gunther bezahlen und dann kommt alles ganz anders als geplant!

Karin möchte noch ein Foto vom See machen, stürzt und muss mit der Rettung ins Lienzer Krankenhaus. Nach kurzem Warten, steht fest der Oberarm ist gebrochen, komplizierter Bruch muss operiert werden. So ein Pech. Gemeinsam fahren wir in Richtung Spittal. Dann trennen sich unsere Wege. Erich und Karin fahren nach Klagenfurt, wir zum Falle nach Villach.

Karin wird heute noch im UKH Klagenfurt aufgenommen, aber erst am Dienstag operiert!

Es ist schrecklich wie schnell so was passieren kann!

Betrübt erledigen wir unsere Einkäufe, Obi, Falle, Hofer, tanken noch voll und etwa um 15:00 geht es über Tarvis, Osoppo, Venzone. Um 17:30 im ausgetrockneten Flußbett des Fiume Meduna, nahe Vivaro finden wir ein ruhiges geschütztes Schlafplätzchen.

Eine kleine Kapelle ist nur ein paar Meter entfernt.

294 km sind wir gefahren.

Samstag 2019-08-17

Abfahrt 8:40, 23°, 44081 km zeigt der Kilometerzähler.

Wir nehmen die Route, die uns Erich empfohlen hat, nicht über die Autobahn, sondern durch das Prosecco-Gebiet und sind begeistert von der Landschaft, den sanften Bergen, den riesigen Weingärten, Obstplantagen und den teils gepflegten winzigen Orten. Wir kommen durch Aviano, Coltura, Vitorio Veneto, Guia und knapp vor Valdoddiabene, in Santo Stefano trinken wir auf einer Terrasse ( oberhalb der Weingärten mit wunderbaren Blick ins Tal, Kaffee (Osteria Alla Terrazza). Für Prosecco ist es um 10:30 wahrlich noch zu früh.

Langsam geht es wieder in die Ebene und wir entschließen uns doch ein Stück Autobahn zu nehmen. So kommen wir zwar schneller, aber auch viel kostspieliger, 30€ Gebühr, an unser heutiges Ziel Turin.

16:30 Campingplatz in Moncalieri ,“Grinto Eco Village“. Grinto heißt Eichkätzchen. Der Platz liegt am Po und wir machen noch einen länger als geplanten Spaziergang durch den „Urwald“, da wir uns bei der Parkrunde im Parco „Le Vallere“ verirren und uns quer durch ein Maisfeld zurückkämpfen müssen. (514km)

Sonntag 2019-08-18

Wir nützen die Gunst des Sonntags und fahren um 9:40 (Km 44595) mit dem Camper in die Innenstadt von Turin und finden tatsächlich einen guten gebührenfreien Parkplatz. Turin, die „Automobilstadt“ ist viel schöner als gedacht! Eine völlig im Karo angelegte Stadt, erinnert zwar an amerikanische Städte, hat aber wunderbare Bauten, Kirchen, breite Einkaufsstraßen mit einer schicken “Galleria“, riesige Plätze und nicht zuletzt das Königsschloss „Palazzo Real“ mit der ganz eindrucksvollen „Chiesa di San Lorenzo“. Das Flussufer des Po`s ist leider sehr vernachlässigt. 7,3 Km war unser Stadtrundgang.

Mit guten Foccacio`s (Schinken, Oliven, Erdäpfel) und Espressi gestärkt, verlassen wir gegen 13:00 Turin, fahren über die Autobahn bis Bra (eigentlich die falsche Abfahrt), dann gondeln wir durch die Gegend bis Cuneo, wo wir in einem Coop unseren Proviant auffüllen und halbwegs billig tanken. Tanken ist in Italien, wie immer schon teuer.

Entlang der SS21 fahren wir Richtung Vinadio und, nehmen in Pratolungo-Roviera die Abzweigung auf die SP 255 (gelbe Str.) zum Col de la Lombarde (Col Tete de l‘Adrech d‘en Barns) (2474m). Die Straße ist sehr eng und viel Gegenverkehr.

Wir finden einen wunderschönen Schlafplatz bei einer alten Hütte, mit Brunnen und einem Minikraftwerk an einem kleinen Bach.

Wir pflücken noch eine ganze Schüssel Himbeeren am anderen Bachufer. Über Nacht sind wir ganz alleine. (156km)

Montag 2019-08-19

Die ersten Wanderer sind schon da, wir fahren um 7:35 (Km 44752), bei 16° und Sonnenschein nach St. Anna di Vinadio. Ein Wallfahrtsort auf 2000m, mit einer Kirche in „Schräglage“, einem Refugio und einem Shrine der Heiligen Anna, Beschützerin der Kinder. Auch Leute mit unerfülltem Kinderwunsch kommen hierher. Ein 700m langer Spazierweg führt uns zu einer Hl. Anna Statue mit Kind. Zurück beim Refugio gibt es Kaffee und Croissants.

Ein kleines Museum zeigt alte Postkarten der Gegend.

10:00 Abfahrt, auf den Paso di Lombarde (2350 m), der mit einer großen Steinbockfigur markiert ist. Es ist die Grenze Italien/Frankreich. An vielen Hügeln sind Häuserruinen aus dem ersten Weltkrieg zu sehen, kaum vorstellbar, was in dieser einsamen Gegend einmal passierte.

Am Pass sind zahlreiche Schilifte und unten im Tal das erste hässliche Skidorf Frankreichs Isola 2000, es folgen Isola, St. Etienne de Tinee (recht nett).

Nun geht es wieder bergauf zum Cime de la Bonette (=Mütze). Es ist die höchste Passstraße Europas mit 2802 m. Das letzte Stück auf den Gipfel muss man zu Fuß gehen, aber es lohnt sich! Die Luft ist zwar schon etwas dünn und kühl ist es natürlich auch da oben. Wir sehen die ersten zwei Gemsen durch das Fernglas einer Nationalparkmitarbeiterin. Unser Fernglas liegt leider in Wien.

Beim der Fahrt hinunter halten wir auf einer großen Wiese und jausnen. Es ist einfach traumhaft, wir sind überglücklich.

Jausiers, Richtung Gap, fahren hier durch ein riesiges Obst- und Weinanbaugebiet, Le Poet, auf der D942 Chateaunef de Chabre, kommen durch den Gorge de la Meouge, ein tolle sehr enge Angelegenheit. An Parkplatz ist gar nicht zu denken. Aber es wird wieder weiter und da es schon spät ist halten wir beim Müllplatz von Barret sur Meouge (44.262997, 5.743489), ganz ok. Kein Mensch stört uns, Autos fahren auch bald keine mehr und der Ort hat auch kaum Beleuchtung. (211km)

Dienstag 2019-08-20

8:10, 18°, Km 44963, D942, Lachau, D542 Col de Macuegne, Montbrun-les-Bains, eine fruchtbare Gegend. Leider sind die Lavendelfelder schon alle abgeerntet und vom strahlenden Blau ist nichts mehr übrig.

Sault, D942 Carpentras, Avignon. Diese Stadt muss man doch anschauen. Parkplatz auf der Ile de Piot, Gratisbus ins Zentrum.

Papstpalast besichtigt, lange Warteschlange aber trotzdem sehenswert, vor allem durch die guten Erklärungen mit dem zur Verfügung gestellten „Histopad“. Stadtbummel, Brücke von Avignon (besser gesagt die Reste davon) dann zurück zum Camper und weiter über die N100 Richtung Remoulins und zum Pont du Gard, einem sehenswerten römischen Bauwerk (Brücke+Aquädukt). Im Sonnenuntergang ist das Licht besonders schön und beeindruckend.

Auch hier drehen wir wieder eine große Runde, hinauf auf dem rechten Uferberg.

Wir fahren noch ein kurzes Stück weiter und schlafen auf einem verlassenen Parkplatz eines Obstfrächters. Es ist schon stockfinster und spät. Trotzdem grillen wir noch Fleischspießchen. Hm die schmecken gut! (145km)

Mittwoch 2019-08-21

8:00, Km 45118. Nachdem ich ein paar Äpfel und Mandeln am Parkplatz geerntet habe fahren wir los, es ist leicht bewölkt bei 18°.

Wir kommen durch Nimes und halten nur kurz um ein Foto vom zweistöckigen römischen Amphietheater aus 70 N. Chr. zu machen. Gut erhalten, wird es für Konzerte und Stierkämpfe genützt.

Gleich daneben ist noch ein interessanter Bau, das Musee D´Romanite.

Weiter geht unsere Fahrt entlang des Canal du Midi, der von Toulouse über Carcassonne, Beziers ins Mittelmeer führt. Er wurde 1681 fertiggestellt. In Homps halten wir direkt am Kanalufer um zu frühstücken und können einigen Hausbooturlaubern zuwinken.

Wir naschen vom Feigenbaum, spazieren zum Hafenbecken und beobachten An- und Abfahrten.

Vorbei an Carcasonne, wo wir nur die vielen Türmchen, der mittelalterlichen Stadt aus der Ferne sehen, kommen wir zu einem „Pfadfinder Lager,“ mitten in einem Eichenwald, am Col de la Malpere, einem idealen Schlafplatz. Die Abendsonne scheint noch ins Auto, angenehm warm, aber nicht zu heiß. (230km)

Donnerstag 2019-08-22

Eine absolut ruhige Nacht, die Sonne lacht, 19°, um 9:40 fahren wir los durch das fruchtbare Land. Riesige Sonnenblumenfelder, Amaranth, Lavendelfelder beidseits. D 18- über Chalabre zum Lac Montbel, wo wir unser Frühstück genießen. Gunther hält ein Mittagsschläfchen, während ich im blauen See schwimmen gehe. Ziemlich erfrischend!

Über kleine Dorfstraßen kommen wir nach Foix, eine mittelalterliche Stadt mit Burg,”Chateau de Foix”, absolut sehenswert. Das Museum, etwas kindlich erklärt, das genau Richtige für uns. Steinschleudern, Hebekran mit Laufrad, Steinbearbeitung, Schmiede, Armbrust schießen, alles ist zu sehen. Wir erklimmen beide Türme über steile Wendeltreppen. Herrliche Aussicht. Gunther steht der Ritterhelm recht gut und so ein Kettenhemd ist enorm schwer.

Erst um 19°° verlassen wir die Stadt, übernachten an einem Parkplatz an der Straße D 117, vor St. Lizier. Anfangs ist noch viel Verkehr, aber der beruhigt sich rasch. Das Tabuleh und der Selleriesalat schmecken uns.(132km)

Freitag 2019-08-23

Um 8:30, es ist noch ziemlich frisch (11°), starten wir ohne Frühstück.

In Montrejeau kaufen wir Obst für unsere Fahrt in die Berge.

In La Barthe de Neste biegen wir auf die D 929 in Richtung Aragnouet ab. Ein winziges Nest. Wir drehen um und gönnen uns einen Kaffee mit Croisant an der Kreuzung in Fabian im Relais Neouvielle. Weiter geht es über eine schmale, kurvenreiche Straße zum Lac de Cap-de-Long.

Ein Mittagsschlaf muss sein, am herrlichen Stehplatz am Stausee. Die Seen wurden von 1950-53 gebaut.

Am späteren Nachmittag machen wir einen Spaziergang über die Staumauer, beobachten einen Hubschrauber, trinken ein Glas Bier im Le Garlitz und genießen die letzten wärmenden Sonnenstrahlen. Mit einem köstlichen Linseneintopf und einem “Barbera del Monferrato 2016” beenden wir diesen herrlichen, gemütlichen Tag.(142km)

Samstag 2019-08-24

Heute hat Paul seinen 3. Geburtstag! Die Kinder sind auf Sardinien. Franziska noch in Albanien.

Wir stehen relativ früh auf, die Sonne ist hinter der Staumauer aufgegangen und taucht die Berge für kurze Zeit in tiefes Rot. Ohne Frühstück, dafür mit ausreichend Proviant gehen wir etwa um acht Uhr in Richtung Pic Neouvielle los. Der Weg ist nicht leicht zu finden, eigentlich immer nur durch Steinmännchen gekennzeichnet. Oft geht es über große Steinplatten, Geröllhalden und steil bergauf. Es ist anfangs noch eiskalt, 10°C. Am Ende des Stausees sehen wir das erste Murmeltier, einen hohen Wasserfall und die Bergspitze. Nach zwei Stunden ist es für mich genug, Gunther geht weiter.

Nach kurzer Rast und einem Müsliriegel kehre ich um. Noch immer kommt die Sonne nicht über den Bergkamm, es ist richtig eisig.

Am Rückweg kann ich Gemsen beobachten, zuerst vier, dann nochmals zwei, wie sie friedlich grasen. Am ausgemachten Treffpunkt, bei den einzigen Föhren warte ich auf Gunther.

Um 13°° kommt er und sagt, dass ich genau am richtigen Punkt umgedreht habe. Anfangs ging es sehr steil über riesige „Stufen“ dem Wasserfall entlang, danach zwar etwas leichter einem Grat entlang und dann hat sogar Gunther, nicht weit vom Gipfel umgedreht, zu steinig, zu rutschig.

Gemeinsam, jetzt in der wärmenden Sonne bezwingen wir den Abstieg. 12,2 km und 1200 m war Gunther unterwegs, ich genau die Hälfte. Die Begeisterung noch in den See zu hüpfen schwindet schnell. Es ist einfach zu kalt. Wir jausnen Kaffee und Flantorte, nennen sie Pauls Geburtstagstorte und denken fest an die Kinder, schicken ein Geburtstagskuchenfoto.

Tournedos mit Paradeis-Maissalat sind unser heutiges, hervorragendes Abendessen.(0km)

Sonntag 2019-08-25

Heute ist es ruhiger wie gestern in der Früh, wir frühstücken zur Abwechslung mal. Schafe kommen vorbei.

Abfahrt, 8:30. Der Gegenverkehr auf der engen Bergstraße ist nicht so schlimm wie wir eigentlich erwartet haben. Halte und Parkverbote entlang der Straßen haben eher informativen Charakter, Nationalpark ( Reserve Naturelle Neouvielle) hin oder her.

Von Fabian müssen wir zurück bis Arreau, wo wir kurz danach die Straße über den Col de`Aspin nehmen. Ein Radrennen ist im Gange, die Teilnehmer quälen sich über die 10 km steile kurvige Straße hinauf. Für uns ist es spannend, wir kommen aber nur langsam weiter. Nicht nur die Sportler sondern auch die Kühe blockieren uns. Am Gipfel halten wir und schauen ein wenig zu.

Die meisten Sportler nehmen nur Trinkflaschen entgegen und strampeln weiter zum Col du Tourmalet. Es ist seit 1910 die Strecke der Tour de France!

Auch wir nehmen in St.-Marie de Campan zwar die Richtung, bleiben aber am Campingcaravagning Municipal d`Artigues (20€ ) stehen und ruhen uns aus. Also so ist es wieder auch nicht, aber das Klo ist voll, Wäsche gehört gewaschen und sämtliche Geräte werden geladen, Computer, Kindles, Fotoapparat, Handys. Es ist ein ruhiger Platz, kaum Leute, nur der Bach plätschert.

Mit Fusili, Pesto mit Paradeiser, Parmesan füllen wir unseren Bauch.

Von Franziska hören wir, dass sie wieder gut in Wien gelandet ist, eine schöne Zeit in Albanien mit einem Superteam hatte. (Tom….). In Wien hat es noch 30°.

65 km haben wir zurückgelegt. Am Abend ist es wieder frisch, 21:00, 16°.

Heute gehen wir erst um 23:00 schlafen, da ich so lange Tagebuch nachgeschrieben habe. (65,2km)

Montag 2019-08 26

auch ohne Wecker werden wir um 7:00 wach und machen alles reisefertig, wie immer, Klo ausleeren, Wasser leeren, Wasser füllen. Perfekt für die kommenden Tage gerüstet starten wir um 8:00. Es sind nur wenige Kilometer bis zum Seilbahnparklatz vor der Seilbahn zum Pic du Midi in La Mongie.

Noch sind wenige Autos da. Wir frühstücken im Bus und erreichen sogar die erste Gondel um 9:30. Leider ist es heute, zum ersten Mal seit Tagen nicht ganz so klar, wie wir uns es eigentlich vorgestellt hatten. Die Gondelfahrt ist nicht ganz billig € 44 (incl. Museum). Einmal muss man umsteigen. Der zweite Teil ist schon recht beeindruckend, ohne Zwischenstützen, hoch schwebend und recht flott-45km/h. Wir kommen auf 2877m an, es hat 9°.

Beim Empfang bekommt man einen Audioguide mit guten Beschreibungen.

1876 war hier das erste Observatorium entstanden. Jetzt sind zehn „Dome“ acht davon im ständigen Einsatz.

Obwohl, wie schon erwähnt, die Sicht nicht besonders ist, können wir die Gipfel der letzten Tage in der Ferne ausmachen.

Besonders beeindruckend sind die enorm vielen Geier, die ihre morgendlichen Rundflüge machen und sehr nahe kommen. Natürlich gehen wir auf die Pont du Ciel, eine kleine Attraktion. (Steig ins Freie…)

Lange verweilen wir anschließend im Museum, bevor wir einen Infofilm im Observatorium über die Entstehung der Welt, kindlich erklärt sehen (+6€). Ich bin schon etwas enttäuscht, dass man nicht einmal ein Teleskop zu sehen bekommt.

Nach dem Film geht es wieder hinunter. Gegen 15:20 steigen wir in den total verstaubten Camper, da neben dem Parkplatz ein Großbaustelle ist.

Die Straße windet sich auf den Col de Tourmalet (2115m). Auch das ist die klassische Tour de France Route seit Beginn 1910. Auf der Passhöhe ist eine überlebensgroße Radfahrerstatue, die mir nicht gefällt. Die Straße ist noch von der diesjährigen Tour de France mit Namen und Anfeuerungsworten bemalt.

Abwärts geht es wieder in eine grünere Region, in Luz Saint Sauveur biegen wir ins nächste Sacktal in Richtung Gavarnie ein. Es geht wieder steil bergauf, es ist ein schmales Tal, in der Schlucht fließt der Gave de Gavarnie, der für die Elektrizitätsgewinnung genützt wird.

Da am Ende des Tales ist der Col du Tentes (2208 m), der wieder zum Nationalpark gehört, wo campieren verboten ist. Also fahren wir nur wenige km zurück bis kurz nach der Nationalparkgrenze und übernachten, etwas ab von der Straße, mitten unter Schafen,Kühen und Murmeltieren.

Unser Hunger ist riesig, es gibt, passend zur Gegend, Bauerneierspeise (Zwiebel, Erdäpfel, Karotten, ein Speckresterl, Dank Ebners, Oliven-alles klein geschnitten und sechs Eier drüber) echt gut.

Wir sind beide müde, die Höhe zehrt an den Kräften. (61,2km)

Dienstag 2019-08-27

Heute schlafen wir uns aus, es ist bewölkt und in der Nacht hat es öfters kurz geregnet und stark gestürmt behauptet Gunther. Das Pritscheln hab ich gehört, das Wackeln nicht gespürt.

Um etwa 9:45 fahren wir die zwei Kilometer wieder zum Parkplatz am Col du Tentes am „Ende der Welt“ und los geht es ohne Frühstück zum Pic de Tentes, 2322m erklimmen wir und es geht noch weiter, Hügel ab, Hügel auf bis zum Pic de la Pahule 2292m. Damit haben wir nicht gerechnet, aber einen Müsliriegel und Wasser haben wir zum Glück dabei.

Wir haben einen wunderschönen Blick zum großen Wasserfall „La Grande Cascade“, einem der höchsten Europas und in den Talkessel, den „Cirque de Gavarnie“. Kühe,Schafe und Dohlen begleiten uns. Regenwolken ebenso, die immer wieder etwas Wasser lassen. Die Sonne lässt sich nur minutenweise blicken.

Um 13:00 sind wir zurück zum Frühstück im Bus und genießen es sehr. Ebenso den darauffolgenden Mittagsschlaf. Nach dem Kaffee kommt die zweite Etappe, zuerst zum Puerto de Bujaruelo, hier kreisen mindestens fünf Geier über uns, sowie viele Dohlen. Es ein beeindruckendes Schauspiel diese Lac des Especieres. Mittlerweile im strömenden Regen. Dementsprechend nass kommen wir zurück. Tiere zu beobachten. Am Rückweg kommt der Regen von zwei Seiten, dennoch gehen wir noch zum Insgesamt haben wir wieder über 10 km zurückgelegt!

Die Nacht verbringen wir am selben Platz wie gestern. Was gibt es zum Essen? Erstmal als Aperitif einen wärmenden Gin. Gunther stellt sich an den Herd, Bratwürstel mit Sauerkraut, genau das Richtige in der Kälte. Die Wolken sind tief, der Nebel hüllt die Berge ein, wir lesen, der Alkohol zeigt Wirkung, es ist sehr gemütlich. (6 km)

Mittwoch 2019-8-28

Blauer Himmel wieder, wir frühstücken gemütlich und fahren die etwa 15 Km in den Ort Gavarnie, wo man einen 24 Stunden Parkplatz zu 8€ bekommt.

Am Weg halten wir noch, eine Schafherde haben die Hirten mit ihren schönen Hunden zusammengetrieben. Dichtgedrängt stehen sie unruhig im Gatter. Etwa 50-100 Meter weiter, streuen die Hirten Salz auf große Steine. Die Gattertür wird geöffnet und etwa 200 Schafe galoppieren zu den Steinen und schlecken.

Sack und Pack sind schon für den „Wandertag“ gerichtet. Der Weg führt durch den kleinen Ort, gespickt mit Cafes und Souvenierläden, trotzdem ist das der erste Touristen- und Skiort der nicht durch die riesigen hässlichen Hotels und Chalets verschandelt ist. Die letzten Skiorte waren allesamt eine Katastrophe, riesige Klötze und eher vernachlässigt.

Entlang des Gave de Gavarnie geht es anfangs gemütlich, dann immer mehr bergauf in den Cirque de Gavarnie, steile Felswände, ein „Amphietheater aus Kalkstein“ 1500m vertikale Wände. Im Zentrum kommt La Grande Cascade heruntergestürzt. 423 m Fallhöhe. In der Nähe des Wassers ist es eiskalt. Sehr beeindruckend.

Auch hier ist man immer von Schafen umgeben und natürlich von wunderbaren Blumen, besonders das strahlende Blau der Lilien sticht ins Auge.

Am Rückweg, der jetzt fast ganz in der Sonne liegt, sind wir schnell wieder gewärmt, knapp vor Gavarnie stärken wir uns mit Kaffee und Kuchen in der Bar le Pailha. Statt zwei Kuchen, wird zwar nur einer serviert, aber dafür ein Bier. Ein wunderbares Missverständnis.

12,5 Km sind wir gehatscht. Bravo!

2km außerhalb vom Ort ist ein Camperparkplatz, wo wir mit unserer Parkkarte bis morgen 10:00 halten dürfen. Wasser und Entsorgungsmöglichkeit gibt es sogar auch.

Wir finden direkt an der Kuhweide einen schönen Platz, hungrig wie wir sind gibt es schon um 18:00 Kärntner Kasnudeln in Suppe, hm gut.

Wolken ziehen wieder auf. Auch heute sind wir wieder kaum gefahren, nur 15,5 km

Donnerstag 2019-08-29

Wasser tanken, usw. alles wieder auf den neuesten Stand bringen, los geht es.

9:30, 12°, 45768 km, Sonnenschein. Retour aus dem „ Sacktal“ bis knapp vor Gedre, hier geht es rechts ab, wieder in zwei schmale Endtäler. Wir nehmen den Weg nach Heas, weiter zum Cirque de Troumouse. Beim Plateu du Maillet ist Ende der Zufahrt. Großer gratis Parkplatz, kleines „Hotel“.

Bei der Fahrt konnten wir lange einen an einer Felskante gelandeten Geier beobachten, dass Kühe und Schafe die Straße mit uns teilen ist wohl klar.

Erstmals frühstücken wir schnell, denn zu jeder vollen Stunde geht ein Minizug, der von einem großen Traktor gezogen wird, zur Hochebene und den will ich um 11:00 erwischen. Gunther geht etwa zur gleichen Zeit weg, erklimmt den Weg zu Fuß. Ich muss nicht lange warten. Die Sonne brennt ganz schön runter und schon ist Gunther auch heroben angekommen.

Es sind unheimlich viele Schafe und Kühe rundum, daher unzählige Trampelwege und Spuren. Wunderschön! Kleine Restlacken, ein Bächlein, die steilen, schroffen Felswände, traumhaft. Der Lac des Aires ist leider fast ausgetrocknet.

Gunther geht noch bis zu einer Schutzhütte, der Cabane des Aires, ich warte, zuerst im Schatten, dann aber doch in der Sonne. Es ziehen einige Wolken auf und wenn sie die Sonne verdecken ist es gleich kühl.

Gemeinsam spazieren wir zurück zur Madonna auf einem Felsen. „Virge de Troumouse“. Am Weg sind ein paar winzige Kälber, sicher erst ein paar Tage alt. Sogar Drillinge? gibt es das überhaupt? (nachgelesen, extrem selten)

Mittlerweile hört man schon Donner grollen und wir gehen zügig zum Züglein. Dort steht schon eine Schlange an. Ich habe Glück, ich bin die Letzte die mitkommt!

Gunther geht wieder zu Fuß hinunter wartet schon auf mich.

Eigentlich wollten wir in der kleinen Gaststätte Lammkoteletts speisen gehen, doch am Abend wird dort nur für Schlafgäste gekocht und es gibt Eintopf. Den können wir selber auch kochen!

Wir entschließen uns daher noch zum nächsten Cirque zu fahren.

An der Kreuzung haben Bauern eine Absperrung gemacht, ein großer Viehtransporter steht da. Wir warten eine zeitlang, bis endlich die Glocken schellen, etwa 30 Kühe kommen die steile Passtrasse herunter, werden in eine Abzäunung getrieben, die Auffahrt wäre jetzt wieder frei.

Doch wir bleiben noch und schauen zu, welche Tiere ausgewählt werden und wie sie ins Auto verstaut werden.

Gibt es Fleisch? Kalbfleisch? Oder kommen sie wieder in die Ställe zurück? Das wollen wir gar nicht so genau wissen.

Los geht es wir erklimmen den Weg Richtung Cirque d‘Estaube, finden einen wunderschönen Schlafplatz am Stausee „Lac des Gloriettes“ und kochen asiatischen Nudel-Gemüseeintopf. Vorher drehen wir noch eine Runde auf der Staumauer. (28,5 Km).

Die Nacht ist sternenklar, die Milchstraße quer über uns und Millionen von anderen Sternen.

Freitag 2019-08-30

Sonnenschein, 9:30 spazieren wir los, links entlang des Sees, im Gegensatz zur „vorgeschlagenen“ Richtung, da haben wir noch Schatten und keine Menschen. Die erste Begegnung ist mit einem gut 10 cm großen Frosch, der für das Foto hüpfen soll, doch als ich versuche ihn dazu zu bringen, verfällt er in Totenstarre und macht sich ganz dick.

Überall läuten die Schellen, die Tiere sind erstaunlich hoch oben, auch die Kühe! Ein angenehmer Weg, knapp oberhalb der Baumgrenze, mit Holundersträuchern und Kuhfladen ohne Ende, bringt uns ans Seeende. Wir gehen weiter ins hinterste Tal, bis zur Cabane d‘Estaube, einer alten Steinhütte. Das ganze Tal ist voll mit Tieren.

Im Sommer sind hier etwa 400 Kühe und 1200 Schafe. Es sind Fleischkühe, die fast wie Pferde muskulös durchtrainiert sind, enorm beweglich und „leichtfüßig“. Die Murmeltiere geben Alarm, schöne Schmetterlinge begleiten uns. Es ist ein „Zoo“ Tag.

Gleich hinter der Hütte schlecken 25 Gämsen Salz von den Steinen, das die Hirten wohl für die Schafe gestreut haben. Sie kommen von hoch oben elegant heruntergesprungen und, obwohl sie sonst so scheu sind, lassen sie sich nicht stören. Hinter ein paar Steinen haben wir uns hingekniet und sie lange beobachtet.

Noch eine Kuppe, noch eine Kuppe…..bis ich mal raste. Gunther geht noch ein Stück weiter, wird am Talende mit einem Wasserfall belohnt. Ich liege auf einem flachen Stein, genieße meine Jause (Frühstück!), die wärmenden Sonnenstrahlen, sehe dem Geier zu, einem Vogelschwarm, der über mir kreist, dem Weidevieh, tunke auch mal kurz weg und erschrecke als ein riesiger weißer Vogel mit pechschwarzen Flügeln „knapp“ über mich fliegt.

Aber wir sehen auch zwei tote Tiere, eine Kuh und ein Schaf, kahl abgenagt von den Geiern?

Am Rückweg, sehen wir noch zwei Wiesel, Ziegen und Murmele.

An dem rechten Seeufer entlang ist der Weg nicht mehr so gut und es ist extrem heiß. Oh auch noch drei Esel und beim Bus, zurück finden wir auch noch die Raupe Nimmersatt. Riesenexemplar. Ich will sie zum fotografieren „richten“, da rollt sie sich blitzschnell zusammen wie ein Gummiringerl und verharrt so für die nächsten drei Stunden!

Eigentlich war ja nur eine kurze Wanderung vorgesehen, schließlich sind wir 13 km gewandert.

Wir bleiben hier über Nacht, das Fertig-Steinpilzrisotto ist eher ein Reinfall. Der Abend schön, die Sterne funkeln. (0km).

Samstag 2019-08-31

9:50 Abfahrt, sonnig, 22°, 45797 km

Unser Weg führt über Luz-Saint- Sauveur, in dem wir unseren Proviant, erstmals in einem nicht besonders bestückten Supermarkt, füllen, wieder in ein Sacktal. (D921-D920), entlang des Gave de Cauterets in den Wintersport-und Thermalort Cauterets, bis zum Parkplatz der „Pont d` Espagne“.

Wir entscheiden uns doch erst morgen wieder wandern zu gehen, kehren um und halten vor der ehemaligen Kuranstalt „ La Raillere“ etwa zwei Kilometer vor Cauterets. Einst gab es hier einen Zug vom Bahnhof „Gare des Oeufs“ (wegen der Schwefelquellen so genannt) in Cauterets zum Thermalhotel, das auf 1053 m liegt. Es wurde in den 90igern, nach 100 jährigen Betrieb geschlossen. Seither ist die Anlage dem Verfall preisgegeben.

Zum Übernachten ideal, mit Ausblick auf eine Forellenzucht.

Wir stärken uns, machen ein Schläfchen und spazieren am späten Nachmittag, die gut zwei Kilometer über einen gepflegten Wanderweg (Chemin Demontzey) in den Ort.

Cauterets spiegelt den Charm eines uralten Badeorts wider, macht aber eher einen etwas verlassenen Eindruck. Schöne alte Häuser mit Eisenbalkonen, großer Platz mit ehemals einem Casino, den alten Bahnhof, Trinkhallen…aber nichts ist mehr in Betrieb.

Ich kaufe neue Laufschuhe (Geschäftsauflösung), weil meine Alten sich auflösen.

Wir kommen gerade zum Beginn der Samstag Abendmesse in die Kirche, ein Schwarzer in seinem strahlend grünen Messgewand unter einem dunklen Holzbaldachin beeindruckt uns.

Im Halbdunklen wandern wir zurück.

(54,8km)

Sonntag 2019-09-01

Es ist nebelig, 14°,45852 km

10:10 verlassen wir den ruhigen Parkplatz vor der alten Schwefel-Therme.

Wir wollen die alte Pont d‘Espagne besichtigen, doch der dicke Nebel lässt uns umdrehen. Die Wetteraussichten sind für heute schlecht.

Soloum D 920, in Richtung Lourdes, biegen ab nach Argeles-Gazost und fahren auf der D 918 nach Aucun-Arras en Lavetan (wo wir wieder mal frisches Baguette und Schokoladecroissants erstehen) und über die D103 nach Bun und weiter zum kleinen See Lac d‘Estaing.

Endlich gibt es Frühstück und auch einen erquickenden Mittagsschlaf. Es ist regnerisch, nebelig, wir steigen gar nicht aus.

Über die D603, den Col du Borderes (1156m) kommen wir nach Arrenes wo wir tanken. Diesel in Frankreich ist auch teuer. Gazole-1,520/ Liter.

Skigebiete und „Urlaub am Bauernhof“-Gegend wechseln sich ab.

Über den Col de Soulor (1474) fahren wir wieder auf der Tour de France Strecke. Spektakulär, aber leider sehr neblig. Über 1700m hoch kommen wir am den Col d`Aubisque. Hier, oberhalb der Baumgrenze begegnen wir viel Weidevieh.

Cretes Blanches- Gourette, ein scheußlicher Wintersportort folgt. „Pyrenees atlantiques“ heißt diese Gegend.

Im Thermalort Eaux-Bonnes halten wir für einen Rundgang. Schlimmer als jede Geisterstadt. Fünf alte Menschen spielen Boule, sonst ist niemand zu sehen. Die Kirche hat wunderschöne Glasfenster, wenigstens ein Highlight.

Alle Hotels verfallen, das alte Kurhaus, das Casino, alles total verludert, dem Zusammenbrechen nahe und wahrscheinlich schon seit vielen Jahren geschlossen.

Laruns schaut etwas lebendiger aus. In Arudy biegen wir auf die D918 ab und finden gleich neben der Straße den kleinen Fischteich Lac Ducrest an dem wir stehen bleiben und übernachten. (112,4km)

Statt Fernsehen haben wir heute ein Liebespaar zur Beobachtung, eher unglückliche Liebe und Streit.

Montag 2019-09-02

Heute wachen wir erst um 9:30 auf. Drei Fischer versuchen sich und einer hat bereits zwei Forellen gefangen. Er präsentiert sie mir stolz für ein Foto.

Wir verlassen den Mini Lac Ducrest um 10:35, leicht bewölkt, 15° bei 45965 km.

Es geht teils durch waldige, teils durch landwirtschaftliche Gegend.

St. Christau-Lurbe, St. Christau-Asasp, links abgebogen auf die Route d`Isssor nach Arette. Der Ort macht einen ganz lebendigen Eindruck, also halten wir. Bei der Info holen wir Prospekte, sonst ist nichts los, gerade dass wir Baguette und Croissants bekommen.

Aber es gibt eine gratis Wasser-Nachfüll-Station und Entsorgungsmöglichkeit für Camper, das nützen wir doch gleich.

Am Col de Labays erreichen wir Kilometerstand 46.000. Der nächste „Höhepunkt“ ist der Col de St. Martin 1760m auf der D132.

Aber kurz davor halten wir mit schönem Ausblick ins Tal und auf die Schiregion zum Spätstück. Pferde kommen zu Besuch und nun werden wir auch unser altes Brot los. Baguettes schmecken zwar köstlich, aber werden innerhalb eines halben Tages steinhart. Den Pferden macht das kein Problem! Das Fohlen ist so neugierig, es schleckt am Auto und will unseren Scheibenwischer herunterknabbern!

9°, frisch. Am Pass, ist eine Grenze nach Spanien, wir drehen aber um, wir wollen noch nicht nach Spanien, sondern nach Ste. Engrace.

Am Col Suscousse (1216m) fahren wir links ab, D113 über das Plateau Irazordokki. Schließlich erreichen wir unser heutiges Ziel, die Grotte de la Verna. Aber es gibt erst morgen um 10:00 eine Besichtigungstour.

Gut, wir melden uns dazu an.

So nützen wir die Zeit, fahren ein paar Km weiter zum Gorges de Kakuetta und machen eine tolle Wanderung in die Schlucht, mit Wasserfällen und einer Tropfsteinhöhle am Ende. 6 km ist die Wanderung, sehr eindrucksvoll. Wie im Urwald!

Wir übernachten gleich am Parkplatz, der für Camper für 24 Stunden frei ist.

Gestärkt mit Ruccolaravioli und einer guten Flasche Bordeaux vom Chateau La Paz, fallen wir müde ins Bett. (66km)

Dienstag 2019-09-03

9:45 sollen wir beim Ticketshop sein, sehen einen Kurzfilm über die erste Expedition 1951 in die Höhle. Ein Kleinbus mit Besuchern fährt vor, mehrere Autos mit weiteren Besuchern, wie wir folgen ihm. Eine enge kurvenreiche Straße führt gute 4 Km hoch in die Berge zum Eingang.

Helme auf und los geht es. Bis Ende August gab es jede Stunde Führungen, jetzt nur eine täglich und wir sind nur ca. 15 Besucher. Ein bequemer „Stollen“ bringt uns zur Attraktion. Dem größten unterirdischen Dom der Welt, der öffentlich zugängig ist. Es ist überwältigend, dass es so große Hohlräume unter einem Berg gibt. Es ist kalt, 5°, Sommer wie Winter. Man hat ja schon was dazugelernt im Leben, wir haben Hauben dabei!

An manchen Stellen sind lebensgroße Puppen von Höhlenforschern positioniert, sodass man erst das Ausmaß diese Raumes erkennen kann. In dieser Entfernung wirken sie wie Spielzeugfiguren.

Am Weg zurück halten wir im kleinen Örtchen San Enragce/ Sainte Engrace/ Santa Grazi mit der Kirche aus dem 11. Jahrhundert „Eglise de Gorge de Engrace. Sehenswerte Glasfenster, komplett schiefe Mauern und der alte Friedhof rundum sind einen Besuch wert.

Vis a vis trinken wir Kaffee und essen einen Baskischen Kuchen in der Auberge Elichalt/Merkhatuko Bidea, so der baskische Name. Baskisch ist offensichtlich eine für Fremde unaussprechliche Sprache.

Danach fahren wir über die D113-D26 weiter nach Larau. Ein kleiner Spaziergang durch den ruhigen Ort gefällt uns sehr. Der Ort hat auch etwas von „ausgestorben sein“. Die Abwanderung in die Stadt ist wohl in jedem Land üblich und offensichtlich notwendig.

D19-in Richtung Iraty über die nächsten Pässe, den Col de Bargorgui (1327m), den Col D`Orgambideska. Da halten wir, haben einen wunderbaren Ausblick in Richtung der höheren Pyrenäen ostwärts. Viele Geier, ziehen ihre Kreise über unsere Köpfe. Die Landschaft ist unbeschreiblich, grüne steile Wiesen, dann wieder Eichenwälder, Erikas und gelbe Blüten strahlen in der Sonne. Weidevieh lässt uns immer wieder warten, Pferde, Kühe, Schafe.

D19 bis zur D18, dort biegen wir gleich wieder auf die D301 ab. Eine schmale Angelegenheit. Die Berghänge strahlen in Lila und Gelb, Erika und Ginster?

Auf einer Hochebene finden wir endlich den “richtigen“ Käsemacher. Ossau-Iraty, am Pass Irau.

Ein freundlicher Bauer lässt uns mal kosten. 1Kg Käse kostet 19 € egal wie alt der Käse ist.

Wir fragen ihn über alles Mögliche aus. Die Tiere sind bis Ende Oktober hier oben, etwa 300 Schafe gehören ihm. Wir erstehen einen Heurigen und einen Leib vom letzten Jahr.

Wir setzten unsere Fahrt bis zu einem wunderschönen „Nachtplatz“ fort, am Berg Arthaburu.

Den frühen Abend nützen wir noch um herumzustapfen, die letzten Sonnenstrahlen und den herrlichen Rundblick zu genießen.

Gunther kocht heute, Erdäpfel Rösti mit Spiegeleier und Salat. Die 6 Eier waren ein Geschenk des netten Bauern, er meinte er kann sie doch nicht alle selber essen.

Bier, ein Fläschchen Weißwein, ein sensationeller Sonnenuntergang um 20:30, wieder ein ereignisreicher Tag, der zu Ende geht. (63,9 km)

Mittwoch 2019-09-04

Eine wunderbare mäuschenstille Nacht. Als ich aufwache ist der Himmel zartrosa, die Sonne kommt langsam hinterm Berg hervor. Die ersten Tiere, heute Pferde ziehen an unserem Schlafplatz vorbei.

Um 8:50, 20°, sonnig, bei 46095 Kilometerstand fahren wir gemütlich los, weiter auf der D301-Ezterenzubi/ Esterencuby- nach Saint Jean Pied de Port.

Ein uralter Pilgerort. Sämtliche „Jacobswege“ kreuzen sich hier. Es ist ein sehr altes Städtchen, die Innenstadt von einer Stadtmauer umgeben. Wir haben Glück, beginnen mit unserem Rundgang schon um 9:30. Dementsprechend ist die Stadt noch leer.

Sehr gepflegte Häuser, schöne Geschäfte, Blumenschmuck und Zunftzeichen zieren die Häuser. Am Fluss (Nive de Beherobie) sind alte Häuser mit Holzbalkonen zum Wasser.

Über der Brücke ist der noch ältere Teil der Stadt mir der Kirche „ Notre Dame L‘Eglise de l‘Asumption de la Vierge“, sehr schlicht, großartige Glasfenster. Eine stimmige Atmosphäre.

Die Rue de la de Citadelle (=Zitadelako Karrika) steigt an zur Citadelle, welche lange für militärische Zwecke verwendet wurde, ist jetzt eine Schule.

Gegen Mittag ist die Stadt mit Pilgern und Autobustouristen voll, Zeit für uns, noch schnell einen Kaffee genießen und weiterziehen.

Auf die D15 Route Ascarat. Die Häuser haben ihr Aussehen verändert, bisher in den Bergen waren sie eher weiß-gelblich und schwarz gedeckt, jetzt sind die Meisten weiß, haben rote Fensterläden und rote Dachziegel.

Ireulegy-St. Etienne de Baigorry, Einkauf, Tank füllen und Autowäsche, denn wir stinken schon wie ein Mistwagen, da wir so oft der Scheiße nicht ausweichen konnten und die Pferde auch unsere Fenster angesabbert haben.

D 948 Col de Ispeguy. Uh die Straße wird von 13:30 bis 16:30 für ein Radrennen gesperrt. Macht ja nichts, dann schauen wir halt zu.

Es ist nicht zu glauben, aber die gesamte Auffahrt ist schon mit Zuschauern zugepflastert! Oben keine Chance zum Halten, also nehmen wir am abwärts führenden Teil einen Stellplatz. Gar nicht so schlecht, mit zwei Paaren und drei Reportern teilen wir ihn.

Wir haben noch Zeit für ein gemütliches Picknick, ab 15:00 setzen wir uns in Startposition, es dauert eine halbe Ewigkeit, dann kommen mal Werbeautos, die „milde Gaben“ auswerfen. Kulis, Carefourkappen, Duftbäumchen fürs Auto…..die wir gleich weiter schenken. Unsere Mitzuschauer freuen sich!

Die Reporter gehen in Startposition, wir auch, endlich kommen zwei Profis, gefolgt von wenigen anderen und dann dauert es wieder einige Zeit, geschätzt eine halbe Stunde bis das „große Feld“ fast in geschlossener Gruppe mit unheimlicher Geschwindigkeit um die Kurven saust. So eng, ich krieg alle Zustände! Ich schätze es sind an die 100 Radprofis. Unglaublich aufregend!

Am Abend lesen wir erst nach. Also es war heute die elfte Etappe der „La Vuelta“. Sie war 180 km von Saint Palais nach Urdax. Gewonnen hat heute der Spanier Mikel Iturria, mit sechs Sekunden Vorsprung vor Jonathan Lastra. Mit einer, unglaublich halben Stunde Vorsprung in einem kleinen Vorfeld. (Wie wir gemerkt haben!). Primoz Roglic (Slowene, ehemaliger Schispringer) hat das rote Trikot trotzdem noch behalten.

„La Vuelta“ hat 21 Etappen, sie dauert noch bis 15.09. (24.8.-15.9. 19) und es ist die 74. Vuelta a Espana,

Sie geht insgesamt über 3290,7km und 53.025 Höhenmeter bergauf, 45.885 bergab, also insgesamt werden 7140 Höhenmeter zurückgelegt!

Wohl noch alles offen. Die zwei heutigen „Pässe“ galten nur als Hügel, laut Berichten. Morgen geht es von Circuito de Navarra nach Bilbao.

Kurz nach den Profis lassen sich die Amateure hinunter, sogar viele Kinder sind dabei, so im Alter von Luis und Nora.

So jetzt gibt es Kaffee (17:00), dann fahren auch wir wieder weiter. Wir sind ja inzwischen, wohl auf dem Pass, ohne es zu merken in Spanien eingereist. Komisch, wenn man an früher denkt. Immer den Paß zücken und jetzt merkt man einen „ Grenzübertritt“ nicht einmal mehr, kein Geldwechsel, alles einfach.

Arizcum-NA 2601-NA 170 Leitza-Ituren-Ezkurra, die Straße ist kurvig und eng, kaum Gelegenheiten zum halten. Endlich finden wir einen Schlafplatz, direkt an der Straße. Kurz nach Arkiskil. Die Orte sind sehr klein, aber recht gepflegt.

Der Verkehr hört gegen 21:00 fast völlig auf, ein Gemüserisotto und ein Wein aus der „heutigen Gegend“ Irouleguy (Comte de Leispars) schmeckt hervorragend und sorgt für die nötige Bettschwere.

Die Namen im Baskenland sind unlesbar und unaussprechlich für uns, geschweige denn, dass man sich auch nur einen merken kann! Uns erinnert das sehr an Island, die reinsten Zungenbrecher (93,8 km).

Donnerstag 2019-09-05

In der Nacht hat es zwei mal ordentlich geschüttet, aber sonst war es ruhig.

Abfahrt 9:10, 12°, bewölkt, 46188 km. Wir folgen der NA 170-NR 1320-GI 2130-Benestegi, Richtung Tolosa, GI 2634. Es geht bergab, bergauf, landwirtschaftlich genutzte Gegend, saftig grün. Bidensa, liegt auf etwa 500m-Bidania- Goiatz-Ituburro-Errezil. Die Orte haben alte Kirchen, meist im Zentrum.

Azpeitia- Loyola, hier fällt die runde Kathedrale von der Straße aus auf und wir halten. Glück gehabt, oder war es Eingebung?

Ignatius von Loyola (*1791), war der Gründer der Jesuiten und ist im Haus neben der Kathedrale zur Welt gekommen.

Die Kirche ist eindrucksvoll (hohe Kuppel, Orgel, Marmor soweit das Auge reicht, Rundbau), auch das Museum, im Geburtshaus untergebracht, sollte man nicht versäumen.

12:30, jetzt plagt uns aber der Frühstückhunger und wir bleiben gleich am Parkplatz stehen.

13:35 fahren wir weiter GI 631 nach Elgoibar. Gunther hat ein „Industriemuseum“ herausgefunden.

Noch ist Mittagspause, es geht sich gerade ein Kaffee aus, dann sind wir die einzigen Besucher und haben eine Einzelführung.

Allein das Hineingehen in das Museum ist ein Highlight. Alles dreht sich und bewegt sich, durch eine alte Dampfmaschine werden sämtliche Maschinen angetrieben, laut ist es auch. Mit großem Engagement werden uns alle Maschinen erklärt, einfach toll!

„Museo de la Maquina-Herramienta“. Die ganze Gegend ist, bis Bilbao, mit Industriefirmen vollgestopft.

N634-Iuretta-Bilbao. Dort wollen wir zum Camperstellplatz „Parque de Autocaravanas Korbeta“.

Doch was ist denn da los? Straßensperren? oh stimmt die „La Vuelta“ soll ja heute hier in Bilbao ankommen! Und sie kommt genau mit uns!

Mit zweimal etwas Geduld schaffen wir den Stellplatz doch noch (15€ incl. Wasser und Strom auf jedem Platz, dafür keine Duschen und nur ein WC, aber mit dem Camper ist das ja egal-alles dabei!).

Herrlicher Blick über Bilbao.

Nun duschen wir , genießen in aller Ruhe den Abend. Gekocht werden Entensteaks mit Salat, echt köstlich.

Heute hat die zwölfte Etappe der Belgier Phillip Gilbert gewonnen, das rote Trikot bleibt dem Slowenen, aber nur mehr mit 1:50 Minuten Vorsprung und das Rennen dauert noch bis 15.09., mit Ende in Madrid. Auch drei Österreicher sind dabei!

(Am Ende siegt der ehemalige Schispringer aus Slowenien)

Wie ein Lichtermeer liegt Bilbao (Provinz Bizkaia), am Ria de Bilbao unter uns. (128,5km)

Freitag 2019-09-06

10:30 mit dem öffentlichen Bus geht es in die Innenstadt, dort beginnt die große Stadttour.

Das Einkaufszentrum „Azkuna Zentroa“ sensationell, altes Gebäude außen, innen komplett modern, Geschäfte, Restaurants, Kino, Schwimmbad, Kunst…., durch die Einkaufsstraßen zum Fluss Bilbao. Man sieht schon die Brücke und das faszinierende, vieleckige, glänzende Gebäude, das Guggenheim-Museum, samt die modern ausgebaute Gegend rundum.

Auf die Brücke, mit dem Lift hinunter, am Ufer entlang Richtung Hängebrücke. Am Weg, uns plagt schon der Hunger, gehen wir in eine kleine Bar, ganz nahe dem „Schrägaufzug“ an der Plaza del Funicular. Typisches Mittagessen, 6 Pintxos, zwei Getränke, zwei Kaffee und zwei Milchreis mit Zimt zur Nachspeise.(14,60 €). Ausgezeichnet, fast zu viel.

Pitnxos sind pikant belegte Brötchen oder kleine Semmerln. Zum Unterschied zu Tapas sind die Zutaten oft mit Zahnstochern draufgespießt, daher kommt auch der Name.

Über die Hängebrücke Zubizuri muss man unbedingt drüber gehen! Sieht von der Ferne gar nicht so toll aus.

Auch um das Museum, ein Kunstwerk neben dem anderen, die Spinne „Maman“ von Louise Bourgeois, die Nebelinstallation von Fujiko Nakaya, der Kugelturm, die „Tulips“.

So jetzt ist es halb drei, ins Museum hinein, ein Muss!

Geplant wurde es übrigens vom Amerikaner, Frank O. Gehry und ist aus Glas, Titan und Kalkstein.

Es gibt eine kleine Sonderausstellung von Wasserbildern von Gerhard Richter, Bilder von Warhol, Rauschenberg, ein Stock ist Jenny Holzer gewidmet, und und und- Filme, Installationen….und alleine der Bau!

Gegen 20:00 kommen wir erst wieder heraus!

Hier sitzt endlich Puppy (1997) von Jeff Koons.

Wir spazieren noch durch die Altstadt, da ist was los! Sämtliche Bars sind zum Bersten voll, die Menschen unterhalten sich lautstark, eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Wir kaufen noch Brot und Schinken und eine Flasche Rotwein. Oh Flaschenöffner gibt es keinen, unserer ist kaputt. Der freundliche Mitarbeiter gibt uns einen vom Geschäft um den Korken mal halb herauszuziehen, den Rest schaffen wir dann sicher zu Hause, meint er. Und recht hat er!

Mit dem Bus sind wir schließlich, ziemlich erschöpft „ zu Hause“. (0km)

Samstag 2019-09-07

Wir schlafen uns aus und erst um 11:10, bei 19° 46316 km beginnen wir unsere Weiterreise, Richtung Puente de Viscaya, (Bizkaiko Zubia-auf baskisch) die älteste Schwebefähre der Welt (Unesco WKE) zwischen Getxo und Portugalete über die Ria de Bilbao. Die Ria ist für Seeschiffe befahrbar, es ist die Mündung des Nervion in den Golf von Biskaya.

In Portugalete sehe ich gerade noch einen Bungeejumper baumeln, kappiere aber nicht, dass die Fähre auch für Autos ist und so kehren wir um und machen einen Umweg über die Straße nach Getxo. Hier gibt es wenigstens Parkplätze.

Telefonat mit Franziska, sie ist guter Dinge, fliegt ja auch zu ihrem Liebsten am Donnerstag.

Auf zur Brücke, der Aufzug auf dieser Seite streikt, also mit der Schwebefähre nach Portugalete, 6 € kostet Fähre, öfter benutzbar und Aufzug auf die Brücke. Die Fähre fährt ununterbrochen und rasch (90sec) und ist ein lustiges Erlebnis.

Mit dem Lift auf die Brücke. 45m hoch, 160m lang. Ein Schüler Eifels, Alberto Palacio hat diese Stahlkonstruktion entworfen, 1893 wurde sie eröffnet. In Europa, Afrika und Amerika wurden solche Fähren nachgebaut, zwanzig sind weltweit noch in Betrieb.

Oben pfeift der Wind ziemlich frisch! Aber man hat einen wunderbaren Blick in Richtung Meer und ins Landesinnere. Durch Tafeln ist der ganze „Werdegang“gut erklärt.

Wieder am Boden gehen wir der Promenade entlang, es ist ein Fest im Gange, wir finden nicht heraus welches, es wird in bestimmt fünfzig kleinen Zelten gekocht und gegessen, kaufen kann man nichts, wir hätten nämlich auch schon großen Hunger 🙁

Mit der Fähre geht es zurück, wir kaufen frische Baguettes und endlich gibt es was zum futtern.

16:40, es geht weiter BI 637, BI 2120, BI3117 in Richtung Goieta. Ein ziemlich verbautes Gebiet, Steilküste, kaum Parkplätze. In der Nähe von St. Juan de Gaztelgatxe sind, glaub ich, alle Basken versammelt. Jede Lücke ist besetzt, aber wir finden schließlich das „schönste“ Plätzchen bei einem Picknickplatz. Mit Ausblick auf die kleine Insel, herrlichem Sonnenuntergang und noch dazu dem köstlichsten Essen. Riesengarnelen, so gut gelungen! (77 km)

Sonntag 2019-09-08

Heute in der Nacht hat es wieder geregnet um 6:00 nieselt es noch ganz leicht, also drehen wir uns um und schlafen genüsslich bis 9:10. Schüchtern blinzelt die Sonne immer wieder durch die grauen Wolken.

Um 10:20 machen wir uns für eine „Wanderung“ auf den Weg. Von unserem Nachtplatz zur Kirche von San Juan de Gaztelgatxe, ursprünglich auf einer Insel, jetzt auf einer Halbinseln gelegen. Es ist ein angenehmer Weg, solange wir den Hauptweg nicht treffen. Aber es geht trotz der vielen Leute gut voran. Mir kommt der Weg gegen Ende wie ein Miniformat der chinesischen Mauer vor.

Über 271 Stufen kommt man zum Ziel. Mittlerweile scheint die Sonne, alle Wolken sind verschwunden.

Die Kirche ist recht schlicht, jährlich gibt es drei besondere Feste hier. Zum Beispiel vor der Thunfischfangsaison kommen die Fischer her um für ihr Glück und Gesundheit zu beten. Viele Modellschiffe hängen von der Decke. Auf der Insel Roeme in Dänemark haben wir das auch gesehen.

Auch die Hl. Anna wird hier sehr verehrt.

Eine Glocke muss man drei Mal läuten, wenn man oben ankommt. Ich auch. Ein ununterbrochenes gebimmel so zu sagen ist weithin zu hören.

Der Blick ins Meer, die Brandung, ein Schauspiel. Wasser, Wellen, Sonne, blauer Himmel, herrlich.

Außerdem haben wir sagenhaftes Glück, die Kirche ist im September nur am Wochenende, von 11:00-14:00 geöffnet!

Zurück beim Camper mach ich Pause, Gunther geht noch die 1,8 Km zu den beiden Leuchttürmen weiter und kommt um etwa 14:30 zurück. Jetzt plagt uns schon der Hunger.

Nachdem Gunther auch ein Nickerchen gemacht hat fahren wir um 16:30, 46393 km über die BI 3101- BI 2235 nach Gernika (wurde ganz schlimm von den Deutschen bombardiert, von Picasso gibt es ein berühmtes Bild davon). BI 2237 zum Strand von Laga.

Ein wunderbarer Sandstrand, für die Steilküste sehr groß und heute sehr gut besucht. Vor allem von Wellenreitern, die ihre Kunst hier präsentieren. Ganz ehrlich gibt es nur ganz wenige Könner, die Meisten liegen ständig auf ihren Brettern und rudern fleißig mit den Armen.

Das Wasser ist gar nicht so kalt, trotzdem gehen wir zwei nur dem Strand entlang, sehen den Wellen zu und baden die Füße.

An der Straße halten wir für die Nacht, die Küstenstraße ist relativ schmal.

Wir erreichen die Kinder und es ist alles in bester Ordnung.

Heute kommt auch endlich Nachricht von Heidi und Noldo, die beiden sind noch zu Hause im kalten Eggen und fürchten sich vor ihrer ersten „großen“ Reise mit dem Noldomobil- aber völlig unnötig, wie wir die Lage bisher einschätzen. Enge Straßen, ja, viele Kurven, ja, viele Tiere auf den Straßen, ja aber bisher haben wir nur freundliche Leute getroffen. Heidi hat zu viel im Internet über Diebe, Einbrüche…gelesen.

Couscous mit Schafkäse Tomaten und Oliven-Eintopf mit gutem Rotwein gibt uns die nötige Bettschwere. (42,9km)

Montag 2019-09-09

Ich stehe heute schon gegen acht auf, Gunther schläft bis 9:30, obwohl wir fast mitten auf der Straße stehen. Enorm viele Womos haben jedes Plätzchen ausgenützt und als wir losfahren, sind schon wieder jede Menge Wellenreiter im Wasser. „Eher die Brustfahrer“. In der Früh ist das Wasser für den Atlantik relativ ruhig.

Wir fahren in Richtung Santa Katalina, BI-3238, Ea. An der Küstenstraße halten wir um Mittag zu essen, genießen den Ausblick über den Ozean- GI 3230-Muttriku-N 634, Deba und kommen über eine kleine Straße, links ab in den Geopark der baskischen Küste (Unesco). Die Zone ist ist durch die Steilküste, die den Flysch (geologische Besonderheit, Faltengebirge) bilden beeindruckend.

Dort ist Ende auf einem Parkplatz, die Herberge scheint geschlossen zu sein. Auf auf wir wandern zur Küste. Zur Flyschküste, wieder eine große Attraktion! Es sind eindrucksvolle Ablagerungen, im Meer entstanden, die sich vor langer Zeit an der Küste aufgeworfen haben. Sehenswert, wir sind dankbar für diese großartige Überraschung, dass wir das gefunden haben. Noch dazu bei Sonnenuntergang!

Wir genießen den Abend mit butterweichen Steaks,…..bis ein Mann kommt und uns erklärt, dass wir hier nur bis 22°° stehen dürfen. Kein Problem , wir haben uns vorher schon einen großen Parkplatz , etwa 2km von hier ausgesucht. Wir schlafen dort wunderbar, wenn auch so mancher Regenguss die Nachtruhe etwas stört. (67,5km)

Dienstag 2019-09-10

12°, 46504 km, noch stark bewölkt, kurze Regenschauer, rascher Wechsel zu blauem Himmel, 9:50 Start nach San Sebastian – Donastia (N634), wo wir den Stellplatz hinter der Uni. „Autokarabanak Paseo de Berio“ leicht finden. Da wir früh dran sind, sind auch noch viele Plätze frei.

Erstmals frühstücken wir, gefolgt von einem angenehmen Mittagsschlaf.

Nach dem Kaffee starten wir unseren Stadtbesuch um 13:30. Zu Fuß zum Strand, La Concha, durch den neuen Fußgängertunnel (Pico del Loro), entworfen vom Künstler Victor Goikoetxea (Baske) für die Kulturhauptstadt 2016.

Es ist ein Fußgängertunnel der die beiden Strände La Concha und Ondaretta verbindet. Die Sonne scheint zwar und einige Schwimmer tummeln sich im Wasser, aber uns reicht das Zuschauen.

San Sebastian hat seien Ruf verdient, drei lange Sandstrände, viel Grün, das Hinterland hügelig, zwei kleine Inseln vorgelagert und dadurch geschützt. Toll, sehr gepflegt. Es macht richtig Spaß hier zu spazieren.

Am Hafen, nahe dem Aquarium essen wir endlich ein Eis, ich hab schon seit Tagen Gusto drauf! Bei „Arnoldo“. Das müssen wir sofort an Arnold weiterleiten!

Wir können es nicht lassen, wir gehen und gehen weiter an der Meeresstraße, das Meer ist stürmisch die Wellen peitschen über den Kai bis auf die Straße, so manche werden nass!

Wir bestaunen die Eisenplastik „ Leere Konstruktion“ des Künstlers Jorge Oteiza am Fuße des Monte Urgull. Weiter….

Schließlich erreichen wir die Christusstatue am Monte Urgull, mit einem wunderbaren Ausblick, nun auch auf den dritten Strand La Zurriola.

Zurück in der Altstadt, spazieren wir durch diese, das Leben sprudelt nur so, alle Bars sind voll.

Wein, Cidre und Bier fließt in Strömen, dazu werden jede Menge Pintxos (baskische Art der Tapas und Donastia ist so was wie die Hauptstadt dieser Happen) verzehrt.

Wir sind noch nicht hungrig, aber müde. So nehmen wir den Bus (Nr. 25), der uns rasch zum Camperstellplatz (7,60/ für 24h) bringt.

Mittlerweile ist der Platz komplett voll, immer wieder kommen noch Suchende. (40,7km)

Mittwoch 2019-09-11

Zu Fuß gehen wir heute die Uferseite linkerhand an. Zum „Comb of the Winds“ einem Kunstwerk des bekannten Bildhauers Eduardo Chillida, am Ende der Bucht. Ziemlich gut das Ganze.

Mit dem „uralten“ , über 100 Jahre alten Schrägaufzug, ziemlich dem alten in Latschau ähnlich, geht es auf den Monte Igueldo. Herrlicher Ausblick. Seit 1912 ist hier ein Vergnügungsviertel mit der ebenso alten „Bootfahrt“ (€2), wobei das Wasser mit einem hölzernen Wasserrad betrieben wird. Wir zwei alten Deppen fahren natürlich damit, und es macht Spaß!

Wir spazieren rundum, retour mit dem Schrägaufzug und mit dem Bus fahren wir bis in die Nähe der Puente Maria Cristina (zubia-auf baskisch), die gerade renoviert wird. Die Neobarocke Brücke führt über den Urumea, die Altstadt und Innenstadt verbindet.

Ein wunderschönes Jugendstilhaus fällt uns ins Auge, daneben ein entzückendes Lokal. „Botanika“. Wir bekommen gerade noch ein Tischchen. Plate de Jour, Pilzsuppe, gefüllte Zuchini, mit oder ohne Fleisch, auf Erdäpfel-Karottenpüree, Braterdapferl weiß und rot dazu, Schokokuchen oder Obstmus, dazu zwei Bier.

Der „botanische“ Garten ist ein Hit, zig verschiedene Pflanzen aus allen Herren Ländern, die Spatzen warten ob ein Bröserl abfällt. Eine angenehme Atmosphäre! Und köstlich auch noch.

Ausgeruht und satt spazieren wir nun über die Brücke zur modern ausgebauten alten Tabakfabrik „Tabakalera“ jetzt ein Kunst-und Kulturtreffpunkt mit verschiedensten Veranstaltungen und einer riesigen Bibliothek.

Morgen Abend ist die Eröffnung einer Ausstellung eines asiatischen Künstlers, der ein Comic über „fremde Rabenvögel“ in Singapur gezeichnet hat. Wir können sie schon sehen. Großartig, eine Geschichte über Migration.

Auch das Gebäude ist sehenswert umgestaltet, mit vielen architektonischen Feinheiten. Aussichtsterrasse, alter Eingang, Stiege…

Wir gehen zum Palacio de Congresos y Auditorio Kursaal, ein Bau ganz aus gerilltem Glas und an den „Zurrilola“ (3.Strand), schauen noch den Wellenreitern zu und gehen weiter über die Puente Del Kursaal ( Zurrioako Zubia) in die Altstadt.

Hunger stellt sich leider keiner ein, also nix mit Pintxos.

Mit dem Bus zurück in unsere „Wohnung“ (0km)

Donnerstag 2019-09-12

Nachdem wir hier etwas länger beim Wasser holen und entleeren brauchen, kommen wir erst um 11°°, bei Sonnenschein, 46544 km,weg, doch unser Ziel ist nahe. Chillida- Leku- Museum in Hernani.

Na das ist erst eine Überraschung! Ein Muss! Ein riesiges Gelände, 12 Hektar!

Wiesen, Wald, ehemaliges Wohnhaus Chillidas, überall seine Werke aus Eisen und aus Granit verteilt. Eine wunderbare Atmosphäre.

Es wurde seit 2010 renoviert und erst heuer im April wieder eröffnet.

Noch steht die Sonne für die Beleuchtung der Kunstwerke günstig!

Chillidas Wohnhaus, jetzt als Museum umgebaut, hat den Grundriss eines typisch baskischen Landhauses.

Das ganze Areal ist äußerst gepflegt, sehr modern, auch Cafe und Shop.

Nicht weit entfernt liegt das Sagardotegi (Cidre-House- Museum), es sperrt um 16°° auf. Pünktlich sind wir da. Wir sind die einzigen Besucher und bekommen eine exzellente Privat-Führung einer jungen Frau, deren Eltern Sagardoabauern und eingefleischte Basken sind.

Zu Beginn dürfen wir mal verschiedene Äpfel kosten. Hier im Museumsgarten wachsen 18 verschiedene Sorten, im Baskenland sind es über 230. Mit einem umgebogenen Nagel, der an einem etwa 70 cm langen Stock eingeschlagen ist werden die Äpfel geklaubt. Wir dürfen mal probieren.

Die Äpfel wurden früher mit Holzstößel zerstampft, dazu wurde ein Lied gesungen um den Rhythmus zu halten. Auch das dürfen wir probieren.

Ein Kurzfilm zeigt und noch die verschiedenen Bräuche der Basken.

So jetzt ist es soweit, Verkostung!

Baskisch (=Euskara), die älteste Sprache Europas ist mit keiner anderen Sprache verwandt (isolierte Sprache). Jetzt verstehen wir erst, dass wir uns absolut kein Wort, keinen Namen bisher merken konnten!

Aufgefallen sind uns natürlich schon die vielen x,t,z,r,p, alles Buchstaben die bei uns weniger oft vorkommen.

Heute müssen wir uns drei Worte merken, lautet die Aufgabe unserer jungen Betreuerin, Sagardoa (appelwine), Txotx ( Zahnstocher), damit wird das Anstechen des Cidrefasses bezeichnet.

Txakoli (junger, eher herber Weißwein aus dem Baskenland).

Wir lernen das ganze Ritual des Sagardoetxea trinkens und dürfen es nachmachen.

Wenn die Frau Txotx ruft zieht sie gleichzeitig den Zahnstocher aus dem Fass und in einem gewissen Abstand vom Fass und einem gewissen Winkel hält man sein Glas drunter, etwa 2-3 cm sollten drinnen landen, dann abdrehen und der nächste füllt sein Glas. Nichts daneben! Hat man das Glas in der rechten Hand, muss man nach links abgehen und umgekehrt.

Wir haben großen Spaß dran, verkosten verschiedene Sorten, ebenfalls neuere Kreationen, wie einen Cidre aus Dörräpfel, aus Äpfel mit Anis, Schnäpse sowie Liköre und einen „Eiswein“. Acht bis zehn Proben waren es sicher.

12 Flaschen wandern in unser Auto.

Weit sollten wir wohl nicht mehr fahren! Über die GI-2132 kommen wir nach Pasaia und finden einen Schlafplatz am Hafen, inmitten großer Firmen.

Pasaia-San Juan-San Pedro, Donibane. Unsere Cidre Fachfrau hat uns dieses Hafenstädtchen empfohlen. Danke, ein toller Tipp.

Wir drehen noch eine Runde, am Hafen entlang kommen wir schnell in dieses entzückende alte Fischerstädtchen direkt an einer ziemlich engen Hafeneinfahrt. Schmale bunte Häuser mit kleinen Balkonen, zahlreiche kleine Cafes, ein buntes Treiben. Ins Victor Hugo Museum kommen wir zwar nicht mehr hinein, aber im dritten Stock des Hauses, indem Victor Hugo eine Zeitlang lebte ist eine Sonderausstellung eines baskischen Malers und Karikaturists, die wir besichtigen.

Weiter an der Promenade, ein schöner Spaziergang, übrigens ein Stück des französisch-baskischen Jakobswegs! Wir sind schon zu richtigen Pilgern geworden.

In der schmalen Hafeneinfahrt trainieren die „Langbootruderer“, denn demnächst ist wieder Wettkampf.

Der Hunger und die abendliche Frische lässt uns umdrehen und nahe unseres Parkplatzes finden wir für uns das richtige „Gasthaus“, nette Bedienung, urige Einrichtung, köstliches Essen.

Wir nehmen zwei mal Tages Menue. Suppe/ Salaat, zwei ganze Fische, Griespudding mit Zimt, Apfeltorte, Brot, ein Bier, eine Flasche Wein, ein Kaffee und zahlen sage und schreibe € 25!

Der Weg ins Bett ist nicht weit. (30km)

Freitag 2019-09-13

Überraschenderweise war es in der Früh gar nicht so laut, wie wir dachten, so direkt beim Hafen.

Kurzes Frühstück, mit der Minifähre, etwa um die 15 Personen nimmt der freundliche schwarze Fährmann mit ans andere Ufer, dem vom ursprünglichen „Fischerstädtchen“ Pasaia – San Pedro ( Provinz Gipuzkoa).

Die „Unesco“ Attraktion ALBAOLA, „La Factoria Maritima Vasca“ interessiert uns.

1985 wurde in Neufundland das Wrack des baskischen Walfänger Bootes „San Juan“ aus Pasaia entdeckt und geborgen. Jetzt wird hier das Schiff seit 2015 nachgebaut.

Hochinteressant, praktisch „lebendes Museum“. Auch die Geschichte des baskischen Schiffbaus, des Walfangs an der Küste von Neufundland, sowie der Codfischfang (Bacalao) sind gut beschrieben.

Danach spazieren wir durch den Ort. Wir haben Glück und können zwei Riesenfrachtschiffe beobachten, wie sie mit Hilfe eines Lotsenbootes die enorm Enge Hafeneinfahrt meistern. Die Fischerhäuser am anderen Ufer schauen wie Spielzeughäuser aus.

Mit Kaffee und Pintxos gestärkt nehmen wir die Fähre zurück und fahren etwa um 14°°, 46573 km, Sonnenschein, über die GI 3440 zu unserm heutigen Schlafplatz in den Bergen, naja auf ca. 350m Seehöhe, oberhalb von der Grenzstadt Irun.

Mirador Jaizkibel, heißt der Platz, direkt am Jakobsweg gelegen. (wieder mal, dem kommt man hier nicht aus)

Erstmal füllen wir unsere Bäuche, ich leg eine Ruhepause ein, Gunther schaut sich die Umgebung an.

Danach gibt es Kaffee und wir starten zu einer kleiner Wanderung entlang des Hügelkammes. Irun liegt linkerhand, rechterhand der offene Atlantik. Es ist jetzt ziemlich warm, trotz der Nebelschwaden die herumziehen. Auf unserem Weg zu den Ruinen eines „Castell“ begleiten uns Schafe, Kühe und Pferde. Esskastanien, Eichen, sind vereinzelt zu sehen.

Immerhin haben wir wieder 3,5 km zurückgelegt, nachdem es am Vormittag 6,5 km waren.

Alles unter 5km sind bei uns „Spaziergänge“, was drüber ist ist eine „Wanderung“! Diese Nomenklatur hat sich bei uns so eingebürgert.

Wir essen Salat, scharfe Sardinen, Käse, wir leerer den letzten Pastis und eine Flasche Chablis.

Uns geht es wirklich gut. Franziska ist seit gestern wieder in Paris, in Wien ist auch alles Ok, Katharina hat uns länger als bis zum Vienna Night Run (Dienstag in einer Woche) freigegeben!

Da sie ohnehin nicht laufen kann, wegen Knieschmerzen bleibt sie bei Paul. Nora lauft mit Fabia und Luis mit einem Schulfreund, Niko ist in ja beruflich in Australien.

Am späteren Abend kommen noch viele andere Camper dazu. (45,5km)

Samstag 2019-09-14

Ausgeschlafen nehmen wir unsere Weiterreise um 9:15, 46590 km, sonnig, vom Nachtplatz beim Mirador Jaizkibel, in der Nähe des Torre Sante Barbara auf.

Noch vor der Grenze halten wir bei einem kleinen Supermarkt in Irun um „ Spanische Köstlichkeiten“ einzukaufen, dann, es geht es schnell sind wir auch schon über der Grenze, wieder im Französischen Baskenland, in Hendaye.

Wir versuchen eine schönes Plätzchen am Strand oder ev. auf einer Klippe zu finden. Eine Unmöglichkeit, es ist Samstag, herrlicher Badetag und Massen von Menschen unterwegs.

Eine Autoschlange zieht sich über die Küstenstraße, „Grande Corniche“ D 912. Uns plagt der Hunger.

Fahren wir doch gleich nach Biarritz, da gibt es knapp vor der Stadt (2 km) einen Camperstellplatz.

Glück gehabt, drei freie Plätze gibt es zu diesem Zeitpunkt noch. (Wasser, Strom, Entsorgung, 12€)

Frühstück, ein Kurzschlaf, Kaffee und mein schon tagelanger Wunsch geht (fast) in Erfüllung. Der schöne Sandstrand Milady ist nur ein paar Schritte weit weg. 15°° Sonne, Wellen, ein Genuss!

Unglaublich was sich da abspielt, Lignano würde vor Neid platzen, trotzdem finden wir noch ein schönes Plätzchen.

Vier Rettungsschwimmer bewachen die Schwimmer genauestens. Rechts und links davon versuchen sich zahllose Wellenreiter, wobei es auch hier nur einige wenige Könner gibt.

Ein buntes Treiben.

Jetzt gehen wir auch…aber es sind so hohe Wellen, dass ich mich nicht hinein traue, ausgeschlossen!

Es zieht mir die Füße schon weg, wenn ich kaum bis zu den Knien drinnen bin.

Gunther stürzt sich wagemutig in die Wellen, durchtaucht sie immer wieder und hat riesigen Spaß dran.

Das Wasser hat 21°, die Luft 28°, es ist Flut, das Meer kommt schnell herein und alle Badenden müssen aus dem Wasser, die Securityzone wird ein Stück verlegt und es geht wieder los.

Um 17°° ist Ebbe-Beginn um 18°° Security Schluss.

Die übergroßen Wellen haben vielleicht auch etwas mit dem heutigen Vollmond zu tun.

Wir genießen den Strand noch eine Zeit lang, immer gibt es etwas zu beobachten, Kinder, Schwimmer, Surfer, Sonnenanbeter, Läufer…..

Eine warme Dusche vor dem Abendessen,

Wurstnudeln mit Gurkerln und Senf verfeinert. Zum trinken gibt es einen Txakoli, die baskische Spezialität. Ein Weißwein, der leicht musiert und oft als Apperitiv am späten Vormittag getrunken wird. (47,1km)

Sonntag 2019-09-15

Gunther ist heute aber fleißig! Schon um 7:30 läuft er 8 km, eine Runde durch Parks, Wald, an kleinen Seen entlang und wieder zurück, gehen wir gleich an den Strand.

Diesmal, juchu! sind die Wellen zwar schon hoch, aber auch für mich geeignet.

Wir sind die ersten Badenden!, obwohl es schon sicher neun Uhr ist. Es wird eigentlich relativ spät hell hier und scheinbar sind die Menschen Spätaufsteher.

Ein gutes Frühstück und heißer Tee eine dringende Notwendigkeit.

Telefonat mit den Kindern, wir haben schon Sehnsucht.

Paul ist tüchtig im Kindergarten, ist ja jetzt in der großen Gruppe!

Nora ist nun auch bei den Ältesten und hat sich ein neues, eigenes Zimmer im obersten Stock eingerichtet.

Luis hat seinen Zeugniswunsch schon erfüllt bekommen, ein Aquarium. Noch sind nur ein paar Pflanzen und Krebse drinnen, die Fische kommen erst in ein paar Wochen.

Alle sind guter Dinge.

Wir nehmen den Autobus Nr. 38, direkt neben dem Stellplatz in Richtung Biarritz/ Bayonne um 12°°. Er fährt eine ganze Stunde bis Bayonne. Dadurch kommen wir in den Genuss einer Rundfahrt durch Biarritz, vorbei an den modänen Hotels und Geschäften, dem Strand, entlang dem Flusshafen, vorbei an schönen Villen, Golfplätzen sowie durch ein riesiges Industrieviertel.

Bayonne, alles aussteigen. Wo sind wir den da gelandet? Nach ein paar Schritten sind wir an der Stadtmauer, durch das Stadttor und die Überraschung könnte nicht größer sein.

Entzückende schmale Häuser mit bunten (grün, dunkelrot, braun, blau) Fensterläden, kleinen Balkonen, windschiefen Fachwerkhäusern, gepflegten Geschäften (heute leider, oder Gott sei Dank, zu).

Mitten drinnen die riesige Kathedrale Notre-Dame de Bayonne (13. und 14. Jahrhundert) mit wunderschönen Glasfenstern. Der sehenswerte Kreuzgang ist einer der größten Frankreichs, aus dem 14. Jhdt.

Die Kathedrale war immer schon Treffpunkt der Pilger am französischen Jakobsweg.

Jedes Gässchen in der Innenstadt ist einen Blick wert.

Langsam sind wir hungrig und essen an der Nive, gleich neben dem „ Musee Basque“ im Cafe Eklat, einem ganz modernen sympathisches Cafe.

Gestärkt gehen wir ins Museum. Obwohl wir nun schon viel über das Baskenland gehört haben und einiges wissen ist es sehr spannend und umfassend. Gut erklärt, schöne Exponate und alle Themen sind angesprochen.

Landwirtschaft, Fischfang, Sport (Pelota), Musik, Tanz,Traditionen, Bekleidung (Espandrillos), Cidre, Bauweisen, Einrichtungsgegenstände uvm.

Da das „neue“ Bonnat-Helleu Kunst Museum erst 2020 wiedereröffnet wird, gibt es viele Werke aus dieser Sammlung in einer Sonderausstellung hier zu sehen. Ganz großartig.

Ups schon 18°°, der Himmel sieht nach Regen aus!

Wir nehmen den nächsten Bus retour und sind um etwa 20°° zu Hause.

Heute gibt es gekochte Erdäpfel mit Butter und Käse, dazu einen großen Salat.

Erst gegen Mitternacht fallen wir ins Bett. (0km)

Montag 2019-09-16

Gunther geht wieder laufen, danach holt er mich zum schwimmen ab. Noch ist es wolkenverhangen, aber wir springen ins Nass, wieder sind wir die ersten im Wasser, herrlich und auch für mich nicht allzu hoch. Zwei Mal wurschtelt es mich trotz durchtauchen hinein. Das Wasser hat eine unheimliche Kraft!

Es hat so um die 20°.

Beim Frühstück beutelt es uns noch ein wenig.

Abfahrt vom Milady Caravanstellplatz (12€/ 24 Stunden) ist um 11:05, 46637 km, sonnig.

D 810- Bayonne-Lebennea ?-D 615-D 79-D 652-Route de Lacs. Eine etwas eintönige flache Gegend, Landwirtschaft, Obstbau, Pinien, viel Industrie, viel Verkehr.

Hungrig halten wir an der Straße bei Hucet, St. Giront. Essen, Mittagsschlaf, Kaffee. Ein Pilger kommt vorbei und rät uns unbedingt die „Düne“ anzuschauen. Ist registriert.

Einen Stellplatz, Parkplatz, Übernachtungsplatz, was auch immer außer ****Campingplätze ist in dieser Gegend schwer zu finden. Meist gibt es Balken die Camper, wegen der Höhe nicht hineinlassen, also nicht zum Strand lassen.

Nach einigen Enttäuschungen finden wir am Strand „Little Nice“ einen wunderbarer Stellplatz, unter Pinien. Kein Service, keine Gebühr. Passt, wir haben ja alles.

Schnell in das Badezeug und los über eine kleine Düne zum Strand. Es ist noch sehr heiß, obwohl schon gegen 18:00. Wir spazieren ein Stück Richtung Norden dem Strand entlang. Die Düne ist durch Stecken gesichert.

Erst später lesen wir nach, dass das der Ausläufer der Grande Pilar ist und durch diesen Schutz zum Aufbau angeregt ist und zur Zeit in die Höhe wächst, aber nichts vom Parkplatz wegnimmt, die große Düne aber an Höhe verliert.

Der Atlantik kommt uns kälter vor als etwas südlicher, stimmt aber nicht, nur uns ist einfach viel wärmer. Das Schwimmen ist hier einfach, da kaum Wellen sind, aber die Strömung, jetzt nordwärts ist enorm. Es macht Spaß!

Unsere sechs Eier kommen in die Pfanne, ein guter Paradeissalat, Bier und Wein, das muss sein.

Am Tag hat es jetzt immer um die 30°. (166km)

Dienstag 2019-09-17

Es ist sowieso immer erst spät hell, hier unter den Pinien dauert es noch länger.

Gunther meint, jetzt auf zur Düne! Rasch bin ich fertig und Gunther startet unseren Grisie.

Oh ich dachte an die Düne an „unserem“ Strand. Missverständnis und das war gut so!

Abfahrt 9:05, 46803 km, die Sonne lacht. Es sind nur wenige Kilometer bis zum Parkplatz der größten Wanderdüne Europas „ Dune du Pilat“ bei Arcachon.

Sie ist bis zu 110-115 m hoch, 500 m breit, 2,7 km lang , N-S ausgerichtet am Atlantik. An der Meeresseite etwas flacher (5-20°), an der Waldseite steiler (30-40°). Pro Jahr nimmt die Düne, je nach Wind 1 bis 5 Meter vom dahinterliegenden Wald weg.

Um 9:30 sind wir, nicht ganz alleine, aber doch mit nur einigen Wenigen am Weg über eine Treppe zum „Gipfel“.

Oh, von da sehen wir ja den Badestrand „Little Nice“, wo wir gestern schwimmen waren!

Das Gehen im extrem feinen Sand ist ganz schön mühsam, aber wir spazieren noch ein Stück bis zu einem für uns idealen Pick Nick Platz. Unser Frühstück, Müsliriegel und Apfelsaft mit traumhaftem Ausblick. Vor allem wenige Leute, noch und die Sonne ist noch richtig angenehm am Rücken. Der Sand noch kühl. Wie in der Sahara sind Tierspuren von Käfern, Wieseln?, Möwen….zu finden.

Gunther geht noch fast bis zum Ende, ich noch ein Stück, dann warte ich im weichen Sand.

Eine große Sandinsel, die „Banc du Arguin“, liegt vor der Düne, innerhalb dürften Austern gezüchtet werden. Der Atlantik ist hier total ruhig, dahinter, in der Ferne sieht man die weißen Wellen. Es ist ein Naturschutzgebiet und für Brutvögel ein idealer Platz, da es kaum Feinde gibt.

Beim Abstieg stürmen schon die Massen das Gelände, es ist sehr heiß geworden, Luft und Sand.

Ein zweites kleines Frühstück gibt es zu Hause.

12:45 fahren wir über die N250- Autobahn Richtung Bordeaux. (1h ca.) nach Gradignan.

Am Campingplatz „Beausoleil“ (Autobahnabfahrt A…….) finden wir ein halbwegs schattiges Plätzchen.

Wir nützen die Gunst der Stunde und Waschen erst mal unsere gesamte Wäsche, inclusive Bettwäsche (war schon an der Zeit). Zuerst muss ich wieder wechseln gehen. Ein Euro fehlt…eine nette Engländerin borgt (schenkt) uns die Münze.

Super, alles sauber, die Luft ist so trocken, dass tatsächlich auch das Bettzeug noch heute trocken wird.

Kaffee trinken, Seele baumeln lassen, ruhen und rasten.

Gunther geht noch shoppen, der nächste Laden ist über einem Km weg. Was wird es denn geben?

Garnelen und Steak steht zur Auswahl. Ein Bordeaux, eh klar!

Gunther ist heute Chefkoch, die Steaks sind butterweich. (62km)

Mittwoch 2019-09-18

Erstes Aufwachen ist so um sechs, noch stockfinster, aber es ist uns kalt weil wir alle Fenster offen haben und großzügig die Decken weggelassen haben. Wir schlafen wieder weiter bis nach 9°°, frühstücken gemütlich und verlassen unser zu Hause gegen 10:30.

Mit der Buslinie 10 und der Tram B ,die praktisch gleichzeitig eine Stadtrundfahrt ist, brauchen wir etwa eine Stunde zur Cite du Vin. Ein faszinierendes Gebäude.

Kaum zu glauben, aber wir verbringen den ganzen Tag in diesem Weinmuseum! Vom Ursprung bis zur Jetztzeit, in der ganzen Welt, Wein, Wein, Wein….., Geschichte, Probleme,…. umfassender geht es nicht mehr, toll aufbereitet, interaktiv mit allen Sinnen fassbar.

Interessant ist auch die Weinbibliothek und die zahllosen Comicbücher über die französichen Weine aus den verschiedensten Anbaugebieten. Oft sind es Fortsetzungsromane. Ein Comic kommt natürlich mit.

Einige Tage bräuchte man hier um alles zu erfassen.

In die Sonderausstellung über Argentinien schauen wir nicht mal hinein. Alleine im Shop, der ja in keinem Museum mehr fehlt, könnte man einige Stunden verweilen.

Ein Glas Wein im obersten Stock ist im nicht ganz billigen Eintrittsticket, € 20 ist inkludiert.

Nach all der Anstrengung auch schwer verdient!

Wir kosten natürlich Wein aus Bordeaux, weiß und rot. Hervorragend.

Man konnte Weine aus vielen Länder probieren, darunter auch einen aus Österreich, Weinbau Herist aus Rechnitz im Burgenland. Noch nie gehört!

Sperrstunde! Mit Tram und Bus treten wir gleich mal die Heimfahrt an, total erschöpft beschließen wir erst morgen die Stadt anzuschauen.

Gegen 19°°, entspannt im Camper, stürzen wir einen Sagardoa vom Weingut Zapiain hinunter, dazu ein Päckchen Tacos. Unser erstes Futter seit dem Frühstück.

Lachs soll es heute noch geben, aber wer wird kochen?

Bin wohl ich, Gunther hat ja in ein paar Stunden Geburtstag!

Der Lachs schmeckt fein, Reis dazu und Knoblauch-Oliven-Kräuteröl. Ein guter Weißer begleitet den Fisch. (0km)

Donnerstag 2019-09-19

Gratulation zum Geburtstag!

Dusche, Frühstück, Bus und Tram bis zum Place de Victoire mit seinem Tor „La porte dÀquitaine und dem Obelisque (roter Marmor und Bronce). Er ist eine gewundene Säule unter der Schildkröten aus Bronze seit 2005 sitzen. So wie einige Sandler.

Es ist ein schön angelegter, kreisrunder Platz mit vielen Cafes und der Medizinisch-Pharmakologischen Universität.

Schnell sind wir beim Marche des Capucins. Ein richtig südländisch-afrikanisches Treiben, mit wunderbaren Ständen, Fleisch, Fisch, Gemüse, Gewürze, Kräuter. Käse usw.

Doch wir haben noch keinen Hunger, also spazieren wir Richtung Altstadt weiter, kommen zur Basilika Saint Michel, mit ihrem eigenständigen Turm.

Am Vorplatz ist gerade Flohmarkt, na Klumpert gibt es mehr als genug!

Gunther friert also suchen wir die sonnigen Straßenseiten und kommen bald an die Pont de Pierre, die über die Garonne führt. Sie ist die älteste Brücke von Bordeaux, eine, die Napoleon Bonaparte in Auftrag gegeben hatte (1810), aber wegen den starken Strömungen erst 1819-1821 realisiert wurde (Claude Deschamps)

Ein Stück gehen wir über die Brücke, von hier aus kann man die wunderbare Häuserfront am Quai de Richelieu entlang der Garonne sehen und natürlich das große „Eingangstor“ La Porte de Bourgogne zur Innenstadt.

Durch eine großartige Verkehrsberuhigung und der Wiederherstellung der 1966 eingestellten Straßenbahn, ist Bordeaux eine ruhige angenehme Stadt.

Was nun? Museum oder zurück zum Austern essen. Wir wählen zurück zum Markt. Eine super Entscheidung, denn der Markt schließt um 14°°.

Wir kommen gerade rechtzeitig um noch gemütlich im „Bistro de Huitre Jean-Mi“ im Markt hervorragende Austern und Crevettes zu essen. Ein guter weißer Bordeaux und Weißbrot dazu. Gunthers Geburtstagswunsch ist in Erfüllung gegangen!

Etwas ganz Außergewöhnliches ist passiert, mir hat eine Auster richtig gut geschmeckt!!!

Gestärkt, machen wir uns auf den Weg durch die Einkaufsstraße Avenue de Catherine, über den Place des Quincones, zum CAPC Musee d`Art Contemporain. Ein altes Lagerhaus wurde hier „verwendet“.

Es sind zur Zeit vier Sonderausstellungen, „It rains, it rains, it rains“ von Ruth Ewan, einer Schottin. Eine von der Japanerin Takako Saito, Eine von verschiedensten Künstlern „Histoire de l`art cherche personnage“ und eine von Thorp Brown, die wir zeitlich nicht mehr schaffen.

Dazwischen gönnen wir uns im Museumscafe auf der Terrasse im obersten Stock einen guten Kaffee und die verdiente Pause.

Um 18°° werden wir „hinausgeworfen“. Wir genießen die Abendstimmung am Ufer der Garonne. Jetzt können wir die starke Wirkung der Gezeiten erkennen. Es ist Ebbe und am vis a vis Ufer liegt ein altes Wrack. Gegen 19°° treten wir unseren Heimweg an.

Beim umsteigen von Tram zum Bus gehen wir noch rasch einkaufen, Entenfillet, Wein, Caneles.

Caneles sind eine alte Bordeaux Spezialität. Mini Gugelhupf, nur mit Eidottern hergestellt, da man früher das Eiweiß für die Weinproduktion gebrauchte.

Nun, wir sind gar nicht so hungrig, also bleibt die Küche kalt.

Köstlichen Ziegenkäse haben wir ja auch eingekauft. Dazu passt der Chateau La Vallee (Montagne Saint- Emilion) sehr gut. (0km)

Freitag 2019-09-20

Wir duschen noch, füllen Wasser nach, leeren das Klo, frühstücken und verlassen den Campingplatz „Beausoleil“ (20 €/ Nacht) in Gradignan um 11°°, 21°, sonnig, 46865 Km.

Nachdem wir unseren Reiseproviant bei einem Auchan Supermarkt auffüllen, nehmen wir die Autobahn, etwa um 12:30 in Richtung Clermont Ferrand.

Die Autobahnmaut ist nicht billig, nach 100km zahlen wir mal 16€. An einem Rastplatz halten wir „Place du Manuire“ für Rast und Ruh, Essen und Kaffee.

Wir haben um 13:53 47.000 km am Tacho!

Nach nochmals 12,40€ Maut und 21,10€ biegen wir in Bromont-Lamothe auf die D 941von der Autobahn ab und finden auf einem Parkplatz kurz vor dem örtlichen Golfplatz (Golf des Volcans) eine ruhige Übernachtungsgelegenheit.

Es sind ein paar Autos da, doch über Nacht sind wir alleine.

Noch ist es früh genug für einen schönen Spaziergang, wir drehen eine lange Runde durch den Wald, Mischwald, Wiesen, Golfplatz, ziemlich staubig. Leider purzel ich und schlage mir mein linkes Knie auf, aber zum Glück nicht schlimm.

Thunfischsteaks gibt es zum Abendessen, hervorragend! (370,2km)

Samstag 2019-09-21

Gunther geht schon früh, 7:30 laufen, kommt leider auch ganz zerschunden zurück.

Er hat kurz nach dem starten eine Wurzel übersehen und ist mit einem vollen Bauchfleck gelandet. Beide Handflächen, das rechte Knie, rechten Ellbogen , ein wenig rechten Brustkorb hat es erwischt.

Er geht gleich mal unter die Dusche, dann schaut er schon besser aus!

9:30, 47236 Kilometerstand, fahren wir nur 3,7 km zum Parkplatz Puy du Dome.

Puy de Dome ist mit 1465m der höchste erloschene Vulkankegel der ganzen Kette (80 Stück). Seit 1956 gibt es am Gipfel eine Sendeanlage für UKW und Fernsehen.

Von Parkplatz aus geht eine Zahnradbahn, die „Panoramique“, seit 2012 auf den Gipfel. Die bringt uns, die etwa 5 km, rasch in die Höhe.

Schon in der Antike gab es hier oben ein keltisches Heiligtum, in römischer Zeit einen Merkurtempel und im Mittelalter eine Wallfahrtskapelle. Durch Ausgrabungen wurden diese Heiligtümer freigelegt und so hergerichtet, dass man sich gut den Tempel vorstellen kann. Museum…

Hier oben machte 1648, der Physiker Blaise Pascal das Experiment „vide dans le vide“ und wies mit einem Quecksilberbarometer nach, dass der Luftdruck auf dem Gewicht der Luft über dem Standort beruht.

Wir drehen eine große Runde am Gipfel und lernen wieder viel dazu.

Zurück am Parkplatz entschließen wir uns gleich hier zu übernachten und nützen die Spätnachmittagssonne aus.

Oh, da sind ja wunderschöne Hollerbüsche mit großen blauschwarzen Beeren. Wir haben alles für ein Hollerkompott (Zitrone, Birnen, Zucker) dabei und ich mach mich an die Arbeit. Es wird hervorragend!!!

Für Abend haben wir Muscheln vorgesehen, wir leben nicht schlecht. (3,7 km)

Sonntag 2019-09-22

Wanderung auf den nahe gelegenen Vulkan „Puy de Pariou“ (1209m).

Das letzte Stück geht über 525 Stufen zum Gipfel . Von dort kann man hinunter in den Krater gehen. Uns genügt der Blick hinunter.

Vom schroffen Vulkangestein müssen wir ein paar Steine mitnehmen, obwohl wir ohnehin schon genug Steine auf der Terrasse herumkugeln haben.

Wir gehen einen Runde, treffen auf den Rundwanderweg um den Puy de Dome und kommen im leichten Nieselregen wieder zu unserem Camper. 9,5 km sind wir gehatscht, viel weiter als geplant! (wie immer)

Wir jausnen gemütlich, der Regen nimmt stark zu. Entschließen uns zur Abfahrt (15:15).

Am Parkplatz kann man Wasser nachfüllen und das Klo entleeren, Gunther wird dabei patschnass, aber es ist zum Glück nicht kalt.

Wir kommen über die D 942 durch Clermont Ferrand (Michelin, gäb einiges zum besichtigen), über die D 69 geht es in Richtung Lyon.

In Limonest, im Einzugsgebiet und Industriegebiet von Lyon, finden wir vor Audi, Rover und anderen Autofirmen genügend Parkplätze und wir bleiben einfach auf der Straße stehen, kochen ein gutes Abendessen. Niemand stört uns. (164,7 km)

Montag 2019-09-23

Ups, das ist eine Überraschung, alle Parkplätze rundum sind voll. Wir frühstücken gemütlich und nehmen den Bus in die Innenstadt, erst mal in die falsche Richtung, also fahren wir eine ganze Runde durch ein höchst modernes Industrieviertel bis zum Gare de Vaise, wo wir in die Metro umsteigen und im Zentrum direkt die alte Standseilbahn zur Basilika Notre Dame de Fourviere steigen.

Es ist eine berühmte Wallfahrtskirche, die tatsächlich sehr beeindruckt, der Bau, die Malerei, wie auch die Glasfenster.

Zu Fuß, durch den Parc des Hauteurs, kommen wir direkt in die Innenstadt. Lyon ist nach Paris und Marseille die drittgrößte Stadt Frankreichs mit nur 515.000 Einwohnern.

In der Boulangerie du Palais stärken wir uns, lauter „ausgezeichnete Michelins-Lokale“ gibt es hier und der Name des berühmten Kochs Paul Bocuse, dem Wegbereiter der Nouvelle Cuisine, ist allgegenwärtig. „Nichts am Teller, alles auf der Rechnung“ damit kritisierte er die Auswüchse seiner Grundidee – frisch, gesund zubereitet, biologisch, aus der Region.

Die Cathedrale Saint-Jean- Baptiste, erbaut ab 1165 ist unser nächstes Ziel. Danach spazieren wir zum Saone Ufer und überqueren die Pont Bonaparte und kommen auf die „Insel“ zwischen Saone und Rhone.

Die Ufer sind modern gestaltet, mit Schwimmbädern, Plätzen zum relaxen, Fahrradwegen….

Schließlich landen wir, wie könnte es auch anders sein, im Musee des Beaux-Arts de Lyon.

Das Kunstmuseum wurde 1801 eröffnet und ist in einer alten Benediktiner Abtei, mit klösterlichem Innenhof, mit Skulpturen von August Rodin untergebracht.

Dem entsprechend die Vielzahl der ausgestellten Sammlungen. Wir begnügen uns mit der Modernen bis zur Sperrstunde.

Ein Blick noch aufs Rathaus, dann über die Pont de la Feuillee in die Altstadt zur Metrostation „Vieux Lyon“ zum Gare de Vaise. Auch diesmal erwischen wir den falschen Bus, aber schließlich finden wir doch unsere „Wohnung“. Es ist schon finster, die Parkplätze sind wieder frei.

Dienstag 2019-09-24

Wir schlafen lange und beim rausschauen trifft mich fast der Schlag, ein Abschleppwagen steht in zweiter Spur vor unserer Tür. Ach nein, es ist nur ein Autotransporter der Autos aufladet. Erleichterung.

Nach dem Frühstück nehmen wir wieder Bus, Metro und wieder Bus zum Musee de Confluence, einem Naturwissenschaftsmuseum, entworfen von unseren Freunden aus Wien „Coop Himmelblau “ (Helmut Swicinsky).

Es liegt auf der Halbinsel (Presqu`ile) am Zusammenfluss von Saone und Rhone und wurde 12/2014 eröffnet, nachdem die Planung schon 2001 begann.

Es symbolisiert eine Kristallwolke, aus Glas, Beton und Stahl, die über dem Wasser schwebt.

Ein typisch Coop Himmelblaubau, mit all seinen Winkeln, Kurven und Fantasien. Die Baukosten ursprünglich 60 Mio. wurden mit 300 Mio. gewaltig überschritten!

Die Umgebung ist toll mitgestaltet.

11°° ist Einlass und auch Innen ein Kunstwerk.

Sonderausstellungen sind zur Zeit über Insekten (mini monstres, les invisibles), Hüte und Kopfschmuck aus aller Welt (ein Geschenk von Antoine de Galbert), sowie über das letzte autake Urvolk die „Kalash“ am Himalaya.

Die permanente Ausstellung widmet sich den Fragen: Wo kommen wir her ? Wer sind wir? Was machen wir? Was ist danach?

Wir gönnen uns nur eine kurze Kaffeepause und verlassen tatsächlich als Letzte das Museum um 18:30!

Zu regnen hat es mittlerweile aufgehört und die untergehende Sonne taucht das Gebäude in wunderbares Licht.

Erledigt kommen wir zu unserem Auto und wieder ist es schon finster, also schlafen wir eine dritte Nacht auf der Straße. (0km)

Mittwoch 2019-09-25

Abfahrt 8:15, 47406 km, leicht bewölkt, 10° Richtung Alberville.

Bei einem Autobahn Rastplatz leeren wir den Abwassertank und müssen mit Flaschen, Wasser auffüllen, da es keinen passenden Anschluss gibt. Aber wir haben ja Geduld.

Über die Autobahn A43 kommen wir rasch weiter.

Ein gutes Frühstück genießen wir am Aire de Lovaret mit Ausblick auf den grünen See Lac Aigubelette. Langsam kommt die Sonne durch, es ist aber frisch. Chambery, D 1090, durch Albertville, wo Gunther mit Elmar .und Ivette mal im Sommer war.

Von hier müssen wir wegen einer Straßensperre einen Umweg über ganz enge Passstraßen nehmen, ehe wir in Chamonix-Mont- Blanc landen. Etwa 12 km nach Chamonix in Richtung Schweizer Grenze finden wir einen großen verlassenen Parkplatz, wo wir unser Nachtlager aufschlagen.

Wie soll es weitergehen, das Wetter macht sich nicht besonders, sollen wir auf den Aiguille du Midi morgen?, sollen wir durchs Tunnel ins Aostatal? Sollen wir die Autobahn durch die Schweiz nehmen? Dazu brauchen wir aber ein Jahrespickerl. Auch in Italien ist die Autobahn ja nicht gerade billig?

Fragen über Fragen beschäftigen uns den ganzen Abend.

Also das Mont-Blanc Tunnel kostet € 62, CH Pickerl 40 Franken…..heutiger Entschluss, wir schauen mal wie das Wetter ist und fahren vielleicht doch auf der Landstraße durch die Schweiz. (251,7 km)

Donnerstag 2019-09-26

Oh je, Regen,dichter Nebel, keine Berge in Sicht, gestern waren doch noch welche rund um uns!

Laut gestrigen Wetterbericht soll es bis Mittag schön(er) werden! Schlafen wir halt noch ein bisserl.

Gegen Mittag wird es leicht heller, wir fahren zurück nach Chamonix und nehmen die, nicht ganz billige Gondel um 13°° (53,60 für uns, 63 für Erwachsene) auf den Aiguille du Midi.

Es ist die zweithöchste Seilbahn Europas, nach dem Klein Matterhorn in Zermatt und wurde 1955 eröffnet.

Wir waren vor genau 34 Jahren mit Katharina und Franziska hier und können uns sehr gut erinnern. Für Franziska mussten wir wegen der Höhe einen Revers unterschreiben, da sie noch nicht 6 Jahre alt war.

Nebel, Wolken, nur selten sieht man eine freie Bergspitze, eher kann man sie erahnen.

Es ist kalt, die Bergstation verschneit, mit Eis überzogen, wie ein Märchenschloss.

Die Gletscher Minigondeln, mit denen man nach Italien kommt sind wegen des Windes heute eingestellt. Nur eine handvoll Bergsteiger traut sich in die Kälte. Wir schauen uns sämtliche Beschreibungen, Fotos, das Museum, jeden Ausblick an und warten hoffnungsvoll auf schöne Sicht. Immer öfter kommen ein paar Sonnenstrahlen durch, Wolken ziehen vorbei.

Wir fahren noch mit dem Lift zur „Glasterrasse“ zum „Pas dans le vide“ zum „Schritt ins Leere“ auf 3800m, die neue Attraktion. Nun schon sehr spannend, aber wir haben schon Übung und es macht uns nichts aus.

Ein kleines Wunder geschieht, wie auf Knopfdruck verschwinden Nebel und Wolken, es ist strahlend blau, ein unvergessliches Panorama! Phantastisch, unbeschreiblich. Es hat sich gelohnt!!!

Zufrieden übernachten wir an der selben Stelle wie gestern.

(25 km)

Freitag 2019-09-27

heute waren noch zwei Autos über Nacht auf „unserem“ Parkplatz.

Nach dem Frühstück, um 10:30, bei 8°, geht es weiter, 47684 km, die Sonne lacht. Die Berge „glühen“ in der Morgensonne. Herrlich!

Es sind nur mehr wenige Kilometer, über den Col du Montets in die Schweiz, ohne Kontrolle kommen wir über die Grenze, und erklimmen den nächsten Pass, Col du Forclaz. (1550m)

Bald haben wir einen wunderschönen Blick auf Martigny (Kanton Wallis) und durch das ganze Rhonetal.

Rhone, Autobahn, Straße, Zug, fast parallele Streifen durchs ganze Tal. Rechts und links bis hoch hinauf alles Weingärten und Apfelplantagen. Beeindruckend.

Unser Weg ist durch Martiny, Sitten, Brig, Obergoms, dort rechts ab Straße 19 Richtung Furkerpass.

Entlang der Zahnrad- Schmalspurbahn (Gletscher-Alpin-Bahn) kommen wir durch ein landschaftlich wunderschönes Gebiet mit schön renovierten Holzhäusern, „sanften Tourismus“, vor allem in der Winterzeit.

Wir halten für ein kurzes Mittagsschläfchen, das Kuh- Schellengeläute wiegt uns in den Schlaf. Kaffeegeruch weckt auch Gunther endlich!

Zufällig kommen wir gerade zurecht, als die Furka Dampfbahn, ein liebevoll restaurierter Nostalgiezug die Straße kreuzt, ein Foto für Peserl ist Pflicht.

Gegen 17°° sind wir beim Ursprungsgletscher der Rhone, der drei Kilometer vor der Passhöhe des Furkapasses ist, auf 2300m Seehöhe.

Gunther erinnert sich, dass er hier schon einmal als Jugendlicher mit seinem französischen Brieffreund Jean war.

Die „Eisgrotte“ ist noch bis 19°° begehbar, na los.

Neun Franken kostet der Eintritt, ein schönes Erlebnis. Seit einigen Jahren ist der Gletscher im untersten Teil mit einem hellen Flies abgedeckt, um den raschen Schwund etwas zu bremsen.

In der Eisgrotte, finde ich es etwas unheimlich, aber interessant. Schon seit 1870 wird sie jedes Jahr neu in den Gletscher geschlagen und ist etwa 100m lang. Die Gletscherbewegung ist etwa 10 cm/Tag. Ganz schön viel! Es leben dort „Gletscherflöhe“, millimetergroße Springschwänze im Eis.

Der Weg ist ein „Gletscherlehrpfad“ mit guten Erklärungen der Glaziologen. Erst seit 2005 hat sich an der Gletscherzunge ein See gebildet, der rasch an Größe zunimmt. Mittlerweile ist die tiefste Stelle schon 38 m.

Vorhergesagt wird, dass durch die Gletscherschmelze eine Vielzahl an neuen Seen in der Schweiz entstehen werden.

Auf der Passhöhe haben sich schon viele Camper eingefunden, also fahren wir ein Stück weiter und finden einen ruhigen Platz, kurz nach dem Hotel Furkablick. Wir vermuten, dass es schon jahrelang geschlossen ist, doch nachts ist ein schwaches Licht zu sehen.

Es wird empfindlich kalt, wir kochen Erdäpfel, gebratenen Chicoree, gegrillte Paradeiser. (171,9 km)

Samstag 2019-09-28

Die Nacht war ziemlich kalt, 1-2°? In der Früh heizen wir kurz und tatsächlich geht das Gas aus. Damit hatte ich schon seit drei Wochen gerechnet! Rasch wechselt Gunther die Flasche und rasch gibt es heißen Tee.

Übrigens das Hotel hat schon zum Frühstück geöffnet!

47855 km, 9:40, 4°, begleitet von Nebelschwaden, kommen wir nach Andermatt (scheußlicher Schiort), über den Oberalppass (2048m), wo viele Touristen den schönen Herbsttag und die Bergbahnen nützen.

Bei der „Abfahrt“ halten wir an einem sonnigen Plätzchen und genießen ein gutes Frühstück.

Gegen 11:30 fahren wir weiter über Chur, Landquart,Marienfeld, wo wir noch unsere letzten Zitronentarteletts verdrücken.

Es geht weiter durch Liechtenstein nach Feldkirch und nach Hause nach Tschagguns, wo wir von Angela, wie immer herzlich aufgenommen werden. (195,1 km)

So nun hatten wir eine landschaftlich sehr schöne Fahrt und haben uns den Mont Blanc Tunnel (60€) und auch die Schweizer Autobahngebühr erspart (40€). Auch nicht schlecht!

Natürlich gibt es viel zu erzählen, von beiden Seiten, denn wir haben uns über ein Jahr nicht gesehen!

Sonntag 2019-09-29

ein wunderbarer Herbsttag, Angela und wir, treffen uns mit Isabel, Julian, Jonathan, Linus und Pauline vor der Mautstelle in Partenen. Julian hat noch zwei Gutscheine für die Silvrettastraße. Endlich wieder Kurven, diesmal mit Angelas Auto.

Ein kurzer Spaziergang bis zum Ende der Staumauer, da gibt es „Jause“.

Die Kinder sind zum Laufen nicht motivierbar und als Isabel und Julian den neuen Klettersteig auf die Staumauer gehen, sind sie auch nicht begeistert.

Pauline ist zufrieden und schläft in der Trage auf Gunther.

In Tschagguns gibt es eine ausgezeichnete Apfeltorte, die Angela mit den Äpfeln aus dem Garten gebacken hat.

Wir feiern alle Geburtstage der nächsten Zeit. (Gunthers, knapp vorbei, Jonathan, Linus, Julian, Pauline, lauter Herbstkinder).

Montag 2019-09-30

10:45, 16°, 48051 km, beladen mit einer großen Steige Äpfel.

Wir bringen Angela zum Flughafen nach Friedrichshafen (106 km). Sie fliegt zurück nach Sibiu.

Gegen 18°° kommen wir, nachdem wir in Priem am Chiemsee Gas gekauft haben (22,95€) an den Tüttensee. Müde und verspannt, brauchen wir lange für die Entscheidung Essen zu gehen.

Eine Superentscheidung! Im „Grabenstätter Hof“ in Grabenstätt lassen wir uns verwöhnen! Chimseerenke und Reh, Bioeis.

Wir sind auf „unserem“ Parkplatz heute das erste Mal nicht alleine, zwei Camper sind noch da. (402,7km)

Dienstag 2019-10-01

Die letzte Etappe beginnen wir um 9:50, 11°, 48462 km, sonnig. Gunther hat probiert, der See ist gar nicht so kalt, aber übertreiben wollen wir es auch nicht.

Es trifft sich, dass wir genau um 12°° in Öd sind und wie immer, die private Raststation für uns auch was zum essen hat. Danke dem Hause Pesek!

Nach zwei Stunden fahren wir um 14:10, bei 23°die letzten Kilometer und kommen um 15:45 zwar gut in Wien an, doch suchen fast eine Stunde lang Parkplatz!

(342 km). Unbeschreiblich toll war`s. Wir sind dankbar für diese Zeit.

5523 km

50 Nächte

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